Jahresrückblick 2025
- Cindy Haase

- vor 15 Minuten
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2025 fühlt sich für mich an wie ein Lauf mit vielen Etappen: mal leichtfüßig, mal voller Widerstände, manchmal schmerzhaft und immer lehrreich. Dieses Jahr war kein Sprint, sondern ein langer Lauf mit Höhen und Tiefen und überraschenden Momenten. Genau deshalb liebe ich es, am Jahresende innezuhalten und all diese Erlebnisse festzuhalten, bevor sie im Alltag verblassen.
Wie jedes Jahr nehme ich mir zum Jahresende Zeit für einen persönlichen Rückblick. Mein 2025 war sportlich, intensiv und voller Emotionen und trotzdem manchmal ein Jahr der kleinen Stolpersteine. Wenn ich durch meine Fotos und meine Instagram Posts scrolle, fällt mir auf, wie viel ich gelaufen, erlebt und entdeckt habe. Gleichzeitig gab es Momente, die wehgetan haben: vor allem Paul, mein Kater, der Ende April gestorben ist, und sein Verlust wiegt nach wie vor schwer.
"Am Ende wird alles gut." "Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende." Ein schönes Zitat von Oscar Wilde, dass wir uns beherzigen können. Denn auch schwierige Momente, Verluste und Herausforderungen sind Teil unseres Weges und nach jedem Tief kommen auch neue Chancen und Lichtblicke.

Jetzt geht's los mit meinem Jahresrückblick 2025
Das war Cindy 2025
2025 war ich wieder vieles: Coach beim Bahntraining, Straßenläuferin mit Tempo-Ambitionen, seltener auf den Trails, aber immer auf der Suche nach Sonnenaufgängen, Gedankenruhe und neuen Perspektiven. Und zwischendurch einfach nur Cindy, die lernen musste loszulassen, als Paul gegangen ist. Eine Zeit, die still war und wehgetan hat und die erst nach und nach Platz für schöne Erinnerungen gemacht hat. Trotzdem wollte ich immer positiv bleiben. Sportlich lief es stark: Ich habe gleich viermal neue Bestzeiten geknackt, persönliche Grenzen verschoben und mich dabei mehr als einmal selbst überrascht.

Gemeinsam mit meiner Laufgruppe, bei Trailcamps und Sonnenaufgangsläufen habe ich das Jahr bunt und lebendig gestaltet. Es gab Strecken, die mich forderten, aber auch Begegnungen, die mich berührt haben. Neben den sportlichen Erfolgen war 2025 geprägt von Positivität und Erleben. Am Ende überwiegt die Dankbarkeit für die Momente, die Menschen, die mich begleitet haben und die Gesundheit, die mich das ganze Jahr über in Bewegung hielt.

Jahresrückblick 2025
In diesem Jahr habe ich knapp 2.200 Kilometer zurückgelegt und dazu unzählige Stunden in alternative Trainingsformen investiert. Besonders das Thema Hyrox hat mich begeistert und ich habe hier einige Kurse besucht und richtig Spaß daran gefunden. Im Februar stand ich außerdem zum ersten Mal beim Eisschwimmen in Burghausen am Start, als Teil einer Vierer Staffel. Trailrunning und Tanzen sind 2025 etwas in den Hintergrund gerückt und das möchte ich im kommenden Jahr wieder intensivieren. Dafür habe ich meinen Fokus stärker auf Krafttraining und funktionelles Training gelegt, eine Basis, die mir sicher in vielen Wettkämpfen spürbar geholfen hat.
Mein großes Jahresziel war der Chicago Marathon im Oktober, für den ich viele intensive Intervall-Einheiten absolviert habe. Und dann war da noch Prag, gleich drei Mal war ich 2025 dort und konnte jedes Mal eine neue Bestzeit feiern: Über Halbmarathon, Marathon und 5 Kilometer. Diese Stadt ist toll und für mich eine echte Herzensstadt geworden.
Laut Strava war ich insgesamt 446 Stunden sportlich aktiv und habe 403 Aktivitäten aufgezeichnet. Zahlen, die zeigen, dass 2025 ein intensives, vielseitiges und sportlich erfülltes Jahr war.

Wenn ich auf mein Laufjahr 2025 blicke, dann war es vor allem eines: mein Marathonjahr. Nach mehreren Anläufen im Jahr zuvor ohne persönliche Bestzeiten konnte ich 2025 endlich den Knoten lösen. Meine alte Marke aus London 2023 (03:27 Std.) hielt lange stand, bis ich sie im Mai in Prag auf 03:21 Std. verbesserte und schließlich Chicago im Oktober, wo ich mit 03:11 Std ins Ziel kam. Zwei Rennen, die gezeigt haben, dass manchmal mehr möglich ist, als man selbst für möglich hält. Dieses Jahr hat mich nicht nur an Startlinien geführt, sondern auch näher zu mir selbst, mit all den Zweifeln, der Euphorie und der Freude, die Laufen so besonders machen. Zeit also, 2025 noch einmal durchzublättern, mit all seinen Höhen, Tiefen und Momenten, die geblieben sind. Fangen wir von vorne an.
Meine Highlights und Teilnahmen 2025
Die Geschichten, die besonders in Erinnerung geblieben sind, habe ich in eigenen Blogbeiträgen festgehalten. Du erkennst das an den Verlinkungen oder einem kleinen Unterstrich im Text. Einfach draufklicken und du kommst zum entsprechenden Beitrag.
Eisschwimmen in Burghausen
Das erste Highlight des Jahres fand gleich Anfang Februar statt. Mein erster Eisschwimm-Wettbewerb in einer 4 x 50 Meter Staffel bei den Burghausen Open. Eisbaden gehört für mich seit mehr als fünf Jahren zum Winter dazu, aber Eisschwimmen ist nochmals eine ganz andere Herausforderung. Beim Baden steht man still im Wasser, lässt Kälte und Ruhe auf sich wirken, wird ruhig und entspannt. Beim Schwimmen dagegen ist alles Bewegung, Atmung, Überwindung und pure Anspannung.
Nie hätte ich gedacht, dass ich jemals auch nur einen Meter im eiskalten Wasser schwimmen könnte. Wirklich geübt hatte ich nicht und eine gute Schwimmerin bin ich auch nicht. Die Generalprobe und gleichzeitig meine erste richtige Eisschwimm Session fand eine Woche vor dem Wettkampf in Burghausen statt. Wir wollten das Gelände anschauen, das Wasser testen und ein Gefühl bekommen. Aber schon dieses erste Mal war so elektrisierend, dass ich mich sofort auf den Wettkampf freute. Am Wettkampftag herrschten 4,5 Grad Wassertemperatur und es war im Wahrsten Sinne, eine unglaubliche intensive Erfahrung. In unserer Kategorie starteten zwölf Staffeln, wir belegten Platz 10. Für ein Team ohne echtes Schwimmtraining finde ich das ziemlich beachtlich.

Und auch wenn ich mit 1:21 Min auf 50 Meter sicher keine Rakete war, hat das Erlebnis mich gepackt. Ich bin definitiv angefixt. Auch wenn Eisschwimmen weit außerhalb meiner Komfortzone liegt, steht fest: Wir machen das wieder.
Neapel Halbmarathon
Weiter ging es im Februar mit dem Napoli Halfmarathon. Eigentlich wollte ich dort eine neue persönliche Bestzeit angreifen und die sub 1:35 Std knacken. Doch manchmal läuft es eben anders. Kurz vor dem Rennen wurde ich krank und musste hoffen, überhaupt rechtzeitig wieder fit zu werden. Ende Februar ist es in Süditalien fast schon frühlingshaft und die vier Tage in Neapel waren schön. Ich konnte starten, aber es war klar, dass ich keine persönliche Bestzeit laufen würde. Also machte ich einen kleinen Sightseeing Lauf draus und mit 01:48:12 Std. war das Ergebnis zufriedenstellend.
Die Strecke führt flach und schnell entlang der Küste, durch mehrere Tunnel (die von den Läufer/innen stimmungsvoll beschallt werden) und mitten durch die Stadt. Wer früh im Jahr Lust auf ein Rennen mit Sonne, Meerblick und toller Atmosphäre hat, wird in Neapel glücklich. Spannend: Neapel ist die einzige italienische Stadt, die gleichzeitig den männlichen und weiblichen Streckenrekord auf der Halbmarathondistanz hält (Stand 2025). Auch organisatorisch kann sich das Event sehen lassen: Günstige Startgebühren, eine schöne Strecke und ein großartiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Neben dem Lauf blieb sogar Zeit für ein bisschen Sightseeing, inklusive Ausflug zum Vesuv, den man einfach per Bus erreicht. Die Aussicht von oben ist spektakulär.
Teilnahme an einer TUM Studie
Die folgenden Wochen wurden spannend. Ich durfte an einer 10-wöchigen Studie der Technischen Universität München teilnehmen, die der Frage nachging, ob sich die Lauftechnik durch gezieltes Training der seitlichen Hüftmuskulatur (can running form be altered through training of the lateral hip muscles) verändern lässt. Klingt erst mal wissenschaftlich, war aber vor allem eines: intensiv, lehrreich und unglaublich spannend. Dreimal pro Woche standen gezielte Übungen für die Hüftmuskulatur auf dem Plan. Begleitend dazu habe ich meine Ernährung angepasst, nicht zuletzt, weil ich beim Wiegen zu Beginn der Studie überrascht war: 55 Kilogramm, mein höchstes Gewicht seit über 30 Jahren. Diese Erkenntnis hat mich motiviert, bewusster zu essen und insgesamt aktiver zu werden. Nach den 10 Wochen zeigte sich das Ergebnis: 1,5 Kilogramm weniger, spürbar mehr Kraft und Stabilität und ganz nebenbei neue Bestzeiten über Halbmarathon und Marathon (mehr dazu im Folgeabsatz). Ob alles direkt zusammenhing, kann ich nicht beurteilen. Aber eines weis ich: Diese zehn Wochen waren motivierend und körperlich wie mental stärkend. Ich habe gemerkt, wie viel sich bewegt, wenn man dranbleibt.

Prag Halbmarathon und Marathon - zwei Reisen, zwei Emotionen
Im Frühjahr wurde es sportlich. Wir hatten uns entschieden, gleich zweimal nach Prag zu reisen: Im April zum Halbmarathon und im Mai zum Marathon.
Beim Halbmarathon war mein Ziel klar: eine neue persönliche Bestzeit und endlich die Sub 1:35 Std. Ich ging all in, lief in meinem neuen Craft Kype Pro Carbon Schuh und hatte die Wochen davor gezielt Intervalle in Wettkampfpace trainiert. Ich kann gar nicht sagen, was an diesem Tag anders war, doch es lief alles wie von selbst. Mit über 5 Minuten Vorsprung auf meine bisherige Bestzeit und einer 1:32:28 Std. im Ziel fühlte es sich an, als wäre es mein Rennen gewesen.
Nur wenige Wochen später änderte sich alles. Ende April verstarb mein Kater Paul und das nur wenige Tage vor dem Prag Marathon. Die Tage danach waren schwer, voller Trauer und Zweifel. Ich wusste nicht, ob es richtig war, trotzdem zu starten. Aber schließlich entschieden wir uns, nach Prag zu reisen und ich widmete diesen Marathon meinem kleinen starken Paul.

Während des Laufes war er in Gedanken ständig bei mir. Schon nach wenigen Kilometern spürte ich, dass ich diesen Marathon für ihn und für mich laufe, um ihn auf besondere Weise in Erinnerung zu behalten. Und genau das passierte: Ich lief einen meiner besten Marathons überhaupt und erreichte das Ziel nach 03:21:07 Std. Eine neue persönliche Bestzeit und ein Lauf, der für mich immer eng mit Paul verbunden bleiben wird. Ich denke, dass ich diesen Marathon auch genau deswegen nochmals laufen werde.

Naturns Womencamp
Kurz darauf stand eines meiner liebsten Events im Jahr an: Das Women Trail & Hike Camp in Naturns. Wie jedes Jahr war es einfach wunderschön: eine unvergessliche Sonnenaufgangstour, viele Trail- und Hike Kilometer, entspannendes Yoga und jede Menge köstliches Südtiroler Essen. Ich mag diese reinen Frauencamps, sie haben eine ganz besondere Energie: inspirierend, mitreißend und oft auch berührend. Es entstehen Gespräche und Momente, die man so nur unter Frauen erlebt.

Auch 2026 wird das Camp wieder stattfinden, bereits zum fünften Mal. Ich freue mich darauf, neue Gesichter in Naturns willkommen zu heißen. Alle Informationen findest du im separaten Blogbeitrag. Außerdem wird es 2026 auch wieder ein gemischtes Camp rund um den Ötzi Trail geben, gemeinsam mit Marcel und einer sicher wieder großartigen sportlichen Gruppe. Wenn du Fragen hast, kannst du dich jederzeit direkt bei mir melden.
Namibia Roadtrip
Ende Mai ging es für mich auf einen Solotrip in einer kleinen Reisegruppe nach Namibia. Nach einigen intensiven Monaten sehnte ich mich nach einer Pause, nach Zeit für mich, nach Abenteuer und Natur. Der gebuchte Roadtrip mit mehreren Zeltübernachtungen in der Wildnis war genau das Richtige: einfach und voller besonderer Momente. Es war eine wunderbare Reise mit wenig Social Media und vielen Eindrücken. Solche Urlaube mache ich selten, da unsere Reisen meist mit Laufevents verbunden sind und selten länger als eine Woche dauern. Namibia war deshalb ein wohltuender Kontrast, sehr inspirierend, entschleunigend und weniger von Sport bestimmt.

Niesen Treppenlauf
Nicht lange nach meinem Urlaub ging es auch schon weiter, diesmal mit einem Erlebnis, dass mich aus meiner Komfortzone katapultierte. Anfang des Jahres hatte ich mich eher "versehentlich" für den Niesen Treppenlauf angemeldet und tatsächlich nach Auslosung einen Startplatz bekommen. Manchmal ist es besser, sich nicht zu viel mit anderen laufbegeisterten Menschen auszutauschen, dann passieren solche Dinge nicht. Als die Anmeldung bestätigt war, war ich mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich starten wollte. Aber ich bin kein Mensch, der vor neuen Herausforderungen davonläuft. Ende Juni fuhr ich also über 400 km ins Berner Oberland, um mich der Niesen-Treppe zu stellen. Laut Guinness Buch der Rekorde auch die längste Treppe der Welt. Nach dem sehr anstrengenden Aufstieg (11.674 Stufen / knapp 1.700 HM) kann ich das nur bestätigen.

Es war eine krasse, aber unvergessliche Erfahrung, ein cooler Trip in die Schweiz, der mir einmal mehr gezeigt hat: Wenn man sich auf anstrengende oder unangenehme Dinge einlässt, ist das Gefühl danach einfach sensationell. Wiederholen würde ich das Event allerdings nicht mehr, einmal reicht völlig. Die Details zum Niesen Treppenlauf habe ich separat im Blog dokumentiert. Insgesamt hatte ich viel mit dem Zeitlimit zu kämpfen, kam völlig angestrengt ins Ziel und erreichte den Gipfel des Niesen, auf 2360 m, nach 01:57 Std.
fREanks Runclub
Im Juni kam eine neue Aufgabe in mein Leben. Ich wurde Running Captain bei der neuen fREanks Laufgruppe, unterstützt von Reboots. Die Laufgruppe bietet kostenlose Läufe, Kaffee und Recovery an und möchte eine entspannte, gemütliche Community aufbauen. Wir laufen jeden Mittwochmorgen um 7 Uhr vom Cafe Chance im Lehel los. Dort können Sachen abgelegt werden. Nach dem Lauf gibt es für alle einen Kaffee und eine Recovery Session (mit den Reboots Geräten) aufs Haus. Ich würde mich freuen, wenn viele bekannte und auch neue Gesichter mittwochs mitlaufen und den tollen Vibe der Gruppe erleben.

Reschenseelauf
Der Reschenseelauf 2025 feierte sein 25. Jubiläum und das mit einem ganz besonderen Highlight: einem Nightrun rund um den Reschensee. Das Feuerwerk am Ende des Laufs sorgte für einen stimmungsvollen Abschluss. Die Wiese direkt neben dem Veranstaltungsgelände, die extra für Camper freigegeben wurde, verlieh dem Event zusätzlich einen einzigartigen Vibe. Die Strecke führte einmal um den See, 15,1 Kilometer. Der Startschuss fiel pünktlich zum Sonnenuntergang um 21:30 Uhr und der Start aus dem Tunnel heraus, begleitet von einem aufziehenden Vorhang und jubelnden Zuschauern, sorgte für Gänsehaut. Die gesamte Strecke war mit Fackeln beleuchtet, ein beeindruckendes Bild.
Das Event wurde liebevoll organisiert, bot ein tolles Preis-Leistungsverhältnis und kann perfekt mit einem kleinen Südtirol-Urlaub kombiniert werden. Ich erreichte das Ziel nach 01:11:06 Stunden als Siebte in meiner Altersklasse und war mehr als zufrieden mit meinem Lauf.
Schnalstal Alpine Trail
Die Erstausgabe des Schnalstal Alpine Trail wollten wir uns nicht entgehen lassen. Auch wenn 2025 für mich kein klassisches Trailjahr war und ich mehr Zeit auf der Straße, als in den Bergen verbrachte, stand für mich fest: Ich will dort an den Start gehen. Ganz ohne großen Trainingsplan, einfach aus Freude am Dabeisein. Das Schnalstal liegt nur wenige Kilometer von Naturns entfernt und ist schon allein deshalb ein reizvolles Ziel. Wir entschieden uns für die zweite Distanz: 29 Kilometer mit rund 2.100 Höhenmeter, die bis auf über 3.000 Meter führten. Der Start erfolgte in Unser Frau, einem kleinen charmanten Bergdorf.

Am Wettkampftag zeigte sich das Wetter leider von seiner rauen Seite, dichter Nebel, Kälte und schließlich auch Streckenänderungen. Für die Ultradistanz wurde das Rennen sogar abgebrochen. Unsere Strecke konnte dagegen regulär gelaufen werden und trotz der Bedingungen war es ein toller Lauf. Mein Fazit: Der Schnalstal Alpine Trail ist ein wunderschönes, aber forderndes Event, vor allem die längeren Distanzen sind nichts für Einsteiger. Wer alpine Herausforderungen liebt, wird hier jedoch mit echter Berglauf-Atmospäre und technischen Trails belohnt. Alle weiteren Details und Eindrücke habe ich im Blogbeitrag zusammengestellt.
Olympiaberg-Challenge 4.0
Im August stand die vierte Ausgabe meiner Olympiaberg-Challenge an. Eine ganze Woche lang, von Montag bis Freitag , liefen wir jeden Morgen zehn Mal den Olympiaberg hoch. Das bedeutete täglich etwa 450 Höhenmeter und rund eine Stunde Laufzeit. Auch dieses Mal waren viele meiner Crew-Mitglieder wieder dabei und gemeinsam motivierten wir uns jeden Morgen. So einfach, wie es klingt, war es nämlich nicht: Früh aufstehen, Alltag und von Tag zu Tag wurden die Beine müder. Belohnt wurden wir mit den schönsten Sonnenaufgängen und einem tollen Community-Vibe, der jede Anstrengung wert war. In diesem Jahr wurde die Challenge von Stox Energy unterstützt: Jeder Teilnehmer erhielt ein paar Kompressions-Running-Socks, die die Regeneration beschleunigen, Shin Splints reduzieren und die Blutzirkulation boosten.

Red Bull Wattlauf
Die Erstausgabe des Red Bull Wattlauf in Cuxhaven hat mich sofort fasziniert und ich wollte unbedingt dabei sein. Das Event fand Ende August statt und wir hatten vier Tage lang perfektes Wetter an der Nordsee. Die Anreise von München ist zwar lang, aber für dieses Erlebnis lohnend. Es ging 24 Kilometer quer durchs Watt und es war alles dabei: Schlick, Sand, Muscheln und stellenweise wasserreich bis hüfthoch. Damit hatte ich im Vorhinein nicht gerechnet. Der Lauf war aufgrund der Bedingungen anstrengend, aber gleichzeitig unglaublich spaßig. Ein unvergessliches Erlebnis, das 2026 definitiv wieder stattfinden soll. Meinen Erfahrungsbericht zum Red Bull Wattlauf habe ich im Blog veröffentlicht.
Neue Bestzeit auf 5 Kilometer Distanz
Anfang September ging es noch ein drittes Mal nach Prag. Diesmal zum 5 km Frauenlauf und zum Birell 10 Km Nachtlauf. Beide Läufe finden abends statt und ich nahm auch an beiden teil. Bei den 5 Kilometern startete ich mit dem klaren Ziel, meine persönliche Bestzeit zu verbessern, was mir tatsächlich gelang. Nur: Je kürzer die Distanz, desto mehr tun die Kilometer weh, weil man einfach noch schneller läuft. Ich konnte als 42 Frau von knapp 2.500 Teilnehmerinnen finishen und erreichte mit 20:50 Minuten eine neue PB.

Den 10 km Nachtlauf ging ich etwas entspannter an, ganz locker war es aber trotzdem nicht, denn mit 45:19 Minuten war ich auch hier flott unterwegs. Es ist einfach so: Sobald ich eine Startnummer trage, will ich meistens alles geben. Der restliche September war sportlich aktiv, mit vielen Läufen rund um München und der Vorbereitung auf mein großes Jahres-Highlight: den Marathon in Chicago.
Chicago Marathon
Chicago war mein fünfter Marathon der World Marathon Majors. Zur Vollendung fehlt mir jetzt nur noch Tokio, um offiziell World Marathon Major Finisherin zu werden. Marcel und ich konnten uns beide für einen Startplatz qualifizieren und planten das Jahr entsprechend.
Mein Training bestand aus vielen Tempoeinheiten und Alternativtraining - vor allem Hyrox- und HIIT-Einheiten, um schneller zu werden. Nachdem ich im Mai relativ locker eine 03:21 Std auf der Marathondistanz gelaufen war, liebäugelte ich damit, die 03:15 Std anzugreifen. Ganz ehrlich: Optimal war mein Training noch nie und auch dieses Mal verzichtete ich wieder auf die klassischen Longruns. Dafür baute ich einige Halbmarathons als Ersatz ins Training ein.

Wir verbrachten rund eine Woche in Chicago und waren natürlich viel unterwegs, jeden Morgen ging es zum Sonnenaufgang durch die Stadt. Übernachtet haben wir low budget im HI-Hostel, direkt am Start- und Zielbereich, perfekt gelegen. Wie immer wusste ich vor dem Start nicht genau, wozu mein Körper fähig sein würde. Aber eines weiß ich: Mit Startnummer bin ich nicht zu unterschätzen.
Also ging ich mit einem rasanten Start auf die Strecke. Ich jagte über den Asphalt, als wollte ich auf jeder Distanz eine neue Bestzeit laufen. Ich dachte mir nur: Einfach durchhalten und wenn ein Einbruch kommt, dann ist das eben so. Bis Kilometer 30 lief es richtig gut. Unterwegs traf ich auf Marcel, was mir zusätzliche Motivation gab. Auf den letzten 12 Kilometern wurde es zäher, die Beine schwerer, aber mein Wille blieb stark. Ich versuchte das Tempo zu halten und das ständige Überholen anderer Läuferinnen und Läufer gab mir zusätzlichen Antrieb.
Nach 03:11:09 überquerte ich die Ziellinie und wieder einmal überrascht, was alles möglich ist. Überglücklich erfuhr ich wenige Tage später, dass ich mich mit dieser Zielzeit sogar für die 2026 AbbottWMM Marathon Tours & Travel Age Group World Championships qualifiziert hatte.
Athen Marathon
Zum Abschluss der Saison sind wir noch den Marathon in Athen gelaufen und haben uns ein paar Tage im November Sonne gegönnt. Der Athen Marathon ist toll, wir sind diesen bereits 2023 gelaufen und der Zieleinlauf ins Panathinaiko-Stadion ist etwas besonderes. Generell gibt es zum Rennverlauf nicht viel zu schreiben, die Luft war nach der langen Rennsaison einfach raus und ich konnte den Marathon einigermaßen gut noch beenden mit 03:43:43 Stunden. Und eine Erkenntnis dabei gewinnen, ein drittes Mal laufe ich den Athen Marathon nicht mehr. Die Strecke ist keine leichte und Bestzeiten werden hier kaum gelaufen.

Pläne für das neue Jahr / Was ich aus 2025 mitnehme
Die Weihnachtszeit folgte und mit ihr auch etwas Ruhe, weniger Trubel, weniger Glamour. Der Sport lief wie gewohnt weiter und ich begann diesen Jahresrückblick zu schreiben, Erinnerungen Revue passieren zu lassen und Pläne für das nächste Jahr zu schmieden. Dabei wurde mir bewusst, wie viel ich in diesem Jahr erreicht hatte. Natürlich sind es "nur" Zeiten, aber Entwicklung lässt sich kaum anders messen. Gleichzeitig habe ich mich sportlich etwas breiter aufgestellt: Ich habe bewusst auf den einen oder anderen Lauf verzichtet und stattdessen Hyrox- oder Bootcamp-Einheiten eingebaut. Mental hat mich das unglaublich gestärkt und vor allem bin ich das ganze Jahr verletzungsfrei geblieben. Das zeigt mir, dass mein Weg gar nicht so falsch sein kann.

Auch Marcel war wieder eine große Stütze auf meinem Weg, meine persönlichen Ziele zu verfolgen. Ganze vier Bestzeiten sind dabei rausgekommen und ich fühle mich fitter als je zuvor, mit 47 Jahren. Wenn ich zurückblicke: Vor rund zwölf Jahren konnte ich keine zehn Kilometer am Stück laufen. Heute bin ich in meiner Altersklasse richtig gut unterwegs und stolz, dass ich im kommenden Jahr bei den AbbottWMM Marathon Tours & Travel Age Group World Championships antreten kann. Aktuell bin ich keine Konkurrenz für die Top Ten, aber ich arbeite daran und glaube fest, dass noch mehr möglich ist. Und selbst wenn nicht, werde ich dabei sein und die Ziellinie überqueren.

Ausblick 2026
Einige Laufevents stehen bereits fest und der Start in die neue Saison erfolgt gleich im Januar mit dem Oman Desert Marathon. Diesen Etappenlauf sehe ich allerdings weniger als Wettkampf, sondern vielmehr als Abenteuer und als Chance, meine eigenen Grenzen zu verschieben. Dennoch ist auch hier, wie in jedem Rennen, Durchhaltevermögen entscheidend. Fünf Tage, 165 Kilometer durch die Wüste, Selbstversorgung und Zeltübernachtung, ich bin unglaublich gespannt, was uns erwartet. Wenn du möchtest, begleite mich gern auf Instagram, um die Erlebnisse hautnah mitzuerleben.

Ein weiteres Ziel für 2026 sind die Runczech Halfs, die fünf größten Halbmarathons Tschechiens (Karlovy Vary, Prag, Budweis, Olomouc und Usti nad Labem). Diese neue Rennserie (Runczech Halfs) wurde 2025 ins Leben gerufen. Wer alle fünf Rennen innerhalb von drei Jahren finisht, erhält eine Sondermedaille und den Titel als offizieller "RunCzech Halfs Finisher". Ich möchte das kommende Jahr gezielt nutzen und mich auf die Halbmarathon Distanz fokussieren und zu sehen, ob ich die 01:30 Stunden-Marke knacken kann. Neben den Runczech Läufen stehen außerdem Berlin im März und Cardiff im Oktober auf meinem Plan, beide Teil der SuperHalfs-Serie.
Mein letzter Major, der Tokio Marathon hat leider erneut nicht geklappt. Daher steht ein weiterer Marathon aktuell nicht im Fokus - mit Ausnahme der AbbottWMM Age Group World Championships Ende Mai in Kapstadt, für die ich fest plane, an den Start zu gehen. Trainingstechnisch konzentriere ich mich aber auf die halbe Distanz und werde ein paar Wochen vor Kapstadt gezielt längere Läufe einbauen.
Außerdem liebäugle ich mit meiner ersten Hyrox-Teilnahme, vermutlich als Double. Auch wenn das Event noch nicht feststeht, macht mir das Training momentan so viel Spaß, dass ich diesen Wettkampf unbedingt erleben möchte.
Im April 2026 stehen meine Trailcamps in Naturns an, diesmal sogar zwei. Einmal die Women Trail & Hike Days und zusätzlich das gemischte Trailcamp gemeinsam mit Marcel rund um den Alpenplus Ötzi Trailrun. Beide Camps verlinke ich dir auf dem Blog. Ich freue mich auf alle, die mit uns über die Trails in Naturns laufen.
Jahresrückblick 2025 - mein erfolgreichstes Marathonjahr
Ich bin nun seit elf Jahren laufend unterwegs und auch 2025 war für mich wieder ein sehr sportliches, aktives und intensives Jahr. Am glücklichsten bin ich, wenn ich in Laufschuhen stecke und neue Orte entdecken darf. Davon gab es 2025 viele. Besonders Prag hat es mir angetan. Ich verbinde die Stadt mit meinen PB's und Paul. Ich bin oft über meine eigenen Grenzen hinausgewachsen und durfte spüren, einfach stolz auf mich zu sein.

Es war ein Jahr voller Bewegung, ein Jahr des Wachsens, aber auch des Stillstands. Beruflich stecke ich gerade etwas fest und bin etwas orientierungslos, ohne so richtig zu wissen, wohin die Reise gehen soll. Ich bin ziemlich gefangen in Sicherheit und doch genug sein, aber hin und wieder dem Wunsch nach einem Neuanfang. Vielleicht ist genau dafür im nächsten Jahr Raum, denn kurz vor Weihnachten erhielt ich die Kündigung: Meine Firma stellt ihre Aktivitäten zum Jahresende ein.
Es ist einfach schöner, wenn man Ziele erreicht, da man Motivation, Willen, harte Arbeit reinsteckt und die Belohnung am Ende einfach nur eine fette Party ist. Der Weg dorthin ist das, was mich morgens motiviert und abends glücklich ins Bett fallen lässt. 2025 war ein sehr gutes Jahr. "Ich hab's geliebt" und es verging wieder viel zu schnell. Paul fehlt mir sehr und es hat mich tief getroffen, den kleinen Mann gehen zu lassen. Der Rest war einfach "schmucke", wie man so schön sagt. Lets see what 2026 brings.

Laufen verbindet Menschen, oft ohne viele Worte. Ein gemeinsamer Rhythmus, ein gemeinsames Ziel - vielleicht ist genau das die Magie eines Marathons. Zu erleben, wie friedvolle Nähe entstehen kann, wenn jeder einfach nur läuft.

Danke, dass du mich auf meiner persönlichen Reise begleitet hast. Ich hoffe, auch dein Jahresrückblick 2025 fällt positiv aus und dass du mit Freude auf deine Erlebnisse blickst. Wie sehen deine Pläne für 2026 aus? Ich wünsche dir einen guten Start ins neue Jahr.






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