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Packliste für den Transalpine Run: Was du für 7 Etappen über die Alpen brauchst

Autorenbild: Cindy Haase
Cindy Haase
1. Sept. 2016
7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Sept.

Packen mit Packliste ist eigentlich nicht mein Ding. Ich nehme sonst lieber erst einmal alles mit und am Ende natürlich zu viel. Für einen Wochenendtrip funktioniert das. Für sieben Tage Trailrunning über die Alpen eher nicht.


Als der Transalpine Run näher rückte, merkte ich schnell: Das ist nicht dasselbe, als würde ich eine Reisetasche für den Urlaub packen. Jede Sache braucht Platz, soll möglichst leicht sein, mehrere Tage durchhalten und im besten Fall genau dann funktionieren, wenn das Wetter umschlägt oder die Füße nach einer langen Etappe anfangen zu rebellieren.


Die letzten Wochen vor dem Start hatten ihren eigenen Rhythmus: aufstehen, arbeiten, trainieren, Ausrüstung prüfen, Dinge abhaken, Blogbeiträge vorbereiten, schlafen und wieder von vorn. Langweilig war das nicht. Aber irgendwann lag diese leichte Dauermüdigkeit über allem. Im Kopf war ständig noch eine Frage offen: Habe ich wirklich an alles gedacht?


Dieser Beitrag entstand unmittelbar vor meinem Start beim Transalpine Run 2016. Er ist deshalb keine allgemeine Kaufempfehlung und keine aktuelle Veranstalter-Packliste, sondern meine persönliche Vorbereitung auf sieben Etappen von Garmisch-Partenkirchen nach Brixen.


Kurzer Gedanke vor dem Start


Die Etappen werden uns mit großartigen Ausblicken und Erlebnissen belohnen. Gleichzeitig warten Schmerzen, Wetterwechsel und Hindernisse, die sich nicht planen lassen. Ich hatte mich vorher noch nie in ein Abenteuer dieser Größe gewagt. Rund 250 Kilometer, etwa 15.000 Höhenmeter bergauf und noch einmal so viele bergab. Sieben Tage, an denen der Körper jeden Morgen wieder funktionieren muss, auch wenn er vom Vortag eigentlich genug hat.


Am meisten beschäftigte mich allerdings nicht der erste Anstieg und auch nicht die Distanz. Es waren meine Füße. Viele lange Wochenendtouren hatten mir Blasen und geschundene Füße beschert. Manchmal war ich nach zwei Tagen schon an meiner Schmerzgrenze angekommen. Jetzt sollten daraus sieben Etappen werden. Ich hatte Tape, Blasenpflaster, Cremes und alles Mögliche dabei. Trotzdem wusste ich: Es gibt keine Garantie, dass das reichen wird.


Dieser Unsicherheitsfaktor machte mir Respekt. Er war aber auch der Grund, weshalb ich überhaupt starten wollte. Ich wollte herausfinden, was passiert, wenn man die Komfortzone nicht nur kurz verlässt, sondern eine ganze Woche lang.


Meine Packliste für den Transalpine Run


Im Grunde war die Vorbereitung abgeschlossen. Nur Kleinigkeiten mussten noch abgestimmt werden. Das Training war vorbei, es standen nur noch lockere Einheiten und ein bisschen Krafttraining auf dem Plan. Die letzten Tage vor dem Rennen gehörten Regeneration, Schlaf und gutem Essen. Ich wollte möglichst ausgeruht an den Start gehen.


Dann blieb noch diese eine Aufgabe: alles in die Tasche bekommen.


Für den Transalpine Run 2016 durfte jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer eine Tasche mit maximal 85 x 35 x 35 Zentimetern beziehungsweise 100 Litern mitgeben. Sie wurde von Etappe zu Etappe transportiert. Das klingt erst einmal großzügig. Wenn ich aber an meine Wochenendtouren dachte, war ich skeptisch. Für zwei Tage hatte ich oft schon eine mittelgroße Reisetasche plus Schuhe, Blackroll und diverse Beutel dabei.


Jetzt sollte alles für sieben Etappen und acht Tage in eine einzige Tasche passen.


Laufbekleidung für sieben Etappen


Bei der Laufkleidung wollte ich genug Auswahl für Wetterwechsel und nasse Tage dabeihaben, ohne die Tasche völlig zu überladen. Entscheidend waren Teile, die ich bereits kannte und die auf langen Läufen nicht scheuern.


  • 1 x 2XU Pace 2in1 Short

  • 1 x 2XU PTN Compression 3/4 Tight

  • 1 x lange Laufshort

  • 2 x kurze Laufshorts

  • 1 x 2XU XTRM Compression Top

  • 6 x Laufshirts von Team Runfurther

  • 3 x Langarmshirts

  • 1 x 2XU XTRM Jacket mit Regen- und Windschutz

  • 7 x Laufsocken von 2XU und CEP

  • 7 x Unterwäsche

  • 2 x Team-Runfurther-Hoodies

  • 2 x Armlinge

  • 1 x Handschuhe

  • 1 x Mütze

  • 1 x Sziols X-Kross Sportbrille

  • 1 x Viking Footwear Schlauchtuch

  • 1 x CamelBak Ultra 10 Laufrucksack

  • 2 x Viking Footwear Apex GTX Trailrunning-Schuhe


Zwei Paar Schuhe waren für mich keine Frage von Luxus. Nach Regen, Matsch oder einer langen Etappe wollte ich nicht darauf hoffen müssen, dass ein Paar bis zum nächsten Morgen wieder trocken ist. Beide Paare waren eingelaufen. Neue Schuhe gehören für mich nicht in die Tasche eines Etappenlaufs.


Bei den Socken war ich ebenfalls großzügig. Sieben frische Paar bedeuteten zwar mehr Platzbedarf, aber auch weniger Risiko für zusätzliche Reibung und Blasen. Bei meinen Füßen war das eine Entscheidung, über die ich nicht lange nachdenken musste.


Technik für Strecke, Fotos und tägliche Updates


Ich wollte die Reise nicht nur laufen, sondern auch festhalten. Deshalb kam einiges an Technik mit. Heute würde ich vermutlich weniger einpacken. Für 2016 gehörte die tägliche Berichterstattung aber einfach dazu.


  • Suunto Ambit3 Vertical zum Aufzeichnen der Strecken

  • TomTom Bandit für kurze tägliche Videos

  • Casio EX-FR100 für Fotos und Blogimpressionen

  • Acer Laptop für tägliche Blogupdates

  • wasserfestes Handycase

  • Powerbanks für das iPhone

  • Ladegeräte und Kabel in einem separaten Beutel


Die Uhr sollte nicht nur die Strecke dokumentieren, sondern auch ein bisschen Sicherheit geben. Natürlich war die Route markiert. Trotzdem fühlte es sich besser an, die eigenen Daten dabeizuhaben und im Zweifel nachsehen zu können, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind.


Packliste für den Transalpine Run - mein Wettkampfschuh

Fußpflege und Hilfsmittel: Meine wichtigste Reserve


Meine Füße waren mein Sorgenkind. Deshalb hatte ich für dieses Thema mehr dabei als für die Abendgarderobe.


  • Orthomol Sport für die Regeneration

  • Tape für die Knie

  • Blasenpflaster

  • ZeroFriction als Hautschutz gegen Wundscheuern und Blasen

  • Wundsalbe

  • 1 x Mini Blackroll

  • 1 x Golfball für die Fußsohlen

  • kleines Notfallset

  • Beutel für Schmutzwäsche


Ich wusste, dass man Probleme nicht wegpacken kann. Aber ich wollte vorbereitet sein. Druckstelle? Sofort kümmern. Wunde Füße? Nicht einfach ignorieren und auf den nächsten Morgen hoffen. Für mich war das die wichtigste Erkenntnis aus den Wochenendtouren: Kleine Beschwerden werden im Etappenlauf nicht kleiner, wenn man sie zwei Tage lang übergeht.


Zusätzliche Verpflegung für die Etappen


Bei sieben Lauftagen wollte ich mich nicht ausschließlich auf die Verpflegung an der Strecke verlassen. Ich nahm deshalb Produkte mit, die ich aus dem Training kannte und gut vertrug.


  • Electrolyte Brausetabletten

  • zusätzliche Gels und Riegel

  • Salztabletten

  • Magnesiumsticks

  • Eisensticks


Bei der Verpflegung gilt für mich bis heute: Am Renntag wird nicht experimentiert. Was im Training nicht funktioniert hat, wird auf einer Alpenüberquerung nicht plötzlich die perfekte Lösung sein.


Was noch in die Tasche musste


Viel Platz blieb danach nicht mehr. Auf das „schicke Schwarze“ habe ich deshalb verzichtet. Mit kamen noch eine Jeans, eine Jogginghose und meine Telic Regenerationssandalen für die Zeit nach der Etappe. Dazu ein Hoodies, damit war mein Abendoutfit entschieden.


Rückblickend würde ich die Jeans wahrscheinlich gegen eine leichtere Hose tauschen. Vor dem Rennen war sie aber Teil meines Plans. Nach sieben Tagen in Laufkleidung wollte ich wenigstens ein einziges Teil dabeihaben, das sich nach normalem Alltag anfühlt.


Spannend wurde es bei der Anmeldung in Garmisch. Erst dort bekamen wir die Tasche, die von Etappe zu Etappe transportiert werden sollte. Bis dahin blieb die Frage offen, ob wir sie am Ende wirklich schließen konnten oder ob noch eine größere Umpackaktion fällig werden würde.


Was ich aus der Vorbereitung gelernt habe


Eine gute Packliste macht den Transalpine Run nicht leichter. Sie nimmt keine Höhenmeter ab und verhindert nicht jede Blase. Sie spart aber Energie an den Stellen, an denen man sie nicht verschwenden sollte. Wenn du für einen Etappenlauf packst, helfen dir vielleicht diese Fragen:


  • Habe ich dieses Teil auf langen Läufen wirklich getestet?

  • Funktioniert es bei Regen, Kälte und müden Beinen?

  • Brauche ich es wirklich oder nehme ich es nur mit, weil es vielleicht nützlich sein könnte?

  • Kann ich es schnell finden, wenn ich nach einer Etappe erschöpft bin?

  • Was passiert, wenn Schuhe, Kleidung oder Socken nicht trocknen?


Ich würde die Tasche heute noch konsequenter in kleine Beutel aufteilen: ein Beutel für die nächste Etappe, einer für Fußpflege, einer für Technik, einer für Schmutzwäsche und einer für die Kleidung danach. Das klingt banal. Nach mehreren langen Tagen macht es aber den Unterschied zwischen einem ruhigen Morgen und hektischem Suchen.


Mein Tipp: Packe die Pflichtausrüstung einmal komplett zusammen und gehe damit auf einen längeren Trainingslauf. Dann merkst du nicht erst am Start, ob der Rucksack scheuert, der Platz knapp wird oder die Jacke viel zu schwer ist.


Übersicht Packliste für den Transalpine Run - Flatlay

Mein Fazit kurz vor dem Start


Ich wurde in den Tagen vor dem Rennen oft gefragt, ob ich mich freue. Ja, sehr. Mit jedem Tag, der verstrich, wuchsen aber auch Respekt und manchmal Angst.


Das Training war hart. Es bedeutete Verzicht, frühe Morgen, müde Beine und einige Höhen und Tiefen. Gleichzeitig war dieser Sommer für mich voller Begegnungen, neuer Erfahrungen und Momente, in denen ich mehr gelernt habe als nur, wie man bergauf läuft.


Ich war damals noch ein blutiger Anfänger. Und ich war mir sicher, dass diese Alpenüberquerung mir meine Grenzen zeigen würde. Genau deshalb wollte ich starten.


Mein Ziel war keine Bestplatzierung. Ich wollte ankommen. Nach sieben Etappen in Brixen stehen und wissen, dass ich mich getraut habe. Und dann gibt es erst einmal ein Glas Sekt oder Prosecco, schließlich wartete Italien.


Transparenzhinweis: Teile der genannten Ausrüstung wurden mir für den Transalpine Run 2016 von Viking Footwear, Suunto, 2XU, Sziols, TomTom, Casio und Orthomol Sport zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen und ist keine Kaufempfehlung.


Häufige Fragen zur Packliste für den Transalpine Run


Wie viele Paar Trailrunning-Schuhe brauche ich für einen Etappenlauf?


Zwei Paar bereits eingelaufene Trailrunning-Schuhe sind ideal. Nach einer nassen Etappe kann ein Paar trocknen, während du am nächsten Morgen das andere nutzt.


Wie viele Laufsocken sollte ich für sieben Etappen einpacken?


Sieben Paar sind eine sichere Wahl, besonders wenn du zu Blasen oder empfindlichen Füßen neigst. Wer unterwegs konsequent wäscht und trocknet, kann mit weniger auskommen. Ich würde an Socken trotzdem nicht sparen.


Was gehört bei einer Alpenüberquerung in den Laufrucksack?


In den Laufrucksack gehört die aktuelle Pflichtausrüstung des Veranstalters. Dazu kommen Verpflegung, Flüssigkeit, Handy und alles, was du auf der Strecke wirklich brauchst. Kontrolliere die offizielle Liste kurz vor dem Rennen noch einmal.


Wie verhindere ich Blasen beim Transalpine Run?


Teste Schuhe, Socken, Tape und Hautschutz auf langen Läufen. Ziehe nach der Etappe trockene Socken an, kümmere dich sofort um Druckstellen und warte nicht darauf, dass es von allein besser wird.


Was sollte ich für einen Etappenlauf lieber zu Hause lassen?


Schwere Alltagskleidung, ungetestete Produkte, mehrere technische Geräte und alles, bei dem du nur denkst: „Vielleicht brauche ich es ja.“ Beim Packen ist Klarheit wichtiger als Auswahl.


Mit freundlicher Unterstützung von Viking Footwear, Suunto, 2XU, Sziols, TomTom, Casio, Orthomol Sport


Packliste Transalpinerun Team VikingFootwear

Fotocredit: Peak Art Images

6 Kommentare


Gast
11. Feb. 2025

Originalkommentar von Kathrin Müller: 2. September 2016 um 12:35 Uhr 

Oh Mann Cindy… Ich wünschte ich könnte gerade mal bei dir sein dich in den Arm nehmen und dich ganz fest drücken…ich sende dir soviel Kraft wie nur geht, mental und körperlich ????☘ ich freue mich für dich das dein Traum in Erfüllung geht und wünsche dir das du es zwischenzeitlich auch genießen kannst ✨???? Dicken Knuddle für dich ❤️ P.S. Ich würde noch Schockolade einpacken ????

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Cindy
24. Feb. 2025
Antwort an

Originalkommentar: 2. September 2016 um 16:52 Uhr

Kathrin, du bist ein Schatz, danke fürs supporten, nehme ich mit auf die Reise und ja die Schoki packe ich auch ein, daran habe ich noch nicht gedacht. Aber ich darf ja reinhauen nächste Woche, dann tue ich das auch 😉 Drück dich zurück.

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Gast
11. Feb. 2025

Originalkommentar von Klaus: 2. September 2016 um 9:28 Uhr

WOW, ich bin jetzt schon beeindruckt von dem Aufwand in Sachen Vorbereitung. Bei einem Stadtmarathon nimmt man Schuhe, Shirt und ein paar Riegel und los geht’s. Good luck!????

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Cindy.haase
24. Feb. 2025
Antwort an

Originalkommentar: 2. September 2016 um 9:42 Uhr

Das hat sich mit der Zeit irgendwie zum Wahnsinn entwickelt, aber jetzt gilt nur noch zu laufen. Danke Klaus und lieben Gruß, Cindy

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Gast
11. Feb. 2025

Originalkommentar von Katri: 2. September 2016 um 8:25 Uhr 

Ich drücke dir ganz fest die Daumen!

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Cindy.haase
24. Feb. 2025
Antwort an

Originalkommentar: 2. September 2016 um 9:22 Uhr

Danke danke <3

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