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Der erste Usedom Beach Marathon - So fühlt sich Laufen am Meer an

  • Autorenbild: Cindy Haase
    Cindy Haase
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 8 Stunden

Usedom im Juni. Ostsee, Sonne, weißer Sand so weit das Auge reicht. Klingt nach Urlaub. War es aber nicht, zumindest nicht ganz. Als ich mich angemeldet habe, dachte ich noch, wie schwer kann laufen schon im Sand sein? Ziemlich schwer, wie sich herausstellen sollte. Und gleichzeitig das Coolste, was ich in letzter Zeit gelaufen bin. 


Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Kooperation mit den Kaiserbädern Usedom. Meine Meinung und alle geschilderten Erfahrungen sind wie immer meine eigenen.


Der erste Usedom Beach Marathon

Am 06. Juni 2026 war ich bei der ersten Ausgabe des Usedom Beach Marathon dabei, Deutschlands erstem echten Strandmarathon. Ich bin den Halbmarathon gelaufen, 21,1 Kilometer, komplett auf Sand, direkt an der Ostsee. Kein Asphalt, kein Straßenverkehr, kein gewohnter Rhythmus. Nur der Sand, das Meer und die eigenen Beine.  

Und ich bin als Zweite ins Ziel gelaufen. 26 Sekunden hinter der Siegerin. 


Am 06. Juni 2026 war ich bei der ersten Ausgabe des Usedom Beach Marathon dabei.

Herbert Steffny und mein Vorsatz, diesmal vernünftig zu laufen 


Am Vorabend gab es ein Briefing mit Herbert Steffny, einem der bekanntesten deutschen Laufautoren und selbst ehemaliger Weltklasse-Läufer. Ich hatte mit ein paar netten allgemeinen Tipps gerechnet, stattdessen ehrliche Ansagen. 

87% aller Läuferinnen und Läufer starten zu schnell. Auf Sand potenziert sich das noch einmal. Tiefer Untergrund, keine stabile Abrollbewegung, die leichte Schräglage am Wasserrand, all das kostet Kraft, die in der zweiten Hälfte bitter fehlt. Sein Rat: Puls statt Pace. Nicht auf die Uhr schauen, sondern auf den Körper hören. Für mich beruhigend und beunruhigend zugleich. Ich bin mit einem ganz anderen Gefühl rausgegangen, als ich reingekommen bin. 


Tipps zum Lauf von Herbert Steffny

Der Morgen: Koserow, Seeluft und Rote-Beete-Saft


Der Start für den Halbmarathon war in Koserow um 10 Uhr. Der Veranstalter (die Usedom Tourismus GmbH) hatte Sonderfahrten mit der UBB organisiert, sodass wir bequem an unsere jeweiligen Starts kamen. Das lief reibungslos.


Sonderfahrten mit der UBB zum Start in Koserow

Neben der Halbmarathon standen auch ein Marathon, ein 10-Kilometer-Lauf sowie Bambini-Läufe auf dem Programm. 

Ich war als Kooperationspartnerin der Kaiserbäder Usedom dabei und durfte im Villa Strandschloss Hotel in Ahlbeck übernachten, direkt mit Blick aufs Meer. Beim Frühstück gab es Rote-Beete-Saft. Da schlägt das Läuferherz einfach höher. In startete gut versorgt und mit freiem Kopf in den Renntag. 


Usedom Beach Marathon Kaiserbäder Usedom und Frühstück im Strandhotel Ahlbeck

Der Morgen selbst: Sonne, frischer Wind, Rauschen der Ostsee. Ich lief bewusst langsam los und versuchte, den Wellen auszuweichen. Bis Kilometer 2 hat das sogar geklappt. Danach gab es nasse Füße bis ins Ziel. Der Sand am Wasser ist fester, das stimmt, aber trocken bleibt man dort leider nicht. 


Der Sand am Wasser ist fester, das stimmt, aber trocken bleibt man hingegen leider nicht. 

Das Rennen mit Negative Split


Steffny's Rat hatte sich in meinem Kopf festgesetzt. Kontrolliert starten, nicht mitreißen lassen, auf den Puls hören. Die ersten Kilometer ließ ich wirklich los. Kilometer 1 und 2 um die 5:45 Min/km, Kilometer 4 und 5 sogar über 6:00 Min/km. Für mich ungewohnt langsam. Aber ich hatte darauf vertraut. Ab Kilometer 6 fand ich meinen Rhythmus und dann begann das eigentliche Rennen. 


Usedom Beach Marathon - das Rennen mit Negative Split

Ich ging als führende Frau ins Rennen, wurde zwischenzeitlich von zwei Läuferinnen überholt, konnte aber dranbleiben. An der Verpflegungsstation bei etwa Kilometer 10 zog ich an der Zweitplatzierten wieder vorbei. Danach versuchte ich auf dem Sand, den Abstand zur Führenden möglichst konstant zu halten, mich Schritt für Schritt heranzuarbeiten, um vielleicht doch noch einmal anzugreifen.  


Was dann in der zweiten Hälfte passierte, sehe ich noch heute in meinen Strava-Daten und staune selbst. Ab Kilometer 11 kontinuierlich schneller: 5:31, 5:24, 5:22, 5:18, 5:15, 5:10, 5:03, 5:00 und Kilometer 21 in 4:44 min/km. Mein schnellster Kilometer war somit der letzte. Der Puls kletterte von 158 bpm am Anfang auf 175 bpm Richtung Ziel. 


Strava Splits negative splits Rennverlauf

Das Ergebnis: 1:56:34 Stunden, zweite Frau, 26 Sekunden hinter Platz1. Ein echter negative Split auf Sand. Das habe ich vorher so nicht erwartet. 


Urkunde Usedom Beach Marathon, Das Ergebnis: 1:56:34 Stunden, zweite Frau, 26 Sekunden hinter Platz1.

Was der Sand mit dem Körper macht


Sand ist brutal. Nicht sofort, sondern schleichend. Der Untergrund gibt nach, jeder Schritt verlangt mehr Stabilisierungsarbeit als auf Asphalt. Die Schräglage am Wasserrand belastet Füße und Beine asymmetrisch. Ich habe das schon ab Kilometer 5 gespürt. Gleichzeitig hatte dieses Rennen etwas, das ich auf keiner Straße je gefunden habe, diese Weite. Der Blick auf die Ostsee, Salz in der Luft, die weiße Bäderarchitektur der Kaiserbäder im Hintergrund. Historische Villen mit Türmchen und Veranden, viele davon unter Denkmalschutz. Orte, in die früher Kaiser und Berliner Sommerfrischler kamen. Heute laufen wir da vorbei, mit nassen Füssen und Meersalz auf der Haut. Ich fand das ehrlich gesagt ziemlich großartig. 


Kaiserbäder Usedom (Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck) eine großartige Kulisse zum Laufen

Usedom als Laufziel: Die Kaiserbäder lohnen sich


Die Kaiserbäder, Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, sind weit mehr als eine schöne Kulisse. Wer hier zum Laufen hinkommt, bekommt eine Insel, die sich anfühlt wie eine Reise in eine andere Zeit. Die Promenade verbindet alle drei Orte miteinander und führt sogar bis nach Polen. Europaweit eine der längsten Strandpromenaden überhaupt. Die Seebrücke in Heringsdorf misst 508 Meter, die in Ahlbeck stammt ursprünglich aus dem Jahr 1882 und ist damit die älteste erhaltene Seebrücke Deutschlands. 


Seebrücke Ahlbeck Kaiserbäder Usedom

Im Ziel: Mein Name im Lautsprecher und meine Eltern daneben


Als ich die Ziellinie überquert habe und meinen Namen gehört habe, verbunden mit dem zweiten Platz, das war ein Moment, den ich genießen wollte. AK-Platzierungen hole ich öfter, aber als Zweitplatzierte ins Ziel zu laufen, passiert mir selten. Das ist nochmal etwas anderes. Und dann war da noch etwas Besonderes, meine Eltern waren zum ersten Mal im Zielbereich dabei. Die haben das miterlebt. Das hat dem Moment nochmals schöner gemacht und ich bin froh, dass ausgerechnet der Usedom Beach Marathon ihr erstes war. 


Im Ziel des Usedom Beach Marathon: Mein Name im Lautsprecher

Fazit: Würde ich wieder beim Usedom Beach Marathon mitlaufen?


Ja. Sofort. Der Usedom Beach Marathon ist kein Rennen für Papierbestzeiten. Es ist ein Rennen für das Gefühl. Die Strecke, die Atmosphäre, das Meer, das gibt es so nirgendwo anders. Und wer bereit ist, mit dem Sand zu arbeiten statt gegen ihn, erlebt etwas Besonderes. 


Was ich mitgenommen habe, Kontrolle am Anfang ist keine Schwäche. Und ein sauberer Negative Split auf Sand gibt mehr Befriedigung als jede frühe Zwischenzeit, die mich aufgewühlt hätte. 


meine Wettkampfverpflegung für den Halbmarathon im Sand

Beim ersten Usedom Beach Marathon gingen insgesamt rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Start, davon allein 82 über die Halbmarathon-Distanz. Für eine Premiere war das eine beeindruckende Beteiligung und diese Energie war rund um die Veranstaltung deutlich zu spüren. 


26 Sekunden hinter Platz 1. Das stachelt an. Aber ich weiß auch, ich habe mein Bestes gegeben und ich bin mehr als zufrieden damit. 


Die zweite Ausgabe findet am 05. Juni 2027 statt. Die Anmeldung ist bereits geöffnet. Vielleicht stehst du ja auch mit an der Startlinie.


Die zweite Ausgabe des Usedom Beach Marathon findet am 05. Juni 2027 statt.

Warst du beim ersten Usedom Beach Marathon dabei oder bist du schon einmal auf Sand gelaufen? Wie waren deine Erfahrungen? Schreib es gerne in die Kommentare. 

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