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Challenge Roth Staffel: Warten, Mitfiebern, Ankommen

Autorenbild: Cindy Haase
Cindy Haase
vor 7 Stunden
7 Min. Lesezeit

Challenge Roth beginnt nicht mit dem Startschuss.

Für mich begann das Wochenende am Freitagmittag auf dem Campingplatz. Die erste Begrüßung nach der Ankunft war nicht die Frage nach Name oder Startnummer, sondern einfach: „Schön, dass du da bist.“


Dieser Satz beschreibt für mich, was Challenge Roth besonders macht. Es ist ein riesiges Triathlon-Event mit tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern und trotzdem fühlt es sich persönlich an. Man ist per "Du", trifft Menschen wieder und verbringt mehrere Tage gemeinsam an einem Ort.


Ich war 2026 zum zweiten Mal bei der Challenge Roth dabei. Nicht als Einzelstarterin, sondern gemeinsam mit Andreas und Karla als Staffel. Andreas schwamm, Karla fuhr Rad und ich lief den Marathon.


Und ich habe an diesem Wochenende gemerkt: Eine Staffel besteht nicht nur aus drei Disziplinen. Sie besteht auch aus ziemlich viel Warten, Mitfiebern und der Tatsache, dass der eigene Wettkampf längst begonnen hat, bevor man selbst überhaupt an der Startlinie steht.


Unsere Challenge Roth Staffel 2026 auf einem Blick

SWIM

1:37:12

Andreas · 3,8 km

BIKE

6:39:18

Karla · 180 km

RUN

3:43:14

Cindy · 42,2 km

Gesamtzeit 12:03:52 · 291. Platz


Die Challenge Roth Staffel

Unsere Challenge Roth Staffel: Drei Menschen, drei Geschichten


Die Idee für die Staffel kam von Karla. Sie hatte uns ein Jahr vorher angemeldet und gefragt, ob ich dabei sein möchte. Danach habe ich Andreas gefragt.

Mit beiden verbindet mich schon länger eine Freundschaft. Mit Andreas laufe ich regelmäßig, Karla sehe ich seltener, aber wir wandern immer wieder gemeinsam.


Für Andreas war Challenge Roth vermutlich die größte Herausforderung von uns dreien.

Er schwimmt erst seit einem Jahr. 3,8 Kilometer Schwimmen sind nicht gerade die naheliegendste Wettkampfdistanz, wenn man noch nicht lange dabei ist. Andreas besuchte Kraulkurse, trainierte regelmäßig und arbeitete sich Schritt für Schritt an die Distanz heran.

Noch einige Wochen vor dem Rennen war nicht sicher, ob er die Strecke wirklich schaffen würde.


Aber Andreas ist ein Wettkampftyp. Wenn er sich etwas vornimmt, zieht er es durch.


Freitag bei Challenge Roth: Camping, Expo und Ankommen


Wir kamen am Freitagnachmittag auf dem Campingplatz an. In meinem Fall bedeutete Camping: das Auto. Wir hatten Campingplatz 2 direkt am Schwimmstart gebucht. Die Nähe zum Wettkampfort war praktisch, aber vor allem gehörte der Campingplatz für mich zum gesamten Erlebnis dazu. Man kommt an und ist sofort mittendrin.


Campingplatz Challenge Roth

Nach dem Aufbau unseres Lagers fuhren wir mit den Rädern nach Roth zur Expo und holten gemeinsam unsere Startunterlagen ab.

Dabei lernten wir Biggi kennen. Sie gab uns die Startnummern, beantwortete unsere Fragen und nahm sich Zeit für uns.


Damals wusste ich noch nicht, dass wir uns zwei Tage später wiedersehen würden.


Danach schauten wir über die Expo und gingen am Abend zur Pastaparty. Kein spektakuläres Programm, aber perfekt, um langsam in dieses Challenge-Roth-Wochenende hineinzukommen.


Samstag vor Challenge Roth: Briefing und langsam steigende Nervosität


Am Samstagmorgen absolvierte Andreas sein letztes Training im Wasser. Ich schaute zu und merkte, dass die Anspannung langsam größer wurde. Nicht nur bei ihm. Auch ich begann, den Sonntag immer wieder im Kopf durchzuspielen. Um 11 Uhr fand das Briefing für Staffeln und Einzelstarter statt.


Briefing Challenge Roth für Staffeln und Einzelstarter Felix Walchshöfer

Danach verbrachten wir den Tag entspannt: noch einmal über die Messe, etwas essen, Leute treffen und Zeit auf dem Campingplatz verbringen. Das unterscheidet Challenge Roth für mich von vielen anderen Veranstaltungen. Wir waren nicht nur für einen Wettkampf dort. Wir verbrachten drei Tage miteinander, Andreas, Karla und ich, dazu Karlas Mann als Unterstützung. Das Rennen war wichtig. Aber das Wochenende drumherum gehörte genauso dazu.


Challenge Roth Staffel Ablauf: Vom Schwimmstart bis zum Marathon


Der Sonntag begann früh. Um 5 Uhr klingelte der Wecker. Ich holte bei der Bäckerei Schmidt in Hilpoltstein Brötchen für uns vier und frühstückte mit dem Gefühl: Jetzt geht es wirklich los. Um 6:30 Uhr standen wir am Schwimmstart. Die Profis starteten. Es war früh, laut und gleichzeitig voller Vorfreude.


Bäckerei Schmidt in Hilpoltstein

Andreas ging später mit den Staffeln ins Wasser. Durch die warmen Wassertemperaturen schwamm er ohne Neopren. Wir hatten vorher mit ungefähr zwei Stunden gerechnet. Das wäre für ihn bereits eine starke Leistung gewesen. Und dann kam er nach 1:37 Stunden aus dem Wasser. Deutlich früher als erwartet. Ausgerechnet derjenige von uns, bei dem vorher die größte Unsicherheit bestanden hatte, hatte seine 3,8 Kilometer geschafft und uns nebenbei auch noch ordentlich Zeit verschafft.


Schwimmstart Profis und Staffeln Triathlon in Roth

Jetzt war Karla dran. 180 Kilometer Radfahren. Bei Kilometer 85 sah ich sie kurz. Sie sah gut aus und lag gut in der Zeit. Die zweite Runde wurde allerdings deutlich schwieriger. Gewitter, Regen und nasse Straßen machten die Bedingungen nicht einfacher. Und damit begann für mich der Teil eines Staffelrennens, den man vorher leicht unterschätzt: warten.


Ich schaute immer wieder auf die Tracking-App. Alle paar Minuten kamen neue Prognosen. Wirklich ändern konnte ich dadurch nichts, aber trotzdem schaut man wieder. Und wieder. Und noch einmal. Wann kommt sie? Reicht die Zeit? Wie geht es ihr?


Challenge Roth Bikestrecke Solarer Berg

Um 17:43 Uhr kam Karla schließlich in die Wechselzone. Zwölf Minuten vor dem Cutoff. In diesem Moment dachte ich nicht an meinen eigenen Marathon. Viel wichtiger war: Karla hatte es geschafft. Sie war durch Regen, Gewitter und schwierige Bedingungen gefahren. Sie war noch unterwegs gewesen, als viele Zuschauer längst nicht mehr an der Strecke standen. Ich habe mich einfach unglaublich für sie gefreut. Und dann war ich dran.


Mein Marathon bei Challenge Roth: Start um 17:43 Uhr


Normalerweise beginnt ein Marathon für mich morgens. Man steht auf, frühstückt, fährt zum Start und läuft. In Roth klingelte mein Wecker um 5 Uhr und mein Marathon begann fast 13 Stunden später. Dazwischen lagen Andreas’ Schwimmstart, das Warten auf ihn und später auf Karla, inklusive viel zu vieler Blicke auf die Tracking-App und der ständig neuen Frage, wann ich wohl selbst loslaufen würde.


Als ich um 17:43 Uhr endlich startete, fühlte es sich deshalb anders an als bei einem normalen Marathon. Ich war noch keinen Meter gelaufen und hatte trotzdem schon einen kompletten Wettkampftag hinter mir.


das lange warten auf meinen Marathon Start in der Staffel

Eine kleine Vorgeschichte gab es außerdem noch: Die Sportmassage am Vortag war rückblickend keine perfekte Entscheidung gewesen. Sie war so intensiv, dass ich am Wettkampftag mit deutlichen blauen Flecken am Oberschenkel in die Wechselzone kam. Beim Medical Service wurden die betroffenen Stellen getapet. Damit ging es zumindest einigermaßen. Mein Ziel war klar: unter vier Stunden bleiben. Der erste Kilometer: 4:41 Minuten. Natürlich zu schnell. Ich wusste eigentlich schon währenddessen, dass ich langsamer starten sollte. Trotzdem passiert es immer wieder.


Anfangs lief es gut. In der zweiten Hälfte wurde allerdings mein Magen zum Problem. Die Gels funktionierten nicht mehr und irgendwann wollte ich schlicht kein weiteres mehr nehmen. Also wechselte ich auf Cola. Nicht unbedingt die ausgefeilteste Ernährungsstrategie meines Läuferlebens, aber an diesem Tag die richtige. Mein Magen beruhigte sich etwas. Dafür wurden die Beine langsam schwerer.


Christina und ich bei der Challenge Roth

Bei Kilometer 21 traf ich Christina, die als Einzelstarterin unterwegs war. Wir liefen einige Minuten zusammen und unterhielten uns. Und dann gab es noch jemanden, den ich praktisch den gesamten Marathon über immer wieder sah. Ein stiller Zweikampf über 42 Kilometer. Schon ab Kilometer 1 begegnete mir immer wieder derselbe Läufer.

Mal war er vor mir. Dann überholte ich ihn. Irgendwann kam er wieder vorbei. Wir wechselten ständig die Positionen, ohne miteinander zu sprechen. Mit zunehmender Distanz wurde aus dem zufälligen Hin und Her fast so etwas wie Orientierung.

Bei Kilometer 33 holte ich ihn an einer Verpflegungsstation zwischen Roth und Büchenbach wieder ein.


Ab Kilometer 30 waren meine Oberschenkel schwer, die Knie müde und auch der Kopf hatte langsam genug von diesem Tag. Aber da war immer noch dieser andere Läufer. Auf dem letzten Kilometer war er wieder vor mir. Wir hatten während des gesamten Marathons kaum ein Wort miteinander gewechselt und trotzdem hatten wir uns gegenseitig immer wieder einen Grund gegeben, dranzubleiben. Manchmal braucht es beim Marathon offenbar nicht einmal ein Gespräch.


Cindy beim Marathon der Challenge Roth Staffel 2026

Das Ziel: Gemeinsam ankommen


200 Meter vor dem Ziel standen Andreas und Karla. Und plötzlich war aus meinem Marathon wieder unser Staffelrennen geworden. Wir liefen gemeinsam Richtung Ziel. Es war inzwischen 21:28 Uhr. Die Dämmerung war da, die Strecke beleuchtet und obwohl dieser lange Wettkampftag fast vorbei war, standen noch immer Menschen an der Strecke.

Der Moderator sprach uns als Runfurther Team mit Namen an. Damit hatte ich nicht gerechnet.


Und dann kam Biggi mit den Medaillen. Die gleiche Biggi, die uns zwei Tage vorher die Startunterlagen gegeben hatte. Wir erkannten uns sofort wieder und fielen uns in die Arme. Am Freitag hatte sie uns empfangen, Fragen beantwortet und uns motiviert. Jetzt hing sie uns die Medaillen um. Dieser Moment beschreibt für mich Challenge Roth besser als jede Zahl. Trotz der Größe bleibt es persönlich.


Team Runfurther mit Medaillen nach dem gemeinsamen Finish

Fazit: Würde ich wieder als Staffel bei Challenge Roth starten?


Ja. Ohne lange zu überlegen.

Nicht, weil mein Marathon perfekt lief. Und auch nicht, weil an diesem Wochenende alles nach Plan lief. Sondern weil Challenge Roth als Staffel viel mehr war als meine 42,2 Kilometer.

Es war das Frühstück um fünf Uhr morgens. Andreas am Schwimmstart. Die Überraschung über seine 1:37 Stunden. Das ständige Aktualisieren der Tracking-App. Karlas Ankunft zwölf Minuten vor dem Cutoff. Mein Start um 17:43 Uhr. Cola statt Gel. Ein völlig unbekannter Läufer, der mich über viele Kilometer begleitete, ohne es vermutlich zu wissen.

Und schließlich drei Menschen, die 200 Meter vor dem Ziel wieder zusammenfanden.

Warten. Mitfiebern. Ankommen.


Würde ich wieder als Staffel bei Challenge Roth starten?

Beim nächsten Mal würde ich auf die Massage am Vortag verzichten und vielleicht etwas mehr tapern. Auf dem Campingplatz würde ich trotzdem wieder schlafen. Sogar im Auto.

 


Challenge Roth Campingplatz und schlafen im Auto

Häufige Fragen zur Challenge Roth Staffel


Wie läuft eine Staffel bei Challenge Roth ab?

Eine Staffel besteht aus drei Personen: Eine Person übernimmt die 3,8 Kilometer Schwimmen, eine die 180 Kilometer Radfahren und eine den abschließenden Marathon über 42,2 Kilometer. Die Staffel nutzt einen gemeinsamen Zeitnahme-Transponder, der bei den Wechseln an das nächste Teammitglied weitergegeben wird.


Muss man für eine Challenge-Roth-Staffel erfahrener Triathlet sein?

Nein, denn jedes Staffelmitglied konzentriert sich auf eine Disziplin. Unterschätzen sollte man die einzelnen Distanzen trotzdem nicht. Andreas hatte beispielsweise erst rund ein Jahr Schwimmerfahrung, bereitete sich mit Kraulkursen und regelmäßigem Training aber gezielt auf die 3,8 Kilometer vor.


Kann eine Staffel bei Challenge Roth gemeinsam ins Ziel laufen?

Ja. Die Staffelmitglieder können sich kurz vor dem Ziel wieder treffen und die letzten Meter gemeinsam laufen. Für uns waren genau diese gemeinsamen letzten 200 Meter einer der schönsten Momente des gesamten Wochenendes.


Kann eine Staffel bei Challenge Roth gemeinsam ins Ziel laufen?

Ist Challenge Roth als Staffel empfehlenswert?

Aus meiner Sicht ja. Gerade wenn du die Atmosphäre einer Triathlon-Langdistanz erleben möchtest, aber nicht alle drei Disziplinen selbst absolvieren willst, ist die Staffel eine spannende Möglichkeit. Man sollte allerdings nicht unterschätzen, dass auch das Warten, die Wechsel und der lange Wettkampftag Teil des Erlebnisses sind.


Warst du selbst schon einmal bei Challenge Roth, als Einzelstarter, Einzelstarterin oder in einer Staffel? Schreib mir gerne in die Kommentare, wie du das Rennen erlebt hast.


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