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  • Winterwanderung auf die Rotwand mit Sonnenuntergang

    Der erste Schnee lag und spontan entschieden wir Anfang Dezember eine Sonnenuntergangstour auf die Rotwand zu machen. Die Rotwand, einer der vielen Münchner Hausberge ist 1884 m hoch und damit laut Wikipedia der höchste Gipfel rund um den Spitzingsee. Im Sommer ist die Rotwand sehr gut besucht, daher waren wir überrascht, dass wir bei unserer Tour den Gipfel ganz für uns allein hatten. Anfahrt ab München Eingabe ins Navi: Spitzingstraße 3, 83727 Schliersee Über die A8, Ausfahrt Weyarn über Miesbach Richtung Schliersee, Spitzingsee. Die Route beträgt etwa 65-70 km und dauert ca. 1 Stunde. Anfahrt auch via Bob und Bus möglich, allerdings für die Variante Sonnenuntergang nicht empfehlenswert. Der Parkplatz ist kostenpflichtig, kostete EUR 4,- (Stand Dezember 2017). Der Aufstieg zum Rotwandhaus Wir hatten die Standardroute gewählt und gingen vom Parkplatz genau um 12:30 Uhr los. Der Sonnenuntergang sollte um 16:30 Uhr stattfinden. Der Weg führt am Spitzingsee vorbei Richtung Süden. Dort trifft man auf eine Schranke, welche der Einstieg für die Wanderung ist und in den Wald führt. Die Ausschilderung ist sehr gut und man kann sich zu keinem Zeitpunkt verlaufen. Man sollte lediglich auf die herabkommenden Rodler aufpassen, die sich teilweise recht lautlos nähern. Generell fällt auf, dass viele Leute mit Ski / Schneeschuhen oder Rodel unterwegs sind. Der Weg zur Rotwand ist mäßig, aber nicht zu anstrengend. Es gibt einige Serpentinen und ein toller Ausblick ist immer wieder gegeben. Es gäbe einmal die Option nach links abzukürzen (bei der Bank), wobei wir das wegen des Tiefschnees nicht in Erwägung zogen und auf dem offiziellen Forstweg blieben. Insgesamt beträgt die Strecke bis zum Rotwandhaus / Gipfel Rotwand zwischen 8-9 km. Einkehr Rotwandhaus Das Rotwandhaus auf der Höhe von 1737 m erreichten wir im Nebel. Ich sagte noch zu Stefan, den Sonnenuntergang kannst du vergessen, werden wir wohl heute kein Glück haben. Für Stefan war es bereits der dritte Versuch den Sonnenuntergang auf der Rotwand zu erleben. Wir waren kurz nach 14 Uhr im Rotwandhaus und wärmten uns erst mal auf bzw. bestellten etwas zu essen. Übrigens das Rotwandhaus ist ganzjährig geöffnet und bietet regionale Produkte an, aber nur Selbstbedienung. Außerdem bietet die relativ große Hütte auch Übernachtungsmöglichkeiten an, mehr Details hier. Aufstieg zur Rotwand Um 15:30 Uhr brachen wir langsam auf, um zum Gipfel zu gehen. Der Aufstieg ist eigentlich nicht mehr weit, allerdings waren die letzten Höhenmeter verschneiter und dadurch schwieriger als die Forststrasse. Teilweise traf man auf Tiefschnee und wir sanken ziemlich ein. Wir versuchten den gespurten Pfaden anderer Wanderer zu folgen und kamen auch recht gut voran, wobei auch viele Skispuren kreuz und quer verliefen. Es war bitterkalt und der Wind verschlimmerte das Kältegefühl immens. Wir waren ein bisschen zu früh am Gipfel und mussten auf den Sonnenuntergang noch ein paar Minuten warten. Ich fror sehr und mummelte mich in allem ein, was ich dabeihatte. Die Aussicht von der Rotwand ist fantastisch und wir hatten einen tollen Weitblick. Wir erlebten einen richtig schönen Sonnenuntergang, die Abendstimmung war auch aufgrund der Kälte besonders und der Himmel glühte rot. Allerdings bevor die Sonne ganz untergegangen war, stieg ich früher zum Rotwandhaus ab, um mich kurz aufzuwärmen. Abstieg zum Parkplatz Da uns beiden richtig kalt war, wählten wir den schnellen Abstieg und erklärten unsere Wanderung zu einem Trailrunningausflug. Wir nahmen den gleichen Abstieg wie Aufstieg, es gäbe jedoch Alternativrouten als Rundtour. Die ersten paar Kilometer konnten wir noch gut sehen und waren schnell unterwegs. Irgendwann wurde es aber zu dunkel und wir mussten die Stirnlampen aufsetzen. Diese sollte man unbedingt dabeihaben, ansonsten kommt man nur ganz langsam voran oder nutzt vielleicht noch das Smartphone, sofern es sich aufgrund der Kälte nicht schon ausgeschaltet hat, als Taschenlampe. Wir hätten richtig Lust gehabt die Abfahrt mit dem Schlitten zu nehmen, das würden wir beim nächsten Mal mit in Erwägung ziehen. Wir erhielten auch die Information, dass man einfache Schlitten am Rotwandhaus ausleihen könne, was allerdings zum Zeitpunkt unseres Besuches nicht möglich war. Deshalb besser vorher anfragen oder gleich den eigenen Schlitten mitnehmen. Vor Abfahrt noch ein kleiner Tipp zum Einkehren Zum Zeitpunkt als wir unten am Spitzingsee wieder ankamen, waren leider die meisten Cafés geschlossen bzw. wollten schließen. Ich hatte aber so Lust auf einen Glühwein. Glücklicherweise konnten wir die letzten zwei Gläser im Kameter Café noch bekommen und das machte den Ausflug doch tatsächlich perfekt. Fazit Sehr einfache und nicht steile Wanderung (unsere Daten: Aufstieg in 1:45 Std / Abstieg 45 Min. / rennend). Wer gerne Sonnenuntergänge beobachtet, dem wird diese Tour sehr gut gefallen. Das Farbenspiel war phänomenal und eine Abfahrt mit dem Rodel würde den Spaßfaktor bedeutend heben. Ähnlicher Artikel: Sonnenuntergang und -aufgang inklusive Tipps zum Biwakieren. Fotocredit: PEAK ART IMAGES

  • So fühlt sich ein Ultra-Marathon an

    Mein erster Ultra - Innsbruck Alpine Trailrun Festival 30. April 2016 ich stand an der Startlinie meines ersten Ultra-Marathons, dem Innsbruck Alpine Trailrun Festival auf der 65 km Distanz. Ich hatte schon vor meinem ersten Marathon im Oktober 2015 mit dem Gedanken gespielt Ultra laufen zu wollen, aber viel zu schnell stand ich nun tatsächlich am Start, als ob 42,195 km nicht reichen würden. Aber ihr wisst ja, die liebe Lena war an allem schuld. Viele fragen sich sicherlich, wieso macht man das? Ehrlich gesagt kann ich es nicht wirklich in Worte fassen, aber laufen ist ein wichtiger Inhalt meines Lebens geworden. Die Herausforderung neue Distanzen zu meistern, den inneren Schweinehund zu besiegen, mich aufzuraffen und zeigen, was in mir steckt, das ist irgendwie mein Antrieb. Gerade die langen Läufe haben es in sich und es braucht eine große Portion Energie und Willenskraft. Eines ist klar, irgendwann ist dem ein Ende gesetzt, aber es gibt noch einiges, was ich mir als Ziel gesetzt habe und ich versuche die Herausforderungen zu nehmen, wie sie kommen. Auch normale Hobbyläufer können es schaffen, vielleicht ein bisschen langsamer und wahrscheinlich mit viel mehr Schmerz, aber es geht. Vor dem Start lag Aufregung, Angst und Vorfreude in der Luft. Angst warum? Es ist nicht zu schaffen, war meine größte Angst, jeder sagt, ach Cindy das schaffst du auf alle Fälle. Hmm der Meinung bin ich nicht, es gibt Tage, da läuft es einfach nicht und diese hatte ich genügend in den Vorbereitungswochen. Der letzte lange Lauf rund um den Ammersee zeigte mir, dass ich an diesem Tag nicht fähig gewesen wäre, nur einen Meter weiter als die 45 km zu laufen. Einen Ultra laufen kann man nicht jeden Tag. Eine weitere Sorge das Knie, eine falsche Bewegung, fehlende Konzentration könnten das Aus bedeuten. Und falsches Essen unter der extremen Belastung könnte sich auch negativ auswirken, sodass man mit Magenkrämpfen aussteigen muss. Der Ultra-Marathon kann beginnen: Kurz vor 8:00 Uhr, die offizielle Startzeit, wir standen in einer sehr kleinen und übersichtlichen Startwelle. Insgesamt waren nur 900 Starter gemeldet, die ersten ganz „verrückten“ mit der 85 km Distanz gingen schon um 4 Uhr morgens auf die Strecke, die 65 km und 25 km Läufer um 8 Uhr, die Marathondistanz um 12:30 Uhr und die Rookies mit 15 km durften noch bis zum Nachmittag warten. Ich versuchte mich abzulenken, um meine Nervosität in den Griff zu bekommen. Der bevorstehende Lauf, der so anders sein würde. Um 8 Uhr ging es los, ziemlich langsam und gemütlich, auch ganz anders, als man es sonst so kennt. Eine gemütliche Karawane zieht von Dannen. Die ersten 7 Kilometer bis zur Verpflegungsstation 1 von insgesamt 9 flogen regelrecht dahin. Ruckizucki stand ich vor einer riesigen Auswahl an kleinen Köstlichkeiten. Iris und ich hatten uns die Strecke in Verpflegungsstellen eingeteilt, wir liefen keine 65 km, nein wir liefen von Brotzeitstandl zu Brotzeitstandl. Bis hier hin hatte das schon mal wunderbar geklappt. Die Trails machten richtig Spass, ein auf und ab. Hier muss ich der Lena jetzt aber mal ein Lob aussprechen, das Innsbruck Alpine Trailrun Festival war gut gewählt und ist für Ultra-Anfänger genau das Richtige, um mal Langdistanzluft zu schnuppern. Die nächsten zwei Abschnitte liefen auch gut. Wir lernten Sabrina kennen, durch das Geschnatter wurde ich prima abgelenkt. Beim Stopp vier am Natterer See stand dann schon die 25 km Marke und somit das Ziel des K25 Trailhalbmarathons. Meine Beine fühlten sich leider schwer an und die erste Blase hatte ich mir mittlerweile reingelaufen. Wir machten eine etwas längere Pause, sodass ich meine Füße mit Blasenpflaster bekleben konnte. Hier war im Gegensatz zu der Strecke richtig viel los, die Zieleinläufer wurden angefeuert und es fuhren die Shuttlebusse zurück in den Startbereich nach Innsbruck. Wir hatten mittlerweile 11 Uhr und 1,5 Stunden später sollte der 42 K Trailmarathon starten. Auf dem nun folgenden etwas ebenen Abschnitt liefen wir wieder ein bisschen flotter, ging auch bergab. Bis Kilometer 50 und Verpflegungsstation 7 in Hall in Tirol zog sich die Strecke gemütlich hin, allerdings verlor ich immer öfter den Anschluss zu den anderen. Dies war nicht weiter schlimm, wir trafen uns beim Essen immer wieder und ich startete ein paar Minuten früher, sodass die Lücke nicht allzu groß wurde. Diese Maßnahme nahm mir ein wenig den Stress beim hinterherlaufen. Zwischen Verpflegungsstelle 7 und 8 allerdings brach unser Verbund auf, ich ließ mein Team laufen und versuchte mich auf mein eigenes Tempo zu konzentrieren. Mittlerweile tat dieser Lauf auch schon in den Beinen richtig weh. Schöne Wiesen am Rand luden zum Verweilen ein und ehrlich, ich hätte mich gern hingelegt und die Sonne genossen. Zum Wetter habe ich ja noch kein Wort verloren, entgegen der Wochen vor dem Lauf, hatten wir an diesem Tag Sonne pur, was am nächsten Tag allerdings schon wieder vorbei sein sollte. Der Wettergott war auf unserer Seite. Aber keine einzige Sekunde wollte ich aufhören, egal wie weh mir jeder Schritt schon tat, der Laufstil wurde unrunder und es waren noch etwas zwischen 10-15 km bis ins Ziel Es wurden die schwersten Kilometer, Mittlerweile lief ich allein, um mich herum kaum Läufer, also auch wenig Ablenkung. Nur ein Fotograf brachte mich kurz zum lächeln, Blitzlicht an, Mundwinkel hoch. Die letzten Anstiege lagen vor mir und es ging langsam weiter und weiter bis ich zur letzten Verpflegung kam. Dort traf ich wieder auf Lena, Iris und Caro. Iris und Caro hatten mittlerweile auch Schmerzen und mussten deshalb ihren Lauf verlangsamen. Wir entschieden uns gemeinsam bis zum Ziel zu laufen, es waren nun noch etwa 5 km. Die Strecke kam mir wieder bekannt vor, der Inn wurde sichtbar und die Strecke ging vornehmlich abwärts. Komischerweise wurde mein Laufschritt wieder besser mit dem Wissen des nahenden Zieles. Ich lief mit Lena voraus. Unten angekommen waren wir auch schon in Innsbruck angelangt, noch 1 km. Der Weg war nun nur noch Teer, ziemlich hart für meine Beine, gefühlt war dieser Kilometer jedoch der Schnellste des gesamten Rennens. Kurz vor dem Ziel saßen viele Zuschauer und feuerten uns an. Diese Unterstützung lies mich wieder aufrecht gehen und stolz werden. Die letzten Meter wurden dann noch ziemlich schnell, fast Sprint, sodass ich kaum hinterher kam und die anderen drei leicht bremsen musste. Im Ziel dann die Gefühle, die "geil" schrien, die Anspannung die von mir weichte und die Freude die zurück kam. Ziele erreichen kann anstrengend sein, weh tun und dann doch so überragend sein. Eine Aussage, die mir immer wieder in Bezug auf Ultra-Marathon begegnet ist, „Ultraläufer sind Genussläufer“. Ja es ist wahr, man hat Zeit während des Laufes Leute kennenzulernen, den Lauf zu geniessen, sich an der Landschaft zu erfreuen und zu essen. Nur lernen muss ich es noch. Für alle die ein Ziel haben, beisst euch durch! Bestzeiten haben wir keine erlaufen, wir waren 9 Stunden 42 Minuten unterwegs und landeten damit im Mittelfeld. Mit unserer Gesamtlaufleistung (4 x 65 km) konnten wir uns den 7. Platz in der Teamwertung sichern. Kurzer Videoeindruck: https://www.youtube.com/watch?v=BFFWNEhbwwQ

  • Virtuelle Laufwettkämpfe mit der Garmin Forerunner 945

    Anzeige: In Kooperation mit Garmin ist dieser Blogbeitrag entstanden. Er soll dir einige der Funktionen der Forerunner 945 näherbringen und Tipps aufzeigen, wie du einen virtuellen Laufwettkampf schöner und interessanter gestalten kannst. Wie ich mit der Forerunner 945 trainiere, kannst du übrigens hier nachlesen. 2020 das Jahr der virtuellen Läufe Aus gegebenem Anlass sind alle Laufveranstaltungen abgesagt und virtuelle Läufe stehen aktuell hoch im Trend. Die Veranstalter reagieren und mehr und mehr virtuelle Veranstaltungen werden angeboten. Als zusätzlichen Anreiz zur Teilnahme werden meist eine „tolle“ Goodiebag und/oder Medaille zugeschickt. Die Läufe werden allerdings allein gelaufen. Ich war erst mal nicht wirklich begeistert von der Idee allein laufen zu müssen, keine Zuschauer an der Strecke zu haben und mir dann selbst irgendeine Medaille umhängen zu müssen. Nach Spaß hört sich das wirklich nicht an, aber Medaillen wiederum mag ich doch sehr gerne. Da ich in diesem Jahr u.a. auch Laufbotschafter für den Prag HM bin und gebeten wurde, diesen virtuell in München zu absolvieren, habe ich mich mit dem Thema etwas befasst und möchte euch nachstehend ein paar Tipps geben: Wie man auch virtuelle Rennen zu besonderen Erlebnissen machen kann, die in Erinnerung bleiben. Ein Selbstversuch. Warum läufst du? Die Kampagne von Garmin #whydoyourun finde ich persönlich super. Die Garmin Produkte unterstützen Sportler, ihre Ziele zu erreichen und einen aktiveren Lebensstil zu verfolgen. Ich persönlich liebe Wettkämpfe, liebe es zu verreisen und die Welt laufend zu erkunden. Außerdem liebe ich das Drumherum bei Laufevents und lasse gern für mich organisieren. Nichts ist schöner, als an einer Startlinie zu stehen, Starterbeutel abzugeben, unterwegs versorgt und an den schönsten Strecken der Welt vorbei geführt zu werden. Wann der nächste Wettkampf allerdings stattfinden wird, steht noch in den Sternen. Als Alternative bleiben deshalb aktuell virtuelle Läufe (virtual races). Was sind virtuelle Läufe? Im klassischen Sinne hat ein virtuelles Rennen wenig mit einer Laufveranstaltung gemeinsam, da man einfach alles sehr individuell gestalten kann. Es gibt allerdings verschiedenste Möglichkeiten, dennoch in eine Art Wettkampf mit anderen zu treten. Generell werden die Distanzen 5 km, 10 km, Halbmarathon oder Marathon angeboten, manchmal auch individuell gewählte Distanzen, z. B. 30 km. Oft müssen die Läufe in einem bestimmten Zeitraum (Wochenende) stattfinden, weniger oft gilt ein gemeinsamer Start zu einer bestimmten Uhrzeit. Die Zeitmessung erfolgt durch jeden Teilnehmer individuell mit Laufuhr (bei mir ist es der Forerunner 945) oder App. Manchmal bittet der Veranstalter darum, dass die Zielzeit hochgeladen wird oder per Foto ein Nachweis erfolgt. Einige Veranstalter arbeiten auch mit App-Anbietern z.B. ViRace. Dabei werden die Zeitnahme und das Tracking über die App gemacht. Die Teilnehmer können Live Informationen zu eigenen Zwischenständen oder die der anderen Teilnehmer erhalten und dadurch gegeneinander laufen. Vorteile / Nachteile virtueller Läufe im Vergleich zu Laufveranstaltungen Vorteile: Sehr große zeitliche Flexibilität für die Teilnehmer Keine Anreisekosten / Zeitverluste durch das Reisen, man kann direkt von der Haustür loslaufen Individuelle Strecke, man kann laufen, wo man will Hin und wieder sehr schöne Medaillen-Designs als Anreiz Einzige Möglichkeit ein bisschen Wettkampf-Feeling während der Corona Zeit zu schnuppern Keine Zeitlimits Weniger Druckempfinden bei den Teilnehmern Einige Anbieter spenden einen Teil der Einnahmen für gute Zwecke Nachteile: Stimmung / Vorfreude auf ein Event sind anders, weniger aufregend evtl. gar nicht vorhanden (jeder empfindet es anders) Organisation in Bezug auf Strecke, Verpflegung, Fanbase liegt beim Teilnehmer Kosten manchmal etwas hoch für die gebotene Leistung Ehrgeiz / Ernsthaftigkeit nicht so gegeben, wie bei einem offiziellen Wettkampf Wer zu einem bestimmten Datum einen virtuellen Lauf machen will, muss die teilweise etwas längere Bearbeitungszeit/ längeren Versandzeiten beachten. Wie plane ich meinen virtuellen Lauf Für mich persönlich sind die besonderen Momente, die man während eines Wettkampfes erlebt, wichtig. Meist ist eine neue Bestzeit zwar sehr schön, aber viel lieber erinnere ich mich noch an die zwischenmenschlichen Begegnungen oder Erlebnisse, die sich an der Strecke zugetragen haben. Ein weiterer wichtiger Punkt für ein perfektes Lauferlebnis ist zusätzlich immer eine schöne Strecke. Technisch bin ich mit der Garmin Forerunner 945 ausgestattet und sie wird bei meinem virtuellen Halbmarathon für Wettkampf-Feeling sorgen. Erstellung der virtuellen Laufstrecke mit der Forerunner 945 Die Streckenplanung mache ich über die Garmin Connect App. Ich wähle die Erstellungsfunktion in der App auf meinem Smartphone, weil dies für mich der komfortablere Weg ist. Direkt über der Forerunner ist dies aber auch möglich. Außerdem ist mir wichtig, dass wir eine besondere Strecke laufen, die alles andere als langweilig ist. Garmin bietet die Möglichkeit Strecken zufällig zu erstellen. In diesem Fall muss man nur den Startpunkt, die Distanz und die Richtung wählen. Es werden immer wieder neue Vorschläge erstellt. Über die benutzterdefinierte Streckenerstellung kann man ganz individuell planen. Meine festgelegten Streckenpunkte führen übrigens über den Stiglmaierplatz - Nymphenburger Straße – Rotkreuzplatz - zum Nymphenburger Kanal - in den Nymphenburger Schlosspark - über den Olympiapark – Lerchenauer Straße – Herzogstraße - die Münchner Freiheit und über die Leopold Straße bis ins Ziel am Odeonsplatz. Die fertige Strecke kann man mit einem Wunschnamen versehen und muss nun nur noch an die Uhr gesendet werden (erfolgt über Synchronisation). Die Karten sind auf der Forerunner 945 in Farbe dargestellt und sehr verständlich zu lesen. Hilfreiche Funktionen der Garmin Forerunner 945 Virtueller Partner Mit dem Virtual Partner unterstützt Garmin den Läufer ein bestimmtes Zeitziel zu erreichen. Man tritt gegen ihn an und weiß jederzeit sekundengenau ob man schneller oder langsamer ist. Im Wettkampf ist es ein Leichtes, sich zu informieren. Man kann sich voll auf das Laufen konzentrieren, ohne viel zu rechnen. Zu erwähnen ist allerdings, dass die Pace des Virtual Partners immer nur in 5 Sekunden Abständen eingestellt werden kann. Zum Beispiel Pace 5:25 Min/km ist möglich, 5:26 Min/km nicht. Mir gefällt die Virtual Partner Funktion auch sehr für Trainingsläufe im höheren Tempobereich. Pace Pro Pläne Garmin bietet mit Pace Pro ein Feature, mit dem der Nutzer das Renntempo für seine geplante Laufstrecke planen und überwachen kann. Pace Pro hilft dir dabei deine Kräfte optimal im Rennen einzusetzen und ist auch für Laufstrecken mit vielen Höhenmetern eine wirkliche Hilfe. Je nach Rennstrategie und in Abhängigkeit zu An-/Abstiegen kannst du die Berechnung deiner Pace defensiv oder offensiv wählen. Der Forerunner 945 sagt dir unterwegs genau, welches Tempo du laufen musst. Die Funktion findest du in der Garmin Connect App unter Training (PacePro-Pace-Strategie). Am besten ein wenig damit experimentieren (spielen) und mit der Erfahrung kannst du deine Pace in Wettkämpfen besser steuern. Gleiche Strecke schneller laufen Eine weitere Möglichkeit bietet Garmin mit der Funktion: Antreten gegen eine vorherige Aktivität. Das heißt du kannst gegen eine zuvor gespeicherte oder heruntergeladene Aktivität antreten und versuchen schneller zu laufen. Wer z.B. seine Wettkampfstrecke vorab zum Test abläuft, kann mit dieser Funktion sehen, wie man im Vergleich zur Vorgabe abschneidet. Der Garmin Coach Übrigens für eine perfekte Trainingsvorbereitung kannst du mit dem Garmin Coach arbeiten. Diese Trainingspläne sind kostenlos und für 5 km, 10 km oder Halbmarathon verfügbar. Es werden die Daten aller Benutzer sowie dein individueller Trainingszustand herangezogen, damit ein optimiertes Trainingsprogramm, das Spaß macht, geboten werden kann. Zusätzlich kannst du einen Coach wählen, die Tipps und Anleitungen in englischer Sprache regelmäßig bieten. Ich persönlich finde die Trainingspläne toll zusammengestellt und trainiere aktuell mit Coach Greg für eine neue Halbmarathon Bestzeit im Herbst. Garmin Music Du kannst während des virtuellen Wettkampfes mit Musik laufen ohne ein Smartphone mitnehmen zu müssen. Die Forerunner Modelle können bis zu 1.000 Songs speichern und sind mit Streaming Diensten z.B. Spotify kompatibel. Sicherheitsfunktion - Automatische Unfallbenachrichtigung Der Forerunner 945 bietet eine automatische Unfallerkennung, die im Notfall eine Nachricht mit Standortangaben an vordefinierte Kontakte versendet. Funktioniert allerdings nur in Kombination mit einem gekoppelten Smartphone. Die Uhr erkennt einen Unfall bei entsprechendem Bewegungsmustern. Bei Fehlmeldungen kann der Vorgang innerhalb von 30 Sekunden abgebrochen oder eine Nachricht mit Entwarnung gesendet werden. Laufwerte Wer möchte kann über die Garmin App Einblicke zu diversen Werten wie z.B. Leistungsfähigkeit, Laufeffizienz, Trainingszustand und -belastung einsehen und eine entsprechende Trainingsanalyse vornehmen. Hierbei können verschiedene Werte auch gegenübergestellt werden, z.B. Pace und Puls oder Pace und Höhenmeter. Was brauchst du für einen besonderen virtuellen Lauf? Freunde + Startzeitpunkt + Startnummer + Ziel Ich mag meine Erlebnisse mit Freunden teilen und allein bin ich selten unterwegs bzw. „ungerner“. Deshalb empfehle ich Freunde für den Lauftag zu akquirierenzu akquirieren , die zur gleichen Zeit mitlaufen und / oder an der Strecke stehen oder direkt den Zielempfang machen. In meinem Fall bin ich zusammen mit meiner Freundin Margo laufend unterwegs. Im Ziel warten Juliane und Marcel. Auch Jan läuft seinen Halbmarathon zur gleichen Zeit mit Zieleinlauf am Odeonsplatz. An diesem Wochenende sind noch weitere Lauffreunde aus meiner Crew unterwegs, allerdings zu anderen Uhrzeiten. Wir laufen mit eigen entworfener Startnummer. Um den Halbmarathon zu etwas Besonderem zu machen sind Margo und ich vor Sonnenaufgang gestartet. Im Nymphenburger Schlosspark (öffnet um 6 Uhr) haben wir eine wunderbare Stimmung erlebt. Der Park war golden von der aufgehenden Sonne erleuchtet und wir waren fast allein. Verpflegung während des Laufes Da wir vor Sonnenaufgang aufgebrochen sind, bin ich nüchtern losgelaufen und hatte einen Riegel (Innosnack), zwei Gels sowie eine kleine Flasche Wasser dabei. Die Strecke hatte ich so gewählt, dass ich unterwegs Wasser nachfüllen konnte (im Nymphenburger Schlosspark hinter dem Eingang rechte Seite gibt es einen Trinkbrunnen). Ich laufe regelmäßig auf nüchternen Magen und empfand zu keinem Zeitpunkt einen richtigen Leistungseinbruch. Nach 10 km habe ich den Riegel gegessen. Das reichte auch. Wasser habe ich einmal nachgefüllt. Im Großen und Ganzen brauchte ich keine zusätzliche Verpflegung, hatte aber etwas Geld für Notfälle dabei. Unterwegs auf einem perfekten Halbmarathon Und wie war es? Mein Halbmarathon war klasse organisiert. Bereits als ich morgens vor der Haustür stand und auf das GPS-Signal meiner Garmin warte, hatte ich richtig Lust auf diesen virtuellen Wettkampf. Es war ein frühlingshafter Morgen mit kühlen Temperaturen. Das ich nicht ganz allein auf der Strecke sein würde, gab mir zusätzliche Motivation bzw. beflügelte sogar. Die Lichtspiele des Sonnenaufganges im Nymphenburger Park waren unbeschreiblich schön. Wir trafen auf Rehe, eine sehr schöne Begegnung. Die gewählte Strecke war durchweg toll und ich lernte wieder ein bisschen von München zu Fuß kennen. Überhaupt werde ich die Streckenfunktion der Garmin Forerunner öfter benutzen, um so Abwechslung in meine Läufe zu bringen. Die Kilometer sind schnell vorüber gegangen, ich habe einiges Neues entdeckt und morgens ist die Stadt menschenleer. Der Streckenabschnitt zwischen Nymphenburger Schlosspark und Olympiapark war mir neu und hat mir sehr gut gefallen. Die letzten zwei Kilometer bin ich über die Leopoldstrasse entlanggelaufen, da fast kein Auto unterwegs war. Das macht richtig Spaß. Am Odeonsplatz haben Juliane und Marcel mit einem Zieleinlauf aus Toilettenpapier auf uns gewartet. Meine Zielzeit von 01:55:00 Stunde habe ich erreicht, aber hier muss ich erwähnen, bei virtuellen Läufen tut man doch mal anhalten, ein Foto schießen und dabei den Stopp Button der Laufuhr betätigen. Ganz im Gegensatz zu einem richtigen Laufevent, bei dem Stopzeiten dazugezählt werden. Fazit zum virtuellen Halbmarathon Der virtuelle Halbmarathon hat sich nicht ganz wie ein richtiger Wettkampf angefühlt. Es war dennoch ein besonderer Lauf, der mir in Erinnerung bleibt. Ich war schneller unterwegs, als bei meinen aktuellen Trainingsläufen. Die Begleitung von Margo, die besondere Stimmung am Morgen und das Ziel am Odeonsplatz waren besondere Erlebnisse, die ich nicht vergessen werde. Allerdings möchte ich hier auch sagen, dass ich nicht regelmäßig an virtuellen Wettkämpfen teilnehmen werde. Hin und wieder macht es Spaß. aber es muss etwas Besonderes bleiben. Bestzeiten möchte ich mir für „richtige“ Wettkämpfe aufsparen, da so ein offizieller Zieleinlauf, doch mehr Charme hat. 2020 wird für mich das Jahr der „gemütlicheren“ Läufe in der Natur, evtl. auch längere Touren, vielleicht wird es sogar einen Ultra geben. Aber dazu dann mehr, wenn es soweit ist. Dieses Jahr ist dank "Corona" anders, aber den Kopf in den Sand stecken, das tun wir nicht. Wer noch etwas Motivation braucht, liest in meinen Blogbeitrag "Sportlich bleiben in der Corona Zeit" rein. Die Funktionen der Garmin Forerunner 945 sind richtig gut, um etwas pepp in deine Läufe zu bringen. Ob man nun an virtuellen Läufen teilnimmt oder nicht, muss jeder für sich entscheiden. Definitiv liegen die Läufe im Trend und ich sehe diese als schönen Ersatz für abgesagte Veranstaltungen.

  • Sonnenaufgangstour auf den Pendling, Tirol

    Kleines Auszeitabenteuer zum Pendling mit fantastischem Sonnenaufgang über dem Inntal Am zweiten Weihnachtsfeiertag wollten wir zwischen all den Weihnachtsschlemmereien eine kurze Auszeit in die Natur unternehmen und entschieden uns spontan für eine Sonnenaufgangstour auf den Pendling in Tirol. Hier handelt es sich schon lange nicht mehr um einen Geheimtipp, viel zu bekannt ist dieser Berg, vor allem im Winter für die Rodler. Aber da mir die Aussicht richtig gut gefallen hat und ich euch die Bilder unserer Tour nicht vorenthalten möchte, entstand dieser kleine Blogbeitrag. Wir fuhren gegen 4 Uhr in München los, die Straßen waren leer und entsprechend schnell erreichten wir den Zielparkplatz. Anfahrt Die Anfahrt erfolgt über Kufstein, zur Info für alle die nicht unbedingt aus Bayern kommen. Nehmt die Ausfahrt über Kiefersfelden nach Kufstein. Bei der Weiterfahrt über die Autobahn direkt nach Kufstein würde die österreichische Straßenmaut zusätzlich anfallen, welche für diese paar Kilometer völlig unnötig ist. Aufstieg ab Thiersee Gegen 5:30 Uhr erreichten wir den Parkplatz (Gasthof Schneeberg) und starteten unsere Tour bei Dunkelheit. Wir hatten einen klaren Sternenhimmel. Aufgrund der Temperaturen entschied ich mich für vier Kleidungsschichten, denn auf dem Gipfel würden wir einige Zeit verbringen, bis die Sonne aufgehen würde. Ausgestattet mit Stirnlampe und Wanderstöcken gingen wir die offizielle Forststraße auf. Wir mussten dennoch etwas langsamer aufsteigen, meine Füße drehten teilweise auf der vereisten Forststraße durch. Kurz nach 7 Uhr waren wir am Pendlinghaus (etwa 600 HM). Die Sonne sollte kurz vor 8 Uhr aufgehen. Ankunft Pendlinghaus Das Pendlinghaus auf einer Höhe von 1565 m bietet eine wunderschöne Aussicht. Bis zum Gipfel des Pendling sind es weitere 5 Minuten Gehzeit. Wir entschieden aber an der Hütte zu bleiben, um die sehr guten Ablagemöglichkeiten für unser Kamera Equipment, eine Thermoskanne Tee, eine Kleinigkeit zum Frühstück und unsere Rücksäcke zu nutzen. Das Kaisergebirge und das Inntal leuchteten bereits bei unserer Ankunft in einem satten Rot. Während Stefan seine Kamera und das Stativ auspackte, nahm ich mir einen Schluck Tee aus der Thermoskanne und ein Vanillekipferl und betrachtete erst mal diese ruhige und schöne Stimmung. Wir waren übrigens allein am Pendlinghaus. Ein perfekter Start in den zweiten Weihnachtsfeiertag, findet ihr nicht? Im modernisierten Pendlinghaus kann man auch übernachten und direkt vom Bett aus den Sonnenaufgang erleben. (Saison April bis November) Der Sonnenaufgang (7:59 Uhr) war an diesem Tag malerisch, die Sonne rechts vom Wilden Kaiser aufgehend und Nebelschwaden hingen über das Tal und Kufstein. Die Fernsicht war sehr gut. Es hatte sich richtig gelohnt, auf Schlaf zu verzichten. Pendling Gipfel Nachdem die Sonne aufgegangen war, machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Gipfelkreuz des Pendling, wie bereits erwähnt, keine 5 Minuten entfernt. Die Sicht ist allerdings meines Erachtens vom Pendlinghaus um einiges besser, da ein größerer Rundumblick möglich ist. Aber Gipfelkreuz ist nun mal Gipfelkreuz. Abstieg mit Rodelerlebnis ab Kala-Alm Den Abstieg nahmen wir gemütlich. Denn unser Plan war einen Rodel an der Kala-Alm auszuleihen. Der Ansprechpartner an der Alm war super nett und innerhalb von Minuten hatten wir unseren Rodel, 3 EUR je Stück. Die Abfahrt machte richtig Spaß, morgens um 9 Uhr ist die Strecke auch noch nicht überfüllt und rutscht super. Die Kala-Alm hat immer Dienstag bis Sonntag geöffnet (Montags nur an Feiertagen) und verfügt außerdem über eine beleuchtete Rodelbahn fürs nachtrodeln. Anforderungen Die Route zum Pendling erfordert kaum Anstrengungen. Die Wanderung ist einfach zu gehen (Forststrasse). Alternativ gibt es aber auch einen anderen Weg abseits der Forststrasse, was allerdings für den Aufstieg bei Dunkelheit im Winter nicht uneingeschränkt zu empfehlen ist. Die Orientierung auf dem Forstweg ist dagegen recht leicht. Fazit Sonnenaufgang auf dem Pendling Mein Rezept zum Glücklichsein, könnte diese Tour sein. Mit einem Becher warmen Tee und ein Plätzchen in der Hand, während die Sonne aufgeht und langsam das Gesicht aufwärmt. Das Beste wer aus München startet, ist noch vor dem Mittagessen wieder zu Hause. Man kann somit noch ein kurzes Nachmittagsschläfchen einlegen und genießt den restlichen Tag mit einem sehr gutem Gefühl und Sonne im Herzen. Die Option mit dem Rodel die Rodelbahn runterzufahren sorgt für Spaß und vor allem einen noch schnelleren Abstieg. Fotocredit: Stefan Schaaf (PEAK ART IMAGES)

  • Mein erster Triathlon - mein Debüt am Tegernsee

    Der Triathlon Tegernsee ist vorbei, mein Weg dahin war fazinierend, anstrengend, motivierend und manchmal auch enttäuschend. Ich kann nur jedem empfehlen sich einen solchen Weg, es muss kein Triathlon sein, vorzunehmen. Sportliche Vorhaben können so wunderbar sein, wenn man das Ziel erreicht hat. Es ist vorbei, ich bin eine Triathletin, bin ich vom Triathlonfieber angesteckt? Die Antwort zum Schluß. Eines meiner großen Ziele für 2017 war es einen Triathlon zu finishen, abgehakt und wie war es? Meine letzten Gedanken vor dem Rennen könnt ihr hier nochmals nachlesen. Bis zur Startlinie hatte ich einen riesigen Bammel. Ich hatte selten so viel Schiss vor einem Wettkampf. Für Triathlon Neulinge ist die Schwimmdisziplin wohl die größte Angst. Bereits vor dem Wettkampf erfuhr ich, dass mein Freund an der Fan-Front zugegen sein würde. Natürlich freute ich mich sehr darüber, aber eines war auch schon klar, er würde lange darauf warten müssen, bis ich aus dem Wasser käme. Das minderte ein bisschen meine Euphorie, wer ist schon gern langsam, wenn der Partner zum Jubeln kommt. Die Wettervorhersage hingegen war hervorragend, kühl und regnerisch sollte es werden, mäßige Aussichten, die mich sehr freuten, denn ein Neoprenverbot war nicht zu erwarten und auch generell kann ich bessere Leistungen bei kühlen Temperaturen abrufen. Mein Triathlon-Debüt Am 02.07.2017 war es soweit, Ort des Geschehens, der Tegernsee. Bereits um 5 Uhr war die Nacht vorbei, geschlafen hatte ich eh nicht gut, wie schon die Nächte zuvor. Es wurde Zeit den Wettkampf hinter mich zu bringen. Da frage ich mich ernsthaft, gibt es irgendjemanden, der vor dem ersten Triathlon gut schlafen kann ? Am Tegernsee angekommen konnte ich ohne Umwege Startnummer und Chip abholen, ich startete übrigens auf der olympischen Distanz. Zusätzlich konnte man am Tegernsee auch in der Staffel oder auf der Volksdistanz (Sprint) antreten. Check-In Fahrrad mussten wir mit Flickzeug und Tesaband präparieren, etwas unschön, aber zumindest für den Notfall gewappnet. Wobei ein Platten mich sehr wahrscheinlich aus dem Rennen genommen hätte. Bei den Schuhen entschied ich mich kurzfristig für Trailschuhe und überprüfte, ob ich sonst an alles gedacht hatte. Am Eingang wurde ich gleich etwas unfreundlich darauf hingewiesen, dass man den Helm aufsetzen müsse, um zu passieren. Aller Anfang ist schwer. Die Wechselzone selbst empfand ich ziemlich eng bemessen. Da es regnerisch war, ließ ich die gesamten Sachen in wasserdichten Beuteln, lediglich den Helm legte ich auf das Rad. Merke erst Helm aufsetzen und dann Rad anfassen, sonst biste disqualifiziert. Ich schnappte mir den Neoprenanzug und los ging es Richtung See. Viel Zeit blieb nicht mehr. Nachdem ich mich in meinen Neo fein reingequetscht hatte, versuchte ich mich zu beruhigen. Weniger als 20 Minuten bis zum Start. Bei der Wettkampfbesprechung wurde noch darauf hingewiesen, besondere Obacht walten zu lassen, da die regnerischen Verhältnisse vermehrt zu Unfällen führen könnten. Der Start und Schwimmen Ein paar Minuten vorm Startschuss bewegten wir uns ins Wasser, ich war mittlerweile sehr ruhig geworden und versuchte in mich zu gehen. Gleichzeitig mit so vielen anderen Teilnehmern zu starten war mir neu und das gewohnte 25 Meter Becken ist doch was anderes. Da ich im Neoprenanzug starten konnte, fühlte ich mich sicherer, aufgrund des Auftriebes. Und los ging der Start, ich wartete ein paar Sekunden ab, hatte doch ein wenig Angst getreten zu werden. Dann stürzte ich hinterher und schwamm los. Ziemlich schnell entfernte sich das Feld von mir und von hinten überholten mich auch noch einige. Das Gefühl war niederschlagend und kraulen ging leider auch nicht. Denn als Folge schwamm ich kreuz und quer, nur nicht geradeaus. Recht schnell war ich doch weit abgeschlagen und die Wasserwacht fragte schon früh, ob alles in Ordnung sei. Meine Antwort, ja, ich schwimme nur langsam, haha meinte doch einer ich sollte mal die Dreier-Atmung probieren, dann ist geradeaus auch ganz leicht, danke Spaßvogel. Ich bekam die Information, dass genau drei Schwimmer hinter mir waren, juhee das gab mir ein klitzekleines bisschen Selbstvertrauen und ich kassierte noch den Schwimmer vor mir ein. Nach ca. 45 Minuten verließ ich sichtlich erleichtert das Wasser als fünft Letzte. Ziel erreicht, Zeitlimit von 50 Minuten locker unterboten, noch eine Bestzeit hingelegt und nicht als Letzte angekommen. Wechselzone, der Spaß der besonderen Art Nachdem ich die Showbühne aus dem Wasser in die Wechselzone fast für mich allein hatte, schade der Teppich war nicht rot, gestaltete sich der Wechsel auf das Rad doch ein wenig holprig. Die verbrachte Zeit zählt ja voll in die Gesamtzeit, da zählt eigentlich jede Sekunde. Ich brauchte geschlagene vier Minuten und einige viele Sekunden. Das Rauskramen aus den Beuteln brachte mich doch ziemlich um den Verstand, keine Übersicht was wo drin war. Ich hinterließ ein Chaos und schwang mich viel zu spät auf das Rad. Nachdem ich bereits ein paar Meter unterwegs war, bemerkte ich, dass ich auch noch Brille und Handschuhe vergessen hatte! Gerade bei den regnerischen Verhältnissen war die Brille allerdings doch sehr wichtig und die Handschuhe auch. Das hieß für mich, nach 5 Kilometer, das Rad einem Helfer in die Hand zu drücken und nochmals in die Wechselzone reinrennen. Natürlich kostete mich dies wiederum enorm viel Zeit. Danach konnte endlich die Aufholjagd beginnen. Radfahren Auf der Radstrecke konnte ich schon ein wenig Boden wieder gut machen, allerdings auch hier erfolgten Fehler. Die Höhenmeter (insgesamt 418 Meter) machten mir weniger Schwierigkeiten als gedacht, klar es war zäh, aber dennoch gut machbar. Die Strecke führte nach Hausham. Dort traf uns ein kurzer Hagelschauer und ich war froh, dass ich die Brille auf hatte. Beim Übergang in die zweite Runde war ich wohl ein bisschen zu schnell und gelangte deshalb in die Seite zur Wechselzone und musste eine komplette Vollbremsung hinlegen. Ich raste dem Feld weiterhin nur hinterher und nach der zweiten Runde auf den Weg zum Wechsel, war ich abermals ziemlich allein bis auf meinen kleinen und tollen Fanclub auf der Strecke. Laufen Der Wechsel in die Laufsachen ging zügiger vonstatten, allerdings gestaltete sich das Parken meines Rades schwieriger, denn mein Slot war zugeparkt. Meine Nachbarn hatten es wohl sehr eilig und schmissen alles hin, sodass ich erst mal Platz schaffen musste. Danke für die Rücksicht Jungs. Nach etwas mehr als zwei Minuten konnte ich endlich loslaufen und dies lief super gut. Beine waren locker und fühlten sich gar nicht wie Gummi an. Ich lief nur etwas zu schnell an, angefeuert von meiner Familie und Freunden. Schnell musste ich feststellen, dass viele Teilnehmer bereits ins Ziel einliefen und ich erst los. Auf der Strecke konnte ich einige Plätze gutmachen und fand deshalb recht schnell meine Motivation wieder. Die Laufstrecke gefiel mir sehr gut. Ich erblickte die Ziellinie unter einer Stunde. Meine Schwiegermama empfing mich ein paar Hundert Meter weiter vorne, um dem Rest meine Ankunft telefonisch mitzuteilen und erst da erblickte ich mein erstes für mich gebasteltes Fanplakat. Das war cool. Ins Ziel schoss ich im Sprinttempo und empfand eine riesige Erleichterung. Der Druck den ich mir wohl selbst am meisten machte, fiel sofort ab und natürlich freute ich mich wahnsinnig, an das Kapitel "Erster Triathlon" einen Haken setzen zu können. Fazit Viel zu viel befand ich mich in einem Film, wollte schnell alles hinter mich bringen, Schwimmen lief verständlicherweise für mich nicht zufriedenstellend. Radfahren war gut, aber dennoch sehr einsam, aufgrund des Rückstandes. Einzig mit der Laufdisziplin war ich sehr zufrieden. Bin ich vom Triathlon-Fieber gepackt? Ein klares nein! Hat mir der Wettkampf Spaß gemacht? Nun ja, eigentlich schon, aber wer läuft schon gerne immer hinterher? Um zumindest im Mittelfeld dabei zu sein, müsste ich viel viel Zeit ins Training investieren, ist es das wert? Meine Zeit: 03:21:57 Bin ich zufrieden? Ein klares ja, unter 03:30 Stunden wollte ich ankommen. Das hat geklappt und einige Minuten habe ich sicher selbst verschuldet durch Unwissenheit und fehlende Routine. Es gibt ein Bild, auf dem scheint es, als hätte ich eine Kaffeepause in der Wechselzone eingelegt. Verbesserungspotential besteht also schon noch. Gibt es eine Wiederholung? Ja. Ich möchte unbedingt noch einen Sprint-Triathlon absolvieren, um zu sehen, ob ich besser mithalten kann, wenn die Schwimmstrecke nur 600 Meter beträgt. Der Wettkampfgeist schlummert schon sehr in mir und das ist gut so. Mein großer Wunsch ist auch irgendwann einen Ironman zu absolvieren, auch wenn mir die Lust am schwimmen noch gänzlich fehlt. Ihr seht also, das Kapitel Triathlon ist noch nicht abgeschlossen, kann aber ein paar Jahre noch dauern. Die Mammutdistanz ist meiner Meinung nach nicht innerhalb von 6 Monaten realisierbar. To be continued..

  • Professionelles Bikefitting bei Radlabor in München

    Ort Radlabor in München Bikefitting das Tuning für die Triathleten - es läßt mich irgendwie nicht das Gefühl los, dass Triathleten und Tuningverrückte ziemlich ähnlich agieren. Eine Materialschlacht, wem kommt es bekannt vor? Ich stehe da ja noch ziemlich am Anfang, aber vor allem im Radbereich scheint die allgemeine Gier nach dem besten Material enorm hoch zu sein. Willkommen in der Triathlon Welt, da denkste du weist alles, ist aber nicht so. Die Triathlon Welt ist eine verrückte, faszinierende Welt und öfter mal was Neues ist normal. So ging es mir beim Erhalt meines Fahrrades. Einfach draufsitzen war leider nicht möglich. Denn es bedarf einer Einstellung, um die optimale Sitzposition zu erreichen. Was ein paar Zentimeter ausmachen können ist schon erstaunlich. Wenn ich in meinem Bekanntenkreis von meinem "neuen" Hobby erzähle, habe ich oft das Gefühl von erwiderten Desinteresse. Kopfschütteln bis ach wie zeitaufwendig. Ich dagegen brenne regelrecht dafür. Zusätzlich zum Training gibt es ständig neue Fakten, was es so abenteuerlich macht und ich so vieles interessantes über mich selbst lernen kann. So aber nun zurück zur Disziplin Radfahren Was nützt das beste Bike, wenn es nicht an den eigenen Körper angepaßt ist? Ich habe sofort beim ersten Mal auf das Rad sitzen gemerkt, da sitze ich aber nicht wirklich bequem. Eigentlich saß ich schon sehr verkrampft. Die Vorstellung mehrere Stunden darauf ausharren zu müssen, erinnerte eher an eine Tortour. Gesund fühlte es sich also nicht an. Schmerzhafte Fehlhaltungen wären zu erwarten und das wollte ich vermeiden. Ganz klar jeder kann ein Rad auch selbst einstellen, doch gesundes Fahren ist da nicht unbedingt garantiert. Da ich ja eigentlich auch gar keine Ahnung davon habe, war für mich klar, ich hole mir professionelle Hilfe bei einem Bikefitter. Meine Wahl fiel auf das Radlabor in München. Das Radlabor wurde mir von Sportsfreunden empfohlen und auch die Internetrecherche ließ nur gutes hoffen. Die Terminvergabe war unkompliziert und vor allem schnell möglich. Innerhalb von zwei Wochen war ich mit meinem Rad zur Vermessung vor Ort. Sitzpositionsanalyse Ich lernte Pascal kennen, mein Ansprechpartner für das Bikefitting und auch Leiter des Radlabors in München. Wir hatten vorab schriftlich vereinbart, dass eine Sitzpositionsanalyse PRO für mich am ehesten in Frage käme. Pascal hatte meine persönlichen Daten bereits vorab erhalten und wollte zusätzlich ein wenig zu meiner Vorgeschichte wissen. Ich sprach über meine Knieprobleme und sportlichen Pläne. Damit war schon mal der erste Eindruck geschaffen. Dann warf ich mich in meine Bikeklamotten, sodass wir zum praktischen Teil übergehen konnten. Körpervermessung Die Abmessung meines Körpers wird mit Hilfe eines Lasers vorgenommen (Bodyscan). Die körperlichen Maße wie Innenbeinlänge, Schulterbreite, Brustbeinhöhe und einiges mehr werden ins System übernommen und bilden die Grundlage zur Berechnung. Pascal ließ mich dann ein paar Meter gehen, ein paar Übungen vorführen und analysierte so Dysbalancen und Einschränkungen in der Beweglichkeit. Und die habe ich zu Genüge. Vor allem meine verkürzte Wadenmuskulatur fiel hier zum ersten Mal auf. Ich bekam ein paar Übungen gezeigt, um künftig meine Schwachstellen zu minimieren. Dann wurden meine Füße angeschaut und auf Fehlstellung und Druckverhältnis analysiert. Das Ergebnis wiederum wird genutzt, um meine Schuhe entsprechend auf die Pedale einzustellen. Eine Einlage wurde mir empfohlen. Radvermessung Nun wird mein Giant Trinity Advanced Pro vermessen. Die Abmessungen werden Millimetergenau technisch aufgenommen. Sozusagen ist damit der Anfangszustand (Eingangsmessung) dokumentiert "und eine Empfehlung wird später als Ergebnis ausgespukt". Im nächsten Schritt ging es für mich auf das Bike, welches in eine Rolle gespannt war. Und ich durfte in die Pedale treten. Im Übrigen saß ich das erste Mal auf meinem Rad (bis auf ein Fotoshooting einige Wochen zuvor). Ja und ich saß bes.... drauf, im wahrsten Sinne des Wortes. Im Rücken merkte ich sofort eine Verspannung und auch Pascal bestätigte mir mein Gefühl. Das Bike und ich wurden kritisch in Augenschein genommen, hier und da mit einem Winkelmesser nachgemessen und auch sonst wurde ich rundum aus verschiedenen Blickwinkeln beäugt. Zusätzlich lief die Videoaufnahme mit, sodaß man im Nachhinein die Veränderungen in Zeitlupe nachvollziehen konnte. Dann stieg ich erst mal wieder ab und einige Anpassungen wurden schnell mit Werkzeug und Geschick vorgenommen. Wichtigstes Ergebnis ist allerdings, dass das Bike viel zu lang für mich ist. Ich muss eingestehen, eine vorherige Beratung hätte wohl eine Empfehlung für ein anderes Rad ergeben. Pascal versetzte den Vorbau (Lenker) nach hinten und korrigierte den Sattel nach unten. Anpassung Wieder saß ich auf das Fahrrad und es fühlte sich gleich bequemer an. Obwohl nicht alles entsprechend der vermessenen Empfehlung umgesetzt werden konnte. Beim Sattel fehlen weitere 0,6 cm nach unten. Dies ist allerdings nicht ohne Eingriff z.B. einer Säge möglich (oder neuer Sattel). Auch beim Lenker/Vorbau ist alles machbare rausgeholt. Weitere vier Zentimeter fehlen, um das Optimum zu erreichen. Das werde ich im Nachgang mit Bastelarbeit ändern müssen bzw. Teile wie den Lenker oder Sattel ersetzen. Wir schauten uns noch die Videomitschnitte an. Meine Haltung ist geschmeidiger und die technisch bestmögliche Sitzposition ist hergestellt. Abschließend erhielt ich alle Daten in Papierform überreicht. Diese können aber jederzeit auch online im Kundenaccount eingesehen werden. Fazit zu Radlabor Allein durch das fehlende Know How und Equipment hätte ich die Einstellung nie in der Qualität vornehmen können. Bei einem Bikefitter wird dies schnell und professionell erledigt. Man weis danach einfach, dass es paßt und verläßt die Filiale mit einem guten Gefühl. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass allein die Erfahrungswerte und das technische Equipment kaum ersetzbar sind, um die perfekte Sitzposition zu finden. Somit ist auch für Hobbysportler ein professionelles Bikefitting empfehlenswert, denn auch wir sitzen viele Stunden auf unserem Fahrrad und können so Fehlstellungen vermeiden. Unser Körper dankt es uns im Nachhinein. Bereits wenige Millimeter können über das Wohlbefinden und die Effektivität entscheiden. Die persönliche Beratung durch Radlabor empfand ich als sehr angenehm und freundlich. Man nahm sich die Zeit alle offenen Fragen zu beantworten und auch im Detail zu erklären. Und wer die Dienstleistungen der Radlabor-Filialen in in Anspruch nehmen will, bekommt mit dem Code "RUNFURTHER" 10 % Rabatt. Danke an die Jungs von Radlabor. Es war mir eine Freude. Es gibt weitere Radlabor Filialen in Freiburg und Frankfurt. In freundlicher Zusammenarbeit mit Radlabor, München. Fotocredit: PEAK ART IMAGES

  • Tourentipp: Seebergkopf zum Sonnenaufgang

    What makes us happy? Mich machen vor allem schöne Momente in der Natur glücklich und dazu gehören immer wieder Sonnenaufgänge auf einem Berg dazu. Nun ja mittlerweile sind meine Wochenenden ziemlich voll und Sonnenaufgangstouren finden kaum noch Platz. Aber ich habe verrückte Freunde und ich selbst scheue für einen schönen Start in den Tag auch keine Mühen. Deshalb heißt es immer öfter, auch mal vor der Arbeit, ab in die Berge. Kennt ihr den Seebergkopf schon? Heute nehme ich euch mit auf den Seebergkopf, mit Blick auf den Wendelstein und tollem Aufstieg ohne langweilige Forststraßen. Wir starten in München, an einem Donnerstag, normaler Arbeitstag um 1:45 Uhr Uhr. Geschlafen habe ich zwei Stunden, hatte sogar Schwierigkeiten beim Einschlafen. Klar wenn es einfach wäre, würde es jeder tun und die Gipfel wären schon zu Sonnenaufgang viel zu voll. Anfahrt nach Bayrischzell Wir treffen uns am Innsbrucker Ring, München, von hier kommt man schnell auf die A8 in Richtung bayrische Alpen. Mit dabei sind meine Freundinnen Margo und Peggy. Unsere Tour findet Mitte Juli statt und wir treffen uns um 2 Uhr. Die Anfahrt nach Bayrischzell benötigt ca. 1:10 Std ab München, gemütliche Geschwindigkeit. Wir nehmen die Autobahn München Richtung Salzburg und folgen ab Ausfahrt Weyarn der B307 über Miesbach, Schliersee nach Bayrischzell. Das Auto stellen wir auf dem Wanderparkplatz, welcher kurz nach dem Eingangsschild "Bayrischzell" auf rechter Seite liegt, ab. Navigation per Googlemaps. Wir haben Glück, der Parkplatz kostet erst ab 7 Uhr morgens Gebühr, da wollen wir schon wieder weg sein. Wer eine Tageswanderung plant, muss zusätzlich für das Tagesticket EUR 3,- (Stand Juli 2019) einplanen. Tipp für Tageswanderer: Ab München kommt man relativ einfach und schnell mit der BOB auch nach Bayrischzell. Der Einstieg zur Wanderung auf den Seebergkopf ist nicht weit und nur einige Minuten vom Bahnhof Bayrischzell entfernt . Sonnenaufgangstour zum Seebergkopf Wir starten kurz nach 3 Uhr und folgen dem Hinweisschild Seeberg über Neuhütte. Links lassen wir den Minigolf Platz liegen. Man kann sich während der Wanderung, auch im Dunkeln, kaum verlaufen. Die Route ist zusätzlich zu den Schildern mit blauen Punkten markiert. Mir gefällt die Tour von Anfang an sehr gut, da man hier nicht auf langweiligen Forststraßen empor geht. Generell empfehle ich allerdings für Sonnenaufgangstouren Forststraßen, gerade für Neulinge. Der Weg führt uns auf schmalen Pfaden serpentinenartig durch den Wald. Die Höhenmeter sind gut zu gehen und es ist nicht zu steil. Der Weg ist im Großen und Ganzen nicht schwierig, allerdings sind dennoch hin und wieder Stellen, die Trittsicherheit erfordern. Nachts ist es sehr ruhig, auch die Geräusche der Straße sind kaum hörbar. Diese wunderbare Stille, genau deswegen lohnt es sich, sich so früh morgens aus dem Bett zu quälen. Über Neuhütte und Seebergalm zum Seebergkopf Nach einer guten dreiviertel Stunde erreichen wir die Neuhütte, hier folgen wir dem Wegweiser rechts zum Seebergkopf. Geradeaus weiter verläuft der Bayrischzeller Höhenweg, auch schön, aber heute nicht unser Weg. Es wird schon dämmrig und wir erblicken die benachbarte Bergwelt, u.a. die Rotwand , welche sich ja auch sehr gut für Sonnenaufgangs- oder untergangstouren eignet. Wir gehen den Grashang hinauf, die Steigung ist moderat und wird erst kurz vorm Gipfel etwas steiler. Zwischendurch erreichen wir noch die Seebergalm. Hier treffen wir auch auf ein paar Kühe und unser Ziel ist nicht mehr weit. Das letzte Hinweis Schild gibt uns die Informationen, dass es noch 20 Min sind, wir schaffen es in 15 und sind voller Vorfreude an diesem Tag etwas zu früh dran. Bis zum Sonnenaufgang haben wir noch etwa eine halbe Stunde Zeit. Wir finden ein nettes Plätzchen für uns drei neben dem großen Holzkreuz und essen eine Kleinigkeit. Unter uns liegt Bayrischzell und gegenüber schauen wir auf den imposanten Wendelstein und die Lacherspitze (auch ein Tipp für Sonnenaufgänge). Der Ausblick ist einfach herrlich und so schön ruhig am Morgen. Der Sonnenaufgang mit Blick auf den Wendelstein Der Sonnenaufgang ist an diesem Tag um 04:57 Uhr und das Sonnenlicht läßt die Umgebung im goldenen Teint erstrahlen. Es ist wie immer ein magischer Moment und wir haben richtig Glück, denn kurz nach Aufgang verschwindet die Sonne wieder hinter Wolken und läßt sich tatsächlich an diesem Tag nicht mehr blicken. Der Abstieg erfolgt auf gleichem Weg wie der Aufstieg. Wir müssen uns nur ein wenig beeilen und laufen teilweise runter. Ihr wisst ja die Arbeit ruft und wir entscheiden uns, uns vorher noch einen gemeinsamen Kaffee zu gönnen. Das Leben ist schön. Probiert es mal selbst aus. Wer war denn schon mal vor der Arbeit zum Sonnenaufgang? Ich möchte noch erwähnen, zu dieser frühen Uhrzeit gibt es keine Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke. Die Tourdaten: etwa 11 km mit 750 HM

  • Münchner Laufstrecken: München - Feringasee

    Es ist schon eigenartig, dass man sich oft weniger gut an seinem eigenem Wohnort auskennt als anderswo. Dabei macht das Erkunden mir persönlich rund um München mittlerweile sehr viel Spaß. Ich bin oft und gern zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs und möchte dir heute eine tolle Laufstrecke für lange Läufe vorstellen. Dieser Streckenverlauf hat mir besonders gut gefallen. Die Laufstrecke bietet ab der Münchner Innenstadt hin und zurück etwa 25-30 km Strecke. Je nachdem, wo du startest auch mehr oder weniger Kilometer. München und seine Seen Das Münchner Umland bietet viel Natur und vor allem viele Seen. Überhaupt bietet München sehr viele Möglichkeiten sich zu bewegen. Heute geht es an den Feringasee, weil die Laufstrecke dorthin toll ist oder auch als Radtour bestens geeignet ist. Der Feringasee gehört zum Gemeindegebiet Unterföhring und ist der Größte in unmittelbarer Nähe zu München. Im Sommer allerdings auch einer der beliebtesten Seen, daher empfehle ich früh los zu laufen. Raus aus dem Alltag, rein in die Natur Für mich ist übrigens die Kombination aus Radfahren, laufen und baden eine Art Mikro-Abenteuer, für jeden etwas dabei. Ich staune immer wieder, wie abwechslungsreich diese Art Ausflüge in die Natur sind und will mehr davon. Ich beschreibe hier die Strecke, die wir mit dem Rad gefahren sind. Anschließend sind wir um den Feringasee gelaufen und haben drin gebadet. Wie bereits erwähnt, die Strecke ist wunderbar geeignet für einen Longrun Sonntag. Die Laufstrecke: München zum Feringasee Wir starten am Siegestor, dort treffe ich Margo, später kommt noch meine Freundin Juliane dazu. Es ist noch dunkel und wir wollen natürlich die Sonne über den Feringasee aufgehen sehen. Vom Siegestor fahren wir die Leopoldstraße stadtauswärts, biegen dann rechts ab über die Thiemestraße Richtung Englischer Garten und am Biergarten Chinesischen Turm vorbei. Isar / Isartrails Der restliche Weg verläuft größtenteils an der Isar entlang. Für Läufer sind zusätzlich die Isartrails super interessant. Hier kann man das Traillaufen wunderbar in Stadtnähe üben. Je nach Lust und Laune kann man auf der linken oder rechten Uferseite laufen. Wichtig ist, dass man kurz vor Unterföhring auf die rechte Isarseite wechselt. Am besten machst du das am Oberföhringer Stauwehr, denn dort kannst du alternativ auch am Mittleren Isarkanal laufen. Dieser verläuft ein paar Kilometer neben der Isar und ist etwas höher angelegt (Damm). Der Mittlere-Isar-Kanal ist übrigens 64 km lang, zweigt am Stauwehr Oberföhring von der Isar ab und mündet bei Landshut wieder in die Isar. Hauptsächlich dient der Kanal der Wasserkraftnutzung. Gerade dieser Abschnitt gefällt mir sehr gut. Wir laufen / radeln erhöht über dem Damm und haben so alles im Blick. Unterföhring bis Feringasee Beim Unterföhringer See (wird auch Poschinger Weiher genannt) biegen wir rechts ab. Im Übrigen ist der Unterföhringer See auch ein sehr schöner, allerdings naturbelassener Badesee und etwas weniger gut besucht. Als kleinen Tipp, falls man nach dem Lauf noch reinspringen mag oder besser zwischendurch. Unser Lauf / unsere Radfahrt zum Feringasee führt weiter über die Münchner Straße, dann auf die Aschheimer Straße / Aschheimer Weg direkt zum Feringasee. Vom Siegestor bis zum Feringasee sind wir nun ca. 11 km unterwegs. Am Feringasee kann man selbst entscheiden, wie lang die Laufrunde werden soll. Um den See kann man mit weiteren Runden die Laufstrecke weiter ausbauen. Jede Seerunde ist ca. 2 km lang. Zurück geht es auf dem gleichen Weg oder du variierst und läufst zum Beispiel über Unterföhring und dann über den Englischen Garten wieder Richtung Münchner Innenstadt. Der Feringasee Der Feringasee liegt schön eingebettet in die Natur und gleich am Eingang hat man den besten Blick auf den Sonnenaufgang. Allerdings eine Sache ist etwas störend und zwar die Nähe zur Autobahn (A99). Die Geräusche sind etwas "lauter" und könnte für den einen oder anderen doch störend wirken. Die Halbinsel des Feringasee (gegenüber dem Eingang) ist für FKK Baden freigegeben. Ein Hinweis noch, natürlich morgens, wenn ich normalerweise unterwegs bin, ist die Strecke sehr leer. Tagsüber muss man allerdings mit mehr Verkehr (Menschen) rechnen. Gerade am See ist die Laufstrecke dann voll durch die Badegäste. Bei schlechterem Wetter hat man sicherlich dann aber freie Bahn. Für diejenigen, die nur eine Strecke laufen wollen (nicht zurück), erwähne ich noch, dass man am Feringasee auch gut im Biergarten (Gasthof Feringasee) einkehren kann. Heim kommst du dann mit der S8 ab Unterföhring. Die S-Bahn Station ist etwa 1 km vom See entfernt. Streckenprofil Die Strecke hat einen einfachen Charakter ohne viel Höhenmeter. Der Boden bietet von Asphalt, Feldwege bis hin zu Schotterwege eine gute Abwechslung. Wer es etwas schwieriger und abenteuerlicher braucht, wechselt direkt an der Isar auf die Isartrails. Die mag ich persönlich besonders gern. Hier ist man meist auch allein ohne störenden ständigen Gegenverkehr (tagsüber) unterwegs. Alle Angaben habe ich nach bestem Gewissen erstellt, besonders an heißen Tagen sollte unbedingt genügend Wasser mitgeführt werden. Ich habe nicht drauf geachtet, ob man unterwegs irgendwo Wasser nachfüllen kann. Wer eine Wasserstelle kennt, schreibt es bitte gern in die Kommentare. Für alle anderen empfehle ich einen Trinkrucksack. Ich persönlich trage die Modelle von Nathan. Die Passform ist perfekt auch für kleinere Menschen und genügend Taschen für zusätzliche Dinge (Schlüssel, GoPro, Handy, etc.) bieten diese auch. (Werbung) Ich freue mich, wenn ich den einen oder anderen hiermit eine neue Strecke zeigen konnte und diese auch nachgelaufen oder gefahren wird. Mir hat sie wie bereits erwähnt sehr gut gefallen. Und die Stimmung am Morgen ist einfach fantastisch, findest du nicht auch? Wie du sportlich bleibst, kannst du auch hier nachlesen und ein bisschen Motivation finden.

  • Tauern (1841 m) - einsame Wanderung mit perfekten Fotospot

    Wandern in Tirol Ein perfekter Wandertag sieht so aus, auf den Gipfel des Tauern gehen, den Blick auf den Plansee genießen und dann noch den perfekten Platz für ein wunderschönes Foto finden. Der folgende Tourentipp bietet eine einzigartige Bergwelt, weit und breit kaum eine Menschenseele und ganz viel Ruhe und Natur. Allerdings verläuft die Wanderung teilweise auf weglosen Passagen und Geröll, sodass Schwindelfreiheit und Trittsicherheit zwingend erforderlich sind. Tourentipp Tauern (1841m) Bereits letztes Jahr ging es ins wunderschöne Tirol, genauer gesagt an den Plansee und auf den Gipfel des Tauern (1841 m). Ich bin immer wieder auf der Suche nach den perfekten Fotospots dieser Welt, markant und einen grandiosen Ausblick bieten, das sind Punkte, die dabei wichtig sind. In Tirol wurden wir fündig. Diese Wanderung steht ganz weit oben auf meiner Liste der persönlichen Lieblingstouren. Deswegen möchte ich euch auf den Tauern mitnehmen und vielleicht bekommt ihr ja Lust, selbst diese Wanderung auf den Tauern irgendwann mal zu unternehmen. Beste Jahreszeit für diese Wanderung ist der Sommer, zwischen Juni und Oktober. Startpunkt der Wanderung Vom Campingplatz Seespitz (Adresse; AT-6600 Breitenwang/Reutte) gehts direkt los. Über die Holzbrücke (links) gelangt man auf einen schattigen Forstweg, direkt am Plansee entlang. Nach etwa 10 Minuten zweigt der Aufstieg über den Jägersteig ab. Der Aufstieg vom Plansee bis zu einer Jagdhütte (Aufstieg ca 1 Stunde) ist besonders lohnend. Hier entstehen die schönsten Bilder während der gesamten Tour. Am schönsten ist ein Vorspung unterhalb der Jagdhütte mit einem fantastischen Blick über den See und die Bergkulisse. Allerdings es benötigt vor allem hier Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, da der Grat teilweise schmal ist und mit dem Geröll eine Ausrutschgefahr besteht. Zum Gipfel des Tauern An der Jagdhütte vorbei geht der Anstieg weiter Richtung Tauern. Links von uns befindet sich der Heiterwanger See. Die Wanderung ist facettenreich. Zunächst geht es weiter durch ein lichtes Waldstück und eine steile Wiese. Es gibt immer mehr Latschen, die den Weg versperren und auch verunsichern, ob man sich überhaupt noch auf dem richtigen Pfad befindet. Teilweise ist es nicht leicht auf dem Wanderweg zu bleiben. Die Tour ist kaum begangen, entsprechend schlecht kann man den Pfad manchmal lesen. Wir finden glücklicherweise immer wieder auf den rechten Weg, da wir nach einen vorab abgespeicherten GPS Track gehen. Aber genau das macht diese Wanderung auch irgendwie interessant. Man trifft kaum auf andere Wanderer und kann somit einen Tag fern von Trubel verbringen. GPS Daten Ich empfehle entweder die Pfadspuren richtig lesen zu können oder viel besser vorab einen GPS Track runterladen, ansonsten kann es schnell bedeuten, dass man über die Latschenfelder drüber muss oder einfach immer wieder zurück gehen muss, um den richtigen Weg zu finden. Mit ein paar Metern Umweg kommen wir dennoch sehr gut durch. Recht schnell befinden wir uns auch im Aufstieg auf den Tauern. Für erfahrene Wanderer ist der Anstieg problemlos (Achtung kleine Kletterpassagen und Hände benutzen). Weniger erfahrene Wanderer empfehle ich diese Tour eher weniger bzw. sollten die Passagen einfach nicht unterschätzen. Nach ca. 2,5 Stunden stehen wir auf dem Gipfel des Tauern. Das Gipfelkreuz haben wir für uns allein und die Aussicht ist atemberaubend schön. Wenn man die Tour als Rundweg machen will, geht es über den Grat weiter auf den Gipfel des Zunterkopf (Tauern - Zunterkopf etwa 30 Minuten). Aber spätestens hier nehmen die Wanderer wieder zu und mit der Einsamkeit ist vorbei. Wir entschieden uns auf dem gleichen Weg zurück zu wandern. Fazit zur Wanderung auf den Tauern, Tirol Einsame Tour, für Alltagsflüchtlinge und Fotografen auf der Suche nach dem perfekten Ort für das perfekte Foto. Wenig begangen heißt in diesem Fall, dennoch sehr lohnenswert. Meine Empfehlung wie bereits erwähnt, die Route unbedingt als GPS Track dabei zu haben oder auch eine detailierte Wegbeschreibung, da keine Beschilderung vorhanden ist und man durch die Wildwechselstellen öfter mal die falsche Abzweigung wählt. Wir waren mit den GPS Daten unterwegs und konnten so mit kleineren Umwegen unseren Weg finden. Man erkennt relativ schnell, wenn man falsch gelaufen ist, da oft Latschen den Weg versperren. Details Ausgangsort: Parkplatz an der Strasse / Campingplatz Seespitz, direkt an der Brücke Aufstieg / Abstieg: 994 m Höchster Punkt: 1841 m Hin- und Rückweg: der gleiche, kein Rundweg Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll / Wanderpfad nicht durchgängig ersichtlich Dauer: 5 Stunden Equipment: festes Schuhwerk und Wanderstöcke sehr empfohlen Fotocredit: Stefan Schaaf (PEAK ART IMAGES) Danach empfehle ich übrigens noch einen kurzen Stopp am Plansee einzulegen, denn Abkühlung ist mehr als verdient.

  • Die Sächsische Schweiz - Tipps für ein Wochenende

    Der Coronavirus in aller Munde, es ist die Woche bevor die Krise bzw. die Ausgangsbeschränkungen alles ändern. Meine Freundin Sina und ich entscheiden spontan, weil mega Wetter erwartet wird, das Wochenende vom 13. - 15. März in der Sächsischen Schweiz zu verbringen. Kein Katzensprung ab München, aber ein Ziel, das mir schon lange am Herzen liegt und ich besuchen will. Und Corona macht mir zu dem Zeitpunkt etwas Angst, ich will flüchten. Sächsische Schweiz wir kommen Sina ist genauso spontan und reiselustig wie ich, also fahren wir am Freitag nach der Arbeit Richtung Sächsische Schweiz, genau gesagt nach Rathen. Ab München nach Rathen sind ca. 500 Km oder auch ca. 5 Stunden Fahrt einzuplanen. Rathen liegt unweit von Dresden (ca. 30 km) und in der Nähe zur tschechischen Grenze. Ich war erst letztes Jahr in Tschechien, genauer gesagt in der Böhmischen Schweiz und mir hat die Gegend äußerst gut gefallen. Die Böhmische, wie auch die Sächsische Schweiz sind beide Teile des Elbsandsteingebirges und die Elbe durchfließt hier beide Regionen. Das Elbsandsteingebirge ist eine wunderbare Urlaubsregion und beliebt bei Wanderern, Radfahrern und bei Aktivurlaubern. Die Möglichkeiten sind vielfältig und genau deswegen bin ich kein halbes Jahr später auf die deutsche Seite des Elbsandsteingebirges zurückgekehrt. Denn hier gibt es einen Ort, den ich seit Jahren besuchen will, natürlich zum Sonnenaufgang. Welcher Ort das ist, dürfte keine Überraschung sein. Um allen vorzugreifen, auch dies wird nicht mein letzter Besuch gewesen sein, es ist einfach traumhaft im Elbsandsteingebirge oder auch in der Sächsisch - Böhmischen Schweiz. Wie bereits erwähnt ist die Anfahrt nach Rathen nicht wirklich kurz und wir starten in München an einem Freitag Abend gegen 17 Uhr, erreichen unser Hotel kurz vor 22 Uhr. Wir haben uns für die Unterkunft das Amselgrundschlösschen entschieden, gerade wegen der Lage, denn gleich am nächsten Morgen wollten wir zu einer kleinen Sonnenaufgangstour starten. Und zwar zur Bastei. Und war der Ort schwer zu erraten ? Rathen ist ein kleiner Kurort, direkt an der Elbe gelegen und Ausgangspunkt für die weltbekannte "Bastei". Jedes Jahr pilgern viele Menschen hierher, nur um die Bastei und den wunderschönen Ausblick zu sehen. Die Sächsische Schweiz ist übrigens ein Nationalpark und gerade in Rathen gibt es schöne Natur zu erleben. Auf zur Bastei - eine Herzwanderung Wir gehen eigentlich fast nach Ankunft in unserem Hotel schlafen, denn die Nacht wird kurz und wir wollen gegen 05:30 Uhr starten, pünktlich um den Sonnenaufgang mit Blick auf die Basteibrücke zu sehen. Die Bastei ist eines der beliebtesten Orte für Fotografen überhaupt. Ich folge diversen Fotografen auf Instagram und auch dem Account der Sächsischen Schweiz. Da mich die Fotografie sehr interessiert, musste ich genau hier her, da ich immer wieder die Bilder rund um die Bastei bewundere. Das Wahrzeichen der Bastei ist die Basteibrücke mit 76,5 m Länge, dabei wird eine 40 m tiefe Schlucht überwunden. Die Brücke ist aus Sandstein. Das Amselgrundschlösschen liegt übrigens direkt neben dem Einstieg der kleinen Wanderung. Wir wandern einen gut ausgebauten und bequemen Stufenweg zur Basteibrücke. Der Aufstieg ist recht kurz, was für uns Münchner ungewohnt ist. Sind wir doch bei Sonnenaufgangstouren in die bayrischen Berge schon einige Stunden vor Sonnenaufgang unterwegs, bedarf es hier zur Bastei gerade mal eine Aufstiegszeit von 20 Minuten. Wir sind zu früh am Aussichtspunkt. Ich plane immer gern extra Zeit ein, aber bei der kurzen Wegstrecke ist es nicht erforderlich. Hätte ich eigentlich wissen müssen, aber für mich ist nichts schlimmer als ein verpasster Sonnenaufgang. Nun ja in diesem Fall haben wir halt gefroren und die Sonne hat etwas auf sich warten lassen. Die Stimmung zum Sonnenaufgang war an diesem Tag besonders schön. Der Frühling lag bereits in der Luft und die Vögel sangen besonders laut. Normalerweise kann man davon ausgehen, dass dieser Tourismusmagnet auch morgens schon sehr voll ist. Es ist einer der meistbesuchten Orte in der Sächsischen Schweiz (1,5 Mio Besucher / Jahr Quelle: Wikipedia). Gerade tagsüber wird man hier auf wahre Menschenmassen treffen. Wir haben Glück, wahrscheinlich auch, weil eine Woche später bereits die Ausgangsbeschränkungen wegen Corona ausgesprochen werden und seit Wochen die Corona-Pandemie die Medien beherrscht. Wir sind zwar nicht allein, aber auch überfüllt ist es an diesem Tag nicht. Nach dem Sonnenaufgang ist vor dem Frühstück Nach dem Sonnenaufgang entschließen wir uns für die Rundtour über die Schwedenlöcher, wir haben noch Zeit bis es Frühstück im Hotel gibt. Die Schwedenlöcher sind eine Schlucht hinunter zum Amselsee und Rathen. Wir gehen einen Weg mit 780 Stufen und 130 Höhenmeter hinab. Es fühlt sich mystisch an durch diese enge Schlucht mit moosüberzogenen Felsen zu gehen. Die ersten Sonnenstrahlen dringen allerdings schon durch und machen eine besondere Stimmung am frühen Morgen. Einige Abschnitte sind dauerhaft feucht und gutes Schuhwerk ist daher empfohlen. Weiter geht's hinab Richtung Amselsee und es ist nicht mehr weit zum Hotel. Der Amselsee ist klein, aber fein und umgeben von Felsen. Hier kann man im Sommer auch eine Bootstour machen und die schöne Natur genießen. Es ist ein schattiger Ort wegen der Felsen und Bäume drumherum. Nach insgesamt 6,28 km und etwas mehr als zwei Stunden sind wir wieder am Hotel angekommen und gerade rechtzeitig für den ersten Kaffee des Tages. Übrigens im Amselgrundschlösschen gibt es auch Prosecco, welchen wir gern an diesem Morgen getrunken haben. Wer sich die Strecke über die Garmin App anschaut wird ein Herz erkennen, mir hat die Tour sehr gefallen und deshalb bekommt sie auch ein Herzchen von mir. Wegpunkte: Start Hotel Amselgrundschlösschen - Felsenburg Neurathen - Bastei (-brücke) - Berghotel Bastei - Schwedenlöcher - Amselsee - Ziel Rathen (insgesamt 6,28 km / 256 HM) Wanderung zum Lilienstein Nach dem Frühstück ist vor der Wanderung und wir wollen noch zum Lilienstein hinauf. Es ist einer der markantesten Berge der sächsischen Schweiz und sieht wie ein Tafelberg aus. Es ist auch einer. Wir wandern ab Rathen und nehmen auf dem Weg noch den Gipfel des Gamrig mit, welcher sehr freistehend oberhalb des Ortes und leicht zu erreichen ist. Der Gamrig ist für Sonnenaufgänge gut geeignet, nur kommt die Sonne etwas später hoch, da sie erst über den Wald aufsteigen muss. Die Sicht ist weitreichend und spektakulär. Man erkennt so manchen Ausflugsort wie z.B. die Festung Königstein vom Gamrig aus. Wir werden den Sonnenaufgang am nächsten Tag dort erleben. Auch dieser Ort lohnt sich für Sonnenaufgänge und bekommt ein Herzchen von mir. Vom Gamrig über Prossen zum Lilienstein Nach dem Gamrig wandern wir weiter Richtung Waltersdorf und verlassen rechts die Straße in den Wald hinein. Die Strecke ist wunderschön und wir ziehen an grünen Wiesen vorbei. Die Beschilderung ist ausgezeichnet, man kann sich nicht verlaufen. Über die Liliensteinstraße und den Gründelweg gelangen wir nach Prossen, von wo wir rechts den Aufstieg auf den Lilienstein nehmen. Es ist nicht mehr weit. 30 Min und 254 HM später erreichen wir den 16 m hohen Obelisk am höchsten Punkt des Lilienstein. Dazu bekommen wir eine großartige Aussicht über die Sächsische Schweiz geboten. In der Hauptreisezeit kann man sich im Biergarten der Felsbaude Lilienstein stärken, wir haben unsere Snacks sowie Getränke an diesem Tag selbst mitgebracht. Den Abstieg nehmen wir über den Kirchweg Richtung Elbe und gelangen so einfach wieder nach Rathen. Die Tour hat insgesamt 12,9 km und wir brauchen knappe 4 Stunden im gemütlichen Tempo. Anstrengend ist die Wanderung nicht und für jeden geeignet. Wegpunkte: Start Hotel Amselgrundschlösschen - Gamrig - Waltersdorf - Prossen - Lilienstein - Kirchweg - Kotte Steig - Rathen Auf Wiedersehen Sächsische Schweiz Am nächsten Tag geht es schon wieder zurück nach München, bevor wir uns auf den Weg machen, wandern wir noch schnell den Gohrisch hoch. Die Parkmöglichkeiten sind direkt davor und deswegen ist der Gipfel des Gohrisch nicht schwer zu finden. Auch dieser Stop hat uns sehr gefallen, gerade wegen dieser atemberaubenden Fernsichten, welche man hier hat. Die Natur ähnelt sich zwar und man denkt, hat man einen Fels gesehen, kennt man alle. Doch ich habe immer wieder aufs Neue gestaunt und entdeckt. Die Felsen präsentieren sich jedes Mal in einer anderen abgefahrenen Form, man kann sich auch Figuren vorstellen. Ich hätte ewig weiter rumkraxeln und vor allem Fotos schießen können. Die zwei Tage waren perfekt und man kann gut auch eine ganze Woche im Elbsandsteingebirge verbringen. Hier in der Natur schafft man es gut, Ruhe einkehren zu lassen. Ich vergebe für die Sächsische Schweiz ein fettes Herzchen. Es ist eines der schönsten Regionen Deutschlands. An diesem Wochenende haben wir einfach alles richtig gemacht. Es war toll und gerade der ungewöhnlichen Zeit geschuldet, konnten wir die Region einsamer erleben als normal, ohne auf viele Menschen zu treffen. Die Woche danach war dann erst mal alles anders, als die COVID-19 Pandemie unser Leben komplett auf den Kopf gestellt hat. Wer Tipps braucht, wie man auch diese Zeit aktiv gestalten kann, schaut hier vorbei. Die Sächsisch - Böhmische Schweiz ist immer eine Reise wert, mir hat es ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ein Wiedersehen wird es auch geben. Und jetzt bist du an der Reihe, warst du schon dort und wie hat es dir gefallen? Ich freu mich weitere Tipps zu lesen.

  • Laufen mit Spikes – Icebug Pytho3 BUGrip

    Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit Icebug GmbH. Das Produkt Icebug Pytho3 BUGrip wurde mir zur Verfügung gestellt. Wie einige bereits mitbekommen haben, möchte ich am Jahresende noch meine 10 Km Bestzeit aus dem letzten Jahr verbessern. Dafür trainiere ich aktuell viel und eigentlich ist die winterliche Jahreszeit nicht immer optimal dafür. Es ist kalt, nebenbei öfter glatt und wenn ich auf eines keine Lust habe, dann mich zu erkälten oder viel schlimmer mich zu verletzen. Dennoch bin ich darauf angewiesen, regelmäßiges Lauftraining absolvieren zu können. Für das Laufband kann ich mich derzeit absolut nicht begeistern. Keine Frage, wenn man alles aus sich rausholen will bzw. auch muss, macht es Sinn das eine oder andere Intervall- oder Schwellentraining einzubauen. Bei rutschigen Verhältnissen leider nicht ganz ungefährlich und deshalb ist es vernünftig über Winterlaufschuhe nachzudenken. Der Winterlaufschuh Icebug Pytho3 BUGrip In normalen Straßenlaufschuhen wäre so manches Training / so mancher Lauf nicht in der gewünschten Intension möglich. Deshalb war ich froh, dass ich den Winterlaufschuh PYTHO3 BUGrip von Icebug testen konnte und aktuell immer noch sehr gern laufe. Eines vorweg, dieser Schuh hat integrierte BUGrip Spikes und ist vor allem fürs Gelände geeignet. Ich wollte ursprünglich keinen Spikeschuh testen, aber Mathias von Icebug meinte, „Mach mal, du wirst begeistert sein.“ Generell hatte ich bisher noch nie einen Spikeschuh besessen und hatte absolut null Erfahrung damit. Warum auch? Ein Spikeschuh ist im Vergleich zur Nutzungshäufigkeit teuer, oft teurer als ein normaler Laufschuh und sollte der Winter ausbleiben, steht ein solches Paar Schuhe auch mal nur rum. Zudem könnte man alternativ immer noch auf das Laufband ausweichen. Laufschuhe für den Winter Der Auftakt in den Dezember startete dieses Jahr bereits winterlich, in München hatten wir schon Schnee und auch die bayrischen Hausberge sind schon längst schneebedeckt. Die Voraussetzungen sind super, um endlich mit einem Winterschuh ein paar Kilometer runter zu spulen. Tragekomfort und ein paar Details Der Icebug Pytho3 BUGgrip, ich trage die Größe 38, ist mit 17 Spikes ausgestattet. Das Gewicht beträgt 320 Gramm, hat eine Sprengung von 5 mm und ist wasserabweisend. Die Optik ist schlicht, aber mir gefallen die Akzente in pink sehr gut. Ich empfand das Tragegefühl nicht anders als in einem normalen Laufschuh. Mir passten die Schuhe von Anfang an wie angegossen. Man sollte allerdings beim Anziehen lieber vor die Haustür gehen, ansonsten könnten ungewollte Kratzer schnell den Boden beschädigen. Einsatz Die Spikes sind dynamisch und können deshalb auf jeglichen Untergrund verwendet werden. Aber Spaß macht der Schuh meines Erachtens nur im Gelände, im Schnee bzw. auf Eis. Asphalt stellt zwar kein Problem dar, jedoch ist das klack klack sehr gewöhnungsbedürftig und es kommt vor, dass Passanten einem doch sehr verwundert hinterherschauen. Die Spikes im Härtetest Anfang Dezember veranstaltete die Laufbar zusammen mit Icebug in München ein ganz besonderes Event. Wir konnten die schwedische Schuhmarke auf Herz und Nieren auf der Eisbahn des Olympia-Eissportzentrum testen. Ich nutzte die Chance und probierte den Icebug Pytho3 BUGrip natürlich unter diesen Extrembedingungen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auf einem kleinen Hindernisparcour mit Sprüngen und Slalom laufen wurden wir schnell probierfreudig und sprinteten in einem Höllentempo über das Eis. Wir hatten Spaß und ich gewann Vertrauen in die Spikes. Übrigens verletzt hatte sich keiner, es bestand auch keine erhöhte Rutschgefahr und der Grip war mehr als gegeben. Die Spikes in den Bergen Mittlerweile war ich mit dem Icebugs auch mehrmals in den Bergen unterwegs, ich bin bisher unfallfrei gelaufen, über Schnee, Eis und auf nassen Waldwegen. Der Schuh läuft sich sehr direkt und man hat jederzeit ein Gefühl für die Bodenbeschaffenheit. Eigentlich vergisst man bei längeren Laufen, dass man auf Schnee und Eis vorsichtiger laufen sollte, da die Spikes ein absolutes Sicherheitsgefühl vermitteln. Sollte allerdings der Schnee etwas höher sein, dann kommt Nässe relativ schnell von oben in den Schuh. Da wären zusätzliche Gamaschen eine absolute Empfehlung. Fazit zum Laufen mit Spikes Es ist natürlich Geschmacksache, ob man mit oder ohne Spike laufen will. Es gibt viele Läufer, die im Winter weiter mit ihren normalen Lauf- oder Trailschuhen unterwegs sind und damit recht gut fahren. Ich für mich habe festgestellt, dass ich mit Spikes ein höheres Sicherheitsgefühl habe und dadurch auch mehr Tempo machen kann. Als Nachteil empfinde ich jedoch die Lautstärke, welche die Spikes auf Asphalt machen. Laut Hersteller kann man mit den Spikes auf der Straße laufen und sie sind verschleißfest. Im Normalfall laufe ich den Icebug PYTHO3 BUGrip bei wirklicher Glättegefahr auf meiner normalen Münchner Joggingstrecke oder regelmäßig in den Bergen im Schnee und auf eisigen Passagen. Noch ein kleiner Tipp – die richtige Kleidung Ich höre leider immer wieder, dass viele Läufer sich im Winter dick anziehen, um zum Laufen zu gehen oder gar nicht, weil es ihnen schlichtweg zu kalt ist. Durch den Übergang von Sommer, über Herbst gewöhnt man sich meines Erachtens sehr gut an die kalten Temperaturen. Ich laufe viel lieber jetzt als bei 30 Grad im Sommer kurz vorm Hitzeschlag. In Bezug auf Kleidung sollte man so loslaufen, dass man noch ein bisschen fröstelt, dann ist es genau richtig. Wer zu warm angezogen ist, wird sehr stark schwitzen und die Nässe kühlt dann auch den Körper schnell aus, sobald man sich nicht mehr bewegt. Die Folge ist dann schnell mal eine Erkältung. Und so steht einen schönem Lauftraining bei kalter und frischer Luft im Winter nichts mehr entgegen. Kann losgehen. Und wie stehst du zum Laufen mit Spikes? Würde gern auch etwas über deine Erfahrung lesen. Fotocredit: PEAK ART IMAGES Videoimpressionen zum Icebug Event - Videocredit: Running Geo https://www.youtube.com/watch?v=zhyuW7PSCuY&feature=youtu.be

  • Danke Transalpine Run und was kommt danach ?

    Gibt es noch Ziele nach dem Transalpine Run? Der Transalpine Run liegt nun schon wieder ein paar Tage zurück und das Leiden ist weniger geworden, die stolze Brust weiter gewachsen und alles sieht wieder positiver aus. Auch der Heulanfall während Etappe 6 ist vergessen, bei welchem ich den stärksten Drang des Aufgebens verspürte. Ich sitze nun hier vor meinem Laptop und irgendwie ist mir langweilig. Die lange Vorbereitung des Wettkampfes ist vorbei, das Adrenalin weg, mein Kalender wieder leerer, ich bin unterfordert. Komisches Gefühl, aber ist so. Ich möchte den Transalpine Run kurz Revue passieren lassen, es war etwas großartiges. Dieses Event hat meinen ganzen Sommer 2016 bestimmt, bei Wind und Wetter und auch Sonnenschein ging es in die Berge und es war rückblickend ein wunderbares Jahr bisher. (Kompletter Tagesbericht, jeweils verlinkt) Etappen: Etappe 1: anstrengender Start in die Woche mit tollen Ausblicken. Die Strecke führte uns von Garmisch-Partenkirchen nach Lermoss. Erstes Problem mein Puls, wahrscheinlich von der maximalen Aufregung vorm Start. Im Ziel sind wir hüpfend und glücklich eingetroffen. Etappe 2: eine der schönsten Etappen, es ging von Lermoos nach Imst. Der Downhill war ein Highlight. Die ersten Schmerzen meldeten sich bereits und die Beine wurden schwerer. Etappe 3: die Königsetappe, welche nicht enden wollte und wir immer wieder Anstiege über Anstiege überwinden mussten. Am Ende sind wir von Imst nach Mandarfen 52 km und 12 Stunden unterwegs gewesen. Im Ziel Glücksgefühl die "eigentlich" härteste Etappe geschafft zu haben. Etappe 4: am 4. Tag erreichten wir den höchsten Punkt des Transalpine Run. Diese Etappe führte uns von Mardarfen nach Sölden. Ich musste regelrecht kämpfen, da mir wegen Übelkeit und Magenproblemen die Energie ausging. Mein Laufpartner Geo hatte erste Probleme mit seinem Schienbein. Etappe 5: ein guter Tag, die Strecke von Sölden nach St. Leonhard de Passeier war weniger technisch und dadurch weniger anstrengend. Wir konnten den Lauf und die hervorragenden Trails genießen. Etappe 6: ich erlebte meinen persönlichen Tiefpunkt an diesem Lauftag von St. Leonhard nach Sarnthein, war der Aufgabe nahe und die Tränen floßen. Die Umgebung war atemberaubend schön, aber der Stress und die Anstrengung leider für mich beim Maximum. Im Ziel empfand ich nur Enttäuschung. Etappe 7: unser Tag, Strategie geändert, schneller Start, um dem Zeitlimit davon zu laufen. Die Vorfreude auf Brixen trug mich. Für Geo war es leider ein schmerzhafter Abstieg. Der letzte Kilometer durch die Innenstadt mit Gänsehaut. Hurra eine unvergessliche, emotionale Woche fand sein Ende mit dem fettesten Lächeln im Ziel. Und was bleibt vom Abenteuer Transalpine Run? Ganz viele Gedanken - Ziele setzen sind wichtig, somit kann man dem Alltag entspringen und seinen Träumen folgen. Das Gefühlskarussell, welches man dabei erlebt und die Glückshormone, die man spürt, entlohnen für all das harte Training. Man lebt. - Wir können alles schaffen, wenn wir das Ziel nicht aus den Augen verlieren und Hindernisse möglichst aus dem Weg schaffen. Dranbleiben lohnt sich. - Ich selbst musste erfahren, es gibt Momente in denen mir einfach die Luft wegbleibt, ich mundfaul bin und einfach auch mal schweigen kann. Auch dass gab es während dem Transalpine Run. - Mein Körper zeigte mir Schwächen auf, die ich bisher nicht von mir in der Extreme kannte, Thema Übelkeit, Appetitlosigkeit und Grenzerfahrung. - Team, nur gemeinsam sind wir stark! Loslassen und Verantwortung abgeben, auch das habe ich gelernt und bin meinem Laufpartner Geo unendlich dankbar dafür. - Routine ist nicht langweilig, sondern hat während dem Transalpine Run eine gewisse Ruhe und Halt vermittelt. Happy End ? Ursprünglich wollte ich beweisen, dass jeder diese Alpenüberquerung schaffen kann, vorausgesetzt man ist unverletzt, aber diese Aussage muss ich leider revidieren. Ich hatte teilweise das Gefühl, ich kann es nicht schaffen, war der Aufgabe nahe, hätte nur noch heulen können. Diese Erfahrung war härter als gedacht. Eine adäquate Trainingsvorbereitung ist immens wichtig, eine gesunde Selbsteinschätzung hilfreich. Ich möchte jedem empfehlen, ein solches Abenteuer zu bestreiten und vor allem persönliche Grenzen auszuloten, aber es wird nicht für jeden ein Happy End geben. Deswegen ein paar Tipps, welche dieses Erlebnis zusätzlich erleichtern. - Hotels frühzeitig buchen und unbedingt darauf achten, dass Start und Ziel zu Fuß erreichbar sind. War bei uns aufgrund der späten Anmeldung leider nicht mehr möglich, da die Unterkünfte vor Ort nicht im Überfluß herrschen oder meist gar nicht nur für eine Nacht zu bekommen waren. Dann lieber direkt vor Ort ein Zimmer buchen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass im Zielbereich immer ein paar Ansprechpartner des Tourismusbüros der einzelnen Orte anwesend waren und hilfreich Unterkünfte vermittelten. Auch dass ist nicht optimal, da der Taschenlieferservice dadurch aufgehoben ist, aber besser als in Hektik irgendwo 15-20 km weg ein Hotel buchen, was die Erreichbarkeit von Start/Ziel, Pasta Party und Massage mehr als erschwert. Wenn ihr einen Partner/Freund/in/Eltern etc. habt, die euch gerne an der Strecke anfeuern, gern den Fahrdienst und ähnliches übernehmen würden, dass wäre purer Luxus und sozusagen 5 Sterne deluxe. - Wenn ihr genug Urlaubstage übrig habt, nehmt ein paar Tage vorher und viel wichtiger danach. Ich für mein Teil muss gestehen, dass die ersten 4-5 Tage nach dem Transalpine Run der reinste Horror waren, die Müdigkeit und auch Schmerzen in meinen Füßen waren sehr unangenehm und ich stand regelrecht neben mir. Ich tat mir schwer reibungslos meinen Alltag zu bestreiten. - Thema Blasenvermeidung, da kann ich euch wirklich die besten Tipps geben, zumindest für meine Verhältnisse bin ich fast schmerzfrei über die Alpen gekommen. Die Fersen hatte ich voll mit Kinesio-Tape zugeklebt und zusätzlich die gesamten Füße mit Zero-Friction (gibts sicherlich auch Alternativen) eingeschmiert. Natürlich hatte ich auch viele Blasen, vor allem an den Zehen, welche weh taten, aber blutig gelaufen hatte ich mir nichts und ich konnte jede Etappe einigermaßen gut durchlaufen. - Der einfachste Tipp überhaupt, vergesst die Sonnencreme niemals! - Die guten Wanderstöcke wollte ich erst gar nicht mitnehmen und da ich noch genügend Platz in der Tasche hatte, doch in letzter Minute dafür entschieden. Ich behaupte, ohne Wanderstöcke hätten wir so manche Etappe nicht überstanden. Sie gaben uns Halt, reduzierten die Belastung auf unsere Gelenke und wir kamen an so mancher Passage schneller vorbei. Unbedingt mitnehmen. - Für mich gestaltete sich die Energieversorgung als einer der größten Herausforderungen. Schon schnell sagte mein Körper er will nicht essen und signalisierte Übelkeit. Die Energie reichte natürlich kaum aus, die täglichen Strapazen zu überstehen. Ich ging dazu über, gesalzene Nüsse und Cola zu mir zu nehmen, was ich sehr gut vertrug und mir zumindest einige Power gab. Für ein nächstes Mal würde ich versuchen immer Kleinigkeiten zu essen, auch wenn man keinen Hunger verspürt, um somit die Energieversorgung zu optimieren. - So und last but not least, dass Wichtigste, der Laufpartner. Hier ist es wie mit einem Reisepartner, nur noch viel intensiver. Es muss harmonieren. Auch ist es wichtig, dass beide das gleiche Ziel haben, sonst wird es zur Hölle für den einen und auch für den anderen. Es wird meist so sein, dass einer, der Stärkere ist, es muss klar sein, dass hier trotzdem das gemeinsame Durchkommen zählt. Wenn euch noch was interessiert, einfällt, ihr Fragen habt oder auch noch Tipps, dann schreibt es in die Kommentare. Transalpine Run 2.0? Auf die Frage: Würde ich nächstes Jahr trotzdem wieder mitlaufen? Was kommt als nächstes Ziel? Ich habe da gerade keine Antworten und muss erst mal alles sacken lassen. Dennoch die Reise mit mir durch sportliche Abenteuer geht auf jeden Fall weiter, to be continued ;) Eure Cindy Mit freundlicher Unterstützung von Viking Footwear, Suunto, 2XU, Sziols, TomTom, Casio, Orthomol Sport

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