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  • Trailrunning auf Mallorca - der GR 221

    Was ist der GR221? Cindy ich habe das nächste Abenteuer für dich. Es heisst GR 221. Oh wie schön und keine drei Wochen später befand ich mich auf Mallorca zum Trailrunning. Mallorca war für mich nie ein Wunschreiseziel, viel zu oft denkt man erst mal an den Ballermann Tourismus, was für mich Grund genug war, dort nicht hinzufliegen. Meine Freundin Helma hingegen erzählte mir vom GR221, interessant war, drei Tage unterwegs zu sein von Hütte zu Hütte. Dabei würden wir maximal einen kleinen Trailrunning-Rucksack mitführen. Minimalismus und maximaler Spaß und das geht so. Der GR 221 Wanderweg Der GR221 wird auch Trockenmauerweg genannt und führt durch das Serra de Tramuntana Gebirge. Über ca. 140 km führt der Weg von Port d’Andratx bis nach Pollenca oder auch rückwärts. Die Strecke zurück wäre ein wenig einfacher, da weniger Höhenmeter zu bezwingen sind. Man ist oft auf abgeschiedenen Pfaden unterwegs oder kommt durch kleine malerische Orte, welche zum Verweilen einladen. Vorbereitung und Packliste Der schwierigste Teil von allem war definitiv das Packen. Ein Grund als low budget Reisender muss man ja mittlerweile für jedes Gepäckstück beim Fliegen bezahlen, das wollte ich mir für die fünf Tage Aufenthalt auf der Insel einsparen und nur mit Handgepäck reisen. Drei Tage waren wir ja sowieso nur auf den Inhalt des kleinen Laufrucksackes beschränkt und die anderen zwei mussten in einen etwas größeren Rucksack unterkommen. Eines vorweg, so manches hatte ich nicht wirklich bedacht, aber hatte glücklicherweise eine gut organisierte Freundin dabei. Was braucht man für drei Tage Trailrunning Man muss bei den täglichen Touren auf dem GR 221 unbedingt 1,5 – 2 Liter Wasser mitführen, denn Wasserstellen sind nicht immer vorhanden. Persönlich hatte ich mich für eine Trinkwasserblase entschieden. Zum Laufen hatte ich lediglich ein Paar Trailrunning-Schuhe dabei. Beim Laufoutfit sollte man unbedingt auf Merino-Ware achten, da man aufgrund des Platzmangels die Sachen mehrmals trägt. Ich hatte somit nur zwei Shirts, ein Longsleeve, eine Windjacke, eine lange und eine kurze Laufhose eingepackt. Dazu kamen drei Paar Socken und Unterwäsche. Weitere Extras waren ein kleines Handtuch, Hygienemittel (Zahnbürste/-paste/Sonnencreme/Duschgel und Shampoo in kleinen Mengen, Pflaster). Und ganz wichtig die Technik u.a. hatte ich GPS Uhr inkl. Brustgurt, Iphone, Kamera, Go Pro, Ladegeräte und Powerbank dabei. Zur Verpflegung hatte ich nur ein paar Riegel eingepackt, mit dem Wissen, dass wir täglich unterwegs Kleinigkeiten einkaufen konnten. Zur Übernachtung benötigt es zusätzlich einen dünnen Hüttenschlafsack, die beschriebenen Unterkünfte hatten alle weitere Decken zur Verfügung. Anreise und Abreise ab / bis Palma Das mallorquine Busnetz ist wunderbar an die Etappenorte angebunden. Wir hatten uns schnell zurechtgefunden, ohne viel Umwege. Eine einfache Fahrt zum Startpunkt ist äußerst günstig und man kauft die Fahrkarte direkt beim Busfahrer. Ab Palma werden alle Orte der GR 221 Route ab dem Busbahnhof Estacio Intermodal angefahren. Etappen und Unterkünfte Der erste Teil ab Port D’Andratx ist noch weitestgehend unbeschildert. Da wir nur ein verlängertes Wochenende auf der Insel verbringen konnten, hatten wir nur die letzten vier Etappen ab Deia geplant, welche fast immer sehr gut ausgeschildert waren. Wir hatten einige Male den Weg verlassen, um beispielsweise noch den einen oder anderen Berggipfel mitzunehmen, spätestens da gab es allerdings oft keine Hinweisschilder mehr. Inoffizielle Steinmännchen wiesen uns dann den Weg, aber diese Wegweiser waren oft nicht einfach auszumachen. Tag 1 - Deia nach Rifugio Tossal Verds Es erwartete uns die längste Strecke der gesamten drei Tage, da wir gleich zwei Etappen an einem Tag laufen wollten. Ich persönlich empfand das ganz gut, da die Standard-Etappe von Deia nach Port-Soller nur kurz ist und wir diese Strecke in unter zwei Stunden bewältigten. Wir wollten allerdings nicht so früh aufstehen und fuhren mit dem Bus ab Palma erst um 9:30 Uhr los. Bereits im Bus trafen wir auf Wanderer, welche die Stirn runzelten, als wir erwähnten, dass wir bis zum Rifugio Tossal Verds wollten. In Port de Soller verloren wir leider immens Zeit, da wir nicht gleich wieder auf den GR 221 zurückfanden. Unter normalen Umständen nehmen die meisten Wanderer die Straßenbahn von Port de Soller nach Soller, die Fahrt kostet EUR 6,-. Wir Trailrunner können das natürlich nicht tun und nachdem wir uns eine Landkarte besorgten, fanden wir auch den Weg wieder. Die Strecke bis Soller lief sich gut dahin, allerdings auch in diesem Ort kamen wir leicht vom Weg ab und suchten einige Zeit bis wir die Richtung zum Coll de L‘Ofre wiederfanden. Der folgende Anstieg war treppenartig und führte über Serpentinen durch das enge Tal (Schlucht von Biniaraix). Die letzten Kilometer An diesem Tag erlebten wir viele unterschiedliche Vegetationen. Als wir den Cuber Stausee erblickten, wussten wir das es nicht mehr weit bis zur Übernachtungsstätte, dem Rifugio Tossal Verds, sein würde. Es zweigen zwei Wege zum Rifugio ab, einmal eine etwas längere Route flach am Berg vorbei oder die etwas interessantere, aber auch schwierigere Route über den Pas Coll de sa Coma de ses Ases. Ihr wisst welchen Weg wir gelaufen sind? Landschaftlich blieb es weiterhin wunderschön, auch ein kleiner Abschnitt mit kurzer Kletterpassage war dabei und machte Spaß. Nach insgesamt 7,5 Stunden erreichten wir unser Ziel und standen inmitten von Natur und Bergen, weit und breit keine weitere Zivilisation, lediglich unsere Unterkunft. Übernachtung im Rifugio Tossal Verds Die Hütte ist gemütlich und war früher ein Bauernhof. Es gibt einige Zimmer, wir waren in einem 4-Bett Zimmer mit genügend Ablagefläche und auch Steckdosen. Baderäume waren ausreichend und es gab nichts zu bemängeln (bis auf vielleicht ein bisschen kaltes Wasser in der Dusche). Es ist zu empfehlen gleich Halbpension vorab mit zu buchen, denn in der Umgebung gibt es nichts. Die Preise sind mehr als fair (1 Cola EUR 2,5o). Die Portionen sind allerdings nicht allzu groß und die vegetarische Version des Abendessens ist schlicht. Zum Abendessen gibt es immer Hauswein dazu. Tag 2 - Rifugio Tossal Verds nach Lluc (Rifugio Son Amer) Wir brachen kurz vor 9 Uhr auf. Die bevorstehende Tour war viel kürzer als die tags zuvor und deshalb entschieden wir u.a. einen Abstecher auf den zweithöchsten Berg der Insel, den Puig des Massanella (1364 m), zu machen. Vom Refugio aus liefen wir aufwärts und der Weg führte uns durch schattigen Wald. Dieser war bezaubernd schön und wir konnten die Trails gut laufen, da die Anstiege nur leicht waren. Es wurde immer flacher und recht bald liefen wir durch eine Graslandschaft umgeben von massiven Bergen. Das Panorama war beeindruckend. Wir erreichten eine lange Trockenmauer, welche den höchsten Punkt des GR 221, den Coll des Prat kennzeichnet. Genau an diesem Punkt bemerkten wir allerdings auch, dass wir am eigentlichen Ziel, den Abzweig zum Puig de Massanella vorbeigelaufen waren. Es gab mal wieder keine richtige Ausschilderung, wie bereits einige Male zuvor. Sobald man den offiziellen GR 221 Weg verlassen möchte, sollte man entweder aufmerksam sein und sich entsprechend orientieren können oder aber ein GPS Tracking benutzen. Das hieß für uns zurück zur Abzweigung. Beim zweiten Versuch fanden wir unseren Weg Richtung Gipfel ohne Umwege, Achtung man sollte schwindelfrei sein. Der Aufstieg ist nicht ganz einfach, aber mit gewissen Erfahrungen leicht zu meistern. Es geht über Geröllfelder, daher benötigt es Trittsicherheit. Der Weg ist immer wieder durch Steinmännchen oder rote Punkte markiert. Der Blick wäre fantastisch gewesen, allerdings hatten wir ein paar Wolken, aber dennoch war der Aufstieg lohnend. Runter ging es für uns es den gleichen Weg, aber es gäbe Alternativrouten. Der Abstieg nach Lluc Vom Coll des Prat erfolgt der lange Abstieg nach Lluc, zwischendrin auch nochmals ein kurzer Anstieg. Aber im Großen und Ganzen ging es flott abwärts Richtung Rifugio Son Amer. Die letzten Kilometer über einen Pilgerweg empfand ich jedoch endlos. Das Rifugio Son Amer befindet sich in Lluc ein bisschen abseits. Alternativ kann man hier auch im Kloster Lluc übernachten. Übernachtung im Rifugio Son Amer Auch diese Wanderhütte war angenehmer als erwartet, sogar mit warmer Dusche. Erneut konnten wir in einem 4-Bett Zimmer übernachten. Die Annehmlichkeiten wie Strom, Ablageflächen und Halbpension sind gegeben. Wer nicht in der Hütte essen möchte (man sagte uns, bei der Gesamtroute – 8 Etappen wird es mit dem Essen etwas eintönig) kann sehr gut in Lluc im Restaurante Ca s'Amitger vor dem Kloster essen. Da kehrten wir zum Nachmittagssnack ein. Uns schmeckte das Abendessen im Refugio sehr gut und deshalb verputzen wir so gut wie alles. Tag 3 Lluc (Rifugio Son Amer) nach Pollenca (Kloster Santuari del Puig de Maria) Der letzte Tag war angebrochen und der GR 221 neigte sich dem Ende zu. Unsere letzte Unterkunft das Kloster Puig de Maria liegt auf einem Hügel in Pollenca, wir aber wollten noch weitere 6 Kilometer bis ans Meer nach Port de Pollenca laufen (offizielles Ende des GR 221). Wir brachen abermals gegen 9 Uhr in Lluc auf. Die ersten Kilometer waren wieder traumhaft, zauberhafte Waldabschnitte und tolle Trails. Auch auf der letzten Etappe wollten wir noch einen Gipfel mitnehmen und es ging (dieses Mal war der Abzweig ausgeschildert, direkt nach der Mauer) auf den Puig Tomir (1103 m) . Der Weg nach oben war serpentinenlastig und wir waren komplett allein unterwegs. Oberhalb der Baumgrenze liefen wir über Geröll und Drahtseile waren zur Hilfe gespannt. Man sollte auch hier ein wenig alpine Erfahrung mitbringen. Bis zum Gipfel ist es eine abwechslungsreiche Tour. Leider war die Aussicht für uns nicht gegeben, es waren abermals Nebel und Wolken aufgezogen. Wir entschieden uns auf der anderen Seite abzusteigen. Wegweiser waren die bekannten Steinmännchen. Es war ein abenteuerlicher Abstieg und ich persönlich war froh als wir unten ankamen. Es ging direkt auf dem GR 221 weiter, recht bald wurde es jedoch immer mehr Asphalt Richtung Pollenca. Bis Pollenca ist der GR 221 weiterhin reizvoll. Allerdings mündet der GR 221 auf den letzten Kilometer bis zum Meer auf eine vielbefahrene Straße (MA-10). Das hat mir gar nicht gefallen, mein Laufstil wurde immer unrunder und ich merkte die drei Tage nun schon ziemlich in den Beinen. Dieser Abschnitt nahm mir leider etwas die Lust. Im Ziel, sagt man so oder? Schlußendlich erreichten wir Port de Pollenca und das Meer. Insgesamt liefen wir in den drei Tagen 90 km mit ca. 3700 Höhenmeter. Die Strecke war gut machbar und wir hatten auch genügend Zeit für Pausen, Aussicht genießen sowie zusätzliche Gipfel besteigen. Alles in allem ein Abenteuer. Übernachtung Santuari del Puig de Maria Eine tolle Übernachtungsstätte, sehr ruhig und fern von lauten Touristenorten. Im Kloster gibt es Doppelzimmer mit den gleichen Annehmlichkeiten wie die Nächte zuvor. Das Abendessen ist gut und ausreichend und man kann individuell aus der Karte bestellen. Achtung das Kloster ist auf einem Berg und man muss 300 Höhenmeter überwinden. Man hat aber auch einen tollen Blick über Pollenca bis zum Meer und auch für den Sonnenuntergang. Der Sonnenaufgang war uns leider verwehrt, weil das Kloster abgeschlossen wurde und wir nicht rauskamen. Deshalb konnten wir die Sonne nur vom Zimmer aus aufgehen sehen. Alternativ kann man in Pollenca oder Port de Pollenca unkompliziert Unterkünfte finden. Ein paar Informationen Unterkünfte: Ab Deia können vornehmlich staatliche Refugios als Unterkunft gebucht werden. Allerdings empfand ich den Reservierungsprozess nicht ganz einfach und ich holte mir Hilfe von einer spanisch sprechenden Freundin (ganz wichtig es wird eine Reisepassnummer und nicht die normale Passnummer verlangt). Die Unterkünfte müssen strikt im Voraus gebucht werden und entgegen der Annahme eine Hütte müsse jeden aufnehmen wie in den Alpen, ist das auf Mallorca nicht so. Wer keinen Platz reserviert hat, kann auch nicht übernachten. Die Anmeldung kann über folgenden Link erfolgen. Alle Refugios hatten eine sehr gute Ausstattung, von warmen Wasser bis Steckdose war alles vorhanden. Wir hatten zwei Mal in 4-Bett Zimmer und einmal in einem Doppelzimmer geschlafen, somit war der Schlaf gar nicht so schlecht, wie erwartet. Zusätzlich können die Unterkünfte auch immer mit Halbpension gebucht werden und man muss keine Angst haben zu verhungern. Tagsüber kommt man immer wieder in kleinen Orten vorbei und hat die Chance Wasser und Verpflegung unterwegs zu kaufen. Schwierigkeit Ich empfand die Strecke sehr gut machbar, die Höhenmeter sind nicht allzu steil. Einzig die Wegbeschaffenheit ist teilweise sehr steinig, was man bei den dünneren Sohlen der Trailschuhe schon früh in den Füßen merkt. Mit der Zeit ist das etwas schmerzhaft durch die Dauerbelastung. Reisezeit Wir hatten zwar wenig Sonne, aber zum Trailrunning und auch wandern würde ich den Oktober (Herbst) empfehlen. Auch da die Touristenmassen in dieser Zeit nicht vorhanden sind. Die Temperaturen sind ideal. Ähnlich sieht es im Frühjahr aus, um die GR 221 Route zu laufen. Die Natur ist in dieser Zeit nicht so trocken und zeigt sich in einer schönen Vegetation. Der Sommer ist meines Erachtens zu heiß und der Winter zu nass, was die Tour mit minimalen Gepäck sicher teilweise sehr erschwert. Kosten Aufgrund unserer sehr kurzen Reiseplanung waren die Kosten für die Flüge leider hoch. Die zusätzlichen Kosten für Unterkunft und Verpflegung (ca. EUR 30,-/Tag p.P.) empfand ich hingegen mehr als im Rahmen. Während unserer Trailrunning Tour benötigten wir nicht allzu viel Geld, da wir die Halbpension dazu buchten. Unterwegs benötigt man nur wenig Taschengeld für Kleinigkeiten. Mein Fazit Es waren während unserem Aufenthalt erstaunlich wenige Wanderer bzw. Trailrunner auf dem GR 221 unterwegs. Es ist viel abgeschiedener als man es manchmal von bekannten Touren der Alpen gewohnt ist. Die Serra de Tramuntana ist von der Wegbeschaffenheit sehr steinig, gute Schuhe sind Gold wert. Künftig soll der GR 221 sogar bis Cap de Formentor weiterführen, ich hoffe sehr das der Weg nicht so sehr an der Straße entlang verläuft wie von Pollenca nach Port de Pollenca. Aber im Großen und Ganzen ist die Tour von Deia bis Pollenca wunderschön und sehr zu empfehlen. Hat mir Mallorca gefallen? Mallorca ist eine unerwartet attraktive Insel und hat viel mehr zu bieten als Ballermann. Historische Städtchen, wunderschöne Natur und vor allem leckeres Essen. Ich komme wieder, denn Pauschaltourismus kann auch in Mallorca fernab sein.

  • Tourentipp: Laubenstein zum Sonnenaufgang

    Sonnenaufgänge sind toll. Wirklich? Zumindest kostet es einiges an Überwindung einen Sonnenaufgang in den Bergen zu erleben. Nach der Zeitumstellung im März geht die Sonne bereits weit vor 6 Uhr morgens auf. Wer ab München, wie ich erst mal in die Berge fahren muss, für denjenigen ist die Nacht dann schon bereits ab 2 Uhr vorbei. Aber jetzt die gute Nachricht, es lohnt sich! Die Berge bei Sonnenaufgang zu erleben bedeutet Energie aufzuladen. Es ist meine Energie-Tankstelle. Tolles Wort, oder? Das habe ich von meiner Freundin Margo gehört, sie jagt auch so gerne der aufgehenden Sonne hinterher. Wer eine Sonnenaufgangstour in die Berge plant hat zumindest schon mal einen wunderbaren Plan. Meine bisherigen Touren waren unvergesslich und voller Abenteuer. Heute nehme ich euch auf den Laubenstein in den Chiemgauer Alpen mit und erzähle euch von meiner Sonnenaufgangstour zum 1. Mai mit vier Freunden. Die Bergwanderung zum Laubenstein ist einfach, auch als Winterwanderung geeignet. Bei entsprechend hoher Schneelage sind Schneeschuhe zu empfehlen, allerdings ist die Tour zum Sonnenaufgang dann nicht sinnvoll. Wanderung auf den Laubenstein (1351 m) in der Nähe von Frasdorf. Seid ihr bereit für eine kurze Nacht? Wir starten in München und fahren zum Ausgangspunkt Parkplatz Lederstube, in Frasdorf (Navigation per Googlemaps). Ab München Zentrum benötigt man etwa eine Stunde bis zum Parkplatz in Frasdorf . Treffpunkt aller Mitfahrer ist der Innsbrucker Ring in München, hier gibt es ein P+R Parkhaus, kostet EUR 1,50 für 24 Stunden (muss man abgezählt dabeihaben). Meine Freunde und ich treffen uns um 2:50 Uhr. In einem Auto fahren wir dann gemeinsam weiter. Wir nehmen die A8 Richtung Salzburg und fahren bei Ausfahrt 105 Frasdorf / Aschau raus. Unsere Ankunft am Parkplatz erfolgt gegen 3:45 Uhr. Am Parkplatz angekommen, die Sonnenaufgangstour beginnt Es ist dunkel, in den Frühlings- und Herbstmonaten auch oft noch ziemlich kühl. Was mache ich hier? Im Bett liegen und schlummern wäre jetzt auch schön. Vorfreude lässt mich mein Bett allerdings schnell wieder vergessen. Wir haben einen zwei stündigen Aufstieg vor uns. Und ja durch die Dunkelheit mit Stirnlampen. Einen kurzen Moment halte ich inne und fokussiere. Schnell wird mir klar, es wird sicher ein grandioser Start in den Tag und mit der richtigen Begleitung ist auch der Aufstieg im Dunkeln sehr kurzweilig und nicht langweilig. Im Übrigen waren wir bereits ein paar Monate zuvor schon mal auf dem Laubenstein und wollten einen Sonnenaufgang sehen. Leider mussten wir bei diesem Versuch wegen Regen erfolglos absteigen. Wegbeschreibung zum Laubenstein Wir folgen zunächst der Forststraße Richtung Frasdorfer Hütte. Die Frasdorfer Hütte liegt etwa auf der Hälfte der Wegstrecke und hilft uns bei der Orientierung in der Dunkelheit sehr. Sobald wir die Frasdorfer Hütte erreicht haben, führt uns der Weg rechts vorbei und weiter auf der Forststraße. Nach einiger Zeit zweigt ein Pfad links ab (Beschilderung Richtung Hochries folgen). Wir folgen dem Pfad, über Stock und Stein. Auf den nächsten Wegweisern ist der Laubenstein endlich auch genannt und wir können uns sicher sein, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Es geht nochmals ein paar Höhenmeter empor und wir gehen Serpentinen bis wir eine weite Wiese erreichen. Wir kommen an einigen Hütten vorbei. Der Laubenstein ist in Sicht. Wir erreichen den Gipfel kurz vor Sonnenaufgang. Durch die winterlichen Impressionen hatten wir einen abenteuerlichen Aufstieg, fühlte sich ein bisschen wie eine Expedition an. Um 5:50 Uhr stehen wir auf dem Laubenstein. Mein Blick ist auf dem Chiemsee gerichtet, welcher vom Gipfel schön zu betrachten ist. Der Himmel Richtung Sonne ist ziemlich wolkenbedeckt und der bevorstehende Sonnenaufgang wird leider nicht so atemberaubend sein, wie eine Woche zuvor noch auf der Rotwand. https://www.instagram.com/p/BwZ7vNNlV5B/ Dennoch ist es schön am Morgen auf einem Berg zu stehen, die frische Luft und der warme Tee machen den Moment einzigartig. Gemeinsam mit meinen Freunden erlebe ich einen wunderbaren Start in den Tag. Wir verlassen den Laubenstein kurz nach Sonnenaufgang. Es lockt ein leckeres Frühstück. Entweder man geht den Abstieg wie den Aufstieg oder geht über die westliche Bergseite den schöneren Pfad hinab zum Parkplatz. Insgesamt hat die Wanderung 12,6 km. Fazit: Sonnenaufgang auf dem Laubenstein Die Wanderung auf den Laubenstein hat Spaß gemacht, allerdings ist der Berg meines Erachtens für Sonnenaufgänge nicht optimal. Erstens kann man sich als Nichtortskundiger relativ schnell verlaufen, da die Beschilderung nicht durchgängig vorhanden ist. Zweitens ist zwar die Sicht auf den Chiemsee wunderschön, aber irgendwie fehlen die Berge Richtung Sonnenaufgang und dadurch ist der Ausblick weniger spektakulär. Es handelt sich um eine leichte Bergwanderung mit knapp 700 HM. Für jedermann machbar. Man sollte dennoch fit genug sein, um zügig aufzusteigen. Gerade bei Sonnenaufgängen bleibt nicht viel Zeit. Es wäre ja schade den Sonnenaufgang zu verpassen. Für die Wanderung selbst ist kein spezielles Equipment erforderlich, normale Wanderausrüstung ist völlig ausreichend. Zu beachten ist, dass es vor Sonnenaufgang noch frisch sein kann und man evtl. auf dem Gipfel in ein trockenes Oberteil wechseln will. Auch eine Windjacke, Mütze und Handschuhe sind empfehlenswert. Eine Thermoskanne mit heißem Tee ist auch wunderbar. Die Pfade sind einfach zu gehen bzw. größtenteils führt der Wanderweg zum Laubenstein über Forststraßen. Warum ich Sonnenaufgänge in den Bergen liebe? Ich wähle definitiv immer das Abenteuer. Jeder Sonnenaufgang bedeutet für mich Abenteuer und auftanken meiner inneren Energie. Die Sonne in den Bergen aufgehen zu sehen kann glücklich machen. Ich verspreche dir, du wirst nicht mehr dran denken, dass du nachts um 2 Uhr aufgestanden bist, wenn du erst mal auf dem Gipfel stehst. Wenn du Tipps für deine erste Sonnenaufgangstour benötigst, dann schau doch gern in diesen Bericht vorbei. Fotocredit: Pawel Koksa (teilweise)

  • Hirschhörndlkopf - meine schönste Sonnenaufgangswanderung 2018

    Heute gibt es wieder einen Tourentipp für einen schönen Sonnenaufgang in den Bergen. Der Hirschhörndlkopf in den bayrischen Voralpen. Einzige Voraussetzung für diese Art von Wanderung ist, dass du dich nicht scheust zu einer ungewöhnlichen Zeit aufzustehen. Den Rest erledigt der Kaffee und die Vorfreude auf den Sonnenaufgang. Ich werde immer wieder nach Tipps gefragt, wo man die besten Sonnenaufgänge erleben kann, daher teile ich gern meine eigenen Erfahrungen und Touren, die ich bereits selbst gegangen bin. Heute möchte ich den Hirschhörndlkopf in den bayrischen Voralpen vorstellen. Für mich war es die atemberaubenste und schönste Sonnenaufgangstour 2018. An diesem Morgen war die Stimmung sehr magisch. Ich war in einer tollen Gruppe unterwegs und der Rundumblick vom Hirschhörndlkopf ist einzigartig. Wie schafft man es nachts aufzustehen? Diese Frage wird mir sehr oft gestellt. Häufig erhalte ich die Antwort, wenn ich mal jemanden mitnehmen möchte, nein so früh bekommst mich nicht aus dem Bett. Zugegeben es fällt niemanden einfach nach nur wenigen Stunden Schlaf das Bett zu verlassen. Gerade im Sommer komme ich gerade mal auf zwei bis drei Stunden Schlaf, bevor es auf eine Sonnenaufgangswanderung geht. Die Sonne geht so früh auf, was man mit früherer Bettruhe kaum auffangen kann. Wenn ich es auf die Beine geschafft habe, ist die Müdigkeit aber schnell verflogen und die Vorfreude auf einen wunderschönen Start in den Tag groß. Ich liebe es und hoffe dir hiermit ein bisschen Motivation für die kleinen Dinge mitgeben zu können, die das Leben so sehr bereichern. Diese Abenteuer und Erlebnisse kosten nicht viel Geld. Du musst nur ein bisschen Überwindung und Organisation mitbringen und dazu ein paar Freunde einpacken. Meine Tipps für Sonnenaufgangstouren kannst du hier nochmals nachlesen. Übrigens man kann ja am Nachmittag noch ein Schläfchen einlegen. Anfahrt Wir fahren ab München über die A8 Richtung Salzburg. Nehmen die Ausfahrt 97 Holzkirchen und folgen der Bundesstraße über Bad Tölz und Lenggries bis in die Jachenau. Der Parkplatz zum Hirschhörndlkopf befindet sich inmitten des Ortszentrum und ist kostenpflichtig, auch nachts. Zur Hilfe für die Eingabe ins Navigationsgerät bzw. die Googlemaps App habe ich die Koordinaten direkt vor Ort gespeichert. Parkplatz Jachenau Koordinaten Googlemaps: 47.60634910315275, 11.432971162721515 Ab München Zentrum beträgt die Anfahrtszeit etwa 1 Stunde 20 Minuten, je nach dem von wo du startest, auch etwas mehr oder weniger. Generell rechne ich immer 10 bis 15 Min mehr ein, da Zuspätkommen bei Sonnenaufgangstouren immer schlecht ist. Man sollte so planen, dass man rechtzeitig vor Sonnenaufgang auf dem Gipfel steht. Pack lieber noch eine Thermoskanne Tee ein, um eine eventuelle Wartezeit am Gipfel zu verschönern. Nachts verläuft man sich leider doch auch immer wieder mal, was zusätzliche Zeit kostet. Unsere Anfahrt in die Jachenau war übrigens interessant. Unterwegs sahen wir zwei Füchse und direkt an der Straße im Baustellenbereich stand eine größere Rehansammlung. Etwas spooky, wenn man nachts einem Reh genau in die Augen schaut. Die Anfahrt zum Ausgangspunkt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Die Wanderung zum Sonnenaufgang zum Hirschhörndlkopf 1514 m Der Hirschhörndlkopf ist im Allgemeinen nicht der bekannteste Berg in den bayrischen Voralpen und deshalb auch nicht extrem überlaufen. Daher ist der Hirschhörndlkopf auch für Wanderungen während des Tages sehr gut geeignet. Es handelt sich um eine leichte Bergwanderung mit phänomenalen Rundumblick. Wir wandern um 5:15 Uhr vom Wanderparkplatz los. Es ist November. In den Sommermonaten muss man entsprechend früher loswandern. Wir sind bei dieser Sonnenaufgangstour eine größere Gruppe. Mit Stirnlampen gehen wir durch die Dunkelheit. Die Beschilderung zum Gipfel ist sehr gut: Doch wie soll es anders sein, wir verlaufen uns doch kurzerhand schon auf dem Forstweg. In der Dunkelheit übersieht man schnell mal die Hinweisschilder. Das wir auf dem falschen Weg sind, fällt uns allerdings an der nächsten Gabelung sofort auf. Der zusätzliche Umweg kostet uns etwa zehn Minuten, was wegen meiner großzügigen Zeitplanung nicht wirklich tragisch ist. Als Empfehlung Benutze eine GPS App wie z.B. outdooractive, wenn du dir nicht sicher bist, ob du die richtige Route gehst. Die Route zum Hirschhörndlkopf Wir verlassen den breiten Forstweg nach links und es wird langsam steiler. Insgesamt weist diese Rundtour ca. 750 Höhenmeter auf. Der Wanderweg führt uns nach dem ersten Anstieg weiter auf einem schmalen, serpentinenartigen Pfad empor. Hinweisschilder zeigen uns den Weg. Es wird langsam heller und man erkennt die Nebelschwaden im Tal. Die Luft ist frisch. Aus dem Wald heraus, erreichen wir anschließend einen breiten Wiesenrücken. Es geht vorbei an der Pfundalm und ab hier trennen uns nur noch ein paar Höhenmeter vom Gipfel des Hirschhörndlkopf. Das Warten auf den Sonnenaufgang Wir haben noch viel Zeit, bevor die Sonne aufgeht. Der Himmel ist bereits rötlich und die Stimmung sehr schön. Es ist nur sehr kalt. Der Wind pfeift uns um die Ohren. Wir warten hinter einem Baum, dessen Schutz uns die Kälte viel besser aushalten lässt. Juliane hat Frauenpowertee dabei. Wir sind alle gut gelaunt. Gerade die Minuten vor dem Sonnenaufgang sind besonders und es ist nicht schlimm, wenn man 20 Minuten früher da ist. Allerdings frieren mir beim Fotografieren ziemlich meine Hände ein. Es ist an diesem Morgen ganz schön unangenehm. Um 7:19 Uhr ist es soweit und die Sonne zeigt sich endlich. Ein sehr gelungener Tagesanbruch. Wir können um uns herum viele bekannte Berggipfel erblicken. Wer sie nicht alle erkennt, kann z.B. mit der Peakfinder App die Namen der umliegenden Berge zuordnen. Vom Hirschhörndlkopf ist der Grat zwischen Herzogstand und Heimgarten sehr markant und leicht zu entdecken. Der Staffel, auch eine schöne Winterwandertour, liegt direkt vor uns. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der Jochberg, eine weitere gute Möglichkeit für eine Sonnenaufgangstour. Ich bin begeistert vom Hirschhörndlkopf. Abstieg über die Kotalm Wir bleiben wegen der Kälte leider nicht mehr allzu lange auf dem Hirschhörndlkopf und entscheiden abzusteigen. Das Frühstück ruft. Es gibt zwei Möglichkeiten für den Abstieg. Entweder geht es auf gleichem Weg zurück, was in diesem Fall gar nicht so schlimm ist, da man in der Dunkelheit nichts gesehen hat. Alternativ und auch die schönere Route ist dennoch den Abstieg über die Kotalm zu nehmen. Dieser Weg ist etwas länger. Kurz vor der Pfundalm befindet sich ein Hinweisschild mit der Abzweigung zur Kotalm. Wir queren unterhalb des Gipfels wiederum einen serpentinenartigen Weg. Ab der Kotalm treffen wir auf eine Straße, welcher wir aber nicht lang folgen.Nach ein paar hundert Metern biegen wir wieder auf einen viel schöneren Wanderweg ab. Alles ist sehr gut ausgeschildert und man kann sich nicht verlaufen. Der letzte Streckenabschnitt bringt uns über eine breite Forststraße wieder zum Parkplatz. Das Auto erreichen wir etwa 9:30 Uhr. Fazit Die Sonnenaufgangstour zum Hirschhörndlkopf war für mich die schönste Wanderung 2018. Diese Tour verspricht ein grandioses Bergerlebnis. Das Licht an diesem November Tag war magisch und wir erlebten trotz der sehr windigen und kalten Verhältnisse einen wunderschönen herbstlichen Sonnenaufgang. Die Aussicht vom Gipfel gekleidet in warmen Farben und beim Abstieg die schattigen Stellen bedeckt mit Taureif im winterlichen Glanz. Herbstliche und winterliche Impressionen nur ein paar Meter voreinander entfernt. Ich erlebte diese jahreszeitlichen Unterschiede mit Begeisterung. Daten zur Tour Diese Rundtour bereitet kaum größere Schwierigkeiten, gutes und festes Schuhwerk ist dennoch unabdingbar. Gerade der Aufstieg in der Dunkelheit sollte mit Vorsicht erfolgen. Besondere Kondition bedarf es nicht, aber zügiges Gehen ist von Vorteil. Wir benötigten für den Aufstieg 1:30 Std. Den Gipfel erreichen wir ab dem Parkplatz nach sieben km. Der Abstieg über die Kotalm ist wie bereits erwähnt etwas länger. Wir entschieden den Rundweg zu nehmen und sind insgesamt eine Strecke von 15 km gelaufen. Eine Einkehrmöglichkeit gibt es im November und zu dieser Tageszeit nicht. Wir entscheiden in Bad Tölz zu frühstücken, aber auch in der Jachenau gibt es Möglichkeiten für ein leckeres Frühstück. Mein Tipp das Cafe Love in Bad Tölz, ganz in der Nähe zum Das Bulle von Tölz Museum. Wer noch nicht müde ist, könnte das Museum nach dem Frühstück noch besuchen. Und hast du Lust bekommen diese Wanderung auch mal zum Sonnenaufgang zu gehen?

  • Tourentipp: Wallberg zum Sonnenaufgang

    Heute nehme ich euch mit auf den Wallberg am Tegernsee. Der Wallberg ist ein einfacher Gipfel, der Sommer wie Winter gut erreichbar ist. Mit der Wallbergbahn kann man auch per Seilbahn hoch- sowie runterfahren. Allerdings ist die Seilbahn erst ab 8:45 Uhr in Betrieb und somit für Sonnenaufgangstouren nicht unbedingt interessant. Wer Ruhe und Freiheit sucht, liest jetzt bitte weiter. Wer mir schon länger folgt, weis sicher wie sehr ich Sonnenaufgänge liebe, sie machen mich einfach glücklich. Dabei bedarf es keiner anspruchsvollen oder auch super schönen Wanderung, ist nicht wichtig, da der Aufstieg im Dunkeln stattfindet. Ich plane meist einfache Touren, zwischen 600-900 Höhenmeter, maximal zwei Stunden Aufstieg und idealerweise handelt es sich um einfache Forstwege. Mitte November sind ein paar Freunde und ich zum Sonnenaufgang an den Tegernsee, genauer gesagt, nach Kreuth gefahren, um zum Gipfel des Wallberges zu wandern. Das schöne an Sonnenaufgangstouren im November ist, dass man nicht ganz so früh starten muss. In diesem Fall hieß es erst um 3:30 Uhr loszufahren, ja immer noch früh, aber doch besser erträglich als 2 Uhr. Anfahrt nach Kreuth, Parkplatz Wallbergbahn Ab München ist man schnell am Tegernsee. Um nach Kreuth unseren Startpunkt zu gelangen, fährt man noch etwas weiter den Tegernsee entlang, Richtung Rottach-Egern. Insgesamt benötigen wir in der Früh aus der Münchner Innenstadt bis zum Parkplatz Wallbergbahn ca. eine Stunde. Die Anfahrtskoordinaten findest du hier: Google. Ich beschreibe nachfolgend die längere Wanderroute ab Parkplatz an der Talstation Wallbergbahn. Es gibt auch die Möglichkeit ab Wallbergmoosalm zu starten, allerdings nur mit Fahrt über eine Mautstraße (Kosten 4 EUR). In wie weit diese nachts befahrbar ist (Schranke), habe ich nicht geprüft. In diesem Falle wäre die Wanderung um ca. 300 HM kürzer. Durch die Dunkelheit auf den Wallberg Wir starten die Wanderung um 4:50 Uhr. Die Sonne wird um 07:19 Uhr an diesem Morgen aufgehen. Bei der Planung habe ich etwa 30 Minuten zusätzlich eingerechnet, um auch wirklich rechtzeitig den Gipfel vor Aufgang der Sonne zu erreichen. Gerade während der Blauen Stunde (Zeitspanne vor dem Sonnenaufgang) zeigt sich die Umgebung normalerweise in einem reizvollen Licht und bietet tolle Farbkontraste. Kurz nach Sonnenaufgang, in der Goldenen Stunde erscheint die Landschaft im stimmungsvollen und warmen Licht. Besonders intensiv sind die Farben im Herbst. Das ist die Zeit in der man fotografieren sollte, deswegen immer schon etwas vor dem tatsächlichen Sonnenaufgang auf dem Berg stehen. Wir marschieren los und sind alle warm eingepackt, mit Stirnlampen bewaffnet und sehr gut gelaunt. Zusammen mit mir sind wir eine Gruppe von 8 Leuten. Die Beschilderung der Wanderroute ist durchweg gegeben und auch sehr gut. Vom Parkplatz aus führt uns der Weg sofort steil in den Wald hinein. Im Dunklen ist die Umgebung nicht wirklich spektakulär, aber gerade für Wanderer, die das erste Mal eine Sonnenaufgangstour machen, sehr einfach zu gehen. Wir gehen serpentinienartig empor. Beschreibung Aufstieg Recht bald kommt eine Abzweigung. Hier muss man entscheiden, ob man über den etwas steileren Sommer- oder über den Winterweg gehen möchte. Wir entscheiden uns für den Sommerweg. Es liegt bereits Schnee in den bayrischen Bergen, aber noch nicht allzu hoch. Der Wallberg ist über die Forststraße und über die schmäleren Waldwege sehr gut erreichbar. Diese Wanderwege sind das ganze Jahr über zugänglich. Die Wallbergmoosalm ist übrigens über den Winterweg zu erreichen. Die Alm ist ganzjährig geöffnet, von 10-17 Uhr (Dienstag ist Ruhetag). Nach einer Stunde kommen wir aus dem Wald heraus und erreichen den Sattel zwischen Setzberg auf der rechten Seite und dem Wallberg auf der linken Seite. Es wird schon etwas heller und wir sehen, dass wir uns über einer dichten Nebeldecke befinden, die sich über das Tal gelegt hat. Sehr schön anzusehen. Wir setzen unseren Weg fort Richtung Wallbergkapelle und Bergstation der Wallbergbahn. Der zugefrorene Schnee unter meinen Füßen knackst, hat was von einem Expeditionsfeeling. Auch der Wind bläst hier auf dem Sattel deutlich heftiger. Die Wallbergkapelle ist sehr markant und man erkennt sofort wo man sich befindet. Der Wallberg ist übrigens der erste Berg, den ich in Bayern vor Jahren hochgewandert bin. Einer der bekanntesten Münchner Hausberge. Im Sommer finden in der Wallbergkapelle Berggottesdienste statt. Ein romantisches Plätzchen, zumindest am Morgen, wenn noch nicht die ganzen Seilbahn-Touristen den Weg kreuzen. Auf zum Gipfel des Wallberges, 1722 m Es ist nicht mehr weit zum Wallberggipfel. Allerdings erfordert der letzte Anstieg doch etwas Trittsicherheit. Wir nehmen teiweise unsere Hände, um Halt zu finden. Es liegt gerade hier ziemlich viel Schnee und mir graut es etwas vorm Abstieg. Aber darüber verliere ich nicht lange meine Gedanken. Ich freue mich sehr auf das Gipfelkreuz, denn das Panorama ist weit und die schneebedeckten Bergketten drumherum sehen sensationell aus. Der dichte Nebel unter uns macht den Moment irgendwie mystischer. Der Wallberg ist 1722 m hoch. Für die Strecke ab Parkplatz gehen wir ca. 6 km (one way), etwas mehr als 900 HM und brauchen zwei Stunden für den Aufstieg. Die Aussicht, die sich einem oben bietet ist wirklich schön. 360 Grad spektakuläre Rundumsicht. Eine Sonnenaufgangstour, die ich auch im Winter empfehlen kann. Während unseres Besuches haben wir allerdings ein bisschen Pech, ein richtiger Sonnenaufgang wird uns an diesem Tag nicht geboten. Die Wolken hängen tief und die Sonne kommt nur schwer hervor. Der Himmel färbt sich zwar rosa, aber dabei bleibt es. Wir trinken noch heißen Tee, bevor wir zum Abstieg aufbrechen. Es ist schon ziemlich kalt. Beim Abstieg sehen wir für einen kurzen Moment doch noch die Sonne erstrahlen, ein Glücksmoment, wie ich diesen wahrnehme. Ich schließe die Augen und atme mehrmals tief ein und aus. Der Rückweg ist der gleiche wie der Hinweg, alternativ könnte man den Winterweg gehen, machen wir aber nicht. Packliste für Winterwanderungen Wer gern eine Winterwanderung zum Sonnenaufgang in die Berge machen will, dem empfehle ich auf eine adequate Ausrüstung zu achten. Das allerwichtigste, bevor du einen Sonnenaufgangstour planst, schaue immer als erstes den Wetterbericht an. Denn es gibt nichts schlimmeres, als im Regen auf dem Gipfel zu stehen, so früh aufgestanden zu sein und keinen Sonnenaufgang zu erleben. Ist mir schon passiert. Letzten Endes war die Wanderung dann aber trotzdem irgendwie schön. Mit Freunden das gleiche Schicksal zu teilen und bei einem leckeren Frühstück wieder aufzuwärmen, hatte auch was. Packliste für die kälteren Sonnenaufgänge in den Bergen im Herbst / Winter Baselayer: hier gibt es Thermounterwäsche oder Merino-Longsleeves und Hose, die sich wunderbar eignen, um den Körper warm zu halten. Fleecejacke Winterjacke (windfest) Wanderhose (alternativ: ich trage immer Winterlaufhosen) Bufftuch / Mütze / Handschuhe Wandersocken (über Wade) Wanderschuhe /-stiefel mit gutem Profil, alternativ Trailschuhe Stirnlampe Wanderstöcke Gamaschen (wenn Schnee liegt) Grödel oder Spike Schuhe Kleiner Wanderrucksack Heissen Tee / Riegel Fazit Sonnenaufgang auf dem Wallberg Auf den Wallberg kann man nahezu das ganze Jahr wandern. Aufgrund der Seilbahn ist dieser Gipfel leider oft sehr gut besucht, aber das Panorama ist einfach zu schön, um es sich entgehen zu lassen. Daher gerade in den kalten Monaten oder morgens hat man die Möglichkeit wirklich allein auf dem Wallberggipfel zu stehen. Ich empfehle diese Tour gern. Die sehr gute Zugänglichkeit und Erreichbarkeit und ist ideal gerade hier einen Sonnenaufgang zu erleben. Wer nicht so trittsicher ist, kann bei der Wallbergkapelle einen tollen Blick erhaschen und erspart sich das Gekraxel auf den letzten Metern zum Gipfelkreuz. Wer diese Tour am Tag gehen will, wird sich den Gipfel leider mit vielen anderen teilen müssen. Ich empfehle in diesem Fall besser auf den benachbarten Setzberg auszuweichen, hier geht es bedeutend ruhiger zu und die Aussicht ist vergleichbar zu der des Wallberges. Diese Wanderung, vor allem im Winter ist nichts für gänzlich untrainierte Menschen. Tipp:Wer diese Wanderung im Winter macht, kann auch einen Rodel gut mitnehmen und sich beim Abstieg auf eine rasante Abfahrt bis zum Parkplatz freuen.

  • Tourentipp: Seebergkopf zum Sonnenaufgang

    What makes us happy? Mich machen vor allem schöne Momente in der Natur glücklich und dazu gehören immer wieder Sonnenaufgänge auf einem Berg dazu. Nun ja mittlerweile sind meine Wochenenden ziemlich voll und Sonnenaufgangstouren finden kaum noch Platz. Aber ich habe verrückte Freunde und ich selbst scheue für einen schönen Start in den Tag auch keine Mühen. Deshalb heißt es immer öfter, auch mal vor der Arbeit, ab in die Berge. Kennt ihr den Seebergkopf schon? Heute nehme ich euch mit auf den Seebergkopf, mit Blick auf den Wendelstein und tollem Aufstieg ohne langweilige Forststraßen. Wir starten in München, an einem Donnerstag, normaler Arbeitstag um 1:45 Uhr Uhr. Geschlafen habe ich zwei Stunden, hatte sogar Schwierigkeiten beim Einschlafen. Klar wenn es einfach wäre, würde es jeder tun und die Gipfel wären schon zu Sonnenaufgang viel zu voll. Anfahrt nach Bayrischzell Wir treffen uns am Innsbrucker Ring, München, von hier kommt man schnell auf die A8 in Richtung bayrische Alpen. Mit dabei sind meine Freundinnen Margo und Peggy. Unsere Tour findet Mitte Juli statt und wir treffen uns um 2 Uhr. Die Anfahrt nach Bayrischzell benötigt ca. 1:10 Std ab München, gemütliche Geschwindigkeit. Wir nehmen die Autobahn München Richtung Salzburg und folgen ab Ausfahrt Weyarn der B307 über Miesbach, Schliersee nach Bayrischzell. Das Auto stellen wir auf dem Wanderparkplatz, welcher kurz nach dem Eingangsschild "Bayrischzell" auf rechter Seite liegt, ab. Navigation per Googlemaps. Wir haben Glück, der Parkplatz kostet erst ab 7 Uhr morgens Gebühr, da wollen wir schon wieder weg sein. Wer eine Tageswanderung plant, muss zusätzlich für das Tagesticket EUR 3,- (Stand Juli 2019) einplanen. Tipp für Tageswanderer: Ab München kommt man relativ einfach und schnell mit der BOB auch nach Bayrischzell. Der Einstieg zur Wanderung auf den Seebergkopf ist nicht weit und nur einige Minuten vom Bahnhof Bayrischzell entfernt . Sonnenaufgangstour zum Seebergkopf Wir starten kurz nach 3 Uhr und folgen dem Hinweisschild Seeberg über Neuhütte. Links lassen wir den Minigolf Platz liegen. Man kann sich während der Wanderung, auch im Dunkeln, kaum verlaufen. Die Route ist zusätzlich zu den Schildern mit blauen Punkten markiert. Mir gefällt die Tour von Anfang an sehr gut, da man hier nicht auf langweiligen Forststraßen empor geht. Generell empfehle ich allerdings für Sonnenaufgangstouren Forststraßen, gerade für Neulinge. Der Weg führt uns auf schmalen Pfaden serpentinenartig durch den Wald. Die Höhenmeter sind gut zu gehen und es ist nicht zu steil. Der Weg ist im Großen und Ganzen nicht schwierig, allerdings sind dennoch hin und wieder Stellen, die Trittsicherheit erfordern. Nachts ist es sehr ruhig, auch die Geräusche der Straße sind kaum hörbar. Diese wunderbare Stille, genau deswegen lohnt es sich, sich so früh morgens aus dem Bett zu quälen. Über Neuhütte und Seebergalm zum Seebergkopf Nach einer guten dreiviertel Stunde erreichen wir die Neuhütte, hier folgen wir dem Wegweiser rechts zum Seebergkopf. Geradeaus weiter verläuft der Bayrischzeller Höhenweg, auch schön, aber heute nicht unser Weg. Es wird schon dämmrig und wir erblicken die benachbarte Bergwelt, u.a. die Rotwand , welche sich ja auch sehr gut für Sonnenaufgangs- oder untergangstouren eignet. Wir gehen den Grashang hinauf, die Steigung ist moderat und wird erst kurz vorm Gipfel etwas steiler. Zwischendurch erreichen wir noch die Seebergalm. Hier treffen wir auch auf ein paar Kühe und unser Ziel ist nicht mehr weit. Das letzte Hinweis Schild gibt uns die Informationen, dass es noch 20 Min sind, wir schaffen es in 15 und sind voller Vorfreude an diesem Tag etwas zu früh dran. Bis zum Sonnenaufgang haben wir noch etwa eine halbe Stunde Zeit. Wir finden ein nettes Plätzchen für uns drei neben dem großen Holzkreuz und essen eine Kleinigkeit. Unter uns liegt Bayrischzell und gegenüber schauen wir auf den imposanten Wendelstein und die Lacherspitze (auch ein Tipp für Sonnenaufgänge). Der Ausblick ist einfach herrlich und so schön ruhig am Morgen. Der Sonnenaufgang mit Blick auf den Wendelstein Der Sonnenaufgang ist an diesem Tag um 04:57 Uhr und das Sonnenlicht läßt die Umgebung im goldenen Teint erstrahlen. Es ist wie immer ein magischer Moment und wir haben richtig Glück, denn kurz nach Aufgang verschwindet die Sonne wieder hinter Wolken und läßt sich tatsächlich an diesem Tag nicht mehr blicken. Der Abstieg erfolgt auf gleichem Weg wie der Aufstieg. Wir müssen uns nur ein wenig beeilen und laufen teilweise runter. Ihr wisst ja die Arbeit ruft und wir entscheiden uns, uns vorher noch einen gemeinsamen Kaffee zu gönnen. Das Leben ist schön. Probiert es mal selbst aus. Wer war denn schon mal vor der Arbeit zum Sonnenaufgang? Ich möchte noch erwähnen, zu dieser frühen Uhrzeit gibt es keine Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke. Die Tourdaten: etwa 11 km mit 750 HM

  • Tipps, wie du das Alleine laufen lieben lernst

    Alleine laufen ist nicht gerade meine Traumvorstellung mein Hobby auszuführen, aber dank Corona ist laufen in der Gruppe erst mal nicht erlaubt. Fehlt dir auch das Laufen in der Gruppe? Seit 2018 habe ich meine eigene Laufgruppe und wir laufen in normalen Zeiten immer Dienstagabend gemeinsam eine 10 km Runde und auch am Wochenende beim Münchner Parkrun (Westpark) treffen wir uns regelmäßig. Seit letztem Jahr ist nun alles anders und gemeinsames Laufen wegen Corona nicht mehr so möglich. Wir haben alle Lauftermine pausiert. Damit wir aber weiterhin bewegt bleiben und unsere Laufrunden dennoch genießen, habe ich dir in diesem Beitrag die Vorteile zusammen geschrieben, warum alleine laufen auch schön sein kann. OK, der Austausch von Neuigkeiten während eines gemütlichen Laufes ist jetzt nicht mehr so gegeben, aber auch das geht. Dann starten wir mal mit meinen Tipps. Tipps, die dir helfen dran zu bleiben Neue Strecken entdecken Mir hat vor allem geholfen, auf neuen Pfaden unterwegs zu sein. Ich bin mir sicher, dass auch bei dir noch viele tolle Orte zu erkunden sind. Oder lauf doch mal im Wald, falls du das noch nicht getan hast. Über Wurzeln springen macht Spaß und beansprucht andere Muskelgruppen. In München habe ich den Nymphenburger Schlosspark für mich entdeckt. An sonnigen Tagen erscheint der Park magisch im goldenen Licht und man hat oft das Glück Rehe anzutreffen. Um auf Strecken weiter weg zu laufen, kann man auch ein paar Kilometer mit dem Rad fahren oder das Auto nehmen, um so seinen Radius zu erweitern. Laufe zu ungewohnten Tageszeiten Bist du schon immer vorwiegend abends gelaufen? Dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt auch mal am Morgen deine Runde zu drehen oder wenn du Homeoffice machst eine Mittagsrunde einzulegen. Du wirst dein Revier etwas anders wahrnehmen und so ein neues Laufgefühl entwickeln. Wie könnte es anders sein, ich präferiere sowieso immer in den Sonnenaufgang zu laufen und mit der Möglichkeit von daheim aus zu arbeiten, kann ich dies nun auch ohne Stress tun. Gestalte deine Laufstrecke Vor dem Loslaufen definiere oder plane deine Strecke. Zum Beispiel macht es große Freude, wenn du dir Ziele steckst und diese abläufst. Manchmal macht mich persönlich planloses umher laufen mürbe, besser ist da eine gewisse Strecke im Kopf zu haben. Zum Beispiel für meine Läufe am Wochenende setze ich mir als Endziel immer den nächstgelegenen Bäcker. Für mich ist es das Schönste, mit frischen Brezen und Semmeln nach Hause zu kommen und hin und wieder auch einen warmen Cappuccino auf den letzten Metern zu trinken. Ist irgendwie auch eine Art Belohnung. Miteinander virtuell auf die Laufrunde gehen Verabrede dich mit deiner Laufcrew oder Laufpartner/-in und geht gemeinsam jeder auf seiner Strecke laufen. Auch unterwegs über Kopfhörer zu telefonieren und somit den aktuellen Tratsch austauschen hat was. Du kannst über Lauferlebnisse berichten oder ihr könnt aktuelle Fragen / Gedanken besprechen. Ein weiterer Vorteil, du musst keine Rücksicht auf das Tempo des / der anderen nehmen und ihr seid trotzdem irgendwie zusammen unterwegs bzw. verbunden. Kleine Challenges (monatliches Kilometerziel / Schritte / meisten Morgenläufe oder auch spezielle Figuren laufen) helfen die Motivation zusätzlich hoch zu halten. Eigene Ziele verfolgen Du hast nun die Möglichkeit durch das Alleine laufen, individuell auch dein geeignetes, zielgerichtetes Training zu verfolgen. Gemütliches Tempo fällt dann zwar öfter mal flach aber in Topform zu sein, ist sicher auch prima. Das kann dir sogar eine Extra Portion Motivation schenken, in dem du nach jedem abgehakten Trainingslauf deinen Zielen näher kommst und am Ende vielleicht sogar deine persönliche Bestzeit erreichst. Alleine trainieren heißt effektiver zu trainieren, du kannst z. B. ein bestimmtes Tempo angehen, laufen nach Puls üben oder an deinen Schwächen / Laufstil arbeiten. Mache eine Sightseeing Tour durch deine Hood Ich liebe es an den Sehenswürdigkeiten Münchens vorbei zu laufen. OK, in München ist es sicher ein Leichtes eine Sightseeing Tour zu planen und abzulaufen, aber es gibt ja überall auch beispielsweise landschaftlich reizvolle und sehenswerte Gegenden. Man kann so in wenig Zeit viele Punkte ablaufen und hat das Gefühl viel gesehen zu haben. Solche Läufe zaubern mir eigentlich immer ein breites Grinsen ins Gesicht. Bei diesen Läufen entstehen auch meist die schönsten Fotos. Grüße andere Läufer Es macht Freude andere Läufer/-innen zu grüßen, denn wir sind ja trotzdem durch unsere Sportart verbunden. Manche reagieren auch mal total verdattert, weil Sie mit einem Gruß gar nicht rechnen. Mir macht es immer ein schönes Gefühl. Beschäftige dich mit dir Nehme durch das Alleine laufen eine persönliche Auszeit vom Alltag, hänge deinen Gedanken nach, lausche den Geräuschen der Natur, höre deine Lieblingsmusik oder deinen Lieblings Podcast. Ich habe das in den letzten Jahren doch sehr vernachlässigt, weil ich nun mal gern in der Gruppe laufe. Aber wer allein mit sich eine schöne Runde dreht, kann mal in Ruhe wichtige Zeit mit sich verbringen ohne zuhören oder reden zu müssen. Als Tipp ich habe in der Corona Zeit die App Blinkist für mich entdeckt, diese fasst wunderbar Themenbücher zusammen (Blinks zwischen 15-25 Minuten) und man kann über die Gratisversion täglich ein Sachbuch hören oder auch die kurze Zusammenfassung lesen. Das Schöne man bekommt immer wieder neue Sachgebiete eingespielt und erhält damit die Möglichkeit sich Gedanken über vielfältigste Themenbereiche zu machen. Virtueller Wettkampf Es gibt die Möglichkeit über Raceday.me sich virtuell begleiten zu lassen. Somit läufst du deine eventuelle Bestzeit doch nicht ganz allein. Du musst nur deine Strecke hochladen und deine Wunschzeit. Freunde oder Familie können dann am Rennen online teilnehmen. Das gibt Motivation alles zu geben. Ich habe bereits einen Blogbeitrag zum Thema Virtuelle Läufe verfasst, mit Vor- und Nachteilen und wie man einen solchen Lauf am besten plant. Fazit - Alleine laufen ist doch gar nicht so schlecht, oder ? Alleine laufen kann schön sein, probiere es. Du kannst dich konzentrieren auf schöne Gebäude auf der Strecke, eine Begegnung auf der anderen Straßenseite, auf deine eigenen Gedanken. Du kommst sicher mit neuen Ideen nach Hause. Das Laufen fördert nämlich deine Kreativität. Wenn alles still steht, ist der Individualsport Laufen eine sehr gute Möglichkeit raus zu kommen, den Kopf frei zu pusten und die schönen Momente des Lebens zu genießen. Und wer es noch nicht weis, regelmäßige Bewegung fördert die Gesundheit. Sport ist wichtig und gibt uns gerade während der Corona-Zeit eine psychische Stabilität. Und ja ich gebe zu alleine laufen hat auch seine Schattenseiten, aber ich will dich mit oben genannten Tipps eher motivieren, trotzdem regelmäßig deine Runden zu laufen und an deiner Fitness zu feilen, deswegen erwähne ich diese heute nicht. Und was macht dich normalerweise glücklicher? Alleine laufen oder in der Gruppe?

  • Winterwanderung auf die Rotwand mit Sonnenuntergang

    Der erste Schnee lag und spontan entschieden wir Anfang Dezember eine Sonnenuntergangstour auf die Rotwand zu machen. Die Rotwand, einer der vielen Münchner Hausberge ist 1884 m hoch und damit laut Wikipedia der höchste Gipfel rund um den Spitzingsee. Im Sommer ist die Rotwand sehr gut besucht, daher waren wir überrascht, dass wir bei unserer Tour den Gipfel ganz für uns allein hatten. Anfahrt ab München Eingabe ins Navi: Spitzingstraße 3, 83727 Schliersee Über die A8, Ausfahrt Weyarn über Miesbach Richtung Schliersee, Spitzingsee. Die Route beträgt etwa 65-70 km und dauert ca. 1 Stunde. Anfahrt auch via Bob und Bus möglich, allerdings für die Variante Sonnenuntergang nicht empfehlenswert. Der Parkplatz ist kostenpflichtig, kostete EUR 4,- (Stand Dezember 2017). Der Aufstieg zum Rotwandhaus Wir hatten die Standardroute gewählt und gingen vom Parkplatz genau um 12:30 Uhr los. Der Sonnenuntergang sollte um 16:30 Uhr stattfinden. Der Weg führt am Spitzingsee vorbei Richtung Süden. Dort trifft man auf eine Schranke, welche der Einstieg für die Wanderung ist und in den Wald führt. Die Ausschilderung ist sehr gut und man kann sich zu keinem Zeitpunkt verlaufen. Man sollte lediglich auf die herabkommenden Rodler aufpassen, die sich teilweise recht lautlos nähern. Generell fällt auf, dass viele Leute mit Ski / Schneeschuhen oder Rodel unterwegs sind. Der Weg zur Rotwand ist mäßig, aber nicht zu anstrengend. Es gibt einige Serpentinen und ein toller Ausblick ist immer wieder gegeben. Es gäbe einmal die Option nach links abzukürzen (bei der Bank), wobei wir das wegen des Tiefschnees nicht in Erwägung zogen und auf dem offiziellen Forstweg blieben. Insgesamt beträgt die Strecke bis zum Rotwandhaus / Gipfel Rotwand zwischen 8-9 km. Einkehr Rotwandhaus Das Rotwandhaus auf der Höhe von 1737 m erreichten wir im Nebel. Ich sagte noch zu Stefan, den Sonnenuntergang kannst du vergessen, werden wir wohl heute kein Glück haben. Für Stefan war es bereits der dritte Versuch den Sonnenuntergang auf der Rotwand zu erleben. Wir waren kurz nach 14 Uhr im Rotwandhaus und wärmten uns erst mal auf bzw. bestellten etwas zu essen. Übrigens das Rotwandhaus ist ganzjährig geöffnet und bietet regionale Produkte an, aber nur Selbstbedienung. Außerdem bietet die relativ große Hütte auch Übernachtungsmöglichkeiten an, mehr Details hier. Aufstieg zur Rotwand Um 15:30 Uhr brachen wir langsam auf, um zum Gipfel zu gehen. Der Aufstieg ist eigentlich nicht mehr weit, allerdings waren die letzten Höhenmeter verschneiter und dadurch schwieriger als die Forststrasse. Teilweise traf man auf Tiefschnee und wir sanken ziemlich ein. Wir versuchten den gespurten Pfaden anderer Wanderer zu folgen und kamen auch recht gut voran, wobei auch viele Skispuren kreuz und quer verliefen. Es war bitterkalt und der Wind verschlimmerte das Kältegefühl immens. Wir waren ein bisschen zu früh am Gipfel und mussten auf den Sonnenuntergang noch ein paar Minuten warten. Ich fror sehr und mummelte mich in allem ein, was ich dabeihatte. Die Aussicht von der Rotwand ist fantastisch und wir hatten einen tollen Weitblick. Wir erlebten einen richtig schönen Sonnenuntergang, die Abendstimmung war auch aufgrund der Kälte besonders und der Himmel glühte rot. Allerdings bevor die Sonne ganz untergegangen war, stieg ich früher zum Rotwandhaus ab, um mich kurz aufzuwärmen. Abstieg zum Parkplatz Da uns beiden richtig kalt war, wählten wir den schnellen Abstieg und erklärten unsere Wanderung zu einem Trailrunningausflug. Wir nahmen den gleichen Abstieg wie Aufstieg, es gäbe jedoch Alternativrouten als Rundtour. Die ersten paar Kilometer konnten wir noch gut sehen und waren schnell unterwegs. Irgendwann wurde es aber zu dunkel und wir mussten die Stirnlampen aufsetzen. Diese sollte man unbedingt dabeihaben, ansonsten kommt man nur ganz langsam voran oder nutzt vielleicht noch das Smartphone, sofern es sich aufgrund der Kälte nicht schon ausgeschaltet hat, als Taschenlampe. Wir hätten richtig Lust gehabt die Abfahrt mit dem Schlitten zu nehmen, das würden wir beim nächsten Mal mit in Erwägung ziehen. Wir erhielten auch die Information, dass man einfache Schlitten am Rotwandhaus ausleihen könne, was allerdings zum Zeitpunkt unseres Besuches nicht möglich war. Deshalb besser vorher anfragen oder gleich den eigenen Schlitten mitnehmen. Vor Abfahrt noch ein kleiner Tipp zum Einkehren Zum Zeitpunkt als wir unten am Spitzingsee wieder ankamen, waren leider die meisten Cafés geschlossen bzw. wollten schließen. Ich hatte aber so Lust auf einen Glühwein. Glücklicherweise konnten wir die letzten zwei Gläser im Kameter Café noch bekommen und das machte den Ausflug doch tatsächlich perfekt. Fazit Sehr einfache und nicht steile Wanderung (unsere Daten: Aufstieg in 1:45 Std / Abstieg 45 Min. / rennend). Wer gerne Sonnenuntergänge beobachtet, dem wird diese Tour sehr gut gefallen. Das Farbenspiel war phänomenal und eine Abfahrt mit dem Rodel würde den Spaßfaktor bedeutend heben. Ähnlicher Artikel: Sonnenuntergang und -aufgang inklusive Tipps zum Biwakieren. Fotocredit: PEAK ART IMAGES

  • Laufen mit Spikes – Icebug Pytho3 BUGrip

    Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit Icebug GmbH. Das Produkt Icebug Pytho3 BUGrip wurde mir zur Verfügung gestellt. Wie einige bereits mitbekommen haben, möchte ich am Jahresende noch meine 10 Km Bestzeit aus dem letzten Jahr verbessern. Dafür trainiere ich aktuell viel und eigentlich ist die winterliche Jahreszeit nicht immer optimal dafür. Es ist kalt, nebenbei öfter glatt und wenn ich auf eines keine Lust habe, dann mich zu erkälten oder viel schlimmer mich zu verletzen. Dennoch bin ich darauf angewiesen, regelmäßiges Lauftraining absolvieren zu können. Für das Laufband kann ich mich derzeit absolut nicht begeistern. Keine Frage, wenn man alles aus sich rausholen will bzw. auch muss, macht es Sinn das eine oder andere Intervall- oder Schwellentraining einzubauen. Bei rutschigen Verhältnissen leider nicht ganz ungefährlich und deshalb ist es vernünftig über Winterlaufschuhe nachzudenken. Der Winterlaufschuh Icebug Pytho3 BUGrip In normalen Straßenlaufschuhen wäre so manches Training / so mancher Lauf nicht in der gewünschten Intension möglich. Deshalb war ich froh, dass ich den Winterlaufschuh PYTHO3 BUGrip von Icebug testen konnte und aktuell immer noch sehr gern laufe. Eines vorweg, dieser Schuh hat integrierte BUGrip Spikes und ist vor allem fürs Gelände geeignet. Ich wollte ursprünglich keinen Spikeschuh testen, aber Mathias von Icebug meinte, „Mach mal, du wirst begeistert sein.“ Generell hatte ich bisher noch nie einen Spikeschuh besessen und hatte absolut null Erfahrung damit. Warum auch? Ein Spikeschuh ist im Vergleich zur Nutzungshäufigkeit teuer, oft teurer als ein normaler Laufschuh und sollte der Winter ausbleiben, steht ein solches Paar Schuhe auch mal nur rum. Zudem könnte man alternativ immer noch auf das Laufband ausweichen. Laufschuhe für den Winter Der Auftakt in den Dezember startete dieses Jahr bereits winterlich, in München hatten wir schon Schnee und auch die bayrischen Hausberge sind schon längst schneebedeckt. Die Voraussetzungen sind super, um endlich mit einem Winterschuh ein paar Kilometer runter zu spulen. Tragekomfort und ein paar Details Der Icebug Pytho3 BUGgrip, ich trage die Größe 38, ist mit 17 Spikes ausgestattet. Das Gewicht beträgt 320 Gramm, hat eine Sprengung von 5 mm und ist wasserabweisend. Die Optik ist schlicht, aber mir gefallen die Akzente in pink sehr gut. Ich empfand das Tragegefühl nicht anders als in einem normalen Laufschuh. Mir passten die Schuhe von Anfang an wie angegossen. Man sollte allerdings beim Anziehen lieber vor die Haustür gehen, ansonsten könnten ungewollte Kratzer schnell den Boden beschädigen. Einsatz Die Spikes sind dynamisch und können deshalb auf jeglichen Untergrund verwendet werden. Aber Spaß macht der Schuh meines Erachtens nur im Gelände, im Schnee bzw. auf Eis. Asphalt stellt zwar kein Problem dar, jedoch ist das klack klack sehr gewöhnungsbedürftig und es kommt vor, dass Passanten einem doch sehr verwundert hinterherschauen. Die Spikes im Härtetest Anfang Dezember veranstaltete die Laufbar zusammen mit Icebug in München ein ganz besonderes Event. Wir konnten die schwedische Schuhmarke auf Herz und Nieren auf der Eisbahn des Olympia-Eissportzentrum testen. Ich nutzte die Chance und probierte den Icebug Pytho3 BUGrip natürlich unter diesen Extrembedingungen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auf einem kleinen Hindernisparcour mit Sprüngen und Slalom laufen wurden wir schnell probierfreudig und sprinteten in einem Höllentempo über das Eis. Wir hatten Spaß und ich gewann Vertrauen in die Spikes. Übrigens verletzt hatte sich keiner, es bestand auch keine erhöhte Rutschgefahr und der Grip war mehr als gegeben. Die Spikes in den Bergen Mittlerweile war ich mit dem Icebugs auch mehrmals in den Bergen unterwegs, ich bin bisher unfallfrei gelaufen, über Schnee, Eis und auf nassen Waldwegen. Der Schuh läuft sich sehr direkt und man hat jederzeit ein Gefühl für die Bodenbeschaffenheit. Eigentlich vergisst man bei längeren Laufen, dass man auf Schnee und Eis vorsichtiger laufen sollte, da die Spikes ein absolutes Sicherheitsgefühl vermitteln. Sollte allerdings der Schnee etwas höher sein, dann kommt Nässe relativ schnell von oben in den Schuh. Da wären zusätzliche Gamaschen eine absolute Empfehlung. Fazit zum Laufen mit Spikes Es ist natürlich Geschmacksache, ob man mit oder ohne Spike laufen will. Es gibt viele Läufer, die im Winter weiter mit ihren normalen Lauf- oder Trailschuhen unterwegs sind und damit recht gut fahren. Ich für mich habe festgestellt, dass ich mit Spikes ein höheres Sicherheitsgefühl habe und dadurch auch mehr Tempo machen kann. Als Nachteil empfinde ich jedoch die Lautstärke, welche die Spikes auf Asphalt machen. Laut Hersteller kann man mit den Spikes auf der Straße laufen und sie sind verschleißfest. Im Normalfall laufe ich den Icebug PYTHO3 BUGrip bei wirklicher Glättegefahr auf meiner normalen Münchner Joggingstrecke oder regelmäßig in den Bergen im Schnee und auf eisigen Passagen. Noch ein kleiner Tipp – die richtige Kleidung Ich höre leider immer wieder, dass viele Läufer sich im Winter dick anziehen, um zum Laufen zu gehen oder gar nicht, weil es ihnen schlichtweg zu kalt ist. Durch den Übergang von Sommer, über Herbst gewöhnt man sich meines Erachtens sehr gut an die kalten Temperaturen. Ich laufe viel lieber jetzt als bei 30 Grad im Sommer kurz vorm Hitzeschlag. In Bezug auf Kleidung sollte man so loslaufen, dass man noch ein bisschen fröstelt, dann ist es genau richtig. Wer zu warm angezogen ist, wird sehr stark schwitzen und die Nässe kühlt dann auch den Körper schnell aus, sobald man sich nicht mehr bewegt. Die Folge ist dann schnell mal eine Erkältung. Und so steht einen schönem Lauftraining bei kalter und frischer Luft im Winter nichts mehr entgegen. Kann losgehen. Und wie stehst du zum Laufen mit Spikes? Würde gern auch etwas über deine Erfahrung lesen. Fotocredit: PEAK ART IMAGES Videoimpressionen zum Icebug Event - Videocredit: Running Geo https://www.youtube.com/watch?v=zhyuW7PSCuY&feature=youtu.be

  • Trailrunning Heimgarten und Herzogstand

    Trailrunning, da wo die Touristen sind Der Heimgarten und der Herzogstand waren die ersten Gipfel, welche ich nach meinem Umzug nach München 2014 erklommen hatte. Die zwei Gipfel gehören zu den sogenannten Münchner Hausbergen und bieten ein einzigartiges Panorama. Die Wegführung ist alles andere als langweilig. Bisher hatte ich allerdings diese Berge für das Transalpinerun Training gemieden, da aufgrund deren Bekanntheit und der Seilbahn doch sehr viele Touristen unterwegs sind und man als Läufer ziemlich ausgebremst wird. Allerdings letztes Wochenende (es sei erwähnt, es war das erste Ferienwochenende in Bayern) wollten wir das, durch einen Grat verbundene Gipfelpaar, doch mal wieder in Angriff nehmen. Wer einigermaßen gut durch kommen möchte, sollte folgende Alternativroute ausprobieren. Startpunkt: ab München A95 Richtung Garmisch, Ausfahrt Murnau in Ohlstadt. Am besten ins Navi Ohlstadt, Heimgartenstrasse eingeben. Dort befindet sich ein Wanderparkplatz, von wo der Trail- bzw Wanderweg direkt zum Heimgarten startet. Heimgarten Von Ohlstadt aus starten viel weniger Wanderer als von der Normalroute ab Walchensee. Wir starteten früh um 7:30 Uhr in München und ab Ohlstadt ging es etwa 8:30 Uhr los. Der Einstieg ist herrlich. Leicht ansteigend geht es vorbei an einem Gebirgsbach mit kleinen Wasserfällen. Hier kann man nach der Tour noch verweilen und entweder seine Füsse kühlen oder gleich komplett baden. Von einem Steg etwas weiter oben geht ein etwas steilerer Weg durch ein Waldgebiet weiter Richtung Heimgarten. Wir folgen dem Wegweiser 441 und kommen nach dem Waldabschnitt an der Bärenfleckhütte vorbei. Daraufhin schlängelt sich ein grasiger Hang bergauf weiter dem Gipfel entgegen und ist dank wunderschöner Aussicht über das Loisachtal kurzweilig. Oben angekommen sieht man schon aus der Ferne das Gipfelkreuz und die Heimgarten-Hütte. Bereits hier ist eine gigantische Bergwelt zu bewundern und der Aufstieg hat sich gelohnt. Wer so zeitig startet wie wir, kann mit etwas Glück die Ruhe genießen, denn die Wanderflut vom Herzogstand ist noch weit. Vom Gipfel aus kann man den Kochelsee und den Walchensee sehen. Auch der Gratweg zum Herzogstand zeigt sich schön eingebettet. Herzogstand Da uns der Aufstieg zum Heimgarten nicht genug war und die Verbindung zum Herzogstand noch staufrei, ließen wir es uns nicht nehmen, einmal kurz rüber zu laufen. Der Gratweg beginnt links vom Gipfel erst mal steil und Trittsicherheit ist gefragt. Rennen sollte man da nicht gleich, aber es gibt einige schöne schnelle Passagen. Aufpassen sollte man dennoch, da man an Steinen und Wurzeln immer wieder mal hängen bleiben kann. Unterwegs sind auch immer wieder kleine Kletterstellen mit Drahtseilen, welche Obacht und Abwechslung erfordern. Am Herzogstand angekommen ist allerdings die Ruhe vorbei, eine Flut von Wanderern und Touristen verweilen rund um den „Pavillon“. Die Aussicht auch hier ist wie gemalt und lädt zum Träumen ein, aber uns ist es zuviel Trubel und wir treten recht schnell den Rückweg über den Kamm an. Rückweg zum Parkplatz Ohlstadt Wir gehen jedoch nicht den kompletten Pfad zurück, sondern zweigen auf der Mitte Richtung Kaseralm ab (Wegweiser Schlehdorf). Dieser etwas steile Abstieg, der rechts abzweigt ist leicht zu verpassen. Deshalb menschenleer und reizvoll. Im Rücken begleitet uns die felsige Wand von Heimgarten und Herzogstand. An der Kaseralm kann man mit Kühen kuscheln oder noch schnell Wasser nachfüllen. Gleich nach der Alm biegt man links auf einen mit Holzstücken verlegten Weg ab und läuft durch eine schattige Moorlandschaft (Achtung: bei Nässe sind die Holzstücke verdammt glatt). Dennoch es gibt immer wieder Abschnitte, wo man es laufen lassen kann. Schließlich kommen wir zurück auf den anfänglichen Weg und damit nach Ohlstadt zum Ausgangspunkt. Zeitliche Planung ohne Pausen (Trailrunning): Aufstieg Heimgarten 1:30 Std / komplette Tour 3:30 Std. ab Ohlstadt – Heimgarten – Herzogstand – Kaseralm – Ohlstadt – insgesamt ca 17 km. Hinweis: Trailrunning Pace, Wanderer benötigen mehr Zeit.

  • ING Night Marathon Luxembourg

    Luxembourg für ein Marathon-Wochenende Verrückt nach nur vier Wochen nach dem ersten Ultra laufe ich meinen zweiten Marathon . Geplant war es ganz und gar nicht, zwei lange Wettkämpfe so nah aufeinander, aber manchmal kommt es anders als man denkt. Der Luxembourg Marathon war das erste Laufevent , für welches ich mich bereits 2015 anmeldet hatte. Das konnte ich nicht vorher ahnen und deswegen war auch kein Bestzeiten Marathon geplant. Der Plan war somit den Luxembourg Marathon zu genießen. Dieses Mal in Begleitung meines Freundes reisen wir am Freitag an und schlendern am Nachmittag durch die histrorische Altstadt. Der Flair der Stadt ist cool und macht mir Lust auf den bevorstehenden Marathon. Was sofort auffällt sind die unterschiedlichen Höhen, auf welchen Luxembourg erbaut wurde. Das erklärt warum man bei diesem Stadtmarathon ca. 500 HM überwinden muss. Sambaklänge und tanzende Gruppen stimmen bereits am Vorabend auf das Laufereignis ein. Stadtmarathon mit Höhenmetern Vorab ist mir schon bekannt, dass dieser Stadtmarathon anspruchsvoll werden würde und nicht für Bestzeiten geeignet ist. Anders als bei anderen Lauf-Veranstaltungen startet man beim Luxembourg Marathon erst abends, der Startschuss ertönt um 19 Uhr. Insgesamt waren ca 14.000 Läufer und Läuferinnen zum 11. Marathon in Luxembourg gemeldet, davon ca 1.800, welche mit mir die Marathondistanz laufen. Der Rest teilt sich auf Halbmarathon und Team Run (Staffel) auf. Die Abholung der Startunterlagen erfolgt entgegen der zu erwartenden Läuferanzahl am Samstag Mittag ohne Wartezeit. Den Nachmittag nutze ich zur Essensaufnahme und Besorgung letzter Souvenirs. Gegen 18 Uhr treffe ich dann auf dem Messegelände wieder ein, um eine Stunde später die Startlinie des Luxembourg Marathon zu überqueren. Der Start Wir starten alle langsam. Wir kommen sozusagen nur im Trippelschritt voran (die hinteren Startblöcke wohlgemerkt). Die Einteilung in Startblöcke reicht von A (schnell) bis G (langsam). An den Zugängen wird genauestens geprüft, ob man sich in den richtigen Startblock einreiht. Nach geschlagenen 11 Minuten erreiche ich von Block E die Startlinie und darf endlich durchstarten. Die Laufstrecke führt uns von der Luxexpo (Messeglände) zuerst durch das modernkühle Bankenviertel am Kirchberg, bevor es über die Großherzogin-Charlotte-Brücke Richtung Stadtkern und prächtigen Wohngebieten geht. Und hier geht so richtig die Party ab. Die ersten 14 Kilometer der Strecke laufen alle Läufer gemeinsam, bevor es zur Trennung von Halbmarathon und Marathon kommt . Die Stimmung ist großartig. Mehrere Samba- und Tanzgruppen heizen zusätzlich ein und man läuft, getragen von der Partystimmung flott Kilometer um Kilometer. Nachdem die Halbmarathonläufer Richtung Ziel zurück laufen, wird es auf der Marathonstrecke ruhiger. Ich persönlich begrüße das. An einigen Stellen ist es auf dem ersten Teil der Laufstrecke für die Menschenmenge doch ziemlich eng. Vor allem an den Verpflegungsstellen stauen sich die Läufer und freies durchkommen ist kaum möglich. Die Halbmarathonmarke passiere ich knapp unter zwei Stunden. Es läuft gut, so richtig gut, aber ich will ja keine Bestzeit laufen. Halbmarathondistanz ist schnell geschafft Angespornt von der Zwischenzeit und weil ich richtig gut Puste habe, laufe ich weiterhin flott. Die Passagen sind anspruchsvoll, kreuz und quer durch die Stadt. Belastend bzw. erschwerend empfinde ich die ständigen Abbiegungen und immer wieder leichten Anhöhen. Ich laufe gleichbleibend im Tempo, immer im Blick einen Läufer mit einem Zermatt Marathon Shirt, mein heimlicher Pacemaker. Mittlerweile haben wir km 28 passiert, meine Beine werden schwerer. Schmerzen machen sich bemerkbar. Kurz vor km 30 geht es ziemlich steil abwärts ins Péitruss-Tal. Im LEO Light Village sorgen Hunderte von Fackeln und Lampions für eine sagenhafte Atmosphäre. Wir laufen in einem Lichtermeer und feiernde Zuschauer mittendrin. Das ist übrigens der schönste Teil des Luxembourg Marathon. Hier gibt es viel zu bestaunen, meine Schmerzen vergesse ich kurz. Weiter geht es, die Zuschauer rufen " Allez Allez ". Viele Kinder stehen an der Straßenseite und klatschen ab. Die Unterstützung der Zuschauer ist überragend. Doch dann kommt mein knallharter Einbruch, bei km 37. Zu dem Moment laufe ich auf sub 4 Kurs und bin auf persönlichem Bestzeit-Kurs. Die Strecke führt bereits zurück Richtung Kirchberg-Plateau und wir befinden uns auf Zielgerade. Ich drossel mein Tempo rapide. Die Schmerzen in meinen Beinen und unterem Rückenbereich nehmen immer mehr zu. Meine Haltung und der Bewegungsablauf sind unrund. Ich lasse die letzten Getränkestationen aus, da erneutes Anlaufen zu sehr schmerzt. Kilometer 40 Kurz vor km 40, ich verfalle immer wieder in den Gehmodus. Versuche zwar immer wieder anzulaufen, teilweise ist nur noch gehen möglich. Mittlerweile ist es dunkel. Auf diesen Teil der Strecke befinden sich kaum Zuschauer, das drückt auf die Stimmung. Ich quäle mich Richtung Luxexpo. Der Zieleinlauf ist aber ein ganz besonderer. Unglaublich lichtintensiv und eine laute Menschenmenge erwartet uns in der Messehalle. Das ist definitiv wert 42,195 km zu laufen. Erleichtert nehme ich meine Medaille entgegen. Herr Marathon Zermatt überquert übrigens kurz nach mir die Ziellinie. Wir gratulieren uns zum Finish. Mein heimliches Zugpferd auf vielen Kilometern, dankeschön. Mein persönliches Ergebnis Schlußendlich habe ich auf den letzten 5 km knapp 9 Minuten verloren. Das ist richtig enttäuschend. Marathon laufen tut weh und dieser hat mir besonders weh getan. Mit dem Vohaben ohne Zielzeit meinen zweiten Marathon zu finishen, zwischendurch dem Gefühl eines Runners High, da könnte ich doch Bestzeit rauskitzeln und der anschließenden Enttäuschung, dass es doch nicht klappte. Im Ziel kann ich aber wieder lachen und freue mich auf eine neue Medaille. Der Marathon und seine Gesetze, da gibt es leider sehr viele Unbekannte.Mit dem Ergebnis kann ich allerdings gut leben: Ich wurde 6. von 23 Teilnehmerinnen in meiner Altersklasse. Da habe ich mir ein paar Macarons doch redlich verdient, oder? Fazit zum Luxemburg Marathon Der Ing Night Marathon Luxembourg ist ein toller und abwechslungsreicher Abendlauf mit einigen Höhenmetern. Der Lauf bei Tageslicht über Dämmerung bis hinein in die Dunkelheit, hat seine eigene besondere Note und man muss es mal erlebt haben. Die Stimmung und Unterstützung der Zuschauer ist einzigartig und die Organisation hervorragend. Allerdings verlieren Läufer/-innen aus den hinteren Startbereichen auf dem ersten Teil der Marathonstrecke enorm Zeit. Durch die engen Passagen am Anfang ist überholen schwierig. Verpflegungsstellen gibt es genügend. Etwa alle 2,5-3 km kann man sich mit Wasser, Isogetränken, Cola, Banane , Orange und Riegel stärken. Die Liebe zum Detail bei Kilometer 30 im Péitruss-Tal empfand ich spektakulär. Der Zieleinlauf in der Messehalle ist super. Einzig die Shuttleverbindung zu später Stunde von der Messe zu meinem Hotel, welches außerhalb von Zentrum liegt, ist schlecht bis gar nicht vorhanden. Ich lasse mich abholen, alternativ kann man aber auch ein Taxi bekommen.Deswegen empfehle ich besser ein e Unterkunft in der Innenstadt zu buchen. Die Reise von München nach Luxembourg hat sich für mich gelohnt und ich kann diesen Marathon von Herzen weiter empfehlen. Und das sagen andere Teilnehmer/-innen zum Luxembourg Marathon "Allez,Allez!" - "Courage!" - "Tip Top!"...Orga und Volksfeststimmung vom ersten bis zum letzten Laufmeter vom Allerfeinsten! Vielen Dank an die Luxemburger für diese tolle Lauferfahrung! Nächstes Jahr definitiv wieder! Laufend on Tour / Kossmann Laufbotschafter Wer sich für den ING Night Marathon Luxembourg anmeldet, muss sich über eines im Klaren sein: Bergtraining sollte zur Vorbereitung dazu gehören! Die Strecke ist sehr verwinkelt, es geht fast immer leicht auf und ab, aber trotzdem ist die Stimmung hervorragend an und auf der Strecke. Die Stadt bietet ein herrliches Umfeld und die Organisation ist ein Traum. Kurz gesagt: ein Muss für jeden Läufer, der einen besonderen Stadtmarathon laufen möchte. Markus Dawo / Personal Trainer Der ING Night Luxembourg begeistert durch viele anfeuernde Zuschauer an der Laufstrecke. Ganz viel Gänsehaut erlebt man auf der 2. Marathonhälfte, wenn man im Dunkeln durch die engen Gassen der Altstadt angefeuert wird. Luxembourg ist ein anspruchsvoller Marathon, da man durch das wellige Profil selten flache Laufpasssagen vorfindet. ING Night Luxembourg zählt für mich zu den schönsten Marathons, die ich bisher gelaufen bin Armin Siebert / Mehrfacher Marathon- und Ultraläufer Übrigens gab es an diesem Tag mehrere Streckenrekorde, für einen davon sorgte Lisa Hahner, welche in 77:04 Minuten als Erste den Halbmarathon der Frauen gewinnt. Und wer ist nächstes Jahr am Start des Luxembourg Marathon? Fotocredit: Norbert Wilhelmy (teilweise)

  • Mit EMS zum Sixpack – ein Selbstversuch

    Ist es zu ambitioniert, wenn man sich vornimmt in 6 Wochen schnell mal ein Sixpack anzutrainieren? Welcher Weg ist der optimale und wie sollte man es durchführen? Für mich war schnell klar, ich wollte es mit EMS Training und Low Carb Ernährung ausprobieren. Am Ende war ich vom Ergebnis dann doch überrascht und ob sich das Sixpack zeigte, schaun wir mal. Allerdings eines habe ich in dieser Zeit sofort festgestellt: Bauchmuskeln sind A. Muskeln... Diese 6 Wochen waren spannend und meine Erfahrungen möchte ich hier mit euch teilen. Was ist EMS? Übersetzt heißt es Elektrostimulations-Training und im Endeffekt werden elektrische Impulse mittels aufgesetzten Elektroden auf die Muskeln gegeben. Bisher dachte ich immer, das war es dann auch schon, aber nein, EMS Training ist heftig anstrengend. Zusätzlich werden beim Training Übungen im HIIT Stil eingebaut, die einen richtig zum Schwitzen bringen. Die Übungen werden je nach Bereich, der trainiert werden soll, individuell angepasst. Die Elektroden sind in einem Anzug eingearbeitet, welchen man im Studio zur Verfügung bekommt. Der Reizstrom trainiert dann die komplette Skelettmuskulatur und speziell im Bereich der Tiefenmuskultatur in das Training besonders effetiv. Während der Einheiten ist man immer unter Anweisung bzw. Beobachtung eines Trainers. Die Intensität des Impulses kann indivuiduell auf die einzelnen Körperbereiche eingestellt werden. Bemerkenswert ist die Zeitersparnis im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, denn eine Session dauert lediglich 20 Minuten, feste Termine bedeuten keine Wartezeit und gezielt wird der ganze Körper angesprochen. Mein EMS Studio Ich habe im Be:vit, Belgradstrasse 9 in München trainiert. Das Studio ist modern eingerichtet mit Umkleidekabinen, Dusche und einem kleinen Thekenbereich, wo man Getränke bekommt. Be-vit trainiert immer max. zwei Personen gleichzeitig, des Weiteren ist das Studio auch mobil unterwegs und bietet EMS-Training in Firmen an. Die Termine kann man unkompliziert online reservieren und auch kurzfristig stornieren. Wie sieht eine EMS Session aus? Für das Training bekam ich Sportunterwäsche, alles andere zieht man aus. Darüber wird die Weste mit den Elektroden angebracht, welche aufgrund der Leitfähigkeit zuvor nass gemacht wird. Beim ersten Mal hatte es sich ein wenig ungewohnt, ziemlich kalt angefühlt. Die Weste wird festgezogen, umso fester, umso besser merkt man die Impulse. Als Hinweis bei den ersten Trainingseinheiten hatte ich leider nicht so fest gezogen und somit konnte ich nicht das Optimale rausholen. Das Training erfolgt normalerweise zu zweit, kann aber je nach Belegung auch einzeln stattfinden. Für mich war klar der Augenmerk auf die Bauchmuskulatur gelegt. Nachdem man mit einem Kabel an das EMS-Gerät angeschlossen wurde, begann man mit schnellen Aufwärmübungen. Die Elektroimpulse wurden immer 4 Sekunden lang an die Muskeln abgegeben, gefolgt von 4 Sekunden Pause. Nach ein paar Sessionen wurde der Reiz verstärkt, indem er sofort einsetzte (anfangs langsam einsetzend). Durch die Kontraktionen wurden die Muskeln immens beansprucht, gefühlt meinte man die Muskeln werden rausgezogen. Dadurch waren die Übungen in der Ausführung auch viel schwerer als normal und man schwitzte schon bei der kleinsten Bewegung. Zusätzlich wurden Hilfsmittel wie Hanteln, Terraband oder TRX-Band genutzt, um die Intensität zu erhöhen. Wie oft sollte man EMS machen? In meinem Fall bzw für mein gesetztes Ziel wurde von Anfang an empfohlen zwei Einheiten pro Woche einzubauen. Aber auch ein Termin wöchentlich ist ausreichend, um fit zu werden bzw. zu bleiben. Der Nachbrenneffekt ist immens hoch. Was hat sich verändert? Wie eingangs erwähnt, hatte ich nicht nur auf EMS Training gesetzt, sondern auch auf die Low Carb Ernährung. Einen festen Plan hatte ich nicht. Ich versuchte mich nach Gefühl eiweißreich zu ernähren. Morgens gab es immer Quark mit Eiweißpulver gemischt, dazu Obst. Mittags gab es Gemüsepfanne mit Tofu oder Salate mit Käse, ich variierte bei den Zutaten, damit es nicht zu langweilig wurde. Das Abendessen bestand entweder aus Salat, Eiweiß-Shake oder Gerichte aus Ei. Für den Hunger zwischendurch musste Obst, Quark oder Eiweißriegel herhalten. Generell verzichtete ich zusätzlich auf Zucker und Alkohol komplett. Im Kampf mit den regelmäßigen Gängen zum Kühlschrank war der Anfang recht schwer, legte sich aber nach ein paar Tagen und ich konnte die sechs Wochen gut durchhalten. Bei bevorstehenden Wettkämpfen (ich lief in der Zeit den Luxemburg Marathon und den Zugspitz Supertrail) setzte ich dennoch auf Kohlenhydrate und füllte meine Speicher etwa 1-2 Tage zuvor, um genügend Energie zur Verfügung zu haben. Noch ein Hinweis zur Ernährung für Ausdauersportler Ich möchte hier auch darauf hinweisen, ich persönlich empfehle diese Ernährung nicht, erstens war ich für Trainingsläufe oft zu schwach bzw. es fühlte sich einfach nicht gut an. Zweitens empfinde ich die Ernährung zu einseitig, auch weil ich auf vegetarisch / vegan setze und dies nicht im Einklang mit low carb ist und drittens, wenn man auswärts essen muss, bleibt nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten, was es echt furchtbar macht. Der Blick in den Spiegel Recht schnell aber fühlte ich mich bei der täglichen Ansicht in den Spiegel gut bis sehr gut. Mein Selbstbewusstsein und Körpergefühl bekam einen positiven Schub und ich hatte Spaß zum EMS zu gehen, freute mich auch darauf. Ich hatte bereits feste Trainingspartner gefunden und konnte das Training leicht in meinen bereits vollen Alltag integrieren. Zu meinen persönlichen Ergebnissen: Sixpack ja oder nein? Mein Gewicht blieb fast gleich, allerdings zeigte die Waage (Typ InBody 720) ein deutliches Minus beim Körperfettgehalt. Ich konnte diesen um 2,3 kg (15,8 % auf 11,5 %) auf 5,9 kg reduzieren. Die Muskelmasse nahm um 1,1 kg zu. Ich empfand das Ergebnis ziemlich krass, zumindest für den kurzen Zeitraum. Den Viszeralen Fettwert konnte ich von guten 30,2 auf 17,7 reduzieren. Hier handelt es sich um das Bauchfett, welches sich zu den anderen Körperfetten unterscheidet. Ein hoher Bauchfettgehalt ist ein Indiz dafür, dass man anfälliger für Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Diabetes ist. Ziel ist es einen Wert unter 100 anzustreben. Des Weiteren sind meine Muskeln in Ärme und Beine gut proportioniert und weisen auf einen ausgeglichenen Körperbau hin. Aber zu einem Sixpack hat es leider nicht gereicht. Mein Fazit Durch die Weste empfand ich meine Bewegungsfreiheit eingeschränkt und konnte nicht immer feststellen, inwieweit die Übungen korrekt gemacht werden. Deshalb ist wichtig, dass die Betreuung des Trainers gegeben ist und die Ausführung korrigiert wird, um Folgeschäden zu vermeiden. Dieser Bericht soll nicht dazu beitragen ein Für und Wider zu EMS darzustellen, sondern lediglich meine Erfahrungen damit. Ich werde eventuell einmal wöchentlich als Unterstützung weiterhin auf EMS setzen, da es mir Spaß macht, ich einen positiven Effekt rausholte und es wenig Zeit in Anspruch nimmt. Lediglich die Kosten sind ein Argument dagegen, aber das muss jeder persönlich entscheiden, denn das es effektiv ist, hat es mir gezeigt. Leider ersetzt EMS für mich das Fitnessstudio definitiv nicht, für mich muss Abwechslung im sportlichen Alltag herrschen, da sonst der Spaß am Sport leidet. Des Weiteren genieße ich im Fitnessstudio die Zeit mit Trainingspartner intensiver und generell mit mehr Kommunikation und Austausch. Feedback von Franz Ammermüller (Trainer und Inhaber von Be:vit) Als erstes möchte ich kurz ein paar Worte zu unserem Studio verlieren. Wir machen EMS-Training mittlerweile schon über 6 Jahre und können auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Dabei setzen wir nicht auf ein isoliertes und reines EMS-Training, vielmehr ist unsere Ausrichtung auf eine individuelle und vielseitige Betreuung ausgelegt. Wir bauen Bodenübungen, Kleingeräte und Ausdauerübungen ins Training mit ein. Somit sorgen wir für eine komplexe Belastung und steigern somit das Ergebnis im Bereich Muskelaufbau. Unser größtes Standbein ist das Training bei Firmen, hier können wir viele Komponenten positiv vereinen (wenig Zeit, kleiner Raum, geringe Kosten, großer Effekt) Jetzt zum Training mit Cindy Für uns war das Ergebnis natürlich wieder eine super schöne Bestätigung und Motivation. Zugleich muss ich aber sagen, Cindy war natürlich sehr motiviert und sie hat das Training mit uns und die Umstellung der Ernährung voll durchgezogen. Dies ist klar der Grundstein für den Erfolg. Die Ernährung spielt bei einem solchen Projekt eine sehr große Rolle, da der sichtbare Muskelaufbau natürlich etwas länger dauert als nur 6 Wochen und gerade deshalb kann man nur über die Reduktion des Körperfetts ein tolles Ergebnis erzielen. Eins ist jedoch ganz klar ersichtlich nach den 6 Wochen, zu jeder Diät gehört auch ein gezieltes Muskeltraining. Hätte Cindy in den 6 Wochen kein Muskeltraining absolviert, hätte sie einiges an Muskulatur verloren und dies führt langfristig zu Problemen im Training und auch im Alltag. Zur Low-Carb-Diät gehe ich nur kurz ein, da dies ein eigenes Thema ist. Diese Art der Ernährung kann ich nur bedingt und nur über einen begrenzten Zeitraum empfehlen. Hierzu müssen mehrere Faktoren mit einbezogen werden (Sportbelastung, Alltagsbelastung, körperliche Veranlagung, Ziel). Unser Ansatz setzt hier ganz klar auf eine gesunde, ausgeglichene und nachhaltige Ernährung in Verbindung mit einem ausgeglichenen Training mit viel Spaß und das alles entscheidende ist die eigene Motivation. Cindy ist hier ganz klar ein Vorbild für viele und wir als Trainier geben natürlich auch unser bestes um die Motivation oben zu halten. Wir sehen uns beim Training Franz Fotocredit: Stefan Schaaf (peakartimages)

  • 30 Tage vegan - Fazit 3. Woche

    Vegan leben ist ein absoluter Trend geworden. Ich mache den Selbsttest und möchte 30 Tage vegan leben. Nun sitze ich hier und lasse mir die dritte Woche der Ernährungsumstellung durch den Kopf gehen. Die Ernährungsumstellung ist mittlerweile etwas zur Normalität geworden und der „noch“ etwas höhere Aufwand ist in meinem Alltag doch gut integriert. Ich fühle mich soweit fit. Der Januar ist ein Monat mit Temperaturen knapp über oder auch unter 0 Grad, vielen grauen Tagen und auch Schnee. Für mich ein guter Grund, mich auf der Couch in die Decke zu kuscheln. Allerdings kann ich mich gar nicht daran erinnern, wann ich das, das letzte Mal gemacht habe. Ich bin viel aktiv und kann mich nur schwer entspannen. Mittlerweile höre ich die Frage öfter: Was isst du eigentlich den ganzen Tag über? Viele Nichtveganer denken sofort nur an trockene Kartoffeln, Nüsse, Salat und Obst. Ich selbst wusste es bis vor ein paar Wochen ja auch nicht besser. Seit der Umstellung esse ich gefühlt mehr als vorher und täglich kommen neue Zutaten und Ideen dazu. Ich stöbere in vielen "veganen" Blogs und Instagram Accounts und lasse mich von Rezepten und Bildern inspirieren. Nachfolgend möchte ich meinen veganen Speiseplan vorstellen. Frühstück: Morgens gibt es immer einen Latte Macchiato oder Matcha Latte mit gaaaaaannzz viel Zimt. Es ist schön, wenn ich auf die Tram warte, etwas Warmes zu trinken. Der Weg zu Arbeit ist viel schöner dadurch geworden. Meist esse ich ein Stückchen veganen Kuchen, Biobrot mit Marmelade, Oatmeal oder homemade Müsli gleich morgens. Als zweites Frühstück trinke ich einen Smoothie oder es gibt Sojajoghurt mit Obst. Mittagessen: Ich bringe mir das Essen mit in die Arbeit. dabei handelt es sich meist um die Reste vom Abendessen. Auch sind Salate mit Quinoa, Cous-Cous oder Glasnudeln einfach zuzubereiten und total lecker. Kartoffel- und Nudelsalate gehen auch immer. Zusätzlich habe ich Gemüsesticks mit Hummus für mich entdeckt. Nachmittagssnack: In letzter Zeit oft Früchtebrot oder Obst. Abendessen: Das Abendessen ist für mich die wichtige Mahlzeit des Tages geworden, da genieße ich das Essen regelrecht und wir nehmen uns Zeit dafür. Oft diskutieren wir über die vegane Ernährung und teilen das Erlebte. Es ist eine interessante Zeit für mich. Was ich koche, plane ich nach wie vor im Voraus. Rezepte hole ich mir aus bekannten Vegan-Kochbüchern, Blogs sowie Instagram-Accounts. Vegan leben - Meine 5 Lieblingsblogs, die ich empfehlen kann: http://www.eat-this.org/http://www.veggi.es/http://www.veganguerilla.de/http://www.vegetarian-diaries.de/http://www.totallyveg.at/ Der Veganismus ist ein Trend, den ich für mich entdeckt habe und ich mich sehr gut damit fühle. Der Vegetarierbund Deutschland schätzt aktuell, dass ca 1 Mio Veganer in Deutschland leben. Das ist doch mal eine Zahl. Im Moment gehöre ich dazu und bin froh die Entscheidung getroffen zu haben.

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