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- Hannover als Sportstadt: Meine Eindrücke zwischen Maschsee, Sightseeing und Spitzensport
Hinweis: Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Pressereise in Zusammenarbeit mit der Hannover Marketing und Tourismus GmbH. Meine persönlichen Eindrücke, Erfahrungen und Meinungen bleiben davon unberührt und spiegeln ausschließlich meine eigene Sicht wider. Hannover stand für mich lange vor allem für Messehallen und Geschäftsreisen, bis ich die Stadt vor Kurzem von ihrer sportlichen Seite kennenlernen konnte. Ich war vor dieser Reise tatsächlich erst ein einziges Mal in Hannover und das ist inzwischen auch mehr als zehn Jahre her. Damals war ich beruflich dort, habe allerdings außer Büro und dem direkten Umfeld der Stadt kaum etwas gesehen. Entsprechend neutral war auch mein Bild von Hannover. Umso spannender war es, die Stadt jetzt im Rahmen einer Pressereise völlig neu zu entdecken. Denn je mehr ich von Hannover gesehen habe, desto klarer wurde: Sport ist hier nicht einfach nur ein Event oder ein Freizeitprogramm. Bewegung gehört ganz selbstverständlich zum Alltag und auch zum Stadtbild dazu. Zwischen Spitzensport, Vereinskultur, urbanen Sportprojekten und Natur entsteht eine Mischung, die überraschend vielfältig wirkt. Warum Hannover als Sportstadt immer wichtiger wird Hannover positioniert sich seit Jahren gezielt als Sportstadt. Und nach den Tagen vor Ort wurde gut nachvollziehbar, warum große Veranstaltungen hier regelmäßig stattfinden. Die Stadt liegt zentral in Deutschland, ist hervorragend erreichbar (ab München in 4,5 Stunden mit dem ICE) und verfügt über eine Infrastruktur, die für Großveranstaltungen ideal ist. Viele Sportstätten liegen nah beieinander, wodurch kurze Wege entstehen und sich die Stadt trotz ihrer Größe angenehm übersichtlich fühlt. Auch der öffentliche Nahverkehr mit der ÜSTRA sorgt dafür, dass man sich schnell und unkompliziert zwischen den verschiedenen Veranstaltungsorten bewegen kann. Ein sehr greifbarer Teil dieser Sportinfrastruktur war die Stadionführung durch die Heinz von Heiden Arena, die Heimspielstätte von Hannover 96. Dort wird deutlich, wie eng Profisport, Organisation und Stadtimage miteinander verbunden sind und wie viel infrastrukturell hinter einem einzigen Spieltag steckt. Einen ganz anderen Eindruck bekam ich später beim Bundesliga-Handballspiel der TSV Hannover-Burgdorf in der ZAG Arena. Die Atmosphäre in der Halle war laut, emotional und gleichzeitig viel näher dran, als man es aus TV-Übertragungen kennt. Sport ist in Hannover auch im Alltag sichtbar. Viele Läuferinnen und Läufern kennen die Stadt durch den ADAC Marathon Hannover, der mit über 33.000 Teilnehmenden zu den größten Laufevents Deutschlands zählt. Ein Blick auf die kommenden Jahre zeigt, wie stark sich Hannover als Sportstandort weiterentwickelt. Die Stadt wird unter anderem Austragungsort der Handball-Weltmeisterschaft der Männer 2027 sowie Spielort der Frauenfußball-Europameisterschaft 2028 sein. Auch die Finals spielen dabei eine zentrale Rolle. Dieses Multisportevent wurde erstmals 2019 ausgetragen und bringt innerhalb von vier Tagen zahlreiche Deutsche Meisterschaften verschiedener Sportarten in eine Stadt. Für die Ausgabe in Hannover (23. bis 26. Juli 2026) werden rund 4.000 Athletinnen und Athleten erwartet. Der Maschsee - Hannovers sportliches Wohnzimmer Wenn man über Sport in Hannover spricht, führt kaum ein Weg am Maschsee vorbei. Der rund sechs Kilometer lange Rundweg ist einer der beliebtesten Laufspots der Stadt. Egal zu welcher Tageszeit, der See ist belebt. Läufer/Innen, Spaziergänger, Radfahrende und Menschen, die einfach aktiv sind, teilen sich diesen Raum. Gleichzeitig spielt auch der Wassersport auf dem Maschsee eine wichtige Rolle, etwa Rudern oder Segeln. Der Maschsee wirkt dabei weniger wie ein klassischer "Sportort", sondern eher wie ein sozialer Treffpunkt für Bewegung. Ich hatte mein Hotel, das Courtyard, direkt am See und konnte dadurch die Atmosphäre zu unterschiedlichen Tageszeiten erleben. Besonders morgens war die Stimmung ruhig und angenehm. In meinen vier Tagen vor Ort bin ich selbst vier Mal gelaufen und habe insgesamt fünf Runden um den See gedreht. Für Läuferinnen und Läufer ist die Strecke ideal, da sie flach verläuft, größtenteils gut beleuchtet ist, sich intuitiv laufen lässt und sowohl für lockere Einheiten als auch für Tempoläufe sehr gut geeignet ist. Zwischen Tradition und Moderne: Hannovers Sportvereine Ein besonders spannender Programmpunkt war der Besuch beim Turn-Klubb zu Hannover. Der Verein zählt rund 10.000 Mitglieder und ist damit der größte Sportverein der Stadt. Gegründet wurde er bereits 1858 und verbindet bis heute Breiten- und Leistungssport. Vor Ort wurde schnell deutlich, welche Rolle Vereine weiterhin im Sport spielen, nicht nur als Trainingsorte, sondern auch als soziale Struktur, für Jugendarbeit und sportliche Entwicklung. Besonders informativ war auch der Austausch mit Henning Harnisch, dem ehemaligen Basketball-Nationalspieler und langjährigen Vizepräsidenten von Alba Berlin, der vor Ort war und Einblicke in seine Arbeit gab. Dieser Einblick war deutlich greifbarer als jede klassische Präsentation, weil man die Dynamik des Vereinsleben unmittelbar erlebt hat. Gleichzeitig wurde der Unterschied zwischen Freizeit- und Leistungssport sehr deutlich. Surfen mitten in der Stadt? Die Leinewelle Ein Ort, den ich in Hannover nicht erwartet hätte, war die Leinewelle. Mitten in der Innenstadt befindet sich eine künstliche Flusswelle, auf der ganzjährig gesurft werden kann. Bis zu dieser Reise dachte ich ehrlich gesagt, dass solche Surfspots vor allem von der Eisbachwelle in München bekannt sind. Die Idee existierte wohl bereits viele Jahre früher, eröffnet wurde die Welle schließlich 2023, finanziert unter anderem durch Sponsoren und mit viel Engagement aus der Community. Hinter der Leinewelle steckt jedoch mehr als nur eine Attraktion: Rund 550 Mitglieder engagieren sich im Verein, zusätzlich spielt auch Jugendarbeit eine wichtige Rolle. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich neben den klassischen Sportarten auch moderne, urbane Bewegungsformen etablieren. Hinter den Kulissen des Spitzensports Mit dem Besuch des Olympiastützpunkt Niedersachsen wechselte die Perspektive vom urbanen Sport hin zum professionellen Leistungssport. Dort werden rund 300 Athletinnen und Athleten aus zwölf Kernsportarten betreut, darunter beispielsweise Leichtathletik, Rudern oder Judo. Ziel ist es, optimale Rahmenbedingungen für den Spitzensport zu schaffen. Es war beeindruckend, selbst über den Campus zu laufen und die Trainingsstätten nicht nur aus den Medien oder Wettkämpfen zu kennen, sondern direkt vor Ort zu erleben. Dadurch entstand ein viel realistischeres Bild davon, wie komplex und professionell die Abläufe im Leistungssport heute sind. Es wurde auch deutlich, dass Leistung nicht nur aus Training besteht, sondern ebenso aus sportwissenschaftlicher Betreuung, Regeneration, medizinischer Unterstützung und strukturierten Trainingsbedingungen. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, mit "Profis" wie Amanal Petros oder Fabienne Königstein ins Gespräch zu kommen. Gerade als Läuferin waren diese Einblicke in ihre Trainingswelt und den Alltag besonders inspirierend. Kaffee und Sport mehr als nur Genuss Dass Kaffee im Sport eine größere Rolle spielt, wurde auch wieder deutlich. Gemeinsam mit Amanal Petros besuchten wir die Hannoversche Kaffeemanufaktur und erhielten spannende Einblicke in die Wirkung von Koffein im Training und Wettkampf. Amanal ist selbst begeisterter Kaffeetrinker und nutzt die positiven Effekte von Kaffee gezielt im sportlichen Alltag. Dabei ging es unter anderem um Konzentration, Aufmerksamkeit, Schmerzempfinden und Ausdauerleistung, Faktoren, die im Ausdauersport unterstützen. Mehr zum Thema Kaffee und Sport sowie detaillierte Hintergründe zur Wirkung findest du außerdem in meinem separaten Blogbeitrag in Zusammenarbeit mit der Murnauer Kaffeerösterei. Natur und Bewegung rund um Hannover Was viele unterschätzen, Hannover ist überraschend grün. Die Eilenriede ist der größte Stadtwald Europas und bietet unzählige Wege zum Laufen, Radfahren oder Spazierengehen. Trotz der Größe wirkt die Stadt dadurch an vielen Stellen ruhig und aktiv. Direkt vor den Toren der Stadt liegt zudem der Deister, ein Mittelgebirge, das besonders für Trailrunning und Outdoor-Sport interessant ist. Die Nähe zwischen urbanem Stadtleben und schnell erreichbarer Natur macht Hannover aus sportlicher Sicht besonders attraktiv. Die Finals 2026 und warum Hannover perfekt dafür ist Nach den Tagen vor Ort wurde gut nachvollziehbar, warum Hannover als Austragungsort für die "Finals 2026" gewählt wurde. Die Stadt bietet kompakte Sportstätten, kurze Wege und eine sehr gut funktionierende Infrastruktur. Gleichzeitig wirkt sie erfahren im Umgang mit großen Sportveranstaltungen, ohne dabei überladen zu sein. Die "Finals" sind ein bewusst urban konzipiertes Multisportformat, dass Sport in den Stadtraum integriert. Seit 2019 werden hier an vier Tagen zahlreiche Deutsche Meisterschaften gebündelt. Für die Ausgabe in Hannover (vom 23. bis 26. Juli 2026) werden rund 4.000 Athletinnen und Athleten erwartet, die in 24 Sportarten um 143 Deutsche Meistertitel kämpfen. Besonders interessant ist, dass sich das Event über die ganze Stadt verteilt. Geplant sind unter anderem Hochsprung direkt vor der Oper, 3x3 Basketball am Neuen Rathaus sowie Rudern und Kanu auf dem Maschsee. Dadurch werden die Wettkämpfe an vielen markanten Orten gleichzeitig sichtbar und erlebbar. Ergänzt wird das Ganze durch eine außergewöhnlich starke mediale Präsenz mit rund 200 Stunden Liveübertragung durch ARD und ZDF. Weitere Informationen zu den Finals 2026 findet ihr im Link. Fazit: Hannover hat mich sportlich überrascht Vor dieser Reise hätte ich Hannover ehrlich gesagt nicht automatisch als eine der spannendsten Sportstädte Deutschlands gesehen. Zu sehr war die Stadt für mich mit Messe, Arbeit und einem eher funktionalen Bild verbunden. Dieser Eindruck hat sich verändert. Besonders aufgefallen ist mir, wie selbstverständlich Sport in ganz unterschiedlichen Formen im Stadtbild auftaucht, ohne große Inszenierung. Ob beim Laufen rund um den Maschsee, beim Blick in die Vereinskultur des TKH, in urbanen Projekten wie der Leinewelle oder im direkten Kontakt mit Spitzensport im Olympiastützpunkt: Sport gehört einfach zu Hannover. Nach dieser Reise bin ich gespannt: Welche Sportstadt hat euch persönlich schon einmal überrascht?
- Prag Halbmarathon: Mit dem CRAFT Kype Pro zur neuen Halbmarathon-Bestzeit
Transparenzhinweis: Werbung, weil Testschuh (der CRAFT Kype Pro) - aber wie immer : Meinung ist meine und ungefiltert. Manchmal passt einfach alles zusammen und beim Generali Prag Halbmarathon durfte ich genau so einen Moment erleben. Ich möchte dir heute erzählen, wie ich unerwartet eine neue persönliche Bestzeit auf der Halbmarathon Distanz gelaufen bin. Eigentlich hatte ich mein großes Ziel - eine neue PB - schon zwei Monate zuvor in Neapel im Blick (Februar 2025). Doch das Leben kam dazwischen: Alltagsbelastung, ein Trainingsloch und kurz vor dem Rennen dann noch eine Erkältung. Der Halbmarathon in Neapel wurde schließlich ein entspannter Sightseeinglauf und die Bestzeit rückte erstmal in weite Ferne. Doch dann kam der Generali Prag Halbmarathon. Und mit ihm ein Tag, der zeigte, wie viel möglich ist, wenn man loslässt und einfach läuft. Außerdem möchte ich dir in diesem Blogbeitrag vom Kype Pro aus dem Hause CRAFT erzählen, der neue Super-Schuh, wie er sich im Wettkampf geschlagen hat - und ob er vielleicht auch dein nächster Rennbegleiter werden könnte. Aber erstmal Wissenswertes zum Generali Prag Halbmarathon Der Prag HM ist Teil der Superhalfs, einer europäischen Rennserie mit weiteren City-Halbmarathon-Events in Lissabon, Kopenhagen, Valencia, Cardiff und neuestem Mitglied Berlin. Wer alle sechs Rennen absolviert, wird zum "SuperRunner" und erhält beim letzten HM eine Sondermedaille plus Eintrag in die Hall of Fame der Superhalfs. Der Prager Halbmarathon ist seit 2025 außerdem Teil der Runczech Halfs Serie, bei der du fünf Halbmarathons in Tschechien laufen kannst. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, schau dir meinen Überblick zu den Runczech Halfs an. Am 05. April 2025 feierte der Laufklassiker in der tschechischen Hauptstadt seine 25. Auflage und das mit einem starken Starterfeld, einer spektakulären Kulisse und besten Bedingungen für schnelle Zeiten. Das Wetter war perfekt zum Laufen. Seit der ersten Ausgabe im Jahr 1999 hat sich der Prag Halbmarathon zu einem bedeutenden Laufevent Europas entwickelt. Die Organisation ist top und der Lauf ist auch mit dem World Athletics Elite Label ausgezeichnet. 2025 gingen rund 16.000 Läufer/-innen an den Start. Der Lauf war innerhalb von vier Wochen nach Öffnung der Anmeldung ausverkauft. Die Strecke ist flach und dadurch ideal für schnelle Zeiten. Sie verläuft entlang der Moldau und führt insgesamt viermal über Prager Brücken. Unterwegs passiert man einige der bekannten Sehenswürdigkeiten, darunter das Nationaltheater, die Karlsbrücke, das tanzende Haus und mit Blick auf die Prager Burg. Einige kurze Abschnitte sind mit Kopfsteinpflaster versehen, was technisch etwas anspruchsvoller ist. Start und Ziel befanden sich auf dem Gelände des Holesovice Marktes, wo ebenso die Expo stattfand. Die Startunterlagen konnte man dort unkompliziert und recht zügig abholen. Alles sehr entspannt. Meine neue Bestzeit beim Prag Halbmarathon Manchmal passt einfach alles zusammen, auch wenn es nicht so scheint. Trainingsbereitschaft: Garmin sagt "naja", ich sag "wird schon" Am Morgen des Rennens zeigte mir meine Garmin eine niedrige Trainingsbereitschaft von 39 an. Also eher im unteren Mittelfeld. Der Wert variiert zwischen 1 und 100 und gibt an, wie bereit dein Körper für eine bevorstehende Belastung ist. Dabei fließen Faktoren wie Schlaf, Erholung, Stress. Herzfrequenzvariabilität und die Trainingsbelastung der letzten Tage mit ein. Mein Schlaf in der Nacht zuvor war zumindest gefühlt, wenig erholsam und ehrlich gesagt hatte ich auch keine neue Bestzeit im Kopf. Aber wie immer gilt: Sobald ich eine Startnummer trage, gebe ich mein Bestes. Wenn du mehr zur Garmin und auch Trainingspläne erfahren möchtest schaue gern in meinem Blogbeitrag So trainierst du mit Trainingsplänen von Garmin vorbei. Gegen 7 Uhr haben wir gefrühstückt, eher leicht, aber doch energiereich. Bei mir gabs eine Mischung aus Bananenbrot, ein Stück Früchtebrot mit körnigem Frischkäse, Haferflocken mit Obst und natürlich einen Cappuccino dazu. Dabei haben wir versucht die klassische Drei-Stunden-Regel vor dem Rennstart einzuhalten. Der Start war für 10 Uhr gesetzt und so konnte ich noch die letzten Vorbereitungen ohne Hektik erledigen. Halbmarathon in Prag - mit Glitzer, Bock und einer fetten neuen Bestzeit Im Bezug auf mein Equipment war ich dieses Mal sehr ambitioniert unterwegs. Der neue CRAFT Kype Pro durfte als Raceschuh ran, dazu das Craft Race Day Singlet - leicht, luftig, perfekt für den Renntag. Als Finish ein bisschen Glitzer ins Gesicht (weil warum nicht?) und sogar das Warm-up habe ich ernst genommen. Nur der letzte Cappuccino eine halbe Stunde vor dem Start war keine Glanzentscheidung. Den habe ich geschmacklich bis zur ersten Verpflegung mitgenommen. Wir sind recht weit vorne gestartet, etwa 30 Sekunden nach dem Startschuss über die Linie. Marcel war an meiner Seite und wir sind kontrolliert los - Kilometer 1 in 4:40 min/km. Ich hatte richtig Bock auf das Tempo und es gefeiert, im schnellen Pulk mitzulaufen. Nach zwei, drei Kilometern lief ich dann ohne Marcel weiter. Wir haben uns einfach verloren. Dennoch war ich gut im Flow. Bei Kilometer 7 nahm ich mein erstes Gel und dachte: "Okay, du läufst hier gerade so, als würdest du eine neue 5-km Bestzeit jagen." Die Stimmung und das hervorragende Wetter ließen mich aber auch nicht langsamer werden. Also machte ich es wie immer, einfach auf den Einbruch warten. Ich rechnete in Intervallblöcken (macht man so als Läufer): Bei Kilometer 10, dachte ich "nur noch ein 11-km Intervall", bei Kilometer 15 dann, "nur noch 6 km". Das hat mich motiviert, dranzubleiben. Im Schnitt flog ich mit 4:21 min/km über den Prager Asphalt. Nur auf den kurzen Kopfsteinpflaster-Passagen wurde es kurz anstrengend. Dies ging aber auch wieder schnell vorbei. Ich orientierte mich an den Verpflegungsstationen, alle 2,5 km und nahm etwa alle 7 Kilometer ein Gel. Die Zeit ging rasend vorbei und dann war da plötzlich dieser letzte Kilometer bis ins Ziel. Ich hatte lange vor dem Ziel ein fettes Grinsen im Gesicht, weil 1. ich stark davon ausging, dass Marcel hinter mir lief - Langzeitziel: einmal schneller als Marcel sein, abgehakt und 2. dazu eine neue Bestzeit, die weit unter meinen Erwartungen lag. Nach 1:32:28 überquerte ich die Ziellinie, auch gar nicht wirklich erschöpft. Ich war richtig "gekyped", äh gehyped. Marcel kam tatsächlich etwa eine Minute später rein. Das hat richtig Spaß gemacht. Die neue Bestzeit Es passte alles zusammen, die Strecke, das Wetter, meine Stimmung und der CRAFT-Schuh. Meine neue persönliche Bestzeit - 5 Minuten schneller als mein bisheriger Rekord ein Jahr zuvor in Budweis (01.06.2024 - 01:37:24 Std). Ich bin überzeugt, der CRAFT Kype Pro hatte einen entscheidenden Anteil daran. Deswegen folgen nun ein paar Informationen zum Schuh. Der CRAFT Kype Pro Ich lief den neuen Raceschuh von CRAFT eine Woche vor dem Prag HM im Training ein. Es stand eine Trainingseinheit mit vier Intervallen in Racepace an und ich war direkt begeistert. Der Schuh fühlt sich unglaublich dynamisch, leicht und reaktiv an. Schon ab dem ersten Kilometer hatte ich das Gefühl, nicht gegen den Asphalt zu arbeiten, sondern mit ihm zu laufen. Jeder Schritt gab mir spürbar Energie zurück. Zugegeben: Der Kype Pro ist mit einem Preis von über 300,- EUR kein Schnäppchen, aber er steckt voller durchdachter Technologie. Für alle, die auf der Suche nach einem High-End-Raceschuh für Tempoeinheiten und Wettkämpfe sind, ist der Kype Pro definitiv einen Blick wert. Fakten und Eindruck Das Herzstück des Schuhs ist die Mittelsohle aus Xx Foam mit Pebax von Arkema - ein spezieller, mit Stickstoff angereicherter Schaum, der für besonders gute Dämpfung, Langlebigkeit und Leichtigkeit sorgt. Zusätzlich ist eine Carbonplatte von ARRIS verbaut, die dem Kype Pro Stabilität und Vortrieb bei hohem Tempo verleiht. Ein Hingucker und auch Highlight ist der auffällige geteilte Fersenaufbau. Dieser federt unabhängig voneinander, was beim Laufen für bessere Kontrolle, Energieübertragung und einen extra Schub nach vorn sorgt. Die Außensohle namens Lightsole wurde zusammen mit dem Radreifen Hersteller Vittoria entwickelt und bietet Grip auch bei Nässe. Das Obermaterial besteht aus leichtem, atmungsaktivem Aeromesh, dass den Fuß kühl hält. Der Schuh sitzt eng und sportlich am Fuß und die Farbe ist sehr auffällig, was mir extrem gut gefällt. Der Kype Pro trifft für mich genau den richtigen Punkt. Er ist weder zu weich noch zu hart - eine gelungene Balance, die man bei einigen Wettkampfschuhen nicht findet. Craft hat hier einen Mittelweg gefunden, der sich angenehm und gleichzeitig leistungsorientiert anfühlt. Ich laufe den Schuh sehr gern und halte ihn auch für die Marathondistanz geeignet. Bisher war ich mit Carbonschuhen eher zurückhaltend und bin sie meist nur bis zur Halbmarathondistanz gelaufen, da ich bei zu häufiger und langer Nutzung spürbare Belastungen im Fußbereich merke. Doch nach zwei Läufen in kurzer Folge, der Intervalleinheit zum Einlaufen und dem Halbmarathon in Prag, glaube ich durchaus, dass ich mit dem Kype Pro auch auf der Marathonstrecke gut unterwegs sein könnte. Bei beiden Einsätzen hatte ich keinerlei Beschwerden. Besonders positiv fällt mir die Carbonplatte auf, die nicht steif wirkt, sondern dynamisch und geschmeidig unterstützt. Auch die geteilte Fersenkonstruktion, die unabhängig reagiert und die Energieübertragung verbessern soll, scheint ihren Zweck zu erfüllen: Ich hatte das Gefühl, regelrecht über den Asphalt zu gleiten - was sich auch in meiner durchschnittlichen Pace von 4:21 min/km widerspiegelt. Zum Vergleich: Meine bisherige Halbmarathon Bestzeit bin ich rund zehn Monate zuvor in Budweis am 01.06.2024 gelaufen mit einer Zeit von 01:37:17 Stunden und einer Pace von 04:34 min/km. Damals fühlte sich das Rennen deutlich weniger dynamisch an. Der Unterschied im Laufgefühl zeigt für mich klar, was der Kype Pro leisten kann. Leistungsentwicklung und Einfluss des Schuhs (Daten aus der Garmin App): Ergänzend dazu ein Blick auf meine Pulswerte und Schrittlängen bei drei Wettkämpfen. dem Prag Halbmarathon mit dem Kype Pro, dem Budweis Halbmarathon rund zehn Monate zuvor mit dem CRAFT Pacer, sowie dem Prag Marathon einen Monat nach dem Prag HM - ebenfalls mit dem CRAFT Pacer gelaufen. Prag Halbmarathon am 05.04.2025 (CRAFT Kype Pro) Ø 4:21 min/km / 173 bpm / 1,19 m Schrittlänge / 192 Schrittfrequenz ==> Schnellster Lauf, dabei relativ niedriger Puls und längste Schrittlänge - spricht für mich einen effizienteren und kraftvolleren Laufstil mit guter Unterstützung durch den Schuh Budweis Halbmarathon am 01.06.2024 (CRAFT Pacer) Ø 4:34 min/km / 174 bpm / 1,14 m Schrittlänge / 191 Schrittfrequenz ==> Deutlich kürzere Schrittlänge, höherer Puls bei langsameren Tempo - zeigt, dass der Lauf anstrengender war, obwohl das Tempo niedriger war. Prag Marathon am 04.05.2025 (CRAFT Pacer) Ø 4:44 min/km / 165 bpm / 1,10 m Schrittlänge / 191 Schrittfrequenz ==> Erwartungsgemäß langsamere Pace bei niedrigerem Puls und kürzerer Schrittlänge - normal für längere Distanzen, aber auch hier fällt auf, dass die Schrittlänge geringer als mit dem Kype Pro beim HM. Obermaterial und Passform CRAFT hat ein leichtes und gleichzeitig strapazierfähiges AeroMesh Obermaterial eingearbeitet. Dadurch ist der Fuß gut belüftet und das Tragegefühl angenehm. Das Logo ist direkt ins Material eingearbeitet, was dem Schuh einen schlichten und gleichzeitig sehr edlen Look verleiht, mir gefällt das. Der Schuh sitzt nah am Fuß, was mir ein kraftvolles und reaktionsfreudiges Laufgefühl ermöglicht. Was ich super finde: Die Größe fällt normal aus - bei CRAFT nicht immer selbstverständlich, da andere Modelle anders geschnitten sind. Besonders positiv ist die dezente Polsterung im Fersenbereich: Sie ist angenehm, ohne aufzutragen und gibt spürbar Halt. Reibung oder Blasen? Bisher kein Thema. Außensohle und Grip Die neue Lightsole Außensohle, die in Zusammenarbeit mit Vittoria - einen renommierten italienischen Hersteller von Fahrradreifen - entwickelt wurde, hat sich bei meinen bisherigen Läufen gut bewährt. der Grip ist zuverlässig, auch bei hohem Tempo auf Asphalt und vermittelt ein sicheres Laufgefühl ohne Rutschen und Unsicherheit. Für einen Wettkampfschuh ist das absolut überzeugend. Was die Haltbarkeit angeht, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch kein finales Urteil fällen. Allerdings gehe ich, wie bei den meisten Performance- oder Carbonschuhen davon aus, dass die Kilometerlaufleistung unter der von klassischen Trainingsschuhen liegt. Das ist aber bei leichten Wettkampfmodellen üblich und ein bewusster Kompromiss zugunsten von Tempo, Gewicht und Reaktionsfreude. Für meine Einsatzzwecke - vornehmlich Wettkämpfe passt das Gesamtpaket aus Grip, Leichtigkeit und Direktheit sehr gut. Fazit zum CRAFT Kype Pro Der Kype Pro ist ein echter Superschuh vom ersten Lauf an. Beim Prag Halbmarathon bin ich direkt eine neue persönliche Bestzeit gelaufen, ganze 5 Minuten schneller als meine vorherige PB aus dem Vorjahr (Budweis). Das spricht für sich, finde ich. Die Kombination aus moderner Technologie und schlicht-eleganter Optik begeistert mich. Dieser Schuh sieht nicht nur schnell aus, er läuft sich auch so. In meiner Größe UK 5,5 (EU 38 3/4) bringt der Kype Pro gerade mal 176 Gramm auf die Waage und kommt mit einer mittleren Sprengung von 8 mm: ideal für eine natürlichere Laufbewegung und schnelleres Laufen. Mit einem Preis von aktuell 319 EUR ist er kein Schnäppchen, aber meiner Meinung nach absolut sein Geld wert, wenn man nach einem leistungsstarken Rennschuh sucht. Er spielt definitiv in der Liga der Großen mit und muss sich nicht verstecken. Der CRAFT Kype Pro richtet sich an alle, die im Rennen alles aus sich herausholen wollen, ambitionierte Hobbyläufer-/innen genauso wie erfahrene Wettkämfer-/innen. Was die Haltbarkeit betrifft, bleibt abzuwarten, wie viele Kilometer die Sohle letztlich durchhält. Wie bei den meisten Carbonschuhen ist sie sicher begrenzt - deshalb setze ich den Kype Pro ganz bewusst nur bei ausgewählten Rennen ein. Voraussichtlich werde ich ihn erst wieder beim Chicago Marathon im Oktober 2025 schnüren oder falls vorher noch ein spannender Lauf dazu kommt. Ein schneller 5 km-Lauf reizt mich jedenfalls sehr - auch dafür wäre der Schuh ideal. Zum Abschluss: Einmal Tschechien bitte, mit der neuen Runczech Halfs Serie: Mit dem Generali Prag Halbmarathon wurde eine neue Laufserie RUNCZECH HALFS gestartet - eine Initiative, die alle tschechischen Halbmarathon-Veranstaltungen von Runczech miteinander verbindet. Die Serie lädt Läuferinnen und Läufer ein, sportliche Herausforderungen mit kulturellen Erlebnissen zu kombinieren. Wer an den fünf Halbmarathon in Prag, Budweis (Ceske Budejovice), Karlsbad (Karlovy Vary), Olmütz (Olomouc) und Usti nad Labem (powered by Mattoni) teilnimmt, wird Teil einer besonderen Community und Finisher der Runczech Halfs. Die Teilnehmer-/innen haben 36 Monate, um die fünf Läufe zu beenden. Als Anerkennung erhält man eine exklusive Finisher-Medaille für die gesamte Serie. Die Registrierung erfolgt automatisch mit der Anmeldung zum ersten der fünf Events. Die Zuordnung geschieht über die persönliche Runners ID im Profil auf der Runczech Webseite. Event-Tipp: Neapel im Februar - ein tolles Erlebnis. Dich erwarten frühlingshafte Temperaturen, eine schnelle, flache Strecke und mediterranes Flair mitten im Winter. Perfekt, um etwas Sonne zu tanken und mit einem Rennen in die Saison zu starten. Die Anmeldung zum Napoli City Half Marathon findest du im Link.
- Runczech Halfs: 5 Halbmarathons in Tschechien - meine Erfahrungen und Tipps
Ich bin Cindy und ich möchte in diesem Jahr die Runczech Halfs Serie laufen. Manchmal sind es nicht einzelne Rennen, sondern ein Gesamtkonzept, das den Reiz ausmacht. Es gibt Rennen, auf die man sich einige Monate vorbereitet und dann gibt es Laufprojekte, die einen über mehrere Jahre begleiten. Genau so ein Projekt sind die RunCzech Halfs. Statt eines einzelnen Halbmarathons erwartet dich hier eine Serie aus fünf Rennen in verschiedenen Städten Tschechiens. Als Läuferin, die Wettkämpfe gern mit Reisen verbindet, hat mich diese Serie sofort angesprochen. In diesem Beitrag zeige ich dir, was die Runczech Halfs ausmacht, welche Rennen dazu gehören und für wen sich diese Serie besonders lohnt. Was sind die Runczech Halfs? Die Runczech Halfs sind eine Laufserie des Veranstalters Runczech, der international für hervorragend organisierte Straßenrennen bekannt ist. Ziel ist es, fünf festgelegte Halbmarathons in Tschechien innerhalb von 36 Monaten (3 Jahre) zu absolvieren. Alle Läufe werden zentral erfasst, sodass dein Fortschritt jederzeit nachvollziehbar ist. Das Besondere: Die Serie ist keine Jahreswertung, sondern eine langfristige Challenge. Du entscheidest selbst, wann und in welcher Reihenfolge du die Rennen läufst. Wer alle fünf Halbmarathons erfolgreich finisht, erhält eine exklusive Serien-Medaille und wird offizieller "Runczech Halfs Finisher". Das Konzept erinnert ein wenig an die bekannten SuperHalfs. Allerdings sind die Rennen der Runczech Halfs aktuell noch deutlich leichter zu bekommen und meist nicht innerhalb von Minuten ausverkauft oder nur noch über Lotterieverfahren möglich. Gerade deshalb ist die Serie für viele Läufer eine spannende Alternative, auch wenn sich das mit wachsender Bekanntheit natürlich noch ändern kann. Für mich passt die Serie perfekt in dieses Laufjahr, weil ich mich aktuell wieder stärker auf die Halbmarathon-Distanz fokussiere. Vielleicht gelingt es mir dabei sogar, meine persönliche Bestzeit weiter zu verbessern und die 1:30 Stunden Marke zu knacken. Kurz gesagt: Die Runczech Halfs verbinden sportliche Erlebnisse mit einer echten Laufreise durch Tschechien. Interesse geweckt? Die fünf Halbmarathons der RunCzech Halfs Jedes Rennen der Serie hat seinen eigenen Charakter. Von internationalen Großstadtlauf bis hin zu eher regionalen Veranstaltungen ist alles dabei. Generali Prague Half Marathon Der Prager Halbmarathon ist der bekannteste Lauf der Serie und international hoch angesehen. Er gehört zudem auch zur SuperHalfs Serie und ist inzwischen jedes Jahr schnell ausgebucht. Ich bin den Halbmarathon selbst bereits gelaufen und kann den Hype absolut nachvollziehen. Die Strecke verläuft entlang der Moldau, führt über mehrere Brücken und durch einige der schönsten Teile der Stadt. Schon der Start sorgt für Gänsehaut. Tausende Läuferinnen und Läufer stehen dicht gedrängt, während man direkt auf die beeindruckende Kulisse von Prag blickt. Das Profil ist flach und sehr schnell, perfekt für eine Bestzeit. Das kann ich definitiv bestätigen, denn meine aktuelle Halbmarathon-Bestzeit habe ich genau hier in Prag aufgestellt. Meinen ausführlichen Erfahrungsbericht findest du hier: Prag Halbamarthon: Mit dem CRAFT Kype Pro zur neuen Halbmarathon Bestzeit. Was diesen Lauf für mich besonders macht, ist die einzigartige Kombination aus sportlicher Dynamik und Stadterlebnis. Während des Rennens zieht die historische Architektur fast wie im Film an einem vorbei. Mattoni Half Marathon Karlovy Vary Karlovy Vary, auf Deutsch Karlsbad, ist vor allem für seine Thermalquellen, die elegante Bäderarchitektur und den berühmten Becherovka bekannt. Nach dem Auftakt in Prag macht die Runczech-Halbmarathon Serie hier ihren zweiten Stopp und das traditionell Mitte Mai. Der Halbmarathon in Karlovy Vary ist deutlich ruhiger und entspannter als Prag. Die Stadt ist kleiner und die Atmosphäre familiärer. Die Strecke führt entlang des Teplá-Flusses, durch die charmante Kurstadt und vorbei an bekannten Kolonnaden und Promenaden. Man läuft dabei durch eine Stadt, die seit Jahrhunderten für Erholung und Gesundheit steht. Viele Läufer können das Wochenende sicher auch gut für einen Kurzurlaub nutzen, dafür ist Karlsbad perfekt. Zwischen Thermalquellen, Spaziergängen durch die Altstadt und einem Besuch im Becherovka-Museum lässt sich das Laufwochenende bestens abrunden. Mattoni Half Marathon Ceske Budejovice Der Halbmarathon in Ceske Budejovice (auf Deutsch Budweis) gehört für mich zu den schönsten Rennen der Serie. Ich bin hier bereits zweimal gelaufen und komme immer wieder gern zurück. Auch hier ist die Strecke flach und schnell. Der Lauf findet am Abend statt, sodass man dem Sonnenuntergang entgegenläuft. Budweis selbst liegt im Herzen Südböhmens und ist vielen vor allem durch das Budweiser Bier bekannt. Gleichzeitig bietet Budweis eine tolle historische Altstadt mit dem großen Marktplatz, dem barocken Rathaus und dem Samsonbrunnen als zentralen Treffpunkt und auch als Startbereich für den Halbmarathon. Wenn du etwas mehr Zeit mitbringst, lohnt sich ein Abstecher nach Cesky Krumlov, nur etwa 25 Kilometer entfernt. Eine UNESCO-Weltkulturerbestadt mit verwinkelten Gassen, einem beeindruckenden Schloss und einer fast märchenhaften Atmosphäre. Mattoni Half Marathon Olomouc Olomouc, auf Deutsch Olmütz, steht bei mir selbst noch auf der Liste. Die Stadt gilt als eine der spannendsten in Tschechien, ist aber weniger touristisch. Hier erwartet dich eine Mischung aus studentischem Leben und vielen sehenswerten Orten, die sich gut zu Fuß entdecken lassen. Zentrum ist der große Hauptplatz, auf dem auch die berühmte Dreifaltigkeitssäule steht, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Rundherum findest du das Rathaus mit der astronomischen Uhr, zahlreiche Kirchen und kleine Gassen. Gleichzeitig prägt die Palacky-Universität das Stadtbild und sorgt für eine junge, lebendige Atmosphäre. Diese Kombination aus ruhiger Stadt und studentischem Leben macht Olomouc zu einem spannenden Kontrast innerhalb der RunCzech-Serie. Der Halbmarathon in Olomouc ist oft einer der Läufe mit den wärmeren Bedingungen. Er findet im Juni im Rahmen des Mattoni Olomouc Running Festivals statt. Die Strecke führt durch zentrale Bereiche der Stadt und bietet dadurch die Möglichkeit, Olomouc beim Laufen direkt zu erleben. Für mich ist es besonders spannend, eine neue Stadt durch einen Wettkampf kennenzulernen, die man sonst vielleicht gar nicht auf dem Schirm hätte. Mattoni Half Marathon Usti nad Labem Der fünfte Lauf der Serie findet in Usti nad Labem im Norden Tschechiens statt. Ich bin diesen Halbmarathon bereits drei Mal gelaufen und mag vor allem die abwechslungsreiche Strecke entlang der Elbe, die durch verschiedene Stadtbereiche führt und urbane Abschnitte mit Flusslandschaft verbindet. Im Vergleich zu anderen Läufen ist das Profil hier etwas abwechslungsreicher. Besonders charakteristisch ist ein Streckenabschnitt, der durch das örtliche Chemiewerk, der Spolchemie führt. Eine Kulisse, die man bei kaum einem anderen Rennen erlebt. Dieser ungewöhnliche Kontrast macht den Lauf einzigartig. Usti nad Labem ist insgesamt wenig touristisch geprägt und gerade deshalb sehr authentisch. Der Halbmarathon findet im September statt und bildet als letzter der fünf Läufe den Abschluss der Runczech Halfs. Damit rundet er die Serie perfekt ab. Warum die Runczech Halfs? Die Stärke der Runczech Halfs liegt nicht nur in der Organisation, sondern im Gesamterlebnis. Jeder Lauf steht für eine andere Facette Tschechiens, von internationaler Großstadt bis zu regional geprägten Orten. Fünf Gründe für die Serie: 1. Langfristige Motivation statt Einmal-Event 2. Hoher organisatorischer Standard 3. Perfekte Kombination aus Laufen und Reisen 4. Geeignet für unterschiedliche Leistungsniveaus 5. Ein klares Ziel mit emotionalem Abschluss Trainings- und Planungsaspekte für die Serie Wer mehrere Halbmarathons über einen längeren Zeitraum laufen möchte, braucht keine permanente Wettkampfform, aber eine solide Grundstruktur. Die Runczech Halfs lassen sich hervorragend in ein normales Laufjahr integrieren und bieten genügend Flexibilität, um sowohl persönliche Bestzeiten als auch schöne Lauferlebnisse zu kombinieren. Für die Runczech Halfs in einem Jahr lohnt es sich, gezielt ein oder zwei schnelle Rennen einzuplanen, um persönliche Bestzeiten zu knacken. Aus eigener Erfahrung eignen sich Prag und Budweis besonders gut dafür. Daneben sollte man aber auch Läufe wählen, bei denen vor allem das Erlebnis im Vordergrund steht. Für mich passt die Serie ideal in dieses Laufjahr, da ich mich auf die Halbmarathon-Distanz fokussiere. Wer mag, kann sich auch meinen Blogbeitrag "Halbmarathon unter 1:40 Stunden anschauen", in dem ich Tipps und Erfahrungen teile, wie man seine Zeit verbessert. So lassen sich Training, Reisen und Wettkämpfe optimal verbinden, ohne dass die Motivation darunter leidet. Für wen eignen sich die Runczech Halfs? Die Serie ist bewusst offen gestaltet und richtet sich nicht an eine bestimmte Zielgruppe. Besonders geeignet sind die Runczech Halfs für Läufer:innen mit Halbmarathon-Erfahrung, die Wettkämpfe gern mit Reisen verbinden und für Sportler:innen, die langfristige Ziele schätzen. Gleichzeitig ist sie nicht nur für schnelle Läufer:innen attraktiv: Im Gegensatz zu, z. B. den World Marathon Majors, bei denen Qualifikationszeiten oder erschwerte Startplatzvergaben oft eine Hürde darstellen, gibt es bei den Runczech Halfs keine Zugangsbeschränkungen durch Zeiten. Dadurch bietet die Serie sowohl ambitionierten als auch genussorientierten Läufer:innen eine spannende Möglichkeit, mehrere Rennen miteinander zu verbinden. Weniger geeignet ist sie für absolute Anfänger:innen ohne Wettkampferfahrung, hier empfiehlt sich zunächst ein einzelner Halbmarathon, um erste Erfahrungen zu sammeln. Persönliches Fazit: Meine Sicht auf die Runczech Halfs Die Runczech Halfs stehen für mich sinnbildlich für das, was Laufen so besonders macht: Bewegung, Begegnung und Perspektivwechsel. Jeder Halbmarathon fühlt sich anders an, obwohl alle Teil derselben Serie sind. Statt eines einmaligen Highlights entsteht mit der Zeit eine persönliche Laufreise, bei der jede Stadt ihre eigenen Erinnerungen und Erlebnisse schreibt. Genau deshalb sind die Runczech Halfs für mich mehr als nur eine Laufserie und eine echte Empfehlung für alle, die mehr wollen als nur eine Startnummer und eine Zielzeit. Für mich geht die Laufreise durch Tschechien auf jeden Fall weiter. Vielleicht ja auch für dich?
- Kaffee im Ausdauersport: Wirkung, optimale Koffeinmenge und Verträglichkeit
Kaffee und Laufen, für viele von uns gehört das selbstverständlich zusammen. Aber kann Kaffee tatsächlich die Leistung im Ausdauersport verbessern? Wie viel Koffein ist sinnvoll, wann sollte man Kaffee trinken und wie gut verträgt er sich mit Sportlernahrung? Genau um diese Fragen geht es in diesem Blogartikel und um einem ganz besonderen Lauftag am Staffelsee. Es gibt diese besonderen Lauftage, an denen es nicht um Pace, Bestzeiten oder Trainingspläne geht, sondern Gemeinschaft, Natur und neue Impulse. Genauso ein Tag war der Cappuccino Run am Staffelsee, den ich gemeinsam mit der Murnauer Kaffeerösterei für meine Laufgruppe organisieren durfte. Auf dem Programm stand, dass wir gemeinsam als Laufgruppe einmal rund um den Staffelsee gelaufen sind, ganz entspannt, mit vielen Gesprächen, neuen Gesichtern und bestem Laufwetter. Nach den etwa 21 Kilometern wartete schon das nächste Highlight: Für einige ging es noch zum Eisbaden in den See, bevor wir uns anschließend in der Kaffeerösterei Murnau zu Cappuccino, Kuchen und einem interessanten Vortrag über Kaffee, Sport und gesundheitliche Effekte wieder getroffen haben. Für diesen Blogbeitrag habe ich mich auch intensiver mit dem Thema Kaffee und Ausdauersport beschäftigt und dazu den spannenden Vortrag in der Murnauer Kaffeerösterei einfließen lassen. Dort ging es nicht nur um Geschmack und Röstung, sondern vor allem auch um die Wirkung von Kaffee im Sport. Das möchte ich im Folgenden auch zusammenfassen. Der Lauf um den Staffelsee Die Runde um den Staffelsee gehört für mich zu den schönsten Laufstrecken in Oberbayern. Einmal rund um den See sind es etwa 21 Kilometer und damit genau Halbmarathon Distanz. Das Besondere an der Strecke ist die Abwechslung: Immer wieder läuft man direkt am Wasser entlang, dann durch kleine Orte wie Seehausen und Uffing, über Felder und hinten raus durch die weite Moorlandschaft des Murnauer Moos. Gerade dieser Abschnitt ist landschaftlich sehr schön, weit, ruhig und mit Blick auf die Berge. Diese Mischung macht die Runde perfekt, es wird nicht langweilig und durch die flache Strecke ist sie auch ideal für einen langen Lauf in der Gruppe. Und wenn man sich dabei noch gut unterhält, merkt man oft gar nicht, wie schnell die Kilometer vergehen. Dieses Mal war die Runde aber für einen von uns ganz besonders: Einer unserer Läufer ist an diesem Tag seinen ersten Halbmarathon gelaufen. Und ich finde, es gibt kaum einen schöneren Rahmen für eine Halbmarathon-Premiere als in der Gruppe, ohne Zeitdruck, ohne Wettkampfstress, aber in bester Begleitung. Wenn jemand etwas zum ersten Mal schafft und sich alle mitfreuen, dann merkt man, dass Laufen viel mehr ist als nur Sport. Wenn du auch überlegst, einen ersten Halbmarathon zu laufen, habe ich meine Erfahrungen und Tipps zum Halbmarathon Training in einem separaten Blogbeitrag zusammengefasst. Eisbaden nach dem Lauf Nach der Staffelsee-Runde sind noch ein paar von uns zum Eisbaden in den Staffelsee gegangen. Der Einstieg an der Murnauer Bucht war mit den vielen Steinen zwar nicht ganz ideal, besser wäre der Einstieg ein paar Minuten weiter oben beim Strandbad gewesen, aber das hat die kleine Gruppe nicht abgehalten. Gerade nach einem langen Lauf kann Eisbaden eine tolle Möglichkeit sein, die Regeneration einzuleiten und den Körper wieder frisch zu bekommen. Wenn du zu dem Thema mehr erfahren möchtet, findest du meine Eisbade-Erfahrungen und Tipps für Einsteiger in einem separaten Blogbeitrag. Aufgewärmt haben wir uns anschließend in der Murnauer Kaffeerösterei bei Cappuccino und Kuchen. Kaffee im Ausdauersport: Was ich aus dem Vortrag gelernt habe Nach dem Lauf und dem kurzen Kälteschock im Staffelsee ging es für uns in die Murnauer Kaffeerösterei, wo Thomas Eckel einen spannenden Impulsvortrag zum Thema Kaffee, Sport und gesundheitliche Effekte gehalten hat. Ich glaube, viele von uns trinken Kaffee vor allem, um wach zu werden. Was ich an diesem Tag gelernt habe: Im Ausdauersport kann Kaffee tatsächlich die Leistungsfähigkeit verbessern, aber anders als man denkt. Besonders spannend fand ich im Vortrag, dass nicht nur das Koffein im Kaffee eine Rolle spielt. Kaffee enthält auch sogenannte Chlorogensäure, die Einfluss auf den Stoffwechsel und den Blutzucker hat. Dadurch wird Energie gleichmäßiger bereitgestellt, was vor allem bei längeren Ausdauerbelastungen relevant ist. In diesem Zusammenhang fand ich auch interessant, dass der Gehalt an Chlorogensäure unter anderem von der Röstung des Kaffees abhängt, ein Aspekt, über den ich in einem Vortrag in der Murnauer Kaffeerösterei zum ersten Mal ausführlicher gehört habe. Spannend ist auch, dass selbst entkoffeinierter Kaffee noch einen Effekt haben kann, weil die Chlorogensäure weiterhin enthalten ist. Koffein wirkt also eher im Kopf, die Chlorogensäure eher im Stoffwechsel, genau diese Kombination macht Kaffee für Ausdauersportler dann wertvoll. Wie viel Koffein ist optimal für Läufer? Beim Thema Koffein gilt im Sport tatsächlich: Viel hilft nicht viel, sondern die richtige Menge ist entscheidend. In den meisten Studien zur Leistungssteigerung im Ausdauersport liegt die optimale Dosis bei etwa 3 bis 6 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht, abhängig davon, wie stark man Koffein gewöhnt ist. Das entspricht, je nach Stärke, ungefähr zwei bis fünf Tassen Kaffee. Schon kleinere Mengen können die Konzentration und Wachheit verbessern, während höhere Mengen zwar stärker wirken können, aber auch das Risiko für Nebenwirkungen wie Herzrasen oder Magenprobleme erhöhen. Im Übrigen profitierst du auch davon, dass du die Anstrengung weniger stark empfindest. In der Sportwissenschaft spricht man von der sogenannten "Rating of Perceived Exertion" (RPE), also der subjektiv wahrgenommenen Belastung. Studien zeigen, dass sich diese wahrgenommene Anstrengung durch Koffein bei submaximaler Belastung reduzieren kann. Du läufst nicht unbedingt nur schneller, sondern es fühlt sich in einem gewissen Maße auch leichter an. Gerade dieser Effekt ist ein zentraler Wirkmechanismus von Koffein, nicht nur wegen Puls oder Stoffwechsel, sondern weil das Gehirn die Belastung anders bewertet. Damit schließt sich auch der Kreis, Koffein wirkt eher im Kopf, während die Chlorogensäure stärker im Stoffwechsel ansetzt. Wann sollte man Kaffee vor dem Laufen trinken? Der Zeitpunkt hängt stark davon ab, was man erreichen möchte. Koffein erreicht seinen Wirkungspunkt etwa 30 bis 60 Minuten nach dem Trinken, deshalb ist das der ideale Zeitpunkt vor einem Training oder Wettkampf. Bei langen Ausdauerbelastungen kann es sogar sinnvoll sein, Koffein nicht nur vorher, sondern auch später in einem Rennen aufzunehmen, wenn die Ermüdung steigt. Grundsätzlich kann man sagen, Kaffee vor dem Lauf verbessert Fokus und Leistungsbereitschaft. Kaffee während eines langen Trainings / Rennen kann helfen, die Ermüdung hinauszuzögern und Kaffee nach dem Sport kann zusammen mit Kohlenhydraten sogar die Regeneration unterstützen. Kaffee vor dem Laufen: Verträglichkeit mit Gels, Banane und Eiweißshake Die Verträglichkeit ist tatsächlich sehr individuell und sollte unbedingt im Training und nicht erst im Wettkampf getestet werden. Grundsätzlich ist Kaffee gut mit Sportlernahrung kombinierbar, du solltest aber ein paar Dinge beachten. Koffein und Kohlenhydrate vertragen sich in der Regel gut. Eine Kombination wie Kaffee und Banane oder auch ein Gel vor dem Training kann sogar sinnvoll sein, weil Koffein die Energiebereitstellung unterstützt und Kohlenhydrate gleichzeitig schnell verfügbare Energie liefern. Auch die Kombination mit Eiweißshakes ist grundsätzlich möglich, allerdings kann Kaffee zusammen mit Milcheiweiß bei empfindlichen Personen zu Magenproblemen führen. Hier kannst du auch mal pflanzliche Milchalternativen im Shake testen, ob du das verträgst. Schwarzer Kaffee oder Espresso wird meist besser vertragen. Wichtig ist außerdem: Die Gesamtmenge an Koffein im Blick zu behalten, vor allem wenn zusätzlich koffeinhaltige Gels oder Sportgetränke verwendet werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Wie so oft im Ausdauersport gilt auch hier: Was im Training funktioniert, kann in der Regel auch im Rennen eingesetzt werden. Laufen am Staffelsee und Kaffeegenuss in der Murnauer Kaffeerösterei Ein wundervoller Tag, der Laufen, Regeneration, Community und Wissen verbunden hat, ging damit zu Ende. Ich habe definitiv mehr über Kaffee gelernt als ich erwartet hätte. Vielen Dank an die Murnauer Kaffeerösterei und an Thomas Eckel für die tolle Möglichkeit mehr über Kaffee zu erfahren, das Kaffeehaus kennenlernen zu dürfen und natürlich den leckeren Kaffee zu probieren. Für alle, die beides verbinden möchten: Eine Runde um den Staffelsee und danach die Einkehr in der Murnauer Kaffeerösterei können wir sehr empfehlen. Mehr Informationen zur Strecke selbst habe ich in einem separaten Blogbeitrag zusammengefasst: Laufstreckentipp - Halbmarathon um den Staffelsee. Seit diesem Tag gehört Kaffee für mich noch bewusster dazu, nicht nur aus Gewohnheit und Geschmack, sondern auch als kleiner Performance-Booster.
- 165 km Wüstenlauf: Meine Erfahrung beim Oman Desert Marathon
Ich bin Cindy und ich bin den Oman Desert Marathon gelaufen. Das ist meine Geschichte. Eigentlich wusste ich lange im Voraus, dass ich diesen Wüstenlauf im Januar 2026 absolvieren würde. Doch wie so oft kam das Leben dazwischen, ebenso wie andere Wettkämpfe, die mir wichtig waren und meinen Fokus beanspruchten. Ein gezieltes, spezifisches Wüstentraining fand daher kaum statt. Alles Organisatorische, Hintergründe zum Rennen und die wissenswerten Fakten habe ich bereits im vorherigen Blogbeitrag zusammengefasst: Der Oman Desert Marathon In diesem Text möchte ich mich bewusst gar nicht so sehr in Details zu Strecke und Regeln etc. verlieren, sondern vielmehr meine persönlichen Erfahrungen teilen. Vorweg: Es waren intensive, fordernde und prägende Wochen rund um den Oman Desert Marathon, einen 165 Kilometer langen Etappenlauf durch die Wüste Omans, verteilt auf fünf Tage. Besonders war für mich der Selbstversorger-Aspekt und ein Terrain, das für mich komplett neu war. Übernachtet haben wir in Camps in Mehrpersonenzelten (wurden täglich von Helfern aufgebaut). Vom Veranstalter gestellt wurde Wasser (alle zehn Kilometer unterwegs, im Camp unbegrenzt, teils warm), alles andere trugen wir selbst. Vorbereitung, Anreise und erste Eindrücke Rund 40 Läuferinnen und Läufer aus verschiedenen Ländern standen am Start: Hobbyläufer, ambitionierte Athleten und Profis. Die Strecken wurden vorab als GPX-Dateien zur Verfügung gestellt und zusätzlich etwa alle 500 Meter mit Fahnen markiert. Ich reiste eine Woche früher in den Oman (Direktflug ab München mit Omanair), um mich an Klima und Temperaturen zu gewöhnen, zur Ruhe zu kommen und etwas vom Land zu sehen. Der Roadtrip tat gut. Ich besuchte unter anderem Wadi Nakhr, Jebel Shams (Balcony Walk), Jabrin Castle, Misfat Al Abriyeen, Nizwa und Wadi Shab. Schöne Orte, die mir in Erinnerung bleiben werden. Am Tag vor Abfahrt in die Wüste übernachtete ich in Muscat. Dort traf auch Simone ein, eine Freundin, die ebenfalls für den Oman Desert Marathon gemeldet war. Von diesem Moment an waren wir zu zweit unterwegs und stellten uns der Herausforderung des Wüstenabenteuers gemeinsam. Zusammenkunft am Flughafen in Muscat Der Treffpunkt für alle Teilnehmenden war vom Veranstalter vorgegeben. Vom Flughafen in Muscat ging es per Bus in ein Hotel (Bidiyah Green Homes) nahe Al Wasil (ca. zwei Stunden Fahrt). Dort packten wir unsere Rucksäcke, erhielten letzte Briefings, ließen Pflichtausrüstung und medizinische Atteste prüfen, bekamen unsere Startnummern und aßen ein letztes Abendessen in der Zivilisation. Meine Startnummer war 2027. Am nächsten Morgen ging es an den Start nach Al Wasil. Ab diesem Moment begann die Selbstversorgerphase. Beim Check-in wog mein Rucksack übrigens 7,6 Kilogramm, ohne Wasser. Die Nacht zuvor war okay, meine Nervosität dafür umso größer. Beim Thema Rucksackgewicht hatte ich bewusst auf Leichtigkeit gesetzt, zumindest in der Theorie. Die Pflichtausrüstung war umfangreich: Gamaschen, Anti-Giftpumpe gegen Skorpionbisse, Signalspiegel, Schlafsystem, Messer, Antiseptikum, Schmerz- und Salztabletten, Pfeife sowie ein Erste-Hilfe-Set. Dazu kamen persönliche Hygieneartikel und rund 2.000 Kalorien Verpflegung pro Tag in Form von Trek'n Eat, Dextro Energy soiwe weiteren verschiedenen Riegeln und Nüssen. Kleidungstechnisch hielt ich es reduziert: zwei Shirts, ein Merino-Longsleeve, zwei Shorts, eine lange Hose, eine Windjacke, Unterwäsche und vier Paar Socken. Als fragwürdigen Luxus hatte ich ein Paar leichte weiße Hotellatschen dabei, keine gute Idee. Sand überall, ständig nasse Dixie-Klos und am Ende kein wirklicher Mehrwert. Das winzige Handtuch, in Waschlappengröße, war zwar leicht, aber wenig ausreichend. Der Wüstenlauf beginnt Der Oman Desert Marathon startete am 10. Januar 2026 leicht verspätet. Sehr früh wurde mir klar: Das werden harte Tage. Ein echtes Zeitlimit gibt es nicht, mein Tempo pendelte sich bei etwa fünf Kilometern pro Stunde ein. Laufen war selten, eher ein konsequentes Speedhiking. Der Startbereich war wuselig, da parallel kürzere Distanzen stattfanden. Viele liefen schnell los, ich mittendrin. Der Rucksack fühlte sich rasch zu schwer an, Schultern schmerzten, mein Laufstil war unrund. Technisch ist der ODM (kurz für Oman Desert Marathon) kein extrem anspruchsvoller Lauf, doch der Sand ist weich, tief und kräftezehrend. Dazu kamen Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad, grundsätzlich machbar, in der Sonne jedoch fordernd. Etappe 1 - Ankommen in der Wüste Die erste Etappe führte über 41 Kilometer mit 570 Höhenmetern. Ich brauchte endlose 8:18 Stunden. Die ersten Dünen machten schnell klar, wer hier die Regeln vorgibt: Nämlich die Wüste. Im Camp angekommen, warteten Duschen, Dixie-Toiletten, warmes Wasser und überraschend stabiles Internet. Dennoch hielt sich mein Bedürfnis nach Außenwelt in Grenzen. Essen, erholen, schlafen, mehr stand eigentlich nicht auf dem Plan. Simone war etwas schneller als ich und wir waren uns einig: Diese erste Etappe war schwer. Zum ersten Mal kamen Zweifel auf, ob ich die gesamten 165 Kilometer schaffen könnte. Die weiteren Etappen: Tag für Tag durch die Wüste Nach der ersten Etappe war klar: Der Oman Desert Marathon ist kein klassischer Lauf, sondern ein tägliches Aushandeln mit sich selbst. Die Tage begannen zunehmend zu verschwimmen und genau das wurde Teil der Erfahrung. Der Weg führte meist abseits fester Spuren. Büsche mussten umgangen werden, der Untergrund wechselte ständig. Mal versank der Fuß im Sand, mal bremste ein kleiner Hügel jeden Rhythmus. Die Hoffnung auf besseren Untergrund begleitete mich täglich, doch am Ende führte jeder Versuch immer wieder zurück in den weichen, anstrengenden Sand. Etappe 2 - Akzeptanz Die zweite Etappe stand für mich ganz im Zeichen der Akzeptanz. Ich hatte einen Rhythmus gefunden, langsam, stetig, mehr gehend als laufend. Die ersten zehn Kilometer war ich gemeinsam mit Simone unterwegs. Sie ist stärker als ich, umso schöner war es, diesen Abschnitt bewusst gemeinsam zu erleben. Mein Körper hatte sich zunehmend arrangiert, der Kopf musste allerdings immer wieder nachziehen. Die Wüste blieb fordernd. Am Ende standen 29,4 km in 6:20 Stunden mit 450 Höhenmetern. Etappe 3 - Monotonie und Gedanken Etappe drei war mental die monotonste. Endlose Dünen, endlose Kilometer, Gedanken kamen und gingen, manchmal war der Kopf leer, manchmal sehr laut. Ich funktionierte irgendwie, Schritt für Schritt von Verpflegungspunkt zu Verpflegungspunkt. Tempo und Stolz spielten hier längst keine Rolle mehr. Es ging nur noch darum weiterzukommen und am Ende des Tages anzukommen. In dieser Monotonie begann ich über vieles nachzudenken. Über die viel zitierte Gastfreundschaft der Omanis zum Beispiel, die hier nicht aufgesetzt, sondern ehrlich und unaufdringlich wirkt. Über Sicherheit, über Gemeinschaft, über eine Gesellschaft, die offenbar anders funktioniert. Es gibt keine Kriminalität und ich frage mich, was machen die Omanis besser? Die Wüste lässt Raum für solche Gedanken, gerade wenn die Strecke kein Ende nimmt. Nach 30 Kilometern, 7:03 Stunden mit rund 500 Höhenmetern war diese Etappe geschafft. Kein spektakulärer Tag auf dem Papier, aber ein wichtiger auf dem Weg ins Ziel. Etappe 4 - Die Königsetappe Die vierte Etappe war die längste und wurde zur echten mentalen Prüfung. Der Start erfolgte erst am Mittag, in der größten Hitze, und die Etappe zog sich bis tief in die Nacht hinein. Müdigkeit, schwere Beine und das Wissen, dass nach einer kurzen Nacht noch ein weiterer Tag folgen würde, machten diesen Abschnitt besonders hart. Gleichzeitig wuchs aber auch das Vertrauen: Ich war immer noch da. Auch diese Etappe brachte ich zu Ende, nach über 10:09 Stunden, 45 Kilometern und 590 Höhenmetern. Der Tag war lang, die Nacht kurz, die Erholung minimal. Trotzdem stand ich am nächsten Morgen wieder auf. Nicht aus Euphorie, sondern weil Aufgeben keine Option mehr war. Etappe 5 - Ankommen Die letzte Etappe fühlte sich leichter an, obwohl das ständige Auf und Ab der Dünen körperlich fordernd blieb. Das Ende rückte näher, die Zweifel traten in den Hintergrund. Es war kein emotionaler Zieleinlauf, sondern ein stilles Ankommen, zufrieden, erschöpft und sehr dankbar. Für die letzten 21,8 Kilometer benötigte ich 4:55 Stunden. Ergebnis: Gesamtzeit: 36:48:12 Stunden für 165 Kilometer Platzierung: 18. Gesamt / 7. Frau. Erfahrungen mit dem Equipment - ein ehrlicher Rückblick Der Rucksack Ich lief mit dem Ultimate Direction Fast Pack (30 Liter). Mit rund 700 Gramm ist er sehr leicht und bietet viele Taschen, was Ordnung im Rucksack erleichtert. Allerdings war ich mit dem Tragekomfort nicht glücklich. Die Schulterriemen drückten stark, der Rucksack wirkte für mich recht steif. Ich hatte ihn ungetestet gekauft, ein Fehler. Meine klare Empfehlung, unbedingt vorher ausprobieren. Es gibt auch eine Frauenversion, die für mich vermutlich besser gepasst hätte. Die Gamaschen Ich nutze Gamaschen von Raidlight, die kurzfristig bei Gangart in Bonn an meine Schuhe genäht wurden. Der Service von Gangart ist empfehlenswert und war last minute vor Weihnachten eine große Erleichterung. Das Annähen hat 45,- EUR gekostet. Ohne Gamaschen sollte man beim Oman Desert Marathon nicht starten, aufgeriebene Füße wären vorprogrammiert. Ich hatte kaum bis keinen Sand in den Schuhen. Trotz allem zog ich mir zwei schmerzhafte Blasen zu. Die medizinische Versorgung vor Ort war jedoch hervorragend, mit Ärzten, Physios und täglichen Massagemöglichkeiten. Meine Wüsten-Verpflegung Ich hatte Trek'n Eat Gerichte für Frühstück und Abendessen dabei. Die Mahlzeiten wogen zwischen 150 - 260 Gramm ohne Verpackung, waren gut verträglich, ausreichend kalorienreich und einfach zuzubereiten. Geschmacklich überzeugten mich alle Gerichte bis auf die Protein Bowl zum Frühstück, einige benötigten etwas Nachsalzen. Ergänzt wurde das Ganze durch Produkte von Dextro Energy sowie verschiedene Riegel, Gels und Nüsse. Ein echter Gamechanger war das neue Fast Hydration Getränkepulver von Dextro, da ich damit meine Flüssigkeitsaufnahme deutlich verbessern konnte. Insgesamt kam ich auf rund 2.000 Kalorien pro Tag. Dies war zwar minimal geplant, aber für mich ausreichend, da ich während des gesamten Rennens keinen spürbaren Energieverlust hatte. Das Schlafsystem Mein Schlafsystem bestand aus dem Therm-a-Rest Hyperion 32 UL Bag (Daunenschlafsack) und der Therm-a-Rest NeoAir XLite NXT Isomatte. Beides war für mich die perfekte Wahl. Wir schliefen in verschließbaren Zelten für 8-10 Personen mit Teppichboden, der zwar etwas isolierte, aber sehr uneben war. Die Isomatte sorgte für Komfort und Erholung. Der Schlafsack, ausgelegt bis 0 Grad, war mehr als ausreichend, kalt war mir nie. Das gesamte Schlafsystem wog knapp über 800 Gramm. Merinobekleidung für das Abenteuer Wüstenlauf Bei der Kleidung habe ich bewusst auf Merino gesetzt. Das Lightwool 140 Sports T-Shirt von Aclima ist leicht, sehr atmungsaktiv und besteht aus 100% Merinowolle, speziell entwickelt für sportliche Aktivitäten bei warmen Temperaturen. Durch die Kombination aus LightWool-Gewebe und strategisch platziertem Wollnetz unter den Armen und am Rücken trocknet das Shirt schnell, belüftet gut und transportiert Schweiß zuverlässig ab. Ich konnte es über mehrere Tage tragen, ohne dass sich Gerüche gebildet haben. Die Passform bietet Bewegungsfreiheit, allerdings gab es durch den Rucksack an einigen Stellen leichte Scheuerstellen. Insgesamt hat sich das Shirt für mich dennoch als eine gute Wahl für den Wüstenlauf erwiesen. Ergänzt wurde das Setup durch das NXTMERINO Damen Longsleeve von Picea Earth, das mich vor allem abends bei sinkenden Temperaturen warm gehalten hat. Der Hersteller garantiert eine Merino-Qualität mit Anti-Laufmaschen- und Anti-Pilling-Eigenschaften, was sich positiv auf Langlebigkeit und Atmungsaktivität auswirkt. Das Longsleeve trägt sich sehr angenehm, ohne Kratzgefühl, ist schlicht im Design und extrem leicht. Auch hier hatte ich das Gefühl, das richtige Produkt dabei zu haben. Ich hatte mich das erste Mal überhaupt für Merinowäsche entschieden und war im Nachhinein mehr als begeistert. Mein Fazit - Was von der Wüste bleibt Mit der Zeit lernt man, die unterschiedlichen Sandarten zu lesen, von gut laufbar bis extrem schwierig. Doch diese wechseln alle paar Meter, was ein konstantes Tempo nahezu unmöglich macht. Die Wüste gibt keinen Rhythmus vor, sie nimmt ihn einem. Ich weiß bis heute nicht genau, warum Wüstenläufe so faszinieren. Für mich war der Oman eine tägliche Achterbahn, vor allem mental. Das Camp-Leben habe ich sehr genossen, ebenso den Austausch mit Teilnehmer/innen aus unterschiedlichsten Ländern. Mit den Einheimischen hingegen blieb der Kontakt begrenzt, die Sprachbarrieren waren einfach groß. Es blieb bei kleinen Gesten und ein paar freundlichen Momenten. Ich war oft an meinem persönlichen Limit und bin im Rückblick sehr stolz, diese 165 Kilometer durchgezogen zu haben. Die Distanzen sind endlos, die Stille manchmal fast laut. Gleichzeitig habe ich es genossen, einmal nichts zu müssen: keine Arbeit, keine Verpflichtungen, außer morgens an den Start zu gehen und irgendwann am Nachmittag oder Abend im Camp anzukommen. Dazwischen lagen Erlebnisse, Weite und sehr viel Zeit mit mir selbst. Ich bin dankbar, dieses Abenteuer erlebt zu haben, weiß aber auch: Für mich wird es keine Wiederholung geben. Es war intensiv, fordernd und in seiner Form einzigartig. Während meiner Zeit im Oman habe ich kaum etwas vom Weltgeschehen mitbekommen und das war gut so. Wir schliefen unter einem glasklaren Sternenhimmel, weit weg von allem, friedlich und nahezu politikfrei. In der Wüste schien die Welt in Ordnung zu sein. Die größte Herausforderung waren für mich eindeutig die mentalen Grenzen. Bereits nach der ersten Etappe kamen Zweifel auf, ob ich die gesamten 165 Kilometer schaffen würde. Abgesehen von zwei größeren Blasen hatte ich keine ernsthaften Schmerzen oder Verletzungen, objektiv also keinen Grund aufzuhören. Auch gab niemand auf und so kämpfte ich mich Schritt für Schritt weiter. Mir half es, von Tag zu Tag zu denken. Als vier Etappen geschafft waren, kehrte auch die mentale Ruhe zurück. Die fünfte Etappe fühlte sich wieder leichter an, obwohl das ständige Auf und Ab der Dünen körperlich alles andere als einfach war. Der Oman Desert Marathon ist aus meiner Sicht gut machbar, aber mental fordernd. Es waren krasse Tage, die nachwirkten. Und genau das macht dieses Rennen aus.
- Jahresrückblick 2025
2025 fühlt sich für mich an wie ein Lauf mit vielen Etappen: mal leichtfüßig, mal voller Widerstände, manchmal schmerzhaft und immer lehrreich. Dieses Jahr war kein Sprint, sondern ein langer Lauf mit Höhen und Tiefen und überraschenden Momenten. Genau deshalb liebe ich es, am Jahresende innezuhalten und all diese Erlebnisse festzuhalten, bevor sie im Alltag verblassen. Wie jedes Jahr nehme ich mir zum Jahresende Zeit für einen persönlichen Rückblick. Mein 2025 war sportlich, intensiv und voller Emotionen und trotzdem manchmal ein Jahr der kleinen Stolpersteine. Wenn ich durch meine Fotos und meine Instagram Posts scrolle, fällt mir auf, wie viel ich gelaufen, erlebt und entdeckt habe. Gleichzeitig gab es Momente, die wehgetan haben: vor allem Paul, mein Kater, der Ende April gestorben ist, und sein Verlust wiegt nach wie vor schwer. "Am Ende wird alles gut." "Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende." Ein schönes Zitat von Oscar Wilde, dass wir uns beherzigen können. Denn auch schwierige Momente, Verluste und Herausforderungen sind Teil unseres Weges und nach jedem Tief kommen auch neue Chancen und Lichtblicke. Jetzt geht's los mit meinem Jahresrückblick 2025 Das war Cindy 2025 2025 war ich wieder vieles: Coach beim Bahntraining, Straßenläuferin mit Tempo-Ambitionen, seltener auf den Trails, aber immer auf der Suche nach Sonnenaufgängen, Gedankenruhe und neuen Perspektiven. Und zwischendurch einfach nur Cindy, die lernen musste loszulassen, als Paul gegangen ist. Eine Zeit, die still war und wehgetan hat und die erst nach und nach Platz für schöne Erinnerungen gemacht hat. Trotzdem wollte ich immer positiv bleiben. Sportlich lief es stark: Ich habe gleich viermal neue Bestzeiten geknackt, persönliche Grenzen verschoben und mich dabei mehr als einmal selbst überrascht. Gemeinsam mit meiner Laufgruppe, bei Trailcamps und Sonnenaufgangsläufen habe ich das Jahr bunt und lebendig gestaltet. Es gab Strecken, die mich forderten, aber auch Begegnungen, die mich berührt haben. Neben den sportlichen Erfolgen war 2025 geprägt von Positivität und Erleben. Am Ende überwiegt die Dankbarkeit für die Momente, die Menschen, die mich begleitet haben und die Gesundheit, die mich das ganze Jahr über in Bewegung hielt. Jahresrückblick 2025 In diesem Jahr habe ich knapp 2.200 Kilometer zurückgelegt und dazu unzählige Stunden in alternative Trainingsformen investiert. Besonders das Thema Hyrox hat mich begeistert und ich habe hier einige Kurse besucht und richtig Spaß daran gefunden. Im Februar stand ich außerdem zum ersten Mal beim Eisschwimmen in Burghausen am Start, als Teil einer Vierer Staffel. Trailrunning und Tanzen sind 2025 etwas in den Hintergrund gerückt und das möchte ich im kommenden Jahr wieder intensivieren. Dafür habe ich meinen Fokus stärker auf Krafttraining und funktionelles Training gelegt, eine Basis, die mir sicher in vielen Wettkämpfen spürbar geholfen hat. Mein großes Jahresziel war der Chicago Marathon im Oktober, für den ich viele intensive Intervall-Einheiten absolviert habe. Und dann war da noch Prag, gleich drei Mal war ich 2025 dort und konnte jedes Mal eine neue Bestzeit feiern: Über Halbmarathon, Marathon und 5 Kilometer. Diese Stadt ist toll und für mich eine echte Herzensstadt geworden. Laut Strava war ich insgesamt 446 Stunden sportlich aktiv und habe 403 Aktivitäten aufgezeichnet. Zahlen, die zeigen, dass 2025 ein intensives, vielseitiges und sportlich erfülltes Jahr war. Wenn ich auf mein Laufjahr 2025 blicke, dann war es vor allem eines: mein Marathonjahr. Nach mehreren Anläufen im Jahr zuvor ohne persönliche Bestzeiten konnte ich 2025 endlich den Knoten lösen. Meine alte Marke aus London 2023 (03:27 Std.) hielt lange stand, bis ich sie im Mai in Prag auf 03:21 Std. verbesserte und schließlich Chicago im Oktober, wo ich mit 03:11 Std ins Ziel kam. Zwei Rennen, die gezeigt haben, dass manchmal mehr möglich ist, als man selbst für möglich hält. Dieses Jahr hat mich nicht nur an Startlinien geführt, sondern auch näher zu mir selbst, mit all den Zweifeln, der Euphorie und der Freude, die Laufen so besonders machen. Zeit also, 2025 noch einmal durchzublättern, mit all seinen Höhen, Tiefen und Momenten, die geblieben sind. Fangen wir von vorne an. Meine Highlights und Teilnahmen 2025 Die Geschichten, die besonders in Erinnerung geblieben sind, habe ich in eigenen Blogbeiträgen festgehalten. Du erkennst das an den Verlinkungen oder einem kleinen Unterstrich im Text. Einfach draufklicken und du kommst zum entsprechenden Beitrag. Eisschwimmen in Burghausen Das erste Highlight des Jahres fand gleich Anfang Februar statt. Mein erster Eisschwimm-Wettbewerb in einer 4 x 50 Meter Staffel bei den Burghausen Open. Eisbaden gehört für mich seit mehr als fünf Jahren zum Winter dazu , aber Eisschwimmen ist nochmals eine ganz andere Herausforderung. Beim Baden steht man still im Wasser, lässt Kälte und Ruhe auf sich wirken, wird ruhig und entspannt. Beim Schwimmen dagegen ist alles Bewegung, Atmung, Überwindung und pure Anspannung. Nie hätte ich gedacht, dass ich jemals auch nur einen Meter im eiskalten Wasser schwimmen könnte. Wirklich geübt hatte ich nicht und eine gute Schwimmerin bin ich auch nicht. Die Generalprobe und gleichzeitig meine erste richtige Eisschwimm Session fand eine Woche vor dem Wettkampf in Burghausen statt. Wir wollten das Gelände anschauen, das Wasser testen und ein Gefühl bekommen. Aber schon dieses erste Mal war so elektrisierend, dass ich mich sofort auf den Wettkampf freute. Am Wettkampftag herrschten 4,5 Grad Wassertemperatur und es war im Wahrsten Sinne, eine unglaubliche intensive Erfahrung. In unserer Kategorie starteten zwölf Staffeln, wir belegten Platz 10. Für ein Team ohne echtes Schwimmtraining finde ich das ziemlich beachtlich. Und auch wenn ich mit 1:21 Min auf 50 Meter sicher keine Rakete war, hat das Erlebnis mich gepackt. Ich bin definitiv angefixt. Auch wenn Eisschwimmen weit außerhalb meiner Komfortzone liegt, steht fest: Wir machen das wieder. Neapel Halbmarathon Weiter ging es im Februar mit dem Napoli Halfmarathon . Eigentlich wollte ich dort eine neue persönliche Bestzeit angreifen und die sub 1:35 Std knacken. Doch manchmal läuft es eben anders. Kurz vor dem Rennen wurde ich krank und musste hoffen, überhaupt rechtzeitig wieder fit zu werden. Ende Februar ist es in Süditalien fast schon frühlingshaft und die vier Tage in Neapel waren schön. Ich konnte starten, aber es war klar, dass ich keine persönliche Bestzeit laufen würde. Also machte ich einen kleinen Sightseeing Lauf draus und mit 01:48:12 Std. war das Ergebnis zufriedenstellend. Die Strecke führt flach und schnell entlang der Küste, durch mehrere Tunnel (die von den Läufer/innen stimmungsvoll beschallt werden) und mitten durch die Stadt. Wer früh im Jahr Lust auf ein Rennen mit Sonne, Meerblick und toller Atmosphäre hat, wird in Neapel glücklich. Spannend: Neapel ist die einzige italienische Stadt, die gleichzeitig den männlichen und weiblichen Streckenrekord auf der Halbmarathondistanz hält (Stand 2025). Auch organisatorisch kann sich das Event sehen lassen: Günstige Startgebühren, eine schöne Strecke und ein großartiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Neben dem Lauf blieb sogar Zeit für ein bisschen Sightseeing, inklusive Ausflug zum Vesuv, den man einfach per Bus erreicht. Die Aussicht von oben ist spektakulär. Teilnahme an einer TUM Studie Die folgenden Wochen wurden spannend. Ich durfte an einer 10-wöchigen Studie der Technischen Universität München teilnehmen, die der Frage nachging, ob sich die Lauftechnik durch gezieltes Training der seitlichen Hüftmuskulatur (can running form be altered through training of the lateral hip muscles) verändern lässt. Klingt erst mal wissenschaftlich, war aber vor allem eines: intensiv, lehrreich und unglaublich spannend. Dreimal pro Woche standen gezielte Übungen für die Hüftmuskulatur auf dem Plan. Begleitend dazu habe ich meine Ernährung angepasst, nicht zuletzt, weil ich beim Wiegen zu Beginn der Studie überrascht war: 55 Kilogramm, mein höchstes Gewicht seit über 30 Jahren. Diese Erkenntnis hat mich motiviert, bewusster zu essen und insgesamt aktiver zu werden. Nach den 10 Wochen zeigte sich das Ergebnis: 1,5 Kilogramm weniger, spürbar mehr Kraft und Stabilität und ganz nebenbei neue Bestzeiten über Halbmarathon und Marathon (mehr dazu im Folgeabsatz). Ob alles direkt zusammenhing, kann ich nicht beurteilen. Aber eines weis ich: Diese zehn Wochen waren motivierend und körperlich wie mental stärkend. Ich habe gemerkt, wie viel sich bewegt, wenn man dranbleibt. Prag Halbmarathon und Marathon - zwei Reisen, zwei Emotionen Im Frühjahr wurde es sportlich. Wir hatten uns entschieden, gleich zweimal nach Prag zu reisen: Im April zum Halbmarathon und im Mai zum Marathon. Beim Halbmarathon war mein Ziel klar: eine neue persönliche Bestzeit und endlich die Sub 1:35 Std. Ich ging all in, lief in meinem neuen Craft Kype Pro Carbon Schuh und hatte die Wochen davor gezielt Intervalle in Wettkampfpace trainiert. Ich kann gar nicht sagen, was an diesem Tag anders war, doch es lief alles wie von selbst. Mit über 5 Minuten Vorsprung auf meine bisherige Bestzeit und einer 1:32:28 Std. im Ziel fühlte es sich an, als wäre es mein Rennen gewesen. Nur wenige Wochen später änderte sich alles. Ende April verstarb mein Kater Paul und das nur wenige Tage vor dem Prag Marathon. Die Tage danach waren schwer, voller Trauer und Zweifel. Ich wusste nicht, ob es richtig war, trotzdem zu starten. Aber schließlich entschieden wir uns, nach Prag zu reisen und ich widmete diesen Marathon meinem kleinen starken Paul. Während des Laufes war er in Gedanken ständig bei mir. Schon nach wenigen Kilometern spürte ich, dass ich diesen Marathon für ihn und für mich laufe, um ihn auf besondere Weise in Erinnerung zu behalten. Und genau das passierte: Ich lief einen meiner besten Marathons überhaupt und erreichte das Ziel nach 03:21:07 Std. Eine neue persönliche Bestzeit und ein Lauf, der für mich immer eng mit Paul verbunden bleiben wird. Ich denke, dass ich diesen Marathon auch genau deswegen nochmals laufen werde. Naturns Womencamp Kurz darauf stand eines meiner liebsten Events im Jahr an: Das Women Trail & Hike Camp in Naturns . Wie jedes Jahr war es einfach wunderschön: eine unvergessliche Sonnenaufgangstour, viele Trail- und Hike Kilometer, entspannendes Yoga und jede Menge köstliches Südtiroler Essen. Ich mag diese reinen Frauencamps, sie haben eine ganz besondere Energie: inspirierend, mitreißend und oft auch berührend. Es entstehen Gespräche und Momente, die man so nur unter Frauen erlebt. Auch 2026 wird das Camp wieder stattfinden, bereits zum fünften Mal. Ich freue mich darauf, neue Gesichter in Naturns willkommen zu heißen. Alle Informationen findest du im separaten Blogbeitrag . Außerdem wird es 2026 auch wieder ein gemischtes Camp rund um den Ötzi Trail geben , gemeinsam mit Marcel und einer sicher wieder großartigen sportlichen Gruppe. Wenn du Fragen hast, kannst du dich jederzeit direkt bei mir melden. Namibia Roadtrip Ende Mai ging es für mich auf einen Solotrip in einer kleinen Reisegruppe nach Namibia. Nach einigen intensiven Monaten sehnte ich mich nach einer Pause, nach Zeit für mich, nach Abenteuer und Natur. Der gebuchte Roadtrip mit mehreren Zeltübernachtungen in der Wildnis war genau das Richtige: einfach und voller besonderer Momente. Es war eine wunderbare Reise mit wenig Social Media und vielen Eindrücken. Solche Urlaube mache ich selten, da unsere Reisen meist mit Laufevents verbunden sind und selten länger als eine Woche dauern. Namibia war deshalb ein wohltuender Kontrast, sehr inspirierend, entschleunigend und weniger von Sport bestimmt. Niesen Treppenlauf Nicht lange nach meinem Urlaub ging es auch schon weiter, diesmal mit einem Erlebnis, dass mich aus meiner Komfortzone katapultierte. Anfang des Jahres hatte ich mich eher "versehentlich" für den Niesen Treppenlauf angemeldet und tatsächlich nach Auslosung einen Startplatz bekommen. Manchmal ist es besser, sich nicht zu viel mit anderen laufbegeisterten Menschen auszutauschen, dann passieren solche Dinge nicht. Als die Anmeldung bestätigt war, war ich mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich starten wollte. Aber ich bin kein Mensch, der vor neuen Herausforderungen davonläuft. Ende Juni fuhr ich also über 400 km ins Berner Oberland, um mich der Niesen-Treppe zu stellen. Laut Guinness Buch der Rekorde auch die längste Treppe der Welt. Nach dem sehr anstrengenden Aufstieg (11.674 Stufen / knapp 1.700 HM) kann ich das nur bestätigen. Es war eine krasse, aber unvergessliche Erfahrung, ein cooler Trip in die Schweiz, der mir einmal mehr gezeigt hat: Wenn man sich auf anstrengende oder unangenehme Dinge einlässt, ist das Gefühl danach einfach sensationell. Wiederholen würde ich das Event allerdings nicht mehr, einmal reicht völlig. Die Details zum Niesen Treppenlauf habe ich separat im Blog dokumentiert. Insgesamt hatte ich viel mit dem Zeitlimit zu kämpfen, kam völlig angestrengt ins Ziel und erreichte den Gipfel des Niesen, auf 2360 m, nach 01:57 Std. fREanks Runclub Im Juni kam eine neue Aufgabe in mein Leben. Ich wurde Running Captain bei der neuen fREanks Laufgruppe, unterstützt von Reboots. Die Laufgruppe bietet kostenlose Läufe, Kaffee und Recovery an und möchte eine entspannte, gemütliche Community aufbauen. Wir laufen jeden Mittwochmorgen um 7 Uhr vom Cafe Chance im Lehel los. Dort können Sachen abgelegt werden. Nach dem Lauf gibt es für alle einen Kaffee und eine Recovery Session (mit den Reboots Geräten) aufs Haus. Ich würde mich freuen, wenn viele bekannte und auch neue Gesichter mittwochs mitlaufen und den tollen Vibe der Gruppe erleben. Reschenseelauf Der Reschenseelauf 2025 feierte sein 25. Jubiläum und das mit einem ganz besonderen Highlight: einem Nightrun rund um den Reschensee . Das Feuerwerk am Ende des Laufs sorgte für einen stimmungsvollen Abschluss. Die Wiese direkt neben dem Veranstaltungsgelände, die extra für Camper freigegeben wurde, verlieh dem Event zusätzlich einen einzigartigen Vibe. Die Strecke führte einmal um den See, 15,1 Kilometer. Der Startschuss fiel pünktlich zum Sonnenuntergang um 21:30 Uhr und der Start aus dem Tunnel heraus, begleitet von einem aufziehenden Vorhang und jubelnden Zuschauern, sorgte für Gänsehaut. Die gesamte Strecke war mit Fackeln beleuchtet, ein beeindruckendes Bild. Das Event wurde liebevoll organisiert, bot ein tolles Preis-Leistungsverhältnis und kann perfekt mit einem kleinen Südtirol-Urlaub kombiniert werden. Ich erreichte das Ziel nach 01:11:06 Stunden als Siebte in meiner Altersklasse und war mehr als zufrieden mit meinem Lauf. Schnalstal Alpine Trail Die Erstausgabe des Schnalstal Alpine Trail wollten wir uns nicht entgehen lassen. Auch wenn 2025 für mich kein klassisches Trailjahr war und ich mehr Zeit auf der Straße, als in den Bergen verbrachte, stand für mich fest: Ich will dort an den Start gehen. Ganz ohne großen Trainingsplan, einfach aus Freude am Dabeisein. Das Schnalstal liegt nur wenige Kilometer von Naturns entfernt und ist schon allein deshalb ein reizvolles Ziel. Wir entschieden uns für die zweite Distanz: 29 Kilometer mit rund 2.100 Höhenmeter, die bis auf über 3.000 Meter führten. Der Start erfolgte in Unser Frau, einem kleinen charmanten Bergdorf. Am Wettkampftag zeigte sich das Wetter leider von seiner rauen Seite, dichter Nebel, Kälte und schließlich auch Streckenänderungen. Für die Ultradistanz wurde das Rennen sogar abgebrochen. Unsere Strecke konnte dagegen regulär gelaufen werden und trotz der Bedingungen war es ein toller Lauf. Mein Fazit: Der Schnalstal Alpine Trail ist ein wunderschönes, aber forderndes Event, vor allem die längeren Distanzen sind nichts für Einsteiger. Wer alpine Herausforderungen liebt, wird hier jedoch mit echter Berglauf-Atmospäre und technischen Trails belohnt. Alle weiteren Details und Eindrücke habe ich im Blogbeitrag zusammengestellt. Olympiaberg-Challenge 4.0 Im August stand die vierte Ausgabe meiner Olympiaberg-Challenge an. Eine ganze Woche lang, von Montag bis Freitag , liefen wir jeden Morgen zehn Mal den Olympiaberg hoch. Das bedeutete täglich etwa 450 Höhenmeter und rund eine Stunde Laufzeit. Auch dieses Mal waren viele meiner Crew-Mitglieder wieder dabei und gemeinsam motivierten wir uns jeden Morgen. So einfach, wie es klingt, war es nämlich nicht: Früh aufstehen, Alltag und von Tag zu Tag wurden die Beine müder. Belohnt wurden wir mit den schönsten Sonnenaufgängen und einem tollen Community-Vibe, der jede Anstrengung wert war. In diesem Jahr wurde die Challenge von Stox Energy unterstützt: Jeder Teilnehmer erhielt ein paar Kompressions-Running-Socks, die die Regeneration beschleunigen, Shin Splints reduzieren und die Blutzirkulation boosten. Red Bull Wattlauf Die Erstausgabe des Red Bull Wattlauf in Cuxhaven hat mich sofort fasziniert und ich wollte unbedingt dabei sein. Das Event fand Ende August statt und wir hatten vier Tage lang perfektes Wetter an der Nordsee. Die Anreise von München ist zwar lang, aber für dieses Erlebnis lohnend. Es ging 24 Kilometer quer durchs Watt und es war alles dabei: Schlick, Sand, Muscheln und stellenweise wasserreich bis hüfthoch. Damit hatte ich im Vorhinein nicht gerechnet. Der Lauf war aufgrund der Bedingungen anstrengend, aber gleichzeitig unglaublich spaßig. Ein unvergessliches Erlebnis, das 2026 definitiv wieder stattfinden soll. Meinen Erfahrungsbericht zum Red Bull Wattlauf habe ich im Blog veröffentlicht. Neue Bestzeit auf 5 Kilometer Distanz Anfang September ging es noch ein drittes Mal nach Prag. Diesmal zum 5 km Frauenlauf und zum Birell 10 Km Nachtlauf. Beide Läufe finden abends statt und ich nahm auch an beiden teil. Bei den 5 Kilometern startete ich mit dem klaren Ziel, meine persönliche Bestzeit zu verbessern, was mir tatsächlich gelang. Nur: Je kürzer die Distanz, desto mehr tun die Kilometer weh, weil man einfach noch schneller läuft. Ich konnte als 42 Frau von knapp 2.500 Teilnehmerinnen finishen und erreichte mit 20:50 Minuten eine neue PB. Den 10 km Nachtlauf ging ich etwas entspannter an, ganz locker war es aber trotzdem nicht, denn mit 45:19 Minuten war ich auch hier flott unterwegs. Es ist einfach so: Sobald ich eine Startnummer trage, will ich meistens alles geben. Der restliche September war sportlich aktiv, mit vielen Läufen rund um München und der Vorbereitung auf mein großes Jahres-Highlight: den Marathon in Chicago. Chicago Marathon Chicago war mein fünfter Marathon der World Marathon Majors. Zur Vollendung fehlt mir jetzt nur noch Tokio, um offiziell World Marathon Major Finisherin zu werden. Marcel und ich konnten uns beide für einen Startplatz qualifizieren und planten das Jahr entsprechend. Mein Training bestand aus vielen Tempoeinheiten und Alternativtraining - vor allem Hyrox- und HIIT-Einheiten, um schneller zu werden. Nachdem ich im Mai relativ locker eine 03:21 Std auf der Marathondistanz gelaufen war, liebäugelte ich damit, die 03:15 Std anzugreifen. Ganz ehrlich: Optimal war mein Training noch nie und auch dieses Mal verzichtete ich wieder auf die klassischen Longruns. Dafür baute ich einige Halbmarathons als Ersatz ins Training ein. Wir verbrachten rund eine Woche in Chicago und waren natürlich viel unterwegs, jeden Morgen ging es zum Sonnenaufgang durch die Stadt. Übernachtet haben wir low budget im HI-Hostel, direkt am Start- und Zielbereich, perfekt gelegen. Wie immer wusste ich vor dem Start nicht genau, wozu mein Körper fähig sein würde. Aber eines weiß ich: Mit Startnummer bin ich nicht zu unterschätzen. Also ging ich mit einem rasanten Start auf die Strecke. Ich jagte über den Asphalt, als wollte ich auf jeder Distanz eine neue Bestzeit laufen. Ich dachte mir nur: Einfach durchhalten und wenn ein Einbruch kommt, dann ist das eben so. Bis Kilometer 30 lief es richtig gut. Unterwegs traf ich auf Marcel, was mir zusätzliche Motivation gab. Auf den letzten 12 Kilometern wurde es zäher, die Beine schwerer, aber mein Wille blieb stark. Ich versuchte das Tempo zu halten und das ständige Überholen anderer Läuferinnen und Läufer gab mir zusätzlichen Antrieb. Nach 03:11:09 überquerte ich die Ziellinie und wieder einmal überrascht, was alles möglich ist. Überglücklich erfuhr ich wenige Tage später, dass ich mich mit dieser Zielzeit sogar für die 2026 AbbottWMM Marathon Tours & Travel Age Group World Championships qualifiziert hatte. Athen Marathon Zum Abschluss der Saison sind wir noch den Marathon in Athen gelaufen und haben uns ein paar Tage im November Sonne gegönnt. Der Athen Marathon ist toll, wir sind diesen bereits 2023 gelaufen und der Zieleinlauf ins Panathinaiko-Stadion ist etwas besonderes. Generell gibt es zum Rennverlauf nicht viel zu schreiben, die Luft war nach der langen Rennsaison einfach raus und ich konnte den Marathon einigermaßen gut noch beenden mit 03:43:43 Stunden. Und eine Erkenntnis dabei gewinnen, ein drittes Mal laufe ich den Athen Marathon nicht mehr. Die Strecke ist keine leichte und Bestzeiten werden hier kaum gelaufen. Pläne für das neue Jahr / Was ich aus 2025 mitnehme Die Weihnachtszeit folgte und mit ihr auch etwas Ruhe, weniger Trubel, weniger Glamour. Der Sport lief wie gewohnt weiter und ich begann diesen Jahresrückblick zu schreiben, Erinnerungen Revue passieren zu lassen und Pläne für das nächste Jahr zu schmieden. Dabei wurde mir bewusst, wie viel ich in diesem Jahr erreicht hatte. Natürlich sind es "nur" Zeiten, aber Entwicklung lässt sich kaum anders messen. Gleichzeitig habe ich mich sportlich etwas breiter aufgestellt: Ich habe bewusst auf den einen oder anderen Lauf verzichtet und stattdessen Hyrox- oder Bootcamp-Einheiten eingebaut. Mental hat mich das unglaublich gestärkt und vor allem bin ich das ganze Jahr verletzungsfrei geblieben. Das zeigt mir, dass mein Weg gar nicht so falsch sein kann. Auch Marcel war wieder eine große Stütze auf meinem Weg, meine persönlichen Ziele zu verfolgen. Ganze vier Bestzeiten sind dabei rausgekommen und ich fühle mich fitter als je zuvor, mit 47 Jahren. Wenn ich zurückblicke: Vor rund zwölf Jahren konnte ich keine zehn Kilometer am Stück laufen. Heute bin ich in meiner Altersklasse richtig gut unterwegs und stolz, dass ich im kommenden Jahr bei den AbbottWMM Marathon Tours & Travel Age Group World Championships antreten kann. Aktuell bin ich keine Konkurrenz für die Top Ten, aber ich arbeite daran und glaube fest, dass noch mehr möglich ist. Und selbst wenn nicht, werde ich dabei sein und die Ziellinie überqueren. Ausblick 2026 Einige Laufevents stehen bereits fest und der Start in die neue Saison erfolgt gleich im Januar mit dem Oman Desert Marathon . Diesen Etappenlauf sehe ich allerdings weniger als Wettkampf, sondern vielmehr als Abenteuer und als Chance, meine eigenen Grenzen zu verschieben. Dennoch ist auch hier, wie in jedem Rennen, Durchhaltevermögen entscheidend. Fünf Tage, 165 Kilometer durch die Wüste, Selbstversorgung und Zeltübernachtung, ich bin unglaublich gespannt, was uns erwartet. Wenn du möchtest, begleite mich gern auf Instagram , um die Erlebnisse hautnah mitzuerleben. Ein weiteres Ziel für 2026 sind die Runczech Halfs , die fünf größten Halbmarathons Tschechiens (Karlovy Vary, Prag, Budweis, Olomouc und Usti nad Labem). Diese neue Rennserie (Runczech Halfs) wurde 2025 ins Leben gerufen. Wer alle fünf Rennen innerhalb von drei Jahren finisht, erhält eine Sondermedaille und den Titel als offizieller "RunCzech Halfs Finisher". Ich möchte das kommende Jahr gezielt nutzen und mich auf die Halbmarathon Distanz fokussieren und zu sehen, ob ich die 01:30 Stunden-Marke knacken kann. Neben den Runczech Läufen stehen außerdem Berlin im März und Cardiff im Oktober auf meinem Plan, beide Teil der SuperHalfs-Serie. Mein letzter Major, der Tokio Marathon hat leider erneut nicht geklappt. Daher steht ein weiterer Marathon aktuell nicht im Fokus - mit Ausnahme der AbbottWMM Age Group World Championships Ende Mai in Kapstadt , für die ich fest plane, an den Start zu gehen. Trainingstechnisch konzentriere ich mich aber auf die halbe Distanz und werde ein paar Wochen vor Kapstadt gezielt längere Läufe einbauen. Außerdem liebäugle ich mit meiner ersten Hyrox-Teilnahme, vermutlich als Double. Auch wenn das Event noch nicht feststeht, macht mir das Training momentan so viel Spaß, dass ich diesen Wettkampf unbedingt erleben möchte. Im April 2026 stehen meine Trailcamps in Naturns an, diesmal sogar zwei. Einmal die Women Trail & Hike Days und zusätzlich das gemischte Trailcamp gemeinsam mit Marcel rund um den Alpenplus Ötzi Trailrun . Beide Camps verlinke ich dir auf dem Blog. Ich freue mich auf alle, die mit uns über die Trails in Naturns laufen. Jahresrückblick 2025 - mein erfolgreichstes Marathonjahr Ich bin nun seit elf Jahren laufend unterwegs und auch 2025 war für mich wieder ein sehr sportliches, aktives und intensives Jahr. Am glücklichsten bin ich, wenn ich in Laufschuhen stecke und neue Orte entdecken darf. Davon gab es 2025 viele. Besonders Prag hat es mir angetan. Ich verbinde die Stadt mit meinen PB's und Paul. Ich bin oft über meine eigenen Grenzen hinausgewachsen und durfte spüren, einfach stolz auf mich zu sein. Es war ein Jahr voller Bewegung, ein Jahr des Wachsens, aber auch des Stillstands. Beruflich stecke ich gerade etwas fest und bin etwas orientierungslos, ohne so richtig zu wissen, wohin die Reise gehen soll. Ich bin ziemlich gefangen in Sicherheit und doch genug sein, aber hin und wieder dem Wunsch nach einem Neuanfang. Vielleicht ist genau dafür im nächsten Jahr Raum, denn kurz vor Weihnachten erhielt ich die Kündigung: Meine Firma stellt ihre Aktivitäten zum Jahresende ein. Es ist einfach schöner, wenn man Ziele erreicht, da man Motivation, Willen, harte Arbeit reinsteckt und die Belohnung am Ende einfach nur eine fette Party ist. Der Weg dorthin ist das, was mich morgens motiviert und abends glücklich ins Bett fallen lässt. 2025 war ein sehr gutes Jahr. "Ich hab's geliebt" und es verging wieder viel zu schnell. Paul fehlt mir sehr und es hat mich tief getroffen, den kleinen Mann gehen zu lassen. Der Rest war einfach "schmucke", wie man so schön sagt. Lets see what 2026 brings. Laufen verbindet Menschen, oft ohne viele Worte. Ein gemeinsamer Rhythmus, ein gemeinsames Ziel - vielleicht ist genau das die Magie eines Marathons. Zu erleben, wie friedvolle Nähe entstehen kann, wenn jeder einfach nur läuft. Danke, dass du mich auf meiner persönlichen Reise begleitet hast. Ich hoffe, auch dein Jahresrückblick 2025 fällt positiv aus und dass du mit Freude auf deine Erlebnisse blickst. Wie sehen deine Pläne für 2026 aus? Ich wünsche dir einen guten Start ins neue Jahr.
- Oman Desert Marathon - Meine Vorbereitung, Packliste und Gedanken zu 165 km durch die Wüste
Ich bin Cindy, Abenteurerin, Läuferin und manchmal auch ein bisschen impulsiv. Manchmal entscheide ich einfach, ohne lange nachzudenken. Genau so ist es passiert, als ich mich für den Oman Desert Marathon angemeldet habe. Abenteuer ? Wüste? Etappenlauf? Da war ich schon dabei, bevor ich überhaupt realisiert habe, was das eigentlich bedeutet. Doch dieses Abenteuer verlangt mehr als nur spontane Begeisterung. Der Oman Desert Marathon ist ein anspruchsvoller Selbstversorger-Etappenlauf über fünf Tage und insgesamt 165 Kilometer durch die endlosen Weiten der omanischen Wüste. Das Event findet vom 10. bis 14. Januar 2026 statt und es ist bereits die 11. Ausgabe dieses spektakulären Rennens. Ich schreibe diesen Bericht etwa 6 bis 8 Wochen vor dem Laufevent. Was ist der Oman Desert Marathon? Fakten, Strecke und Ablauf Bevor ich tiefer in meine Vorbereitung eintauche, möchte ich euch kurz mitnehmen und den Oman Desert Marathon vorstellen, kurz den ODM. Er findet in der Sharqiyah-Wüste statt, einer faszinierenden Region im Osten Omans. Die Sharqiyah-Wüste ist für ihre sanft geschwungenen Dünen, trockene Hitze am Tag und überraschend kühle Nächte bekannt. Die Sandarten wechseln dort ständig, mal fein wie Puder, mal fester und gut laufbar, mal tiefer und fordernder. Die Temperaturen können tagsüber deutlich über 30 °C steigen, während es nachts abkühlt. Die Erstausgabe des Rennens fand übrigens 2013 statt und seitdem hat sich der ODM Schritt für Schritt zu einem echten Wüstenklassiker entwickelt. Die fünf Etappen des Oman Desert Marathon (165 km Classic) Ich selbst starte beim Oman Desert Marathon Classic über 165 km. Parallel gibt es auch eine 100-km-Version als Etappenlauf (der sogenannte ODM 100 km Hike), aber in meinem Bericht geht es ausschließlich um die 165-Kilometer-Classic-Variante. Diese Distanz verteilt sich auf fünf Etappen, die uns einmal quer durch die Wüste der Sharqiyah führen. Start ist am Ancient Al Wasil Fort, das Ziel liegt am Arabischen Meer, klingt schön, oder? Die einzelnen Etappen im Überblick: Tag 1: 40 km - Der Rennstart erfolgt bei den historischen Festungen im Dorf Ai-Wasil, hinein in die Wüste. Tag 2: 29 km - tiefer in die Wüste Tag 3: 30 km - ins Herz der Sharqiyah-Wüste Tag 4: 45 km bei Nacht - eine Etappe, auf die ich besonders gespannt bin. Sicher eine besondere Herausforderung mit Blick auf Navigation, Kühle und Sternenhimmel Tag 5: 21 km - die letzten Kilometer bis zum Arabischen Meer Der Lauf ist ein Selbstversorger-Event und das macht es etwas unvorhersehbar. Alles, was ich für die fünf Tage brauche, trage ich selbst. Wasser gibt es an den Checkpoints alle 10 Kilometer, medizinische Betreuung ebenfalls. Die Streckenmarkierung ist tagsüber alle 500 m gesetzt, nachts alle 50 m, eine kleine mentale Sicherheit in einer ansonsten unendlichen Landschaft. Es gibt kein offizielles Zeitlimit. Der Veranstalter möchte, dass wirklich jede/-r es schaffen kann. Allerdings: Fehlende Pflichtausrüstung bedeutet Zeitstrafen. Also heißt es Packliste ernst nehmen und nichts vergessen. Meine Trainingsvorbereitung für den Oman Desert Marathon Tatsächlich mache ich für diesen abenteuerlichen Selbstversorger-Lauf kein klassisches Trainingsprogramm. Nach einer langen Saison voller Laufevents bis in den November ist es schlichtweg schwer, lange Läufe mit schwerem Gepäck bei winterlichen Temperaturen nachzustellen. Außerdem stecke ich nach meinen zwei Herbstmarathons in Chicago und Athen ein wenig in einem Motivationsloch. Ich denke, die größte Herausforderung wird sein, der Wüste standzuhalten. Die Hitze tagsüber, die teils deutlichen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, das Risiko von Dehydration und dazu die absolute Stille, die einen plötzlich ganz anders auf sich selbst zurückwirft. Schlafen werden wir unter freiem Himmel in Zelten. Der ODM ist viel mehr als ein "einfacher" Lauf, er kann meine persönliche Reise werden und genau darauf stelle ich mich ein. Die Stille und die internationale Gemeinschaft werden ein krasser Kontrast zu meinem Alltag in München sein: Sechs bis neun Stunden täglich hänge ich am Handy / Laptop, bin ständig von Menschen umgeben, es ist immer laut. In der Wüste gibt es keine Bequemlichkeit, keinen Luxus, alles ist schlicht, einfach und direkt. Das Laufen auf weichem Sand flößt mir Respekt ein und wird definitiv mehr als kräfteraubend werden. Diese Einfachheit und Reduktion auf das Wesentliche macht für mich den Reiz des Abenteuers aus. Empfohlen wird das Training möglichst mit voller Ausrüstung zu absolvieren. Ich habe mich dagegen entschieden. Ich will mir nicht die Lust am Laufen nehmen, die nach der langen Wettkampfsaison ohnehin schon etwas erschöpft ist. Stattdessen trainiere ich kompakt und effektiv: Kraft, Ausdauer, Zirkeltraining, Intervall-Sequenzen, Hyrox-Einheiten und Nachtläufe für die lange Nachtetappe. Leider spielt der deutsche Winter nicht ganz in die Karten: Im Dezember steht noch der Eisschwimm-Wettbewerb in Burghausen auf dem Plan (7. Burghausen Open), sodass ich mich oft auch der Kälte aussetze, anstatt mich an Hitze zu gewöhnen. Hin und wieder laufe ich daher in sehr warmer Kleidung, um wenigstens ein bisschen Hitzeresistenz aufzubauen. So bereite ich mich vor: mental, körperlich und mit klarem Fokus auf Ankommen, Durchhalten und Freude am Abenteuer. Die Wüste mag herausfordernd sein, aber ich bin überzeugt: Ich werde das meistern. Verpflegungsstrategie für 165 km durch die Wüste Oman Laut Veranstalter wird empfohlen, mindestens 2.000 Kalorien pro Tag mitzunehmen. Für Frühstück und Abendessen habe ich mich für die Produkte von Trek'n Eat entschieden, eine Outdoor-/Expeditionsnahrungsmarke der Katadyn Gruppe. Die Mahlzeiten sind leicht, praktisch und vollwertig und es gibt eine große Vielfalt, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Die Gerichte sind gefriergetrocknet bzw. dehydriert, das heißt, Wasser wurde entzogen, aber Vitamine und Mineralstoffe bleiben erhalten. Mit etwas heißem Wasser und 5 bis 10 Minuten Wartezeit ist ein vollwertiges Essen fertig, ohne großen Aufwand. Auch Geschirr ist nicht notwendig, da Trek'n Eat die Mahlzeiten in robusten und wasserfesten Beuteln liefert. Im Camp wird morgens und abends heißes Wasser bereitgestellt, sodass wir perfekt ausgestattet sind. Einige Gerichte liefern sogar bis zu 1.000 Kalorien, die ich teilweise mitführe. Das Eigengewicht liegt je nach Gericht bei 150 bis 260 Gramm (ohne Verpackung). Für die fünf Etappen nehme ich Essen für vier volle Tage mit, da das Frühstück vor der ersten Etappe und das Abendessen nach der letzten Etappe wieder in der Zivilisation stattfinden. Unterwegs während der Etappen werde ich mich zusätzlich mit Riegeln, Nüssen und Gels (Dextro Energy) verpflegen. Auch die Mitnahme von Elektrolyten und Salztabletten ist geplant, da Wasser allein den Mineralstoffverlust nicht ausgleicht, besonders in der Hitze nicht. Packliste Oman Desert Marathon - Meine Ausrüstung für 5 Tage Wüste Beim Oman Desert Marathon gibt es eine Pflichtausrüstung, die jede/r Läufer-/in unbedingt mitführen muss. Dazu gehören unter anderem Schlafsack, Erste-Hilfe-Set, Kompass, Handy mit Powerbank und einiges mehr. Fehlende Pflichtausrüstung kann laut Regelwerk zu Zeitstrafen führen. Zusätzlich packe ich Hygieneartikel ein, wie Toilettenpapier, Zahnbürste & -paste, persönliche Medikamente, Handtuch, Sonnencreme und alles was sonst noch für fünf Tage nötig ist. Wichtig ist dennoch, minimalistisch zu packen, denn am Ende muss alles getragen werden. Außerdem dürfen genügend Wechselkleidung, leichte Flip Flops fürs Camp und etwas wärmere Sachen für die Nacht nicht fehlen. Das Gesamtgewicht meiner Ausrüstung schätze ich auf 10 bis 12 Kilo, davon entfallen etwa drei Kilo allein auf die Verpflegung. Ein echt spannendes Thema, gerade bei einem Selbstversorger-Lauf in der Wüste merkt man schnell, wie wichtig jede Entscheidung / jedes Gramm beim Packen ist. Für einen klaren Überblick liste ich die Pflichtausrüstung laut Veranstalter auf: Sandgamaschen Rucksack Schlafsack & Unterlage (Therm-a-Rest) Anti-Gift-Pumpe (Gegen Schlange und Skorpione) Metallmesser Antiseptikum Signalspiegel Salztabletten Pfeife Erste-Hilfe-Set inkl. Pflaster, Verbände, Schere, Salbe und Rettungsdecke Bargeld: 91,03 USD (ca. 35 OMR) Schlafsystem: Mein Setup für gute Nächte in der Wüste Beim Oman Desert Marathon zählt jede Stunde Schlaf und gleichzeitig muss alles, was ich dabei habe, leicht genug sein, um es fünf Tage durch die Wüste zu tragen. Deshalb habe ich mich sehr bewusst für ein Schlafsystem entschieden, dem ich vertrauen kann. Mein Begleiter für die Nächte ist der Therm-a-Rest Hyperion 32 UL Bag (Daunenschlafsack) . Der Schlafsack ist unglaublich leicht (ca. 450 gr), aber trotzdem warm genug für die überraschend kühlen Wüstentemperaturen nach Sonnenuntergang. Es lässt sich superkompakt verstauen. Dazu kommt die Therm-a-Rest NeoAir XLite NXT Isomatte , eine ultraleichte und geräuscharme Matte (ca. 370 gr), die mich vor der Bodenkälte schützt und gleichzeitig erstaunlich komfortabel ist. Denn auch wenn die Wüste tagsüber unendlich wirkt, ist der Sandboden nachts hart und kalt. Die Kombination aus beiden Teilen gibt mir das Gefühl, gut vorbereitet zu sein. Für mich ist dieses Setup nicht einfach nur Ausrüstung, sondern ein kleines Stück Sicherheit mitten im Nichts. Wenn man morgens aufwacht, die ersten Lichtstrahlen über die Dünen wandern und der Rucksack schon wieder auf einen wartet, dann merkt man, wie wichtig eine gute Nacht war. Meine Gedanken zum Oman Desert Marathon Ich werde mich auf meine ganz persönliche Reise durch die Wüste einlassen, raus aus der Komfortzone, rein ins Abenteuer, das mich wieder einmal lehrt, mit möglichst wenig auszukommen. Ich freue mich auf diese Herausforderung, auf die Weite der Natur und auf all die verrückten, inspirierenden Menschen um mich herum. Natürlich werde ich an Grenzen kommen, das gehört dazu. Ich hoffe aber, dass es nicht ganz so heftig wird wie 2016 beim Transalpine Run, als ich der totalen Erschöpfung ziemlich nahe war. Grenzen zu erreichen und zu verschieben bedeutet für mich immer auch Wachstum. Und genau das suche ich, weit weg vom Alltag, weg von Bequemlichkeit, hinein in fünf Tage voller Intensität. Ich weis jetzt schon, dass es auch beim Oman Desert Marathon Momente geben wird, in denen ich müde, erschöpft und vielleicht auch mal genervt bin. Wichtig ist, mental stabil zu bleiben und sich bewusst zu machen, dass solche Phasen ein Teil des Abenteuers sind und auch wieder vorbei gehen. Wie ich mir das Camp vorstelle: Einfach und herzlich, international und rau, unter einem gigantischen Sternenhimmel. Ein Ort, an dem man im Sand sitzt, seine Füße ausruht, Geschichten teilt, lacht, schweigt und einfach nur da ist. Was ist mein Ziel beim ODM Classic? Ich möchte ankommen und die Wüste erleben. Ja, ich starte auch mit einer gewissen Ambition, aber nicht um jeden Preis. Es gibt zu viele Unbekannte, ich ich vorher nicht einschätzen kann, z. B. mentale Erschöpfung, Hitze, Blasen, der Sand, der Untergrund, all das kann eine riesige Rolle spielen. Während die Top-Läufer/-innen die Gesamtdistanz in rund 16-18 Stunden absolvieren, liegt die realistische Finisherzeit für gut trainierte Hobbyathlet/-innen bei über 30 Stunden. Ich selbst sehe mich, je nach Sand, Hitze und Tagesform, irgendwo zwischen 32 und 40 Stunden. Mal schauen, ob ich mich eher überschätze oder unterschätze. Für mich steht aber ganz klar das Durchkommen und das Erlebnis im Vordergrund. Ich will jede Etappe so nehmen, wie sie kommt und mich vielleicht auch überraschen lassen. Folgt mir für Updates: Stay tuned, auf Instagram gibt es regelmäßige Updates auf meinem Weg zum Oman Desert Marathon 2026.
- Kälte oder Wärme: Laufverletzungen richtig behandeln
Wenn's zwickt, zieht oder schmerzt: typisches Läufer-/innen Problem Werbung / Zusammenarbeit mit IEA International Trading GmbH Wir Läufer-/innen kennen das alle, ein falscher Schritt auf dem Trail, ein Stolperer im Wettkampf oder einfach zu viel Ehrgeiz im Training, plötzlich schießt ein Schmerz in die Wade oder das Knie zwickt unangenehm. In solchen Momenten stellt sich oft die Frage: Was hilft jetzt besser? Kälte oder Wärme? Da mich dieses Thema immer mal wieder beschäftigt, habe ich folgenden Blogbeitrag zusammengestellt, eine Art Anleitung, wenn du das nächste Mal genau vor dieser Frage stehst. Gerade beim Laufen, wo Muskeln, Sehnen und Gelenke stark beansprucht werden, ist die richtige Reaktion manchmal entscheidend dafür, wie schnell wir wieder fit sind. Ich zeige dir, wann du zur Kälte greifst und wann Wärme besser ist und welche praktischen Helfer ich selbst verwende. Die häufigsten kleinen Laufverletzungen 1. Zerrungen Zerrungen hat sicher jeder Sportler schon mal erlebt. Wenn der Muskel plötzlich und abrupt überdehnt wird, etwa beim Sprinten (Intervall) oder einem schnellen Richtungswechsel. Das fühlt sich dann an wie ein kurzer und stechender Schmerz, meist im Oberschenkel oder in der Wade. Sie passiert, wenn die Muskulatur noch nicht richtig aufgewärmt oder schon leicht ermüdet ist. Im Gewebe entstehen kleine Mikroverletzungen und die betroffene Stelle fühlt sich verspannt oder steif an. Es kann sich manchmal auch eine Schwellung bilden. Wichtig: Wer in diesem Moment weitermacht, erhöht das Risiko für stärkere Muskelverletzungen, die längere Pausen nach sich ziehen. 2. Muskelverhärtung Die Muskelverhärtung entsteht durch Überbelastung und krampfartige Anspannung und passiert gerne nach intensiven Trainings oder zu wenig Aufwärmen. Sie entsteht meist schleichend und der Schmerz nimmt bei weiterer Belastung zu. Bewegungen können unangenehm oder begrenzt sein, aber der Muskel behält normalerweise seine Grundfunktion. Äußerlich lässt sich in der Regel nichts erkennen, ohne sichtbare Blutergüsse oder Dellen. 3. Prellungen Sie entstehen, wenn Gewebe durch einen direkten Schlag oder Aufprall gequetscht wird. Ein klassisches Beispiel beim Laufen: Du stößt irgendwo an oder stolperst auf unebenem Untergrund und landest unsanft auf dem Knie oder der Hüfte. Dadurch reißen kleine Blutgefäße im Gewebe, Blut sammelt sich und die betroffene Stelle schwillt an, ist druckempfindlich und schmerzt. Nach einiger Zeit zeigt sich oft auch eine bläuliche oder rötliche Verfärbung (blauer Fleck). 4. Blasen Kein Drama, aber immer lästig, treten vor allem bei neuen Schuhen oder längeren Wettkämpfen auf. Sie entstehen durch Reibung und Feuchtigkeit. Anders als bei Zerrungen oder Prellungen sind Kälte oder Wärme kaum hilfreich. Hier geht es vor allem darum, die Haut zu schützen, die Blase sauber zu halten und gegebenenfalls mit Pflastern oder speziellen Blasen-Pads zu behandeln. Ich möchte die Blasen aber hier als typische Läuferverletzungen erwähnt haben. Das Gute ist, dass die meisten dieser Beschwerden harmlos sind und sich mit etwas Ruhe, Kälte oder Wärme gut in den Griff zu bekommen sind. Wichtig ist nur, rechtzeitig zu reagieren, damit sich daraus keine längere Verletzungspause ergibt. Die PECH-Regel im Überblick Die PECH- Regel ist eine klassische Erste-Hilfe-Maßnahme bei akuten Sportverletzungen, vor allem bei Muskel-, Sehnen- oder Bänderverletzungen. Sie hilft, Schmerzen, Schwellungen und weitere Schäden zu minimieren. Die Buchstaben stehen für: P wie Pause: Sofort die Belastungen einstellen und die verletzte Stelle schonen. E wie Eis: Kälte anwenden (z.B. Eispack, Sofort-Kaltkompressen), um Schwellungen und Schmerz zu reduzieren C wie Compression: Ein leichter Druckverband oder elastische Binde kann Schwellungen begrenzen H wie Hochlagern: Das verletzte Körperteil möglichst hochlagern, um den Blutfluss zu reduzieren Die Anwendung ist besonders effektiv in den ersten Stunden nach der Verletzung / des Unfalls. Danach können Wärme oder andere Maßnahmen zur Regeneration und Heilung sinnvoll werden, je nach Art der Verletzung. Der Unterschied zwischen Kälte und Wärme Damit du die richtige Entscheidung treffen kannst, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Wirkung beider Methoden. Kälte, auch Kryotherapie, sorgt dafür, dass sich Blutgefäße zusammenziehen. Entzündungen werden gehemmt, Schwellungen reduziert und Schmerzen gelindert. Das wäre die ideale Anwendung direkt nach einer Verletzung oder auch Überlastung. Wärme hingegen erweitert die Blutgefäße, fördert dadurch die Durchblutung und entspannt die Muskulatur. Sie unterstützt die Regeneration, wenn die akute Phase vorbei ist oder Muskeln einfach nur verspannt sind. Als Faustregel kannst du dir merken: Kälte in der Akutphase und Wärme in der Regeneration. Wie ich Kälte anwende und warum Sofort-Kältekompressen praktisch sind: Wenn ich mir beim Laufen etwas "einfange", dann greife ich grundsätzlich zuerst zu Kälte. Ich habe gelernt, je schneller ich kühle, desto weniger schwillt es an und desto schneller beruhigt sich das ganze Gewebe normalerweise wieder. Was mir unterwegs oder direkt nach dem Training hilft, sind die Sofort-Kältekompressen von IEA-Medical. Die sind nämlich genau das, was der Name verspricht: sofort kalt. Ich muss sie nicht mehr vorher ins Gefrierfach legen, sondern zerdrücke einfach das Innenkissen, schüttle das Ganze kurz und innerhalb von Sekunden wird die Kompresse kalt. Perfekt, wenn ich gerade unterwegs bin und keine Eiswürfel parat habe oder einen Gefrierschrank in der Nähe. Die Kompresse lege ich immer mit etwas Stoff dazwischen auf die Haut, damit es nicht zu kalt wird oder es zu Erfrierungen kommt. Wichtig ist auch, nicht dauerhaft zu kühlen, denn Dauerkälte kann die Haut reizen und die Durchblutung zu stark drosseln. Etwa 15 bis 20 Minuten reichen schon, um den ersten Schmerz rauszunehmen. Solange die Stelle auch noch stark schmerzt, nicht zu fest drauf drücken und auf offene Hautstellen sollte man grundsätzlich nicht kühlen. Die Sofort-Kältekompressen sind für mich ein kleines "Notfall-Tool", das ich mittlerweile immer dabei habe. Sehr kompakt und passt in jede Tasche. Lieber einmal umsonst im Rucksack haben, als genau dann nicht, wenn man sie braucht. Das Einzelgewicht einer Kompresse hat übrigens um die 100 Gramm und kühlt bis zu 25 Minuten. Dieses Produkt ist nur für die einmalige Anwendung gedacht. Nach der Erstversorgung kann ich in Ruhe entscheiden, wie ich mich verhalte: schonen, heimfahren oder weitermachen. Wie ich Wärme anwende und wie Kalt-Warm-Kompressen flexibel eingesetzt werden können Wenn meine Muskeln nach einem intensiven Training oder Lauf oder vielen Höhenmetern spürbar müde sind, greife ich gerne zu Wärme. Für mich ist das der Moment, in dem die Spannung nachlassen und der Körper in den Erholungsmodus schalten darf. Besonders praktisch finde ich dafür die Kalt-Warm-Kompressen von IEA Medical, weil ich sie für beide Therapieformen nutzen kann. Direkt nach einer akuten Verletzung als Kälteanwendung und später als Wärmequelle zur Regeneration. Ein Produkt für zwei völlig unterschiedliche Situationen, das macht sie für mich wertvoll. Wichtig: Wärme sollte man erst anwenden, wenn die akuten Symptome abgeklungen sind, meist nach 24 bis 48 Stunden. Bei Schwellung, Rötung oder akuten Schmerzen ist Wärme tabu, weil es die Beschwerden verschlimmern kann. Erst sobald alles etwas beruhigt ist, entfaltet Wärme ihre entspannende Wirkung. Für die Wärmeanwendung lege ich die Kompresse ein paar Minuten ins warme Wasserbad, das reicht, um sie angenehm zu temperieren. (Man kann sie auch in der Mikrowelle erwärmen, aber ich habe nur keine zuhause.) Beides funktioniert schnell und unkompliziert und die Kompresse bleibt dabei angenehm flexibel. So schmiegt sie sich perfekt an die Wade, den Oberschenkel oder den unteren Rücken an, genau dorthin, wo die Wärme helfen soll. Auch hier ist empfohlen, einen dünnen Stoff zwischen Haut und Kompresse zu legen, damit die Wärme gleichmäßig ankommt und nicht zu intensiv wird. Nach etwa fünfzehn Minuten hat die Spannung meist nachgelassen und alles ist wieder geschmeidiger. Was ich an diesen Kalt-Warm-Kompressen so schätze: Sie sind wiederverwendbar, langlebig und unfassbar vielseitig. Eine habe ich immer griffbereit für Wärme und eine andere liegt im Gefrierfach, falls ich kurzfristig kühlen muss. Eigentlich sollte dieses Produkt in keinem Sportlerhaushalt fehlen, einmal gekauft, möchte man es nicht mehr hergeben. Praktische Tipps für Läufer-/innen - Sportverletzungen vorbeugen Die beste "Behandlung" ist immer noch, Verletzungen gar nicht erst entstehen zu lassen. Deshalb lohnt es sich, ein paar Grundregeln zu berücksichtigen, um das Risiko für typische Laufverletzungen gering zu halten: Ein kurzes, dynamisches Warm-up vor jedem Training, um Muskeln und Gelenke auf Betriebstemperatur zu bringen. Regelmäßiges Kraft- und Stabilisationstraining macht Sehnen und Bänder belastbarer. Auch sauberes, kontrolliertes Steigern des Trainingsumfangs, nicht mehr als 10% pro Woche, kann viele Probleme ersparen. Dazu kommen gute Laufschuhe, abwechslungsreiche Untergründe und ausreichend Regeneration, denn der Körper wird nicht im Training stärker, sondern in den Pausen danach. Mindestens genauso wichtig: auf die Signale des eigenen Körpers hören und niemals mit Schmerzen trainieren. Wer diese Basics beachtet, bleibt langfristig gesund und leistungsfähig. Wann solltest du einen ärztlichen Rat suchen? Auch wenn viele kleinere Verletzungen mit Kälte, Wärme und etwas Schonung gut behandelt werden können, gibt es Situationen, in denen man besser auf Nummer sicher geht und ärztlichen Rat einholt. Dazu gehören starke oder anhaltende Schmerzen, sichtbare Schwellungen, Blutergüsse, Bewegungseinschränkungen oder Unsicherheiten nach einem Umknicken oder Sturz. Wenn eine Verletzung einfach nicht innerhalb weniger Tage besser wird oder sich verschlimmert, sollte man lieber einmal zu viel als einmal zu wenig den Arzt/Physiotherapeuten aufsuchen. Professionelle Abklärung kann verhindern, dass aus einer kleinen Verletzung ein langwieriges Problem wird. Kälte oder Wärme und clevere Helfer - mein Fazit Wenn du dir die einfache Regel "Kälte akut und Wärme regenerativ" merkst, kannst du viele kleine Beschwerden beim Laufen oder Training erst einmal selbst gut in den Griff bekommen. Mit den IEA Sofort-Kaltkompressen bist du auch unterwegs bestens ausgerüstet, während die Kalt-Warm-Kompressen zuhause deine Regeneration optimal unterstützen. Beide Produkte sind praktisch, einfach anzuwenden und ideal für alle, die regelmäßig laufen oder trainieren. Ich kann sie definitiv empfehlen, nicht nur bei Laufverletzungen, sondern auch für kleine Alltagswehwehchen. Und trotzdem gilt: Wenn Schmerzen nicht nachlassen oder es zu Bewegungseinschränkungen kommt, ärztlichen Rat einzuholen. Für mich persönlich sind Sofort-Kältekompressen ein Must-Have in jedem Erste-Hilfe-Set, klein, kompakt und immer einsatzbereit, wenn man sie gerade braucht. Bleib achtsam, kühl dich, wenn's nötig ist und lauf weiter mit Freude. Photocredit: Einige Fotos sind von Harald Wisthaler Hinweis: Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit IEA erstellt. Die Kooperation hat keinen Einfluss auf meine persönliche Bewertung, die unabhängig und unbeeinflusst erfolgt.
- Red Bull Wattlauf - Mein Erfahrungsbericht: lohnt es sich wirklich?
Bist du schon mal im Watt gelaufen und das auch noch gegen die Flut? Genau dieses Abenteuer habe ich beim ersten Red Bull Wattlauf erlebt. Von Cuxhaven-Duhnen bis zur Insel Neuwerk und wieder zurück, insgesamt 24,6 Kilometer durchs Watt. Klingt spannend? War es auch. Und wenn du nach einem besonderen Laufevent suchst, dann lies unbedingt weiter. Warum ich beim Red Bull Wattlauf mitlaufen wollte? Ein Lauf gegen die Gezeiten, das passt so gar nicht zu meinen üblichen Laufevents in den Bergen oder auf der Straße. Aber genau das machte den Reiz aus. Als ich die Ausschreibung zum allerersten Red Bull Wattlauf gelesen habe, war sofort klar: da will ich unbedingt dabei sein. Allerdings stand auch deutlich drin: Wer teilnehmen will, sollte in der Lage sein, einen Halbmarathon unter zwei Stunden zu laufen. Denn die 12,3 Kilometer bis zur Insel Neuwerk mussten innerhalb von 90 Minuten geschafft werden, sonst war das Rennen vorbei. Bis zu meiner Anreise nach Cuxhaven war ich mir sicher, das schaffe ich locker. Doch je näher der Start rückte und je mehr ich mich mit anderen Läufer-/innen austauschte, desto größer wurden die Zweifel. Niemand wusste so recht, wie es sich wirklich auf Watt laufen würde. Und dann tauchte noch ein neues Wort auf "Priele". Das sind kleine Wasserläufe, die wir durchqueren mussten und die teils knietief sein sollten. Was ist ein Priel? Eine der größten Herausforderungen im Watt sind die Priele. Das sind kleine Wasserläufe, die sich wie Rinnen oder Flussarme durchs Watt ziehen. Sie entstehen, wenn sich bei Ebbe das Wasser seinen Weg zurück ins Meer bahnt. Manche sind nur wenige Zentimeter tief und leicht zu durchqueren, andere reichen bis an die Knie oder sogar höher. Für uns Läufer/-innen bedeutete das: volle Konzentration, Kräfte sparen und hoffen, dass die Schuhe nicht komplett im Schlick versinken. Anreise nach Cuxhaven Aber starten wir mal von ganz vorne. Die Anreise von München ans Meer ist schon ein Ritt. Mit dem Zug muss man etwas mehr als acht Stunden einplanen, inklusive Umstieg in Hamburg-Harburg. Mit dem Auto ist man kaum schneller unterwegs und Fliegen lohnt sich hier kaum. Ich entschied mich also für die Zugreise, praktisch, da ich unterwegs arbeiten konnte, ohne einen Urlaubstag zu opfern. So reiste ich sehr früh am Freitagmorgen nach Cuxhaven und blieb für drei Nächte, mit der Rückreise am Montag. Zum Glück begrüßte mich Cuxhaven mit Sonnenschein, während in München Regen herrschte. Ein perfekter Auftakt für mein spannendes Wochenende an der Nordsee. Das wunderbare Wetter begleitete mich die ganzen Tage über. Startnummer Abholung und Start- und Ziel Die Startnummer konnte sowohl am Samstag vor dem Rennen als auch am Renntag selbst abgeholt werden. Die Ausgabe fand direkt neben dem Start- und Zielbereich in der Beach-Arena von Cuxhaven-Duhnen statt. Im Starterbeutel warteten auf uns Läufer/-innen die Startnummer, ein Eventshirt und eine Dose Red Bull als kleine Motivation vor dem großen Abenteuer. Aber es gab eigentlich durchweg am Samstag und am Sonntag verschiedenste Red Bull Getränke in der Ausgabe, sodass man jederzeit aufgefüllt war. Die Anmeldung für den Lauf kostete 69,- Euro. Wer sich frühzeitig registrierte, kam günstiger davon. Kurz vor dem Start am Sonntag gab es dann ein verpflichtendes Briefing, in dem alle wichtigen Infos noch einmal erklärt wurden, von der Orientierung im Watt über das Zeitlimit bis hin zu Sicherheitshinweisen. So wusste jede/r genau, was zu beachten war, bevor wir auf die Strecke gingen. Orientierung im Watt - So findest du deinen Weg Die Laufstrecke verläuft mitten durchs Watt und ist auf eine ganz besondere Weise markiert. Pricken weisen den Weg. Das sind in den Boden gesteckte, besenartige Holzstäbe, die traditionell zur Orientierung im Wattenmeer genutzt werden. Wir Läufer/-innen wurden vorab instruiert, immer rechts neben den Pricken zu bleiben. Wer links lief, signalisierte damit, dass er oder sie Hilfe benötigt. Zusätzlich gab es Distanzmarkierungen bei Kilometer 3, 5, 7, 9, und 11,5. Hilfsstationen befanden sich bei Kilometer 3, 5, 7 und 9, dort gab es bei Bedarf medizinische Hilfe. Da die Strecke als Rundkurs konzipiert war, waren die Markierungen und Hilfstationen auf dem Rückweg identisch. Watt ein einzigartiges Naturschutzgebiet Das Wattenmeer ist viel mehr als nur aus Schlick, Sand und Priele. Es ist ein streng geschütztes Naturschutzgebiet und Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Hier leben unzählige Tier- und Pflanzenarten, viele davon selten oder sogar bedroht. Zugvögel nutzen das Watt als Rastplatz auf ihren langen Reisen, während winzige Bodenorganismen die Grundlage für das gesamte Ökosystem bilden. Beim Red Bull Wattlauf galt deshalb strenge Müllvermeidung. Energygels oder -riegel durften nur in Mehrwegverpackungen mitgenommen werden. Wer sich nicht daran hielt, riskierte die sofortige Disqualifikation. Ich verzichtete komplett auf eigene Verpflegung und vertraute auf die VP auf der Insel Neuwerk. Das reichte an diesem Tag auch völlig aus. Allerdings muss man klar sagen, an wärmeren Tagen hätte die Versorgung dort sicher nicht gereicht und wäre dann nur mit zusätzlicher Selbstversorgung ratsam. Ebbe und Flut - was das Watt so besonders macht Das Wattenmeer lebt vom Rhythmus der Gezeiten. Bei Ebbe zieht sich das Wasser zurück, der Meeresboden wird freigelegt. Genau dann ist es möglich, zu Fuß nach Neuwerk zu laufen. Bei Flut kommt das Wasser zurück und überflutet den gesamten Bereich wieder. Dieser Wechsel passiert hier etwa alle sechs Stunden und macht das Watt zu einem dynamischen, einzigartigen Erlebnis. Für uns Läufer-/innen bedeutete das: Wir hatten ein klares Zeitfenster. Wer zu spät dran war, der wurde entsprechend aus dem Rennen genommen. Ein Wettlauf gegen die Naturgewalten also, zusätzlich zur körperlichen Herausforderung. Flos schnelle Wattlauf-Tipps Auf der Webseite von Red Bull und auch beim Briefing gab es wertvolle Tipps. Und niemand Geringeres als Florian Neuschwander, dem Sieger des ersten Red Bull Wattlaufs, hat seine Erfahrungen vorab geteilt. Kurz und knapp in meinen Worten: Schuhe: Leichte Trailschuhe mit gutem Profil, aber nicht wasserdicht. So läuft das Wasser einfach durch. Und doppelte Schuhbindung. Fußpflege: Füße mit Vaseline einreiben, damit Sand und Salz keine Blasen verursachen (ich hatte pjur active verwendet) Training: vorher mal mit nassen Schuhen laufen, z.B. durch Pfützen oder kleine Bäche. Pacing: nicht zu schnell starten, der Rückweg durchs Watt ist oft härter. Ausrüstung: Sonnenbrille, Mütze und Sonnencreme einpacken, Küstenwetter kann alles Mentales: Kopf frei bekommen, die Landschaft genießen, den Leuchtturm auf Neuwerk als Ziel vor Augen haben. Spaß: Trotz Anstrengung das Erlebnis feiern, genau darum geht es. Start in Duhnen - Laufen im Watt beginnt sofort nass Der Startschuss am Strand von Cuxhaven-Duhnen war bestens gewählt. Ich wollte gern in Startwelle A, durfte aber nicht, also stand ich in der ersten Reihe der Welle B. Fast genauso gut. Als es losging, rannten wir alle gemeinsam an, doch schon nach wenigen Schritten waren die Füße nass. Laufen im Watt bedeutet: Wechselnder Untergrund, Schlick, Sand, Muscheln und Mulden. Dazu kamen die Priele, die wir durchqueren mussten. Manche waren so tief, dass wir ziemlich im Wasser standen. Ich hatte definitiv mit weniger Wasser gerechnet. Jeder Schritt forderte Konzentration, denn ein falscher Schritt führte recht schnell zum Umknicken. Das Laufen im Wasser war unglaublich anstrengend, teilweise konnte ich meine Beine kaum noch heben. Wurde es zu tief, wechselten wir automatisch in den Gehmodus. Die Kilometer vergingen nicht so schnell, wie ich gedacht hatte. Die ersten beiden Kilometer liefen sich noch flüssig, aber danach stieg der Kraftaufwand enorm. Ich musste mein Tempo deutlich reduzieren. Statt der angekündigten zwei Priele fühlte es sich an, als würden wir ständig durchs Wasser laufen. Es nahm einfach kein Ende. Die immense Wassermenge hat uns alle überrascht. Denn beim Start war die Flut zwar am Ablaufen, aber offenbar noch nicht weit genug zurückgewichen. Zum Glück war die Strecke durch die Pricken (Holzstäbe) klar markiert und die Traktoren mit Hilfsstationen standen zuverlässig an den angekündigten Stellen. Angst musste niemand haben. Die Sicherheit war jederzeit gewährleistet. Ein besonderes Bild bot sich bei Kilometer 10: Florian Neuschwander, der spätere Sieger, kam uns da bereits ziemlich entspannt auf dem Rückweg entgegen. Wir hatten noch zwei Kilometer bis zur Insel. Leuchtturm von Neuwerk - ein geschichtsträchtiger Wendepunkt Der Leuchtturm von Neuwerk ist wirklich etwas Besonderes. Er wurde bereits 1310 erbaut, ursprünglich als Wehr- und Zufluchtsburg, um die Elbmündung zu sichern. Erst viel später bekam er seine Funktion als Seezeichen für die Schifffahrt. Mit fast 700 Jahren ist der Turm auch das älteste Gebäude Hamburgs und gleichzeitig ist Neuwerk offiziell ein Stadtteil von Hamburg. Kaum zu glauben, dass man hier draußen im Watt eigentlich noch auf Hamburger Stadtgebiet steht. Heute kann man den Turm besichtigen und auch hinaufsteigen. Von oben bietet sich ein einmaliger Blick aufs Watt, die Insel und die Nordsee. Für uns Läufer/-innen war der Leuchtturm von Neuwerk beim Red Bull Wattlauf der markante Wendepunkt. Wendepunkt auf Neuwerk und der Rückweg nach Duhnen Nach 01:16 Stunden erreichte ich die Insel und passierte den Wendepunkt knapp unter 01:20 Stunden. Man musste gut aufpassen, nicht zu viel Zeit an der Verpflegungsstelle zu verlieren, denn die Zeitkontrolle erfolgte erst am Leuchtturm selbst. Dort holten wir uns ein Kontrollbändchen als Beweis, dass wir auf der Insel waren. Ich war überglücklich, dass Zeitlimit geschafft zu haben und wieder zurücklaufen zu dürfen. An der VP trank ich mehr Wasser als sonst und stopfte mir zwei Riegel rein. Nach etwa 01:25 Stunden verließ ich die Insel und machte mich auf den Rückweg durchs Watt. Dieser war von deutlich weniger Wasser bedeckt, da sich das Meer inzwischen weiter zurückgezogen hatte. Dadurch konnten wir insgesamt besser durchlaufen, doch dafür blies uns jetzt kräftiger Gegenwind entgegen. Ich merkte, dass ich auf der ersten Hälfte schon einiges an Kraft gelassen hatte und spürte weniger Energie. Trotzdem: Im Rennen gebe ich immer alles. Unterm Strich war ich auf der zweiten Hälfte etwa vier Minuten schneller. Nicht die Welt, aber immerhin. Besonders die letzten fünf Kilometer liefen sich erstaunlich gut, da zog es mich einfach ins Ziel. Ich überholte noch einige Läufer-/innen. Laut Ergebnisliste verließ ich Neuwerk als 29. Frau und kam schließlich als 22. Frau ins Ziel. Ein gutes Zeichen, dass meine Krafteinteilung am Ende gar nicht so schlecht war. Endspurt und Zieleinlauf Nach 02:36.20 Stunden (Bruttozeit) erreichte ich das Ziel nach 24,6 Kilometern und empfand Freude es geschafft zu haben. Es war ein wunderbares Erlebnis, einmal quer übers Watt bis auf eine Insel gelaufen zu sein. Das kann schließlich nicht jeder von sich behaupten. Die Stimmung im Zielbereich war ausgelassen und toll. Nachdem wir noch etwas Zeit im Zielbereich genossen hatten, ging es zurück ins Hotel, mit einem Stopp bei unserem neuen Lieblings-Fischkiosk für ein wohlverdientes Fischbrötchen. Danach brachte ich meine Reisebegleitung Sonja zum Bahnhof, während ich selbst erst am nächsten Tag zurück nach München reiste. Abends traf ich noch zwei Lauffreunde, Olli und Toni, natürlich wieder zum Fischessen. Was isst man sonst an der Nordsee? Belohnt wurden wir mit einem weiteren traumhaften Sonnenuntergang. Fazit: Meine Erfahrung beim Red Bull Wattlauf Ich habe die Tage in Cuxhaven sehr genossen: viel Fisch essen, wunderschöne Sonnenuntergänge, tolle Laufbegegnungen und ein super organisierter Red Bull Wattlauf. Der Wattlauf ist ein besonderes Lauferlebnis, das ich jedem empfehlen kann, der mal etwas anderes als ein normales Laufevent sucht. Hier kommen Erlebnis, Abenteuer und Anstrengung in einem Event zusammen. Und trotzdem ist es für alle machbar. Soweit ich informiert bin, haben nur rund 20 Läufer/-innen das Rennen nicht innerhalb der Zeit oder aus einem anderen Grund beenden können. Bei etwa 500 Teilnehmenden entspricht das gerade einmal vier Prozent, völlig normal für eine solche Herausforderung. Wenn du also Lust auf ein Rennen hast, bei dem es nicht um Bestzeiten geht, sondern um das Erlebnis in der Natur und du vielleicht gleich noch ein paar Tage an der Nordsee verbringen möchtest, dann ist der Red Bull Wattlauf absolut eine Reise wert. Und wenn du in der Region sowieso schon lebst, dann ist das Event umso mehr eine Empfehlung. Ach ja, wir haben es sogar in das Cuxhavener Tageblatt mit einem Foto von uns geschafft. Ein kleines Extra-Highlight zum Abschluss.
- Bratislava – ein Bummel durch die Stadt
Verzaubert von Bratislavia Die kleine, junge und entzückende Metropole der Slowakei, früher als Pressburg bekannt, ist eines der unbekannteren Reiseziele in Europa und rückt beisielsweise im Vergleich zu Wien und Prag oft in den Hintergrund. Wir, meine Freundin Eva und ich besuchten Bratislava letzten Sommer, als kurzen Abschluß nach einem entspannenden Yoga-Workshop am Neusiedlersee (AT) bei Wien. Bratislava ist von Wien innerhalb einer Stunde zu erreichen. Wir hatten uns für die Anfahrt mit dem Auto entschieden. Allerdings die kurze Strecke nach der Grenze kostete nochmals Autobahn-Maut, was ziemlich ärgerlich war, aber dennoch den schnellsten Weg bot. Alternativ kann man mit der Bahn oder mit dem Schiff über die Donau anreisen. Um es vorweg zu nehmen, Bratislava ist ein toller Ort für einen kurzen Abstecher (auch Tagestrip), sofern man sich in der Nähe befindet. Und los geht es mit unserer Stadttour Palais Grassalkovich Übernachtet hatten wir im LOFT Hotel Bratislava, zentrumsnah gelegen und schick im Industrialstyle eingerichtet. Von dort aus starteten wir unsere Tour und landeten auf dem Weg in die Innenstadt direkt beim Palais Grassalkovich (Residenz des Präsidenten) inklusive Kugel, welche an die Bohne in Chicago erinnert. Einladende Location, um Fotos zu machen, was wir direkt genutzt hatten. Altstadt: Vom Hotel aus brauchten wir circa eine Viertelstunde zu Fuß. Was sofort auffiel waren die gepflasterten Gassen, aber sowas mag ich und man fühlte sich sofort wohl. Im historischen Stadtkern findet man viele Pubs und Restaurants. Das Flair der Altstadt ist prachtvoll, einladend und sympathisch. Am meisten hat uns ein nettes modernes Café angesprochen: das ENJOY COFFEE in der Michalska. Sowohl für einen leckeren Mittagssnack zu empfehlen (warme Paninis) als auch zum entspannten Frühstück mit tollen Kuchen und Cappuccino, hier gibt es alles was das Herz begehrt plus nettem Service und süßem Giftshop. Es fällt einem schwer zu entscheiden, wo man am besten einkehren will, alles sieht einladend aus. Die Burg Bratislava Das Wahrzeichen, die Burg Bratislava, thront erhaben über der Stadt. Weiße Gemäuer, strahlend mit goldenen Akzenten versehen, blumenreicher, gepflegter Garten im Inneren, laden ein sich etwas länger um zu sehen. Der Aufstieg hat ein bisschen Einsatz gefordert, vor allem bei der Hitze fielen Eva die Stufen hinauf etwas schwerer. Aber erstmal erklommen, wurden wir mit einem tollen Ausblick belohnt. Die Altstadt direkt unter der Burg und dazu im Kontrast die Plattenbauten auf der anderen Uferseite der Donau. Definitiv ein Traum, die Donau und ihren Verlauf von oben zu bewundern! Eingebettet in die Landschaft schlängelt sie sich unten im Tal quer durch die Metropole Bratislava. Shoppen: Da sich das Einkaufen in der Altstadt eher schwierig gestaltet hatte, besuchten wir das Eurovea Galleria Einkaufszentrum (sehr gut zu Fuß zu erreichen). Generell ist Bratislava eher zum schlendern und verweilen zu empfehlen und nicht zum shoppen. Das Einkaufszentrum ist gut, aber dafür braucht man nicht nach Bratislava reisen. Wir kauften nur ein paar Kleinigkeiten und nutzen die Zeit lieber zum Erkunden der Sehenswürdigkeiten. Blaue Kirche: Diesen auffälligen Farbkleks hatten wir mitten im Ghetto (auf dem Weg zum Einkaufszentrum) entdeckt, die St. Elisabeth Kirche in knalligem hellblau und völligen Kontrast zur Umgebung. Wir nutzten die Location für Fotos, da direkt gegenüber ein ehemaliges altes Krankenhaus gelegen ist, das mit seinen eingeschlagenen Scheiben und Steinskulpturen aus Ost-Zeiten geradezu dazu einlud und irgendwie cool wirkte. Abendprogramm: Unser Trip nach Bratislava war zwar spontan geplant, ist aber perfekt aufgegangen. Denn es war Fussball-EM und genau an unserem einen Abend in der Stadt trat Deutschland gegen die Slowakei an. Eva, als begeisterter Fussballfan, musste mich natürlich dazu ins nächste Pub schleifen. Wir fanden uns schließlich in einem gemütlichen Hinterhof-Biergarten wieder, umringt von Einheimischen, die leider an diesem Abend keinen Sieg davontragen konnten. Wir hielten uns beim Jubeln ein wenig zurück und kehrten nach dem Spiel dann mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht ins Hotel zurück. Der Plan war, noch einen Absacker in der Hotelbar zu nehmen. Zu meinem Glück oder Pech wurde eine weitere Partie Fußball übertragen und Evas Abend war gerettet. Frisch gestärkt reisten wir am nächsten Tag, vorbei an vielen Windkrafträdern, zurück Richtung Heimat (München). Kurzbesuch: Für einen Tag zahlt sich der Besuch Bratislava definitiv aus. Die interessanten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich hauptsächlich auf die Altstadt. Die Stadt hat viele schöne Plätze zu bieten, an denen man Zeit verbingen möchte, die Gaststätten haben bis spät in die Nacht geöffnet und auch Partygänger kommen auf ihre Kosten. Eine weitere Burg "Burg Devin" etwa 10 km vom Zentrum entfernt, hätte ich gern noch angeschaut, allerdings aufgrund der knappen Zeit hatten wir es dann doch ausgelassen und sind nur kurz dran vorbeigefahren. Die Burgruinen thronen direkt auf einem Felsen an der Donau und können gegen Eintritt besucht werden. Vielleicht war ja von euch schon jemand da und kann mir darüber berichten?
- Tegernseer Hütte: Übernachtung mit Sonnenuntergang und Sonnenaufgang
Lust auf ein kleines Micro-Adventure in den Bayerischen Bergen? Wenn du einmal etwas früher Feierabend machen und am nächsten Morgen ein bisschen später ins Büro starten kannst, dann habe ich genau das Richtige für dich: Eine Übernachtung auf der Tegernseer Hütte, inklusive einem magischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, hoch oben zwischen Roßstein und Buchstein. Wir haben diese Mini-Auszeit inzwischen schon zum zweiten Mal erlebt und waren jedes Mal aufs Neue verzaubert von der besonderen Stimmung dort. Wer spontan unter der Woche loszieht, hat oft sogar Glück und ergattert noch kurzfristig einen Schlafplatz. Also: Rucksack packen, Schuhe schnüren und los geht's zu einem kleinen Abenteuer zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn. Die Reservierung ist übrigens unkompliziert. Einfach kurz auf der Hütte anrufen und deinen Schlafplatz sichern. Ich selbst habe unsere Übernachtungen etwa 14 Tage vorher gebucht. Auf der Webseite der Tegernseer Hütte siehst du schnell und übersichtlich, wann und wie viele Schlafplätze noch frei sind. Warum Microabenteuer unter der Woche? Meine Frage dazu, warum nicht? Müssen unsere Erlebnisse immer nur strikt am Wochenende stattfinden? Der Alltag unter der Woche ist oft durchgetaktet: Job, Termine, Verpflichtungen, alles läuft nach Schema F. Und genau das sorgt manchmal für ein Gefühl von Stillstand. Ich ertappe mich oft dabei, wie die Wochen einfach so vorbeifliegen, ohne das was hängen bleibt. Gerade deshalb liebe ich es, bewusst kleine Auszeiten auch mal zwischen den Arbeitstagen zu planen. Ein Micro-Abenteuer nach Feierabend, wie eine Hüttenübernachtung mit Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, ist eine wunderbare Möglichkeit, aus dem Alltag auszubrechen, ohne dafür Urlaub nehmen zu müssen. Ein weiterer Vorteil: Unter der Woche sind viele Hütten deutlich weniger besucht. Du bekommst oft spontan einen Schlafplatz, die Atmosphäre ist entspannter, es ist ruhiger und du kannst das Bergerlebnis viel intensiver genießen. Solche kleinen Ausflüge bringen frischen Wind in die Routine, laden die Akkus auf und lassen dich mit einem Lächeln zurück an den Schreibtisch kommen. Denn manchmal reicht schon eine Nacht in den Bergen, um sich wieder lebendig zu fühlen. Es gibt viele Möglichkeiten ein Micro-Adventure zu erleben Und es muss auch gar nicht immer eine Hütte in den Bergen sein. Auch eine Nacht am See, ein Lagerfeuer im eigenen Garten, ein spontaner Sonnenaufgangsspaziergang oder ein nächtliches Bad unter freiem Himmel können zu unvergesslichen Mini-Abenteuern werden. Es geht nicht um die Größe des Erlebnisses, sondern darum, den Moment bewusst zu erleben und etwas anderes zu machen als sonst. Tegernseer Hütte: Lage, Besonderheiten und beste Zeit für eine Übernachtung Die Tegernseer Hütte zählt zweifellos zu den spektakulärsten Berghütten in den Bayerischen Voralpen. Eingebettet zwischen den markanten Gipfeln Roßstein und Buchstein, liegt sie auf etwa 1.650 Metern Höhe auf einem schmalen Sattel, so exponiert, dass sie auch als Adlernest bezeichnet wird. Die Hütte gehört zur Gemeinde Kreuth in der Nähe des Tegernsees und wird von Mai bis November bewirtschaftet. Übernachten kannst du ausschließlich im einfachen Bettenlager, sehr schlicht, aber es ist ein uriges Hüttenerlebnis. Bettruhe ist um 23 Uhr. Ein wichtiger Hinweis: Wenn du auf der Tegernseer Hütte zu Abend essen möchtest, plane deine Ankunft rechtzeitig. Ab 20 Uhr wird kein warmes Essen mehr serviert. Also lieber Puffer einplanen oder bring dir eine kleine Brotzeit für den Notfall mit. Besonders gut eignet sich dieses Feierabend-Abenteuer in den Sommermonaten (Juni bis August). Die Tage sind lang, die Sonne geht spät unter und schon früh wieder auf. In den Monaten mit kürzeren Tagen kann es zeitlich schnell eng werden, vor allem wenn man die Tour mit einem Arbeitstag verbinden möchte. Anfahrt zur Tegernseer Hütte: So kommst du von München ins Abenteuer Gerade nach Feierabend solltest du für die Anreise aus München etwas mehr Zeit einplanen, besonders im Berufsverkehr. Wir nehmen in der Regel den Mittleren Ring, fahren auf die A8 Richtung Salzburg, wählen die Ausfahrt Tegernsee und folgen dann der Bundesstraße entlang des Sees bis nach Kreuth. Von dort geht es weiter zum Wanderparkplatz (Roßstein/Buchstein), der zwischen Tegernsee und Achensee liegt. Ein praktischer Vorteil: Der Parkplatz ist aktuell zwischen 18:00 Uhr und 08:00 Uhr morgens kostenfrei, ideal für eine Hüttenübernachtung unter der Woche. Wir kamen gegen 18:40 Uhr an und machten uns am nächsten Morgen um 07:30 Uhr wieder auf den Rückweg. Die Parkregelung kann sich jedoch jederzeit ändern, deshalb informiere dich am besten vorher online oder frage direkt (telefonisch können das sicher auch die Hüttenwirte beantworten). Übrigens waren wir vor ein paar Wochen schon einmal in dieser Gegend zum Trailrun unterwegs. Die Blaubergüberschreitung, eine tolle Tour, die ich ebenfalls ausführlich hier auf dem Blog vorstelle. Wenn du Lust auf weitere Inspiration für Bergabenteuer rund um den Tegernsee hast, lies dort gerne rein. Der Aufstieg zur Tegernseer Hütte: Strecke, Höhenmeter und Highlight-Passage Der Aufstieg zur Tegernseer Hütte ist mit rund 4 Kilometern zwar überschaubar, hat es aber mit etwas mehr als 800 Höhenmetern in sich. Wer zügig unterwegs ist, erreicht die Hütte in etwa 1,5 Stunden, für den Abstieg solltest du die gleiche Zeit einplanen. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und führt zunächst steil durch schattigen Wald über Serpentinen und einigen Treppenstufen nach oben. Bis zur Sonnenberg Alm bleibt die Aussicht durch die Bäume noch etwas verborgen, aber schon nach rund 50 Minuten erreichst du die Alm und von dort zeigt sich erstmals dein Ziel die Tegernseer Hütte. Die Wegführung ist klar erkennbar und wir halten uns links bzw. gehen links weiter. Nach weiteren 10-15 Minuten erreichen wir das Highlight der Wanderung und ab hier wird es spannender. Die letzten Meter führen über eine drahtseilversicherte Passage, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert, aber absolut machbar ist und mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Wer sich dennoch unsicher fühlt, kann eine etwas längere Alternativroute wählen (rund 15 Minuten mehr Gehzeit), die ohne Kletterstellen und Drahtseile auskommt. Nach weiteren zehn Minuten am Berg entlang taucht schließlich die Tegernseer Hütte auf. Nachdem wir unsere Sachen abgelegt und uns schnell angemeldet haben, nutzen wir die Gelegenheit und steigen in nur fünf Minuten auf den Roßstein hinauf. Oben angekommen, erleben wir einen Sonnenuntergang, der uns schlicht umhaut: Die Farben waren so satt und intensiv. Einen so schönen Sonnenuntergang hatten wir schon lange nicht mehr gesehen. Wir genießen noch ein Weilchen auf dem Roßstein, bis die Sonne dann hinter den Bergen verschwindet. Die Tegernseer Hütte - Übernachten zwischen Roßstein und Buchstein In der Tegernseer Hütte kann man in zwei gemütlichen Matratzenlagern mit rund 25 Schlafplätzen übernachten. In den beiden Aufenthaltsräumen ist Platz zum Essen, Karten spielen, Plaudern oder einfach zum Aufwärmen nach dem Aufstieg. Die sanitäre Ausstattung ist sehr einfach. Es gibt Plumpsklos und zwei schlichte Waschräume, die den rustikalen Hüttencharakter perfekt unterstreichen. Am Abend servieren die Hüttenwirte ein warmes Abendessen, am Morgen ein Frühstück. Wir selbst haben beides nicht probiert und können daher nichts zur Qualität sagen. Wichtig zu wissen: Strom und Wasser sind begrenzt, bezahlt wird ausschließlich bar und du brauchst einen eigenen Hüttenschlafsack sowie ein Handtuch und deine persönlichen Dinge. Für kältere Nächte liegen Decken in den Schlafsälen bereit. Wer in der Tegernseer Hütte übernachtet, erlebt echte Bergidylle: Sonnenuntergang und Sonnenaufgang zwischen den Gipfeln des Roßstein und einen Sternenhimmel direkt vor der Haustür. Für uns bedeutete das: Am Abend ein gemütliches Getränk im Aufenthaltsraum, ein paar Runden Karten spielen und dann früh ins Bett. Die Abendroutine fällt auf Hütten naturgemäß kurz aus, schnell waschen, Zähne putzen und fertig. Geschlafen haben wir erstaunlich gut. Damit wir die anderen Gäste nicht wecken, hatten wir unsere Sachen für den sehr frühen Morgen bereits vorbereitet. Nach dem Aufstehen, kurzem Frischmachen und Packen waren wir innerhalb von zwanzig Minuten startklar für den erneuten Aufstieg zum Roßstein. Wer gerne klettert kann natürlich auch den Buchstein in Angriff nehmen. Der Aufstieg ist allerdings etwas anspruchsvoller, aber ohne spezielles Kletter-Equipment machbar. Wir haben uns bisher dennoch jedes Mal für den Roßstein entschieden. Beide Gipfel sind in wenigen Minuten erreichbar und bieten eine tolle Aussicht. Sonnenaufgang in den Bergen: Ein Moment der bleibt Dieses Mal waren wir nicht allein am Gipfel. Drei Mädels aus Nordrhein-Westfalen, die ebenfalls in der Tegernseer Hütte übernachtet hatten und ihre Bergtour an diesem Tag zur Lenggrieser Hütte fortsetzen wollten, waren auch zum Sonnenaufgang da. Die Sonne sollte kurz nach 5:30 Uhr aufgehen. Zwar sah es wegen dichter Wolken zunächst nicht nach einem besonderen Sonnenaufgang aus, doch dann riss der Himmel auf. Plötzlich lagen die Berge in einem goldenen Licht und die Felsen leuchteten. Aber schau selbst, das Bild spricht für sich, oder? Im Hintergrund siehst du den Buchstein und am Fuße die Tegernseer Hütte. Abstieg und Rückfahrt zur Arbeit Nachdem wir den Sonnenaufgang auf dem Roßstein gesehen hatten, machten wir uns gleich auf den Rückweg. Der Abstieg von der Tegernseer Hütte zum Parkplatz dauert etwa 1,5 Stunden und verläuft über denselben Weg wie der Aufstieg. In aller Ruhe stiegen wir durch den schattigen Wald hinab und erreichten gegen 7:30 Uhr wieder unser Auto. Von dort ging es zurück nach München, allerdings nicht ohne unseren traditionellen Cappuccino-Stopp. Für uns gehört ein kleines Frühstück einfach zu jeder Sonnenaufgangstour dazu. Dieses Mal hielten wir bei der Bäckerei-Konditiorei Kuhn in Weissach, die mit leckeren Backwaren und herzlichem Service den perfekten Abschluss unseres kleinen Abenteuers bot. Kurz nach 9 Uhr war ich wieder zu Hause, mit frischen Kaffee im Bauch, wunderschönen Erlebnissen und bereit, im Homeoffice in den Arbeitstag zu starten. Fazit: Warum du eine Nacht in den Bergen unbedingt mal erleben solltest Es hat sich noch nie nicht gelohnt ein kleines Abenteuer im Alltag zu unternehmen. Eine Übernachtung auf der Tegernseer Hütte, eingebettet zwischen Roßstein und Buchstein, ist viel mehr als nur eine Nacht im Matratzenlager. Es ist jedes Mal aufs Neue eine kleine Auszeit von Alltag, ein Perspektivwechsel und ein kleines Stück Freiheit zwischen zwei Arbeitstagen. Der Sonnenuntergang, die klare Bergluft, die einfache Umgebung, der Sonnenaufgang und der Cappuccino zum Abschluss schenkten uns Momente, die lange nachwirkten. Das Beste: Dafür brauchst du weder Urlaubstage noch eine weite Anreise, nur ein paar Stunden Zeit, ein bisschen Abenteuerlust und die Bereitschaft, deinen gewohnten Rhythmus für eine Nacht zu durchbrechen. Natürlich helfen flexible Arbeitszeiten, damit der Start am nächsten Tag entspannt bleibt. Aber es lohnt sich: Für mich sind das Erinnerungen, die länger nachhallen als so manches perfekt geplantes Wochenende. Und auch wenn du nicht in München oder den Bayerischen Voralpen wohnst: Kleine Abenteuer warten überall, du musst dich nur drauf einlassen. Dieser Beitrag soll lediglich zeigen, wie schön unsere Welt ist und das Abenteuer oft viel näher liegen, als wir denken. Und jetzt bin ich neugierig: Wo würdest du am liebsten mal für eine Nacht aus dem Alltag ausbrechen? Erzähle es mir gern in den Kommentaren.
- Eine Laufreise nach Südböhmen
Ich war wieder in Tschechien unterwegs, dieses Mal in Südböhmen , eine von 14 Regionen des Landes. Südböhmen ist ein Teil Böhmens, grenzt an den Bayerischen Wald, Deutschland und Österreich. Die Region ist bestens erreichbar von München aus oder Bayern. Bekannt ist Südböhmen vor allem für seine historischen Städte, mittelalterliche Burgen und tolle Natur für ausgiebige Wanderungen oder in meinem Fall fürs Trailrunning. Heute nehme ich dich mit auf eine viertägige Reise in das Land. Wir haben sportliche Tage verbracht, waren ganz entzückt von der Natur und den tollen Aussichten sowie dem Halbmarathon in Budweis . Beim Laufen entdeckt man bekanntlich seine Umgebung oft intensiver und aus einer anderen Perspektive. Wir haben knapp 45 Kilometer mit einigen Höhenmetern überwunden und es war ein ganz fantastischer Aufenthalt. Anreise nach Tschechien Starten wir mit unserer Anreise. Wir sind abends angereist und unser erster Stopp für die Übernachtung war in Lipno nad Vltavou bzw. am Lipno Stausee. Es ist der größte Stausee Tschechiens, auch Moldaustausee genannt. Wir waren im Hotel ELEMENT untergebracht, das einen großartigen Blick über den Lipno Stausee bietet und auch perfekt gelegen ist für unseren ersten Programmpunkt am nächsten Tag: Der Baumwipfelpfad Lippen . Das Hotel ist recht neu, sehr viel Holz und ein klares Interieur prägen die moderne Erscheinung. Es ist ein 4 Sterne-Hotel, bietet Frühstück, kostenlose Parkplätze und es gibt auch ein Restaurant, eine Bäckerei und einen kleinen Kiosk. Die Fahrt selbst gestaltet sich kurzweilig ab München und wir erreichen nach etwa 3,5 Stunden unser Ziel. Die Route verläuft über die Autobahnen A92 & A3 bis Windorf. Die letzten 30-40 Kilometer führen über Bundesstraße und kleine Ortschaften im österreichischen Mühlviertel. Das zieht sich am Schluss dann doch ein wenig, aber es ist landschaftlich sehr schön. Reisezeit für Südböhmen Abermals kann ich sagen, es gibt eigentlich keine beste Reisezeit für mitteleuropäische Ziele. Die Regionen haben meist zu jeder Jahreszeit etwas zu bieten und auch Böhmen ist im Winter schön anzuschauen und bietet Möglichkeiten für Skifahrer und Skilangläufer. Ich persönlich würde zu jeder Zeit nach Südböhmen reisen. Unser Programm in Südböhmen - Tag 1 Baumwipfelpfad Lippen Am nächsten Tag, einem Donnerstag, starten wir in unser verlängertes sportliches Wochenende. Nicht weit entfernt vom Hotel ist der Baumwipfelpfad (Tschechisch: Stezka korunami stromu Lipno), den wir zu Fuß erreichen. Es sind etwa 2 Kilometer mit weniger als 100 Höhenmeter. Wer nicht laufen möchte, kann die Seilbahn Lipno Express (Viersitzer) oder auch einen Bus Shuttle nehmen. Der Baumwipfelpfad ist auf dem Berg Kramolin gelegen und bietet vom Aussichtsturm einen tollen Ausblick über den Lipno Stausee und den Böhmerwald . Es handelt sich dabei um einen 675 Meter langen Steg, der bis zu einer Höhe von 40 Metern hoch ragt. Dabei sind einige wissenswerte Stationen zu Fauna und Flora eingebaut, die vor allem für Familien Informationen und Spaß bieten. Insgesamt sind wir etwas mehr als eine Stunde auf dem Baumwipfelpfad unterwegs. Im Sommer finden jeden Dienstag Konzerte zum Sonnenuntergang statt, eine traumhafte Atmosphäre ist garantiert. Trailrun zum Plöckenstein Nachdem wir den Baumwipfelpfad genossen haben, checken wir aus dem Hotel aus und fahren mit dem Auto zum Parkplatz unseres Nachmittagsprogramms: Wir wollen einen Trailrun auf den Plöckenstein im Mühlviertel (1.379m ü. NN) machen. Der Plöckenstein ist ein Grenzberg, liegt in Österreich, aber einen großen Teil der Strecke laufen wir auf tschechischem Boden. Ich habe die Tour gewählt, da es sich um die höchste Erhebung der gesamten Region handelt. Wir starten von Nova Pec (CZ) aus, alternativ kannst du aber auch im österreichischen Schwarzenberg starten. Wir befinden uns im Nationalpark Šumava . Entlang der Strecke kommen wir am idyllisch gelegenen Plöckensteiner See vorbei, der auf 1.090 m üNN liegt, Achtung Mückenalarm. Wir laufen weiter und das Gelände wird steiniger und technischer. Es sind noch etwa 300 Höhenmeter bis zum Gipfel. Oberhalb des Plöckensteinsee kommen wir am Adalbert Stifter Denkmal (1877 erbaut) vorbei. Das ist ein 14,5 m hoher Obelisk, der über viele Jahrzehnte (nach dem Zweiten Weltkrieg / Kalter Krieg) für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war (bis 1989/1990). Wir befinden uns im Dreiländereck Deutschland - Österreich - Tschechien, hier waren früher die Grenzzäune. Heute führen viele Wege aus allen drei Ländern zum Denkmal. Außerdem laufen wir einige Kilometer auf dem österreichisch-tschechischen Grenzstreifen und passieren ein altes Grenzhäuschen. Es ist sozusagen eine Tour, die in die Vergangenheit führt. Und eine wirklich tolle Strecke dazu, die ich empfehlen kann. Wir haben kaum andere Wanderer / Läufer getroffen. Die Beschilderung ist gut, aber nicht perfekt und die Strecke auf der Sportuhr zu haben, hilft Umwege zu vermeiden. Wir sind eine Rundtour in Herzform gelaufen, das finde ich schön. Das Trailevent 3KINGS3HILLS Rund um den Plöckenstein findet das relativ neue Trailevent 3KINGS3HILLS immer im Juli statt. Verschiedene Distanzen werden angeboten und als Highlight wird auch ein Musikfestival angeboten. Ich selbst habe noch nicht teilgenommen, mir gefällt allerdings die Umgebung und die Trails sind nicht so steil wie in den Alpen, dadurch laufbarer und vor allem für Einsteiger ideal. Zusätzliche Informationen zu Südböhmen Wir kommen spät abends in Prachatice , unserem nächsten Übernachtungsort an, checken nur noch in unser Appartement (Apartmany Kristanka) ein, essen eine Kleinigkeit am historischen Marktplatz und gehen früh zu Bett. Unser Tag war lang und voll mit vielen schönen Momenten. Prachatice war früher ein wichtiger Handelsort und das sieht man ihm an den prachtvollen Fassaden im Zentrum an. Der Stadtkern ist sehr gut erhalten bzw. ist restauriert worden. Es gibt auch noch eine Stadtbefestigung. Wer historische Städte mag, sollte unbedingt einen Besuch einplanen. Auch interessant für einen Besuch ist Cesky Krumlov , das nicht so weit von Prachatice entfernt ist (ca. 40 km), für uns zeitlich aber nicht mehr reingepasst hat. Cesky Krumlov (Krumau) liegt direkt an der Moldau und ist auch als UNESCO-Welterbe gelistet. Google mal nach Bildern der Stadt und du wirst denken, wie gemalt und unheimlich schön (historische Bauten). Wir werden wieder nach Südböhmen reisen und dann auf jeden Fall einen Aufenthalt in Cesky Krumlov einplanen. Unser Programm in Südböhmen - Tag 2 Am Freitag wollen wir nur eine kleine Wanderung machen, nicht zu anstrengend, da es am nächsten Tag an den Start des Budweiser Halbmarathon gehen soll. Wir können Libin empfehlen. Das ist ein bewaldeter Berg (1.096 m), den man innerhalb von 10-15 Minuten mit dem Auto von Prachatice aus erreichen kann. Der Gipfel lohnt sich, da sich dort ein Aussichtsturm (Libin Rozhledna) befindet und dieser über eine Wendeltreppe zugänglich ist. Der Rundumblick ist toll. Wir sehen sogar den Plöckenstein, den wir am Vortag bestiegen hatten. Die Wanderung selbst kannst du nach deinem Geschmack gestalten. Wir haben diese aus erwähnten Gründen relativ kurzgehalten (4 Kilometer insgesamt), aber auch ein Trailrun vom Stadtzentrum Prachatice aus ist möglich und du würdest dabei auf knapp 18 Kilometer hin und zurück kommen. Unterwegs haben wir auch einige Radfahrer angetroffen. Die Strecken im Böhmerwald sind ideal fürs Mountainbiken. Wir fahren nach Budweis Am Nachmittag fahren wir weiter nach Budweis. Wir brauchen weniger als eine Stunde. Generell möchte ich darauf hinweisen, dass in Tschechien eine Vignettenpflicht für Autobahnen und Schnellstraßen besteht. Dies solltest du vor der Anreise prüfen, damit keine bösen Überraschungen passieren. Wir haben unsere Reise so geplant, dass wir keine kostenpflichtigen Straßen genutzt haben. Bis Budweis ist das auch relativ einfach. Solltest du einen längeren oder weiteren Roadtrip planen, dann prüfe das besser. Budweis Der tschechische Name ist Ceske Budejovice und diesem Namen begegnen wir während unseres Besuches sehr oft. Budweis ist die größte Stadt Südböhmens und wahrscheinlich weltweit bekannt wegen dem Budweiser Bier. Die Moldau fließt hier mit der Maltsch zusammen. Die Stadt hat einen lässigen Flair und ist nicht so von Menschen überlaufen wie Prag, außer es steht der jährliche Halbmarathon, organisiert von Runczech an. Der Veranstalter Runczech ist mir bereits bekannt durch den Halbmarathon in Usti nad Labem . Budweis wurde übrigens der Titel "Kulturhauptstadt Europas 2028" verliehen. Der Halbmarathon in Budweis Der offizielle Veranstaltungsname ist Mattoni Ceske Budejovice Half Marathon . Das Besondere bei diesem Halbmarathon ist, dass es sich um einen Abendlauf handelt. Wir nehmen an der 11. Ausgabe teil (erste Austragung 2012). Startpunkt ist der zweitgrößte Platz Tschechiens, der Premysl-Otakar II, ein historischer Ort, der die Menschenmenge zusammenbringt und für eine tolle Stimmung sorgt. Du kannst davon ausgehen, dass du bei einigen Runczech Veranstaltungen immer mit Weltklasse-Läufer/innen am Start stehst, denn diese sind Teil der EuroHeros Challenge. Dabei handelt es sich um eine Initiative, die darauf abzielt, europäische Talente zu identifizieren und zu fördern. Der Budweis Halbmarathon ist eines der Rennen, an denen die wirklich schnellen dabei sind. Wir übernachten im Zentrum der Stadt und können alles bequem erreichen. Das Veranstaltungsgelände ist fußläufig. Die Messe befindet sich nur wenige Minuten vom Start-/Zielpunkt entfernt und wir bekommen unsere Startnummern schnell ohne lange Warteschlangen. Es ist lediglich der Personalausweis erforderlich , aber das ist ja normal. Beim Halbmarathon waren etwa 2.500 Teilnehmer/innen angemeldet. Das macht die Veranstaltung entspannt. Das Wetter beim Wettkampf ist hervorragend, zwar sonnig, aber auch angenehm kühl und ich bin gut drauf. Wir laufen den Mattoni Ceske Budejovice Half Marathon Wir werden mit der Sinfonie "Die Moldau" auf die Strecke geschickt. Alle Rennen von Runczech starten mit diesem Musikstück und es versetzt einem eine Gänsehaut. Die Strecke des Budweiser Halbmarathon ist flach und schnell und zusätzlich herrscht eine tolle Stimmung in der Stadt durch die vielen Zuschauer. Es führen einige Kilometer durch das Stadtzentrum, aber wir laufen auch raus aus der Stadt auf breiten Straßen, die extra abgesperrt werden. Wir laufen in den Sonnenuntergang hinein. Durch die Streckenführung laufen die führenden Läufer/innen uns entgegen, das sorgt für zusätzliche Motivation. Wir kennen einige der schnellen Läufer/innen, da diese im gleichen Hotel untergebracht sind und wir dadurch einige kennenlernen konnten. Es gibt ausreichend Verpflegungsstellen, die ich bis auf eine alle nutze. Zwischendurch verpflege ich mich mit Dextro Energy Gels und trinke dazu nur Wasser. Das Rennen ist für mich schnell, aber das es am Ende mein zweitschnellster Halbmarathon werden würde, war mir bis kurz vor Schluss nicht bewusst. Ich laufe mit Marcel, er zieht mich über den Asphalt. Es ist unser erster gemeinsamer Halbmarathon, den wir zusammen laufen. Er läuft locker, für mich wird es auf den letzten Kilometern doch ein Kraftakt. Auf den letzten Kilometern laufe ich noch auf die 1:40 Std Pacemaker auf, die mir den letzten Push geben und ich tatsächlich in 1:39:47 Std. das Ziel überquere. Einfach ein geniales Erlebnis. Meinen schnellsten Halbmarathon bin ich in Lissabon im März 2023 gelaufen und wenn dich interessiert, wie ich das Ziel einen Halbmarathon unter 1:40 Std zu laufen, angegangen bin, dann kannst du dies auf dem Blog nachlesen: Mein Trainingsplan und Tipps für einen Halbmarathon unter 1:40 Std. Fazit zu Südböhmen Während unserer viertägigen Reise nach Südböhmen haben wir mal wieder festgestellt, wie schön und unterschätzt Tschechien als Reiseland ist. Vor allem die Region Südböhmen, die direkt an Deutschland und Österreich liegt, ist schnell erreichbar und eignet sich für kurze Roadtrips, in meinem Fall auch inklusive Teilnahme an tschechischen Laufveranstaltungen. Als wir vor Ort waren, sind wir überhaupt nicht auf Massentourismus gestoßen, das macht es noch reizvoller dorthin zu reisen. Für Abenteurer und Outdoor-Liebhaber gibt es tolle Campingplätze und viele Möglichkeiten für sportliche Outdoor-Erlebnisse. Die Laufveranstaltungen von Runczech sind erstklassig organisiert und bieten Erlebnisse auf höchstem Niveau. Für uns war es nicht der letzte Trip nach Tschechien und wir werden auch bei weiteren Runczech Veranstaltungen am Start stehen. Die Preise sind günstig und fair. Mehr zu Südböhmen sowie Informationen und Beratung für eine Reise nach Tschechien kannst du bei der Zentrale für Tourismus – CzechTourism erhalten. Hinweis: Diese Reise erfolgte aufgrund einer Einladung. Unsere eigenen Eindrücke und unsere Meinung sind davon unbeeinflusst.














