Wandern & Trailrunning auf Hawaii: Meine schönsten Trails auf Oʻahu und Big Island

Drei Wochen Hawaii und am Ende sind es nicht Waikiki, Palmen oder perfekte Strände, über die ich unbedingt schreiben möchte. Sondern Matsch, steile Ridge Trails, Lavafelder, mehr als 1.000 Treppen und ziemlich viele Kilometer zu Fuß.
Hawaii stand schon lange auf meiner Wunschliste. Durch eine zeitliche Freistellung hatte ich nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder die Möglichkeit, flexibel und länger zu verreisen. Also habe ich ziemlich spontan gebucht: rund drei Wochen vor Abflug. Nach etwa 27 Stunden Anreise und nur mit Handgepäck stand ich schließlich auf Oʻahu.

Meine drei Wochen habe ich auf Oʻahu und Big Island aufgeteilt. Die erste Woche verbrachte ich auf Oʻahu, anschließend ging es für eine Woche nach Big Island und für die letzte Woche zurück nach Oʻahu. Vieles habe ich erst vor Ort geplant, abhängig vom Wetter, meiner Energie und schlicht davon, worauf ich an dem jeweiligen Tag Lust hatte. Statt Resorts und organisierter Rundreise gab es Hostels, auf Oʻahu sehr viel Bus, auf Big Island einen Mietwagen und vor allem ziemlich viel Zeit draußen.
Was ich vorher unterschätzt hatte: wie unterschiedlich sich Oʻahu und Big Island anfühlen. Oʻahu ist kompakter, steiler und stellenweise überraschend wild. Big Island ist weitläufiger, vulkanischer und deutlich ruhiger.

Wenn ihr Hawaii ebenfalls lieber in Trailrunning-Schuhen als von der Hotelliege aus entdeckt, findet ihr hier meine schönsten Wanderungen und Trails auf beiden Inseln, inklusive einiger Touren, die man nicht unterschätzen sollte.
Meine Hawaii-Reise auf einen Blick
Reisezeit: Februar/März 2026
Reisedauer: rund drei Wochen
Inseln: Oʻahu und Hawaiʻi Island/Big Island
Oʻahu: erste und dritte Reisewoche, überwiegend mit Bus
Big Island: zweite Reisewoche mit Mietwagen
Unterkünfte: nur Hostels
Schwerpunkt: Wandern, Trailrunning und Outdoor-Erlebnisse
Gepäck: nur Handgepäck
Meine schönsten Wanderungen und Trails auf Hawaii im Überblick
Oʻahu
Trail & Charakter | Tourdaten |
Lulumahu Falls Trail leicht bis mittel - Dschungel & Wasserfall | 3,9 km / 158 hm |
Kaʻau Crater Trail anspruchsvoll - Wasserfälle, Matsch, steile Passagen und Seilaufstieg | 8,5 km / 671 hm |
Lanikai Pillbox Trail leicht - Meerblick & Sunrise | 3,6 km / 183 hm |
Koko Head Stairs intensiv - Aufstieg, 1.000+ Stufen | 6,3 km / 389 hm |
Makapuʻu Point Lighthouse Trail leicht - asphaltierter Küstenweg | 5,7 km / 208 hm |
Hanauma Bay Ridge Trail mittel - Küste, Sonne & Wind | 10,3 km / 424 hm |
Moanalua Valley/Middle Ridge anspruchsvoll - Ridge, Matsch, steile Passagen | 16,7 km / 1054 hm |
Waʻahila Ridge Trail mittel - Ridge & Wald | 5,0 km / 330 hm |
Big Island
Trail & Charakter | Tourdaten |
Onomea Trail leicht - tropischer Küstenweg | 2,4 km / 90 hm |
Puna Historic Trail mittel - Küste, Wurzeln & einsamer Strand | 9,0 km / kaum hm |
Kīlauea Iki Trail mittel - Krater & Vulkanlandschaft | 6,2 km / 224 hm |
Papakōlea / Green Sand Beach leicht bis mittel - offene Küstenlandschaft | 8,9 km / 160 hm |
Captain Cook Monument Trail mittel - Trail & Schnorcheln | 6,9 km / 370 hm |
Hinweis: Trailbedingungen und Zugänge können sich auf Hawaii ändern. Bei weniger touristischen Routen lohnt es sich deshalb, Zugänge und aktuelle Bedingungen vorab über offizielle Quellen zu prüfen. Aktuelle Hinweise zu Zugängen und Bedingungen findest du beim Nā Ala Hele Trail & Access Program: Nā Ala Hele Trail and Access website

Wandern & Trailrunning auf Oʻahu: Dschungel, Ridge Trails und ziemlich viele Treppen
Viele denken bei Oʻahu zuerst an Waikiki. Ich nach zwei Wochen ehrlich gesagt eher an Matsch. Sobald man Honolulu und die Küste verlässt, verändert sich die Insel teilweise innerhalb weniger Kilometer komplett. Dichter Dschungel, steile Bergrücken, Wasserfälle und schmale Trails liegen erstaunlich nah an Stadt und Strand. Die Mischung hat Oʻahu für mich richtig spannend gemacht.
Lulumahu Falls Trail: zum Einstieg direkt in den Dschungel
Der Lulumahu Falls Trail war mein erster Hike auf Oʻahu und ein ziemlich guter Einstieg in die grüne Seite der Insel.
Der Weg führt durch dichten, teilweise fast verwunschen wirkenden Dschungel zu einem Wasserfall. Technisch fand ich die Tour nicht besonders anspruchsvoll und sie ist auch nicht besonders lang. Deshalb eignet sie sich gut für einen ersten Wandertag.
Für den Lulumahu Falls Trail ist aktuell vorab eine Reservierung mit Permit erforderlich. Die Bedingungen können sich ändern, deshalb würde ich den Status vor der Tour noch einmal direkt bei der DLNR prüfen.

Ka'au Crater Trail: Wasserfälle, Matsch und Seile
Ganz anderes Kaliber: der Ka'au Crater Trail. Rund acht Kilometer und mehr als 600 Höhenmeter klingen zunächst nicht dramatisch. Viel Matsch, dichte Vegetation und Passagen entlang von Wasserfällen, an denen ich mich teilweise an Seilen nach oben ziehen musste, machen daraus aber eine ziemlich anspruchsvolle Tour.
Für mich war das einer der eindrücklichsten Trails auf Oʻahu. Nach Regen können die Wege extrem rutschig werden. Schuhe mit gutem Grip sind hier Gold wert.

Lanikai Pillbox Trail: kurzer Hike mit großem Panorama
Komplettes Kontrastprogramm zum Ka'au Crater: der Lanikai Pillbox Trail bei Kailua.
Der Aufstieg ist relativ schnell geschafft, dafür bekommt man oben einen dieser Blicke, für die Hawaii bekannt ist: türkisfarbenes Wasser, Lanikai Beach, die kleinen Inseln vor der Küste und dahinter die grünen Berge.
Ich habe ziemlich lange dort oben gesessen und einfach nur geschaut. Besonders beliebt ist der Trail zum Sonnenaufgang.

Koko Head Stairs: mehr als 1.000 Stufen geradeaus nach oben
„Wandern“ trifft es beim Koko Head eigentlich nur bedingt. Der Weg folgt einer ehemaligen Bahntrasse und besteht aus mehr als 1.000 Stufen beziehungsweise alten Bahnschwellen. Kurz, brutal steil und weitgehend der Sonne ausgesetzt.
Anzahl Stufen: 1.048.

Makapuʻu Point Lighthouse Trail: Hawaii in einfach
Der Makapuʻu Point Lighthouse Trail ist komplett asphaltiert und damit eher ein Spaziergang beziehungsweise leichter Hike als ein echter Trail. Trotzdem lohnt sich der Weg für die weiten Blicke entlang der Küste.
Während der Walsaison kann man von hier mit etwas Glück Buckelwale beobachten. Ich hatte kein Glück.

Hanauma Bay Ridge Trail: zehn Kilometer können ziemlich lang werden
Der Hanauma Bay Ridge Trail sah auf der Karte zunächst relativ unkompliziert aus.
Technisch fand ich ihn auch nicht besonders schwierig. Viel Sonne, kaum Schatten und bei meinem Besuch zusätzlich starker Wind haben die rund zehn Kilometer aber deutlich anstrengender gemacht als erwartet. Dafür hat man fast permanent Küstenblick.

Moanalua Valley und Middle Ridge: ein Trail, den man nicht unterschätzen sollte
Die Route durchs Moanalua Valley in Richtung Middle Ridge war einer der eindrucksvollsten, aber auch forderndsten Hikes meiner Zeit auf Oʻahu. Sie war lang, teilweise extrem rutschig und durchgehend steil. Matsch, dichte Vegetation und ausgesetzte Passagen haben mich hier ordentlich gefordert.
Wichtig: Middle Ridge ist kein offiziell gepflegter Wanderweg. Die Haʻikū Stairs auch „Stairway to Heaven" genannt sind für Besucher geschlossen; auch über Middle Ridge darf man sie nicht legal erreichen. Ich würde diese Route deshalb heute nicht als Wanderung planen oder weiterempfehlen.
Wer im Moanalua Valley unterwegs sein möchte, sollte ausschließlich ausgewiesene Wege nutzen und den aktuellen Status direkt bei der DLNR prüfen.

Waʻahila Ridge Trail: wenn es etwas entspannter sein darf
Nach einigen der intensiveren Touren war der Waʻahila Ridge Trail ein angenehmer Gegenpol. Kein einzelner spektakulärer Höhepunkt, dafür ein schöner Ridge Hike mit offenen Waldabschnitten und ungewöhnlicher Vegetation. Genau richtig für einen etwas entspannteren Tag.

Was ich auf Oʻahu außerdem erlebt habe
Ein Highlight war für mich der Shark Dive mit One Ocean Diving an der North Shore. Gebucht habe ich die Tour über Groupon und dadurch deutlich weniger bezahlt als regulär.
Das Erlebnis selbst war komplett anders, als ich es mir vorher vorgestellt hatte: ruhig, konzentriert und sehr respektvoll gegenüber den Tieren.

Weniger beeindruckend war mein Whale Watching mit Pink Sails. Das lag weniger an der Tour selbst als schlicht daran, dass sich die Wale an diesem Tag nur sehr zurückhaltend gezeigt haben. Whale Watching bleibt eben Natur und kein Wunschkonzert. Oʻahu hat mich vor allem mit seiner Dichte überrascht. Stadt, Strand, Dschungel und anspruchsvolle Ridge Trails liegen teilweise erstaunlich nah beieinander.
Big Island: Wandern zwischen Lava, Vulkanen und sehr viel Weite
Schon nach kurzer Zeit fühlte sich Big Island komplett anders an: weniger dicht besiedelt, weiter und ruhiger. Während ich auf Oʻahu viele Ausgangspunkte mit dem Bus erreichen konnte, war ich auf Big Island froh über meinen Mietwagen. Big Island erschließt sich langsamer. Genau das mochte ich daran.
Onomea Trail: tropischer Einstieg in Big Island
Der Onomea Trail war ein schöner Einstieg in meine Woche.
Ein kurzer, einfacher Küstenweg, der schnell in dichtes tropisches Grün übergeht. Kein großes Abenteuer und deshalb perfekt, um erst einmal auf der Insel anzukommen.

Puna Historic Trail: nasse Schuhe und am Ende Schildkröten
Direkt danach ging es für mich zum Puna Historic Trail, etwa 30 bis 45 Autominuten entfernt.
Der Weg ist länger und deutlich ursprünglicher. Große Höhenmeter spielen hier kaum eine Rolle. Dafür gibt es Wurzeln. Sehr viele Wurzeln.
Durch den Regen war der Trail stellenweise rutschig, meine Schuhe waren schnell komplett nass und mehr als einmal habe ich überlegt umzudrehen.
Zum Glück habe ich es nicht gemacht. Am Ende kam ich an einem abgelegenen Strand an, an dem ich komplett allein war, abgesehen von mehreren Schildkröten.

Mauna Kea zum Sonnenuntergang
Einer der Momente, die mir von Big Island besonders im Gedächtnis geblieben sind, hatte mit Trailrunning ausnahmsweise wenig zu tun. Ich war mit einer kleinen Gruppe aus meinem Hostel in Hilo unterwegs. Gemeinsam sind wir zum Sonnenuntergang zum Mauna Kea bis zum Visitor Information Center auf 2.804 Metern Höhe gefahren. Schon während der Fahrt verändert sich die Landschaft immer stärker. Oben wird es karg, weit und vor allem deutlich kühler.
Bei uns zog zunächst dichter Nebel auf und ich war ziemlich sicher, dass wir vom Sonnenuntergang gar nichts mehr sehen würden. Dann riss der Himmel innerhalb kürzester Zeit auf und plötzlich standen wir über den Wolken.
Wer vom Visitor Information Center weiter Richtung Gipfel auf 4.207 Meter fahren möchte, braucht ein Fahrzeug mit Allradantrieb. Das wird vor der Weiterfahrt auch kontrolliert. Ich hatte mich bei meinem Mietwagen bewusst gegen die deutlich teurere 4x4-Variante entschieden und konnte deshalb nicht selbst nach oben fahren. Für Alleinreisende gibt es noch eine etwas improvisierte Möglichkeit: Am Visitor Center kann man fragen, ob einen andere Besucher mit nach oben nehmen. Während meines Aufenthalts hatte ich den Eindruck, dass das durchaus funktioniert. Darauf verlassen würde ich mich bei der Planung allerdings nicht.
Auch ohne Fahrt bis ganz nach oben lohnt sich der Mauna Kea. Schon das Visitor Information Center liegt auf mehr als 2.800 Metern und der Sonnenuntergang über den Wolken war für mich einer dieser Hawaii-Momente, für die es gar kein großes Programm gebraucht hat.

Kaumana Caves: einmal unter die Lava
Nahe Hilo liegen die Kaumana Caves, ein Lavatunnelsystem, das durch einen Ausbruch des Mauna Loa entstanden ist.
Über eine steile Treppe gelangt man nach unten. Schon nach wenigen Metern wird es kühl, feucht und vor allem dunkel. Wer weiter hinein möchte, sollte feste Schuhe und eine vernünftige Lampe beziehungsweise Stirnlampe dabeihaben.
Für mich kein Programmpunkt für einen ganzen Tag, aber definitiv ein lohnender Stopp.

Hawaiʻi Volcanoes National Park und Kīlauea Iki
Wenn man schon auf Big Island ist, gehört der Hawaiʻi Volcanoes National Park für mich fast zwangsläufig dazu. Ich bin dort mehrere Wege rund um den Kīlauea-Bereich gegangen, unter anderem den Kīlauea Iki Trail. Die Landschaft ist schwer mit den anderen Touren dieser Reise zu vergleichen: erstarrte Lava, Krater, vulkanische Strukturen und dazwischen immer wieder überraschend grüne Vegetation.
Während meines Besuchs hatte ich allerdings Pech mit dem Timing. Kīlauea befand sich ausgerechnet in einer Pause. Die vorherige Eruptionsphase war am 15. Februar beendet worden. Spannend fand ich, dass das Hawaiian Volcano Observatory bereits während meiner Reise berechnete, wann die nächste Phase beginnen könnte. Ende Februar lag das prognostizierte Zeitfenster zeitweise zwischen dem 6. und 16. März. Ich habe die Vorhersagen natürlich verfolgt und gehofft, den Vulkan noch aktiv zu erleben. Hat nicht ganz funktioniert.
Als ich Big Island verließ, blieb Kīlauea ruhig. Rund eine Woche später, am 10. März, begann Episode 43. Die Lavafontänen erreichten laut USGS bis zu 540 Meter Höhe. Nach rund neun Stunden war das Spektakel schon wieder vorbei.

Papakōlea Green Sand Beach: der Weg gehört dazu
Papakōlea Beach gehört zu den wenigen Stränden mit grünem Sand und liegt in einer völlig anderen Landschaft als viele der typischen Hawaii-Strände.
Der Weg dorthin ist technisch einfach, zieht sich aber durch eine offene, windige Landschaft mit kaum Schatten. Vor Ort werden auch Fahrmöglichkeiten beziehungsweise Shuttles angeboten. Ich bin gelaufen und würde es wieder so machen. Der Weg gehört für mich zu diesem Ort dazu.
Und irgendwann steht man plötzlich oberhalb dieses grünen Strandes. So eine Farbe hatte ich bei Sand vorher tatsächlich noch nie gesehen.

Captain Cook Monument Trail: erst laufen, dann schnorcheln
Der Captain Cook Monument Trail war eine dieser perfekten Hawaii-Kombinationen aus Bewegung und Meer.
Der Weg ist nicht besonders lang, durch etwa 370 Höhenmeter und viel Sonne aber durchaus fordernd. Für mich funktioniert die Strecke auch sehr gut als Trailrun.
Unterwegs gibt es weite Blicke über die Küste und das offene Meer und ich habe wilde Schweine gesehen. Unten wartet dann der Bonus: ein großartiger Schnorchelspot mit klarem Wasser und vielen Fischen.
Nur sollte man nicht vergessen: Was man auf dem Hinweg herunterläuft, muss anschließend wieder hoch.

Manta Ray Night Snorkeling: und plötzlich wollte ich nicht mehr aus dem Wasser
Zum Abschluss meiner Woche auf Big Island stand Manta Ray Night Snorkeling an der Kona Coast auf dem Programm.
Davor hatte ich Respekt. Mit dem Boot ins offene Meer fahren und anschließend freiwillig ins dunkle Wasser springen, mein Kopf fand die Idee zunächst deutlich weniger attraktiv als bei der Buchung.
Dann kamen die Mantas.
Als die riesigen Tiere unter und neben mir durchs Wasser glitten, war die Anspannung praktisch sofort weg. Ihre Bewegung wirkte ruhig, fast schwebend. Aus Respekt wurde Faszination. Am Ende wollte ich eigentlich gar nicht mehr raus. Die Kälte hat die Entscheidung irgendwann für mich getroffen. Für mich eines der absoluten Highlights der Reise.
Oʻahu oder Big Island: Welche Insel eignet sich besser zum Wandern?
Für mich funktionieren beide für völlig unterschiedliche Arten von Outdoor-Reisen.
Oʻahu | Big Island | |
Landschaft | Dschungel, Küste, steile Ridges | Lava, Vulkan, weite Küsten |
Trails | häufig steil, matschig und kompakt | weitläufiger und oft weniger dicht |
Ohne Mietwagen | überraschend gut möglich | deutlich schwieriger |
Trailrunning | abwechslungsreich, teilweise technisch | viel Weite und besondere Landschaften |
Atmosphäre | intensiver und dichter | ruhiger und ursprünglicher |
Wenn ich möglichst viele unterschiedliche Trails in kurzer Zeit laufen und wandern möchte, würde ich Oʻahu wählen. Wenn ich Landschaft, Ruhe, Vulkanismus und längere Roadtrip-Tage miteinander verbinden möchte, Big Island.
Die Kombination aus beiden war für mich ideal.
Hawaii auf eigene Faust: Bus, Mietwagen, Unterkünfte und Budget
Hawaii ist kein günstiges Reiseziel. Trotzdem lässt sich beeinflussen, wie teuer die Reise am Ende wird. Auf Oʻahu habe ich weitgehend auf einen Mietwagen verzichtet und TheBus genutzt. Mit der HOLO Card kam ich von Waikiki aus zu vielen Ausgangspunkten. Das spart Geld, kostet aber teilweise Zeit und für abgelegenere Trails oder sehr frühe Starts kann ein Auto trotzdem sinnvoll sein.
Auf Big Island würde ich dagegen wieder einen Mietwagen nehmen. Die Entfernungen sind groß und viele meiner Ziele lagen weit auseinander.

Warum man auf Oʻahu nicht überall eine Unterkunft findet
Eine Sache hat mich bei der Reiseplanung ziemlich überrascht: Auf Oʻahu kann man nicht einfach in jedem Ort eine Ferienwohnung oder ein Hostel für ein paar Nächte buchen. Kurzzeitvermietungen sind stark reguliert und vor allem auf bestimmte Resortgebiete und ausgewiesene Bereiche konzentriert.
Das habe ich selbst gemerkt, als ich für einen Wettlauf in Kailua direkt vor Ort übernachten wollte und praktisch keine passenden Unterkünfte gefunden habe. Das lag nicht einfach daran, dass zufällig alles ausgebucht war. Kailua ist überwiegend Wohngebiet und touristische Kurzzeitvermietungen sind dort stark eingeschränkt.
Für meine Planung bedeutete das: Waikīkī war trotz der Entfernung zu manchen Trails ein sinnvoller Ausgangspunkt, weil dort die Auswahl an Unterkünften groß ist und ich viele Ziele mit dem Bus erreichen konnte. Auch an der North Shore gibt es touristische Unterkünfte. Die offiziellen Regelungen gelten allerdings nicht pauschal für die gesamte North Shore. Das Resortgebiet rund um Turtle Bay ist beispielsweise gesondert zu betrachten.
Wer Oʻahu individuell bereist, sollte deshalb zuerst prüfen, wo eine legale Kurzzeitunterkunft verfügbar ist, und erst danach die täglichen Routen planen. Wenn ein Wettkampf oder Trail auf der anderen Seite der Insel früh morgens startet, kann das einen erheblichen Unterschied machen.
Auch bei Unterkünften und Aktivitäten habe ich Preise verglichen, überwiegend in Hostels geschlafen und einzelne Touren beispielsweise über Groupon günstiger gebucht.
Meine tatsächlichen Kosten für drei Wochen Hawaii, die verschiedenen Hostels und meine Spartipps packe ich in einen eigenen Beitrag.
Was ich fürs Wandern und Trailrunning auf Hawaii gelernt habe
Auf Hawaii hatte ich innerhalb meiner drei Wochen so ziemlich alles unter den Füßen: trockene Wege in voller Sonne, nasse Wurzeln, tiefen Matsch und rutschige Passagen an Wasserfällen. Gute Trailrunning- oder Wanderschuhe mit Grip würde ich deshalb weit oben auf die Packliste setzen.

Eine leichte Regenjacke hatte ich ebenfalls dabei. Nicht, weil man auf Hawaii ständig im Regen läuft, sondern weil Sonne, Wind und Regen bei meinen Touren teilweise ziemlich schnell gewechselt haben. Die Kilometer würde ich auf Hawaii außerdem nicht unterschätzen. Acht oder zehn Kilometer können durch Matsch, Hitze, Wurzeln und steile Passagen erheblich länger dauern als erwartet.
Bei weniger touristischen Routen lohnt es sich außerdem, Zugänge und aktuelle Bedingungen vorab zu prüfen.
Allein als Frau auf Hawaii wandern: meine Erfahrung
Ich habe mich während meiner drei Wochen insgesamt sicher gefühlt. Einige Trails würde ich trotzdem nicht unterschätzen. Auf längeren Strecken wie dem Ka'au Crater oder Moanalua/Middle Ridge war ich teilweise über längere Zeit allein unterwegs. Bei schwierigen oder abgelegenen Touren würde ich deshalb immer jemandem sagen, welche Route ich plane und wann ich ungefähr zurück sein möchte.
Dazu kommen Hitze, Matsch, Regen und teilweise schlechter Mobilfunkempfang. Dinge, die bei einer einfachen Tour wenig relevant erscheinen, können auf einem langen Trail schnell wichtiger werden.
Die entscheidendere Frage ist für mich deshalb weniger „Kann ich als Frau allein auf Hawaii wandern?“, sondern: Passt dieser Trail zu meiner Erfahrung und zu den Bedingungen an genau diesem Tag?

Fazit: Hawaii war für mich vor allem draußen
Vor der Reise hatte natürlich auch ich die klassischen Hawaii-Bilder im Kopf: Palmen, Strände, türkisfarbenes Meer und Sonnenuntergänge. Drei Wochen später denke ich zuerst an etwas anderes. An meine komplett nassen Schuhe auf dem Puna Historic Trail. An die Seile am Ka'au Crater. An mehr als 1.000 Stufen am Koko Head. An den Moment, als am Mauna Kea plötzlich die Wolken aufrissen. An Lavafelder, wilde Schweine, Schildkröten und daran, wie viel länger zehn Kilometer werden können, wenn Hawaii beschließt, noch etwas Matsch dazuzugeben.

Oʻahu und Big Island könnten dabei kaum unterschiedlicher sein. Genau deshalb würde ich heute wieder beide miteinander kombinieren. Hawaii ist teuer. Einige meiner besten Erlebnisse haben allerdings überhaupt nichts gekostet. Ein Paar Schuhe, genug Wasser und ein freier Tag waren manchmal alles, was ich dafür gebraucht habe.






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